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Früher war der Mann auch mal Kind, das ist ja logisch. Jeder war früher mal ein Kind. Da hat er mit seinen Eltern in einer hübschen kleinen Wohnung gewohnt. Nach der Schule hat er eine Ausbildung gemacht. Er ist jeden Morgen früh aufgestanden und zur Arbeit gegangen. Als der Mann dann eine Familie hatte, war das eine schöne Zeit. Aber dann ist das Unglück gekommen."Ein mittelschönes Leben" erzählt auf einfühlsame Weise die Geschichte eines Mannes, der obdachlos wurde.…mehr

Produktbeschreibung
Früher war der Mann auch mal Kind, das ist ja logisch. Jeder war früher mal ein Kind. Da hat er mit seinen Eltern in einer hübschen kleinen Wohnung gewohnt. Nach der Schule hat er eine Ausbildung gemacht. Er ist jeden Morgen früh aufgestanden und zur Arbeit gegangen. Als der Mann dann eine Familie hatte, war das eine schöne Zeit. Aber dann ist das Unglück gekommen."Ein mittelschönes Leben" erzählt auf einfühlsame Weise die Geschichte eines Mannes, der obdachlos wurde.
  • Produktdetails
  • Verlag: Carlsen
  • 7. Aufl.
  • Seitenzahl: 29
  • Altersempfehlung: ab 8 Jahren
  • Erscheinungstermin: Oktober 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 172mm x 10mm
  • Gewicht: 224g
  • ISBN-13: 9783551517647
  • ISBN-10: 3551517649
  • Artikelnr.: 33352205
Autorenporträt
Boie, KirstenKirsten Boie, geboren 1950 in Hamburg, arbeitete erst als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Inzwischen sind von ihr weit mehr als sechzig Bücher erschienen und in viele Sprachen übersetzt worden. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2007 den Sonderpreis des Deutschen Jungendliteraturpreises für ihr Gesamtwerk und 2008 den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 31.10.2011

Gestrandet
Ein Obdachloser erzählt Kirsten Boie seine Geschichte
Auf die Frage, was er über Obdachlose gedacht habe, als er noch selbst eine Wohnung hatte, antwortet Thorsten, 44, dass viele in einer besseren Situation leben könnten, wenn sie sich mehr anstrengen würden. Seine Antwort ist eine von mehreren auf 13 Fragen im zweiten Teil des Buches „Ein mittelschönes Leben“ von Jutta Bauer. Die eigentliche Geschichte aber, die Biografie des Vaters der Kinder Leonie und Luca erklärt, wie erschreckend schnell ein Mensch sein Zuhause verlieren kann.
Eine offizielle Statistik über Obdachlose in Deutschland gibt es nicht. Die veröffentlichten Zahlen variieren zwischen 350 000 und 860 000, wohl 20 000 Menschen leben mit wenigen Habseligkeiten ganz auf der Straße. In Zusammenarbeit mit dem Hamburger Obdachlosen-Magazin Hinz & Kuntz hat Kirsten Boie das Schicksal eines Mannes aufgeschrieben, der durch Arbeitslosigkeit an den Rand der Gesellschaft gerutscht ist. Auch er war ein Kind mit Hoffnungen, Zielen und Gefühlen. Mit seiner Frau Simone gründet er eine Familie, bekommt die Kinder Luca und Leonie. Obwohl der Mann hart arbeitet, reicht sein Verdienst gerade so zum Leben – zu einem „mittelschönen“ Leben, in dem auch mal ein Urlaub möglich ist. Als der Mann seine Stelle verliert, verlässt ihn seine Frau mit den Kindern. Einmal schafft er es, wieder auf die Beine zu kommen. Als ein zweites Mal das „Unglück“ zuschlägt, er wieder seinen Job verliert und die Schulden nicht mehr abzahlen kann, wird seine Mutlosigkeit übermächtig. Ihm bleibt nur noch die Straße.
Kirsten Boie erzählt über das Schicksal in sehr einfacher Sprache, die in ihrer Simplizität ein wenig gekünstelt wirkt. Dass der Mann keinen Namen hat, verstört und verringert das Mitgefühl für ihn. Aber sie schützt seine Identität mit diesem Kunstgriff. Seine Geschichte rührt Kinder nicht zu Tränen, lässt sie aber dennoch nicht kalt. Die Illustrationen von Jutta Bauer nehmen den realistischen Worten den Schrecken. Man kann herauslesen, dass jeder Mensch für seinen Lebensweg kämpfen muss, und dennoch kann der anders verlaufen als gedacht. Sehr deutlich zeigt die Geschichte, wie wichtig Freunde in schwierigen Phasen sind. Kaum ein Leser, egal welchen Alters, wird nach diesem Buch achtlos an den Menschen am Boden vorbei kommen, die in Schlafsäcke gehüllt in den Fußgängerzonen um Unterstützung bitten. Durch das Buch hat der Mann mittlerweile Halt gefunden. Er erzählt auf Lesungen vom Leben in der Obdachlosigkeit. (ab 9 Jahre) SABINE BUCHWALD
KIRSTEN BOIE: Ein mittelschönes Leben. Ein Kinderbuch über Obdachlosigkeit. Illustrationen von Jutta Bauer. Carlsen 2011. 30 Seiten, als Hardcover 9,95 Euro. Hinz & Kunzt 4,80 Euro.
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"Ein informatives Plädoyer für mehr Aufmerksamkeit." NZZ am Sonntag

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 30.08.2009

TIPPS

Buch. Es sieht vielleicht aus wie ein Pixi-Buch in Übergröße, und dann steht auch noch "Kinderbuch" auf dem Umschlag. Aber "Ein mittelschönes Leben" ist kein Buch, für das man irgendwann zu alt wäre. Weil die Geschichte, so knapp und klar, wie Kirsten Boie sie erzählt, das denkbar beste Sprungbrett für die eigenen Gedanken ist. Und die wachsen ja mit. Welche Geschichte? Die von dem Mann, der im Sommer im Park wohnt und im Winter im Kaufhauseingang, der auf einer Pappe sitzt und die Hand aufhält. An dem wir schon tausendmal vorbeigegangen sind, mal mitleidig, mal beschämt oder hochmütig. Es ist die Geschichte, wie der Mann auf die Straße gekommen ist, wie er seine Familie verloren hat und seinen Job und seine Wohnung. Einfach so, nach und nach. Ohne großen Knacks, ohne Krimi oder Katastrophe: Das Leben, dieses mittelschöne Leben, hat ihn einfach langsam auf die Straße geschoben. Kirsten Boie erzählt das so simpel, wie es ist, ohne zu viel Schmalz und Schmerz, ohne erhobenen Zeigefinger. Und gerade, dass sie dabei so unaufdringlich bleibt, macht das Buch so eindringlich. Man klappt es zu, und die Geschichte geht weiter in unserem Kopf.

kue

Kirsten Boie: "Ein mittelschönes Leben". Hinz&Kunzt, 28 S., 4,80 Euro.

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