Ökonomie des Sozialstaats - Breyer, Friedrich;Buchholz, Wolfgang
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In dem Band diskutieren die Autoren normative Begründungen für staatliche Umverteilungsmaßnahmen und für die Existenz einer verpflichtenden Sozialversicherung. Dabei werden Gerechtigkeits- und vor allem Effizienzkriterien zugrunde gelegt. Sie analysieren die einzelnen Elemente des sozialen Sicherungssystems hinsichtlich ihrer Wirkungen und vergleichen alternative Gestaltungsformen. Schließlich untersuchen sie, wie der Sozialstaat reformiert werden kann. Für die 2. Auflage wurde der Text gründlich überarbeitet und das Zahlenmaterial aktualisiert. …mehr

Produktbeschreibung
In dem Band diskutieren die Autoren normative Begründungen für staatliche Umverteilungsmaßnahmen und für die Existenz einer verpflichtenden Sozialversicherung. Dabei werden Gerechtigkeits- und vor allem Effizienzkriterien zugrunde gelegt. Sie analysieren die einzelnen Elemente des sozialen Sicherungssystems hinsichtlich ihrer Wirkungen und vergleichen alternative Gestaltungsformen. Schließlich untersuchen sie, wie der Sozialstaat reformiert werden kann. Für die 2. Auflage wurde der Text gründlich überarbeitet und das Zahlenmaterial aktualisiert.
Inhaltsangabe
Gleichheit und Gerechtigkeit.- Effizienzorientierte Begründungen für Umverteilung.- Effizienzgründe für die Existenz einer Sozialversicherung.- Rentenversicherung.- Krankenversicherung.- Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung.- Familienpolitik.- Zukunftsprobleme des deutschen Sozialsystems.
Rezensionen
Aus den Rezensionen:

"An der Notwendigkeit, den Sozialstaat auch ökonomisch zu beurteilen, kommt ... niemand vorbei. Doch der Lehrbuchmarkt zur Ökonomik des Sozialstaats ist bislang noch recht übersichtlich. Umso erfreulicher ist diese lesenswerte Neuerscheinung ... Alle existierenden Systeme werden systematisch mit alternativen Formen verglichen. ... Den logischen Schlusspunkt setzt ein Kapitel, in dem die Autoren sich mit der Reformierbarkeit des Sozialstaates-beschäftigen. Da er auch weiterhin im Brennpunkt ökonomischer Diskussionen stehen wird, sollten sich angehende Ökonomen ... unbedingt dieses hochinformative Buch zulegen."

(in: Studium - Buchmagazin für Studenten, 2007, S. 24)

"Der ... Sozialstaat wird in dem vorliegenden Werk systematisch mit Hilfe des mikroökonomischen Instrumentariums analysiert. ... Als ... Würdigung des ... Buches bleibt ... festzuhalten, dass die überblicksartige Behandlung des sehr vielschichtigen Themas gut gelungen ist. Gerade die Kombination von Auseinandersetzung mit den grundsätzlichen Argumenten ... und der Anwendung auf konkrete Bereiche der Sozialpolitik und deren Ausgestaltung in Deutschland ... ist positiv hervorzuheben. ... Speziell für die Verwendung als Lehrbuch hilfreich sind ... die zahlreichen Merksätze sowie die Übungsaufgaben und die weiterführenden Hinweise zu aktueller Fachliteratur ..." (Arndt Christiansen, in: ORDO - Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft, 2007, Vol. 58, S. 243 ff.)

Aus den Rezensionen zur 2. Auflage:

"... Bei der Neuauflage wurden die empirischen Angaben auf den aktuellen Stand gebracht, außerdem wird nun mehr Gewicht auf die in letzter Zeit besonders heftig diskutierte Entwicklung der Armutsquote in Deutschland gelegt. Wer sich einen kompetenten und fundierten Überblick über ein wichtiges Thema unserer Zeit verschaffen möchte, sollte zu diesem souverän geschriebenen Werk greifen." (in: STUDIUM Buchmagazin für Studierende, Sommersemester 2009, S. 22 + 24)
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 14.05.2007

Der deutsche Sozialstaat
Wie lässt sich beispielsweise die Familienpolitik rechtfertigen?

Wie wäre es, bestimmte Gesundheitsleistungen für Personen im Alter von mehr als 75 Jahren zu rationieren? Diesen Vorschlag hatte der Ökonom Friedrich Breyer vor einigen Jahren in einem Fernsehinterview gemacht - und damit heftige Reaktionen ausgelöst. Einer ökonomischen Sicht auf die Sozialpolitik werden regelmäßig immense Widerstände entgegengebracht. Mit ihrem Lehrbuch liefern Breyer und Wolfgang Buchholz nun eine systematische Analyse der theoretischen Rechtfertigungen von Sozialpolitik und ihrer Ausgestaltungsalternativen, die in dieser Form bislang gefehlt hat. Damit schließt sich eine Lücke in der ökonomischen Literatur.

Unter Sozialpolitik fassen die Autoren zum einen Transferzahlungen aus dem allgemeinen Haushalt zur Vermeidung von Armut. Zum anderen geht es um die Sozialversicherungssysteme, die der Absicherung gegen bestimmte existenzgefährdende Risiken dienen. Im ersten Teil des Buches werden zwei grundsätzliche Ansatzpunkte für die Rechtfertigung einer solchen Politik erörtert: zum einen die Herstellung von Gleichheit und Gerechtigkeit, zum anderen die Effizienz. Letztere ziehen die Autoren eindeutig vor. Breyer und Buchholz streben nach einer mikroökonomischen Fundierung von Sozialpolitik, die sich auf Marktversagensargumente stützt. Die Grenzen für Umverteilung und soziale Absicherung liegen dort, wo Leistungsanreize beeinträchtigt werden und damit Wohlfahrtseinbußen drohen.

Die wichtigsten sozialen Sicherungssysteme wie die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung sowie die Familienpolitik werden im zweiten Teil des Buches näher betrachtet. Dabei finden auch die Besonderheiten und Reformdiskussionen des deutschen Systems Berücksichtigung. Interessant sind auch die Ausführungen zur Familienpolitik. Immerhin geht es dabei um eine Umverteilung von Kinderlosen zu Kinderreichen, deren Umfang rund 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Breyer und Buchholz erörtern zunächst das Gerechtigkeitsargument - und verwerfen es rundweg. Da die Elternschaft zumeist auf einer freien Entscheidung beruhe, komme diese Rechtfertigung nicht in Frage.

Familienpolitik lasse sich schlüssig nur mit der klassischen Effizienzargumentation begründen. Der "Nutzen" eines Kindes komme nicht allein den Eltern zugute, sondern auch Dritte profitierten. Im ökonomischen Jargon sind also positive "externe Effekte" zu verzeichnen, und zwar über den Generationenvertrag in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Folge ist, dass weniger Kinder geboren werden, als volkswirtschaftlich optimal wäre. Ein Staatseingriff wäre prinzipiell wohlfahrtssteigernd. Indes zeigt sich, dass auch mit dem mikroökonomischen Instrumentarium das optimale Ausmaß des sozialstaatlichen Eingriffs nicht eindeutig zu bestimmen ist. Relativ klare Aussagen dagegen machen Breyer und Buchholz zur Ausgestaltung einzelner Instrumente. So kritisieren sie die gegenwärtige Finanzierung der Kinderbetreuung. Statt der staatlichen Bereitstellung von Betreuungsmöglichkeiten plädieren sie für die Ausgabe von Gutscheinen bei freier Anbieterwahl für die Eltern. Das würde für Wettbewerb zwischen den Anbietern und so für eine bessere und gerechtere Versorgung sorgen.

Das Buch schließt mit einem Überblick über die Zukunftsnöte des Sozialstaats. Besondere Betonung finden die Herausforderungen durch den demographischen Wandel.

ARNDT CHRISTIANSEN

Friedrich Breyer/Wolfgang Buchholz: Ökonomie des Sozialstaats. Springer-Verlag, Berlin 2007, 328 Seiten, 29,95 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Sehr lobend äußert sich Rezensentin Indira Gurbaxani über das Buch "Die Ökonomie des Sozialstaats" von Friedrich Breyer und Wolfgang Buchholz: Systematisch machen sich die Autoren daran, den deutschen Sozialstaat unter die Lupe zu nehmen. Untersucht werden die einzelnen Zweige der Sozialversicherungen, aber auch die generelle Frage, ob der Sozialstaat mehr sein muss als die Versicherung gegen existenzielle Risiken, nämlich ein politisches Mittel der Umverteilung. Welche Antworten Breyer und Buchholz auf diese Fragen geben, verrät die Rezensentin leider nicht. Sie versichert uns nur, dass die Autoren "große Sorgfalt" auf ihre Überlegungen verwendet haben.

© Perlentaucher Medien GmbH