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Eine ruhige Straße in guter Wohngegend, wie es Hunderte gibt in Deutschland. 1904 für die Ewigkeit gebaut. Relikte einer großbürgerlichen Vergangenheit neben seelenlosen Wohnkästen, die in Eile nach dem letzten Krieg aus dem Boden gestampft wurden. Die Französin Pascale Hugues entdeckt, was sich hinter den glatten Fassaden ihrer Straße verbirgt. Sie tauch ein in vergessene Archive, sammelt das Kiezgeflüster und die Legenden ihrer Straße, lässt sich von ihren ehemaligen und jetzigen Nachbarn deren Geschichten erzählen. Und plötzlich zieht ein ganzes Jahrhundert vor ihren Augen vorbei: die…mehr

Produktbeschreibung
Eine ruhige Straße in guter Wohngegend, wie es Hunderte gibt in Deutschland. 1904 für die Ewigkeit gebaut. Relikte einer großbürgerlichen Vergangenheit neben seelenlosen Wohnkästen, die in Eile nach dem letzten Krieg aus dem Boden gestampft wurden.
Die Französin Pascale Hugues entdeckt, was sich hinter den glatten Fassaden ihrer Straße verbirgt. Sie tauch ein in vergessene Archive, sammelt das Kiezgeflüster und die Legenden ihrer Straße, lässt sich von ihren ehemaligen und jetzigen Nachbarn deren Geschichten erzählen. Und plötzlich zieht ein ganzes Jahrhundert vor ihren Augen vorbei: die protzigen Bauherren der Kaiserzeit, die sorglose Hautevolee der Zwanziger, die jüdischen Anwälte und Ärzte, die in alle Welt emigrieren mussten, die Ausgebombten, die Kriegswaisen und -witwen, die hektischen Helden des Wirtschaftswunders, die 68er-Rebellen, die konservativen Kleinbürger, die Kultmusiker Tangerine Dream und David Bowie und die Gentrifizierungsbekämpfer von heute.
Eine kleine Straße als Miniatur der großen Geschichte.
  • Produktdetails
  • rororo Taschenbücher Bd.63006
  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • Originaltitel: Rue tranquille dans beau quartier: L'histoire des mes voisins
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 318
  • Erscheinungstermin: 30. Oktober 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 126mm x 27mm
  • Gewicht: 305g
  • ISBN-13: 9783499630064
  • ISBN-10: 3499630060
  • Artikelnr.: 42736006
Autorenporträt
Hugues, Pascale
Pascale Hugues, geboren in Straßburg, arbeitet seit 1989 als Korrespondentin in Deutschland, zunächst für die Zeitung «Libération» tätig, heute für das Magazin «Le Point». Sie schreibt auch für deutsche Zeitungen, ist unter anderem Kolumnistin des «Tagesspiegels». Daneben hat sie Filme für den deutsch-französischen TV-Sender ARTE gedreht.Für den Film «L'est c'est fini» über ostdeutsche Jugendliche und den Text «In den Vorgärten blüht Voltaire» in ihrer Tagesspiegel-Kolumne «Mon Berlin» wurde sie jeweils mit dem Prix du journalisme franco-allemand in den Sparten Fernsehen und Presse ausgezeichnet. Für ihr Buch «Ruhige Straße in guter Wohnlage» erhielt sie den Prix Simone Veil und den Europäischen Buchpreis.Pascale Hugues lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Rezensionen
Pascale Hugues spart nicht mit Fakten; sie zitiert Gesetze, Erlasse, Zeitungen, dokumentiert Daten und Zahlen. Trotzdem hat sie kein historisches Bilderbuch geschaffen, sondern eine höchst lebendige Erzählung. Die Welt

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Schön unterhalten hat sich Oliver Pfohlmann mit dem Buch der französischen Journalistin Pascale Hugues über ihre Straße im Schöneberger Bayerischen Viertel. Die Autorin, erläutert der Rezensent, schreibt hier Zeitgeschichte von unten, genauer aus dem Mikrokosmos ihrer Straße heraus und ihrer Bewohner. Wunderbar gefällt Pfohlmann der empathisch-pointierte, humorige Ton des Buches, der den Text für ihn zu einer Hommage macht. Indem die Autorin im Grunde Belangloses historisch verortet, werden für Pfohlmann Momente deutscher Geschichte gegenwärtig, Pogrome, Trümmerfrauen und Punkrock.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 03.12.2013

Straßenkunde
In Berlin erforscht Pascale Hugues
die Geschichte ihrer Nachbarn
Eine Frau auf Recherche, eine Französin in Berlin, Pascale Hugues schreibt dort regelmäßig für Le Point, auch in der SZ und im Tagesspiegel. In ihrem Buch „Ruhige Straße in guter Wohnlage“ geht sie auf Spurensuche, was das 20. Jahrhundert hinterlassen hat in ihrem Kiez, ihrer Straße, ihrem Mietshaus, ihrem Minikosmos. Ihre Jugend hat sie in Paris verbracht, in einem Renaissancehaus aus dem Jahr 1586, „die Pariser Straßen haben sich sanft durch Zeiten und Epochen tragen lassen“.
  In Berlin dagegen überall Lücken und Brüche, Zeichen der Zerstörung, durch Revolution, Diktatur, Judenverfolgung, Weltkrieg, Wiederaufbau, Wiedergutmachung. Schließlich auch, nach ’68, Anarchie und Pop: Tangerine Dream, David Bowie war hier, auf Entzug, Romy Haag hat einen Film gedreht mit Otto Sander. Pascale Hugues sucht Überlebende auf, Edgar Froese (von Tangerine Dream) oder Lilli Ernsthaft, eine alte Jüdin, die die Nazi-Jahre in Berlin überlebte, schikaniert, immer bedroht von der Deportation. Sie wird in die Wohnungen gelassen, man setzt ihr Kaffee vor beim Erzählen. Historiografie in Kaffeekränzchen-Atmosphäre, bestätigt danach durch Besuche im Archiv, wo das Erzählte in Dokumenten festgehalten ist: klotzig selbstgerechte Bürgerlichkeit, bürokratische Gnadenlosigkeit, dazu die permanente Schnäppchenmentalität, die sich in den jüdischen Wohnungen austobte sofort nach der Deportation der Bewohner, und in kleinlichem Lamento, wenn es um Rückerstattung und Restitution ging nach dem Krieg . . . Ein desolates Schnäppchen aber auch im KaDeWe, als eine Mutter mit Tochter die Stiege zur Silberterrasse dort durch ein „Hunde und Juden unerwünscht“ versperrt finden, eilen sie in die Damenabteilung und kaufen der Tochter ein teures Kostüm: „Das leisten wir uns noch!“
GÖT
Pascale Hugues: Ruhige Straße in guter Wohnlage. Die Geschichte meiner Nachbarn. Aus dem Französischen von Liz Künzli. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013. 320 S., 19,95 Euro. E-Book 16,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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