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Liv Utstedt, die sich in Uganda bei "Ärzte ohne Grenzen" engagiert, wird tot im Haus des schwedischen Kulturattachés in Kibuli aufgefunden. Sie wollte die Welt aufrütteln. Unerträglich war ihr das Versagen der ugandischen Regierung gegenüber der Lords Resistance Army, die Korruption und der Machtmissbrauch. Die Spur ihrer Mörder führt zurück in die 1980er Jahre, als sie eine Affäre mit dem damals im schwedischen Asyl lebenden jetzigen Präsidenten hatte - in dem Jahr, als Olaf Palme, ihr Vorbild im Kampf gegen die Apartheid, erschossen wurde...…mehr

Produktbeschreibung
Liv Utstedt, die sich in Uganda bei "Ärzte ohne Grenzen" engagiert, wird tot im Haus des schwedischen Kulturattachés in Kibuli aufgefunden. Sie wollte die Welt aufrütteln. Unerträglich war ihr das Versagen der ugandischen Regierung gegenüber der Lords Resistance Army, die Korruption und der Machtmissbrauch. Die Spur ihrer Mörder führt zurück in die 1980er Jahre, als sie eine Affäre mit dem damals im schwedischen Asyl lebenden jetzigen Präsidenten hatte - in dem Jahr, als Olaf Palme, ihr Vorbild im Kampf gegen die Apartheid, erschossen wurde...
  • Produktdetails
  • Verlag: Transit Berlin
  • Seitenzahl: 206
  • Erscheinungstermin: 24. Januar 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 147mm x 25mm
  • Gewicht: 407g
  • ISBN-13: 9783887473624
  • ISBN-10: 3887473620
  • Artikelnr.: 49549813
Autorenporträt
Nix, Christoph
Christoph Nix wurde 1954 in Hessen geboren. Er war viele Jahre lang Strafverteidiger, arbeitete als Clown im Zirkus Bügler und ging 1991 als Assistent von Peter Palitzsch an das Berliner Ensemble. Er ist seit 2006 Intendant des Theaters Konstanz (vorher in Nordhausen und Kassel) Sein erster Roman »Junge Hunde« erschien 2008. »Muzungu« ist sein zweiter Roman. Er schöpft aus den Theaterarbeiten und Workshops, die Christoph Nix zusammen mit afrikanischen Theatern in Uganda, Togo, Malawi, Burundi oder Ruanda veranstaltet.
Inhaltsangabe
ERSTES BUCH Oanda Malungo öffnete seine Augen Im Palast brannte noch Licht Die Straße führt steil bergauf Oanda blieb im Zimmer stehen Liv war aufgewacht Aseveni hatte den Tag begonnen Joseph Baptist Olama Heute ist unser Hochzeitstag Er ist ein alter Mann Oanda läuft über die Felder Jessen, was willst du hier Uvivu – Langeweile Ein Verhör Kommen Sie herein Oanda lief unruhig auf und ab Jessen war Rennfahrer Ein Lied in der Nacht Hast du es nicht gehört? Die Hand aufhalten Swarsson schwule Sau Nach Kenia ZWEITES BUCH Liv liebte das Meer Es ist ein Mädchen Was war mit Maputo geschehen? Du kommst ohne College durch die Welt Sie fuhren zu schnell Jana war in Karamoja Erika Lausing Oanda und Anoa Es fiel Schnee Erika hatte mit Liv telefoniert Die Ermittlungen Was war in dieser Nacht Auf dem Weg nach Karamoja Zurück nach Kampala DRITTES BUCH Dem Kind ein Gesicht geben Ihr habt euch verändert Der erste Schnit
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 03.04.2018

Nilkrokodile verstehen keinen Spaß
Abstecher nach Afrika: Der Theaterintendant Christoph Nix legt mit "Muzungu" einen politischen Krimi vor

Christoph Nix ist Theaterintendant in Konstanz. Noch, denn 2020 endet sein Vertrag dort. Eine Verlängerung hat ihm die Stadt nach langem Hin und Her verweigert. Nix wollte zumindest ein halbes Jahr mehr herausschlagen, um sein geplantes Großprojekt "Atlantis" gut zum Abschluss zu bringen: Zwischen April und Juni 2020 soll nämlich von Konstanz aus ein Theaterschiff in See stechen, auf dem sich allerlei Figuren aus der griechischen Antike tummeln und gemeinsam nach der verschwundenen Republik Atlantis Ausschau halten werden.

Seit langer Zeit arbeitet Nix, der früher als Strafverteidiger tätig war und seit Studientagen mit Bundespräsident Frank Walter Steinmeier befreundet ist, mit afrikanischen Theatern zusammen, veranstaltet Workshops, organisiert Gastspiele. Seine Erlebnisse dort hat er jetzt in einem politischen Kriminalroman verarbeitet. Der Titel "Muzungu" - ein afrikanischer Ausdruck, um Europäer zu bezeichnen - gibt einen entscheidenden Hinweis, den man aber in bester Krimimanier erst ganz am Schluss des Buches versteht. Vorher begegnet man einem aidskranken Präsidenten mitsamt seiner machtgierigen Gattin, einem schwulen schwedischen Kulturattaché, in dessen Haus eine tote Frau gefunden wird, zwei beherzten ugandischen Kommissaren, die nicht recht wissen, wohin mit ihrer Ermittlungslust, und einem dicken Italiener, der bei einer Paddeltour auf dem Lake Mburo aus dem Boot kippt und von einer Horde Nilkrokodile den Unterschenkel abgerissen bekommt.

Die junge Frau, um deren Mord es geht, ist die schwedische Ärztin Liv Utstedt, die sich in Uganda nicht nur bei "Ärzte ohne Grenzen" engagierte, sondern auch versucht hatte, die geheime Zusammenarbeit der ugandischen Regierung mit der sogenannten Widerstandsarmee von Joseph Kony bei der Ausbeutung von Edelmetallen aufzudecken. Insbesondere den Goldschmuggel aus dem Kongo hatte sie ins Visier genommen, sich für Wirtschaftssanktionen gegen Uganda eingesetzt und sich dabei nach allgemeiner Ansicht zu energisch in die inneren Angelegenheiten ihres Gastlandes eingemischt. Der Verdacht fällt schnell auf die politische Führung - ein Auftragsmord aus dem Präsidentenpalast scheint naheliegend, vor allem da eine frühere Liebesaffäre zwischen Liv und dem Präsidenten während seiner Exilzeit in Göteborg ans Tageslicht kommt.

Aber bald schon tauchen andere Verdachtsmomente auf - eine Fährte führt zurück in das Schweden der achtziger Jahre, als Ministerpräsident Olof Palme wohl im Auftrag eines schwedischen Unternehmers, der geheime Geschäfte mit Südafrika machte, erschossen wurde. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Mordanschlägen? Und welche Rolle spielt dabei Philipp Lang, ein plastischer Chirurg aus Deutschland?

Nix steigert die Spannung mit seiner unverschnörkelten Prosa von Kapitel zu Kapitel. Immer wieder baut er Exkurse ein, in denen man Land und Leute kennenlernt. Einmal fährt der Präsident zur Erholung in eine Safari Lodge, beobachtet von der Veranda aus die Paviane, das Licht wird schwächer, über der Savanne steigt Dunst auf und später auf dem Flugplatz reicht der Wärter Matokelikör. Man erfährt eine Menge über die unsteten politischen Verhältnisse in Uganda - der "Perle in Afrikas Krone", wie es in der Nationalhymne heißt -, aber Nix' Erzählung läuft eben nicht auf das gewöhnliche Klischee-Kolorit von Armut, Korruption und Krankheit hinaus. Im Gegenteil wird hier um die eigentliche Handlung so facettenreich herumerzählt, dass das Buch auch krimiferne Leser bis zum Schluss zu fesseln vermag.

Dass in Uganda sechsunddreißig verschiedene Rosensorten angebaut werden und man am besten "Matatu" ruft, wenn man ein Sammeltaxi braucht, sind darüber hinaus ganz praktische Wissensbestände, die man aus der Lektüre zieht. Da verzeiht man dem Erzähler auch, dass er ein wenig zu viele Nebenfiguren auftreten lässt und sich den ein oder anderen Anachronismus erlaubt - mehrmals werden beispielsweise "Platten aufgelegt". Nix, der neben einem autobiographischen Achtundsechziger-Roman auch schon eine empirische Studie zu den Herrschaftsverhältnissen im deutschen Theater vorgelegt hat, ist mit "Muzungu" ein schöner Ausbruch aus den Konventionen seiner Profession gelungen.

SIMON STRAUSS

Christoph Nix: "Muzungu". Roman.

Transit Verlag, Berlin 2018.

208 S., geb., 20,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Hätte sich Christoph Nix doch nur ein bisschen mehr Zeit genommen, hätte er doch auf die Stärke seiner ugandischen Erzählung vertraut und hätte er sich doch bloß ein etwas schlichteres und etwas naheliegenderes Ende ausgedacht, seufzt Rezensentin Sylvia Staude. Erzählt wird in "Muzungu" von den Ermittlungen in einem verstörenden Kriminalfall: Eine engagierte schwedische Ärztin in Uganda wird tot aufgefunden - ermordet, wie sich bald herausstellt. Die Ermittlungsarbeiten und die vielen Figuren und Leben, die Teil dieser Geschichte sind und werden, geben Nix Anlass, die zahlreichen Probleme dieses Landes zu thematisieren. Und das kann er, lesen wir, zumal er selbst viele Jahre in Uganda verbracht hat und weiß, wovon er schreibt. Am Ende jedoch findet er keinen die Kritikerin überzeugenden Schluss. So vielversprechend "Muzungu" beginnt, so enttäuschend endet der Roman, resümiert Staude.

© Perlentaucher Medien GmbH
Hätte sich Christoph Nix doch nur ein bisschen mehr Zeit genommen, hätte er doch auf die Stärke seiner ugandischen Erzählung vertraut und hätte er sich doch bloß ein etwas schlichteres und etwas naheliegenderes Ende ausgedacht, seufzt Rezensentin Sylvia Staude. Erzählt wird in "Muzungu" von den Ermittlungen in einem verstörenden Kriminalfall: Eine engagierte schwedische Ärztin in Uganda wird tot aufgefunden - ermordet, wie sich bald herausstellt. Die Ermittlungsarbeiten und die vielen Figuren und Leben, die Teil dieser Geschichte sind und werden, geben Nix Anlass, die zahlreichen Probleme dieses Landes zu thematisieren. Und das kann er, lesen wir, zumal er selbst viele Jahre in Uganda verbracht hat und weiß, wovon er schreibt. Am Ende jedoch findet er keinen die Kritikerin überzeugenden Schluss. So vielversprechend "Muzungu" beginnt, so enttäuschend endet der Roman, resümiert Staude.

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