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»Ich ficke zu viel« – trotz dieser Selbsterkenntnis tritt Leon, Alpha Player des Teams Berlin, noch einmal mit an zu den 2028 in Kopenhagen stattfindenden Weltmeisterschaften der International Federation for Competition Sex. Gemeinsam will man zum vierten Mal den Titel holen, während draußen vor dem hochgesicherten Veranstaltungsort die Eiferer einer restriktiven neuen Welt demonstrieren. Was aber hatte den unerreichten Superstar seines Sports dazu bewogen, kurz vorher wochenlang vom Erdboden zu verschwinden? Fans und Medien hatten ihn bereits für tot erklärt. Und wie ist sein heimliches…mehr

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Produktbeschreibung
»Ich ficke zu viel« – trotz dieser Selbsterkenntnis tritt Leon, Alpha Player des Teams Berlin, noch einmal mit an zu den 2028 in Kopenhagen stattfindenden Weltmeisterschaften der International Federation for Competition Sex. Gemeinsam will man zum vierten Mal den Titel holen, während draußen vor dem hochgesicherten Veranstaltungsort die Eiferer einer restriktiven neuen Welt demonstrieren. Was aber hatte den unerreichten Superstar seines Sports dazu bewogen, kurz vorher wochenlang vom Erdboden zu verschwinden? Fans und Medien hatten ihn bereits für tot erklärt. Und wie ist sein heimliches Bekenntnis zu verstehen, er sei in Shasha alias Sally Cellar verliebt, seine wichtigste Teampartnerin, mit der er nach sportlichen Kriterien x-mal täglich verkehrt? In einer Welt, aus der aller Rausch der Erotik verschwunden ist und Sex kein Geheimnis mehr hat, muss es zwangsläufig zum Äußersten kommen, um Liebe zu zeigen. Mit dem ganzen Reichtum seiner Mittel entwirft Helmut Krausser eine radikal-romantische Zukunftsgeschichte.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: eBook Berlin Verlag
  • Seitenzahl: 240
  • Erscheinungstermin: 12.01.2018
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783827079237
  • Artikelnr.: 48102089
Autorenporträt
<p>Helmut Krausser, geboren 1964 in Esslingen, schreibt Romane, Erz&auml;hlungen, Lyrik, Tageb&uuml;cher, H&ouml;rspiele, Theaterst&uuml;cke, Drehb&uuml;cher und komponiert Musik. Von ihm erschienen u.a. &raquo;Fette Welt&laquo; (1992), &raquo;Melodien oder Nachtr&auml;ge zum quecksilbernen Zeitalter&laquo; (1993), &raquo;Thanatos&laquo; (1996), &raquo;Der gro&szlig;e Bagarozy&laquo; (1997), &raquo;UC (Ultrachronos&laquo; (2003), &raquo;Eros&laquo; (2006), &raquo;Die kleinen G&auml;rten des Maestro Puccini&laquo; (2008), &raquo;Einsamkeit und Sex und Mitleid&laquo; (2009), &raquo;Die letzten sch&ouml;nen Tage&laquo; (2011), &raquo;Nicht ganz schlechte Menschen&laquo; (2012) und zuletzt &raquo;Gebrauchsanweisung f&uuml;r den FC Bayern M&uuml;nchen&laquo; (2015) sowie die Romane &raquo;Alles ist gut&laquo; (2015) und &raquo;Geschehnisse w&auml;hrend der Weltmeisterschaft&laquo; (2018). Mehrere seiner B&uuml;cher wurden verfilmt und seine Werke wurden in alle wichtigen Sprachen &uuml;bersetzt. Er lebt in Berlin.</p>
Rezensionen
»Es ist gut vorstellbar, dass Helmut Krausser viel Freude daran hatte, diesen Text zu schreiben. Eine negative Utopie, ein düsterer Blick auf die der absoluten Ökonomisierung unterworfene Welt in ein paar Jahren.«, Gießener Anzeiger, 16.02.2018
Besprechung von 17.01.2018
Jenseits der Pornographie

Dystopisch, dyserotisch: Helmut Krausser fragt in seinem neuen Roman "Geschehnisse während der Weltmeisterschaft", ob Sex und Liebe wieder zueinanderfinden.

Jedes Zeitalter hat seinen Suizid. Die aktuellste Version wäre wohl, dem #MeToo-Hornissenschwarm diese Aussage entgegenzuschleudern: "Es sind doch die Frauen selbst, die sich zu Sexobjekten reduzieren, indem sie ein Riesentrara darum machen, wenn Männer (vor allem minderwertige Männer) es wagen, ihnen mal an den Hintern zu fassen. Was wirklich nicht zu den großen Katastrophen zählt, egal, was die Weiberlobby an Traumata herbeibehauptet." Und als wollte er ausschließen, dass ihm ungerufen freche Französinnen zu Hilfe eilen, legt der lebensmüde Ich-Erzähler (oder sein Autor, der sich seit Jahren mit seltsamer Lust in alle Schlangengruben stürzt) noch einmal nach: "Im Grunde lassen sich fast alle Frauen für ihre Spogs bezahlen. Die meisten liefern aber nur unprofessionelle Arbeit ab, und es ist logisch, daß sie dafür nicht viel Gegenleistung bekommen."

Die Abkürzung "Spog" fürs Genital leitet sich von "Sportgerät" her, und da sind wir auch schon im Zentrum dieser leicht pathetischen, natürlich in alter Rechtschreibung verfassten Persiflage auf die gegenwärtig Purzelbäume schlagende Dialektik der Aufklärung, sofern man "Aufklärung" im schamroten Sinne versteht. Leon, der Ich-Erzähler in Helmut Kraussers Roman, ist ein depressiver, überheblicher Misanthrop ("Alles, was die Zahl der Menschen auf Erden reduziert, ist toll und begrüßenswert"; "Ihr Ungebildeten, googelt Machiavelli!") sowie ein urpatriarchalischer Frauenverächter ("Jede junge Frau sollte ein freiwilliges soziales Jahr als Prostituierte arbeiten"), der nur wenig kann, dafür aber eine Sache sehr gut: Koitieren nach allen Regeln der Kunst.

Dem Helden kommt entgegen, dass sich die vermeintlich berlintypische Libertinage inzwischen weltweit verbreitet hat - die Erzählung ist ein Jahrzehnt in die Zukunft imaginiert -, allerdings um den Preis der kompletten Entschmuddelung und Entromantisierung des Geschlechtsverkehrs. Leon ist aber kein einfacher Pornodarsteller, sondern ein Ronaldo des "Interkursierens", ein umjubelter Profi des Leistungssex, zu Deutsch: "Sportficker". Bei der "Weltmeisterschaft" des Romantitels handelt es sich schließlich um jene im "Competition Sex", die nur noch im liberalen Kopenhagen stattfinden kann und Disziplinen wie "Speedmasto", "Orasticon" oder "Manusticon" aufweist. Es hat, wie man merkt, eine große "Umwortung" stattgefunden: "Das Verbum ,absaugen' wird, momentan, glaube ich, gerade noch geduldet. Offiziell heißt es aber ,Orale Entsemination auf Zeit'." Insgeheim träumt der sexübersättigte Leon derweil vom Lebensglück als selbstgenügsamer Hermaphrodit.

Da hat jemand seinen Döblin gelesen. Schon 1931 nämlich hieß es in einem luziden Essay Alfred Döblins, dass die Moderne die engen Korsette der Sexualität gesprengt habe, die neue Offenheit entgegen allem Gerede vom Sittenverfall aber keinen Anlass zur Besorgnis gebe. Die Jugend wisse mit dem Thema - "man soll kein Trara darum machen" - schon richtig umzugehen. Körperliche Reibung werde in den modernen Städten nämlich weder über- noch unterschätzt. So koitiere die junge Bevölkerung nicht anders, als sie Auto fahre, tanzen gehe oder Politik treibe. Kurz: "Sie sporteln Sexualität." Dass das eine Bagatellisierung der Liebe sei, wollte Döblin nicht in Abrede stellen, diese aber sei "gut" und "endlich notwendig" gewesen. Außerdem solle man sich nicht täuschen lassen: "Im Übrigen wird doch fleißig geliebt." Der Mensch sei schließlich keine Maschine, sondern "ein ganzer Organismus". Das ist in etwa auch der Plot des vorliegenden Romans, der fast ein Jahrhundert später immer noch provokant offenherzig sein möchte (denn sonst bliebe nicht viel).

Leon also hat sich in eine seiner Teamkolleginnen verguckt, allerdings sind echte Gefühle streng untersagt. Dass es einen zweiten Bewerber um die Gunst von Sally gibt, den E-Mails schreibenden Fan Noël, der als unansehnlicher Rollstuhlfahrer die Lizenz fürs Emotionalisieren besitzt, bringt auch auf dieser Ebene den Wettbewerb ins Spiel. Mit der Zeit wird die Sache freilich durchschaubar, zumal uns der Text selbst darauf hinweist, dass Noël ein Palindrom von Leon ist. Für ein wenig Spannung sollen auch die "Geschehnisse" rund um den internationalen Leistungssex-Verband sorgen, denn da wird nicht weniger geschoben und bestochen als bei jeder Olympiade, in diesem Fall sogar mit Todesfolge. Der parodistische Impetus hat sich da aber längst verbraucht. Erst beim pointierten Schluss, der recht gelungen damit spielt, wie Verschwörungstheorien außer Kontrolle geraten, unterscheidet sich das Buch wieder von einem inhaltlich saftigen, aber stilistisch anspruchslosen Unterhaltungsroman.

Über die gesamte Strecke angestrengt wirkt indes der Versuch Kraussers, sich als deutscher Michel Houellebecq zu beweisen. Bis in Feinheiten hinein reicht diese Attitüde: Auch hier nämlich sind "große Umwälzungen" über Europa hereingebrochen, die damit zu tun haben, dass hinter der wohlfeilen Fassade omnitoleranter Naivlinge fast überall die Radikalen an die Macht gekommen sind, ob Muslime, Neue Christen oder Hakenkreuzler. Noch werden die öffentlichen Sex-Spiele zwar geduldet, sofern sie auf alles Erregende verzichten (und Schwule ausgeschlossen bleiben), aber sie müssen geschützt werden gegen die wütenden Proteste von "Religioten, Faschisten, Muselmännchen".

Das Zeitalter der Political Correctness ist vorüber, das der Unterwerfung hat begonnen. Dem Sex muss das nicht schaden. Für einen traurigen dänischen Voyeur, eine ansonsten blass bleibende Nebenfigur, wird eine verhüllte, ihm aber doch minimale Einblicke gewährende Muslima zur ultimativen Anbetungsfigur. Trotz flapsiger Dostojewski-Scheinzitate (aufgeteilt in den Anarchisten Dosto und den Christen Jewski): Als echter Beitrag zu einer Debatte über die Sexualität zwischen offener Gesellschaft und neuen Tabus oder über die Entwertung des Begehrens ist das alles zu schlicht und schematisch. Das scheint auch der Autor zu wissen, der die Handlung in einem furiosen Finale lieber funkensprühend implodieren lässt. Im besten Falle: ein Männerbuch.

OLIVER JUNGEN

Helmut Krausser: "Geschehnisse während der Weltmeisterschaft".

Roman.

Berlin Verlag, München 2018. 240 S., geb., 20,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr
"Mystery-Thriller und provokante Unterwerfungs-Satire im Geiste Houellebecs.", Dresdner Morgenpost, 29.07.2018