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»Kaum einer erzählt deutsche Geschichte so gut wie Klaus Kordon.« Brigitte
Sommer 1870, Beginn des Deutsch-Französischen Krieges. Eine Zeit, mit der auch die Geschicke der Familie Jacobi eng verknüpft sind: August, 19-jähriger Gymnasiast, meldet sich freiwillig an die Front und hofft, seine große Liebe Nelly bald wiederzusehen. Seine Schwester Rieke träumt davon, Malerin zu werden und beobachtet mit dem Zeichenstift die Veränderungen im Leben der Menschen; der kleine Bruder Köbbe und seine Freunde erleben diese Zeit als Abenteuer. Gekonnt und abwechslungsreich erzählt Kordon vom…mehr

Produktbeschreibung
»Kaum einer erzählt deutsche Geschichte so gut wie Klaus Kordon.« Brigitte

Sommer 1870, Beginn des Deutsch-Französischen Krieges. Eine Zeit, mit der auch die Geschicke der Familie Jacobi eng verknüpft sind: August, 19-jähriger Gymnasiast, meldet sich freiwillig an die Front und hofft, seine große Liebe Nelly bald wiederzusehen. Seine Schwester Rieke träumt davon, Malerin zu werden und beobachtet mit dem Zeichenstift die Veränderungen im Leben der Menschen; der kleine Bruder Köbbe und seine Freunde erleben diese Zeit als Abenteuer.
Gekonnt und abwechslungsreich erzählt Kordon vom Zusammenschluss der deutschen Staaten zum deutschen Kaiserreich, dem Größenwahn der Gründerzeit und den Anfängen der Sozialdemokratie.
  • Produktdetails
  • Gulliver Taschenbücher Bd.1117
  • Verlag: Beltz
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 526
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Erscheinungstermin: Oktober 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 123mm x 35mm
  • Gewicht: 493g
  • ISBN-13: 9783407741172
  • ISBN-10: 3407741170
  • Artikelnr.: 25650075
Autorenporträt
Kordon, Klaus
Klaus Kordon, geboren 1943 in Berlin, war Transport- und Lagerarbeiter, studierte Volkswirtschaft und unternahm als Exportkaufmann Reisen nach Afrika und Asien, insbesondere nach Indien. Heute lebt er als freischaffender Schriftsteller in Berlin. Kordon, der als 'Chronist der deutschen Geschichte' gilt, veröffentlichte neben zahlreichen Kinderbüchern viele historische Romane, darunter den autobiographische Roman Krokodil im Nacken (Deutscher Jugendliteraturpreis; nominiert für den Deutschen Bücherpreis). Viele seiner Bücher wurden mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. Für sein Gesamtwerk erhielt Kordon den Alex-Wedding-Preis der Akademie der Künste zu Berlin und Brandenburg, den Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur und, 2016, den Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises. "Kordon versteht sich als ein Autor, der zuallererst eine Geschichte erzählen möchte. Diese Geschichte gestaltet er poetisch, spannend, aktuell. Sie soll dem Leser Spaß machen. Dies gelingt ihm vor allem wegen seiner feinen Beobachtungsgabe, verbunden mit einem ganz natürlichen Verhältnis zu den von ihm dargestellten, denkenden, fühlenden und handelnden Personen. Er lebt mit ihnen, spricht ihre Sprache, gräbt sie als Außenseiter, als Freunde, als Hilfsbedürftige oder als Helfer, als Leidende, die nicht ohne Hoffnung bleiben, in das Gedächtnis seiner Leser ein." jugendbuch-magazin
Rezensionen
Besprechung von 17.02.2007
Sorge dich nicht, rede
Pazifismus, Wohnungsnot: Klaus Kordons gründerzeitliches Berlin

Ja, so eine wie die Rieke Jacobi hätten wir auch gern kennengelernt, als wir achtzehn oder neunzehn waren. Groß und schlank ist sie, partout nicht hässlich, siebzehn Jahre alt, hat "langes, schweres, aschblondes Haar, das kaum ein Kamm bändigen kann", einen flotten Berliner Witz und ein Herz so recht aus Gold. Der Mutter hilft sie bei der Wäsche, dem Vater bringt sie das Essen auf die Baustelle, dem großen Bruder August trägt sie die Liebesbriefe aus, den kleinen Jacob, den alle nur Köbbe nennen, wiegt sie in den Schlaf, bei dem alten Gipsgießer Elias in der Hinterhofwerkstatt macht Rieke ab und an sauber, die betagte Tante Wesemann umsorgt sie, zwischendurch hängt sie ernsten Gedanken nach, und als sei all das noch nicht genug, kann sie auch noch wunderbar zeichnen.

Ein Pracht-Mädchen, eine Traum-Tochter, der Stolz ihrer Eltern, des tüchtigen Zimmermanns Friedrich Wilhelm Jacobi und seiner Frau Jette; aber eben doch nur eine von Fünfen, die fest zusammenhalten, so fest wie die fünf Finger einer Hand. "Ist ein Finger verletzt", lautet ihrer Mutter Lieblingsspruch, "spürt die ganze Hand den Schmerz."

Wie schon in mehreren seiner historischen Romane für ältere Jugendliche hat der vielfach preisgekrönte Klaus Kordon eine Familie ersonnen, in deren Alltag er die große Weltgeschichte spiegeln kann. Die Jacobis leben in unruhigen Zeiten, am Vorabend des deutsch-französischen Krieges von 1871, der Reichsgründung und des explosionsartigen Wachstum Berlins zur größten Stadt des Kontinents. Die überall spürbaren Umbrüche wirbeln auch diese Familie durcheinander. Vor allem August, der Älteste, lässt sich von der Wucht des Patriotismus und den vaterländischen Parolen seines Lehrers anstecken, meldet sich freiwillig zur Infanterie und treibt damit seinen republikanisch und pazifistisch gesinnten Vater schier zur Verzweiflung.

Damit aber nicht genug. Kordon, der ambitionierte Volkspädagoge, reiht auf fünfhundert Seiten in bewährter Manier Problem an Problem. Die Anfänge der Frauenbewegung tauchen ebenso auf wie die in Berlin in den Gründerjahren grassierende Wohnungsnot, die soziale Frage, Imperialismus und Kapitalismus, der wilhelminische Obrigkeitsstaat und manch anderes mehr. Immer wieder gelingen Kordon dabei stimmige Schilderungen, etwa wenn er die Rückkehr des preußischen Königs aus Bad Ems schildert, eine patriotisch entflammte Szene Unter den Linden, die August in seinen Entschluss bestärkt, in den unmittelbar bevorstehenden Krieg zu ziehen.

Allzu häufig aber müssen Kordons Figuren reden, statt etwas zu erleben, und so wird schier ununterbrochen palavert in diesem Buch, über Gott und die ungerechte Welt, über Preußen und Amerika, über Sozialdemokratie und Vaterlandsliebe. Das wäre nicht weiter schlimm, klängen nicht viele der Dialoge wie abgeschrieben aus einem Schulungsheft der Gewerkschaftsbewegung. "Ja, mir scheint es inzwischen auch so, als setzten alle europäischen Staaten immer mehr auf einen kriegerischen Nationalismus", heißt es dann am Abendbrottisch, oder: "Ideale sind doch nicht unbedingt dazu da, eines Tages Wirklichkeit zu werden - aber sie können uns den richtigen Weg weisen." Hübsch gesagt zwischen Graubrot und sauren Gurken.

"Fünf Finger hat die Hand" ist die lose Fortsetzung des Romans "1848. Die Geschichte von Jette und Frieder" über die gescheiterte Revolution von 1848; ein weiterer Band, kündigt Kordon an, werde sich mit den Sozialistengesetzen beschäftigen und die ehrgeizige Trilogie über die Anfänge der deutschen Arbeiterbewegung abschließen. Ein bisschen Zille, ein wenig Fontane, viel Lokalkolorit und große Weltgeschichte schießen da zusammen. Kordons Buch aber wäre es besser bekommen, hätte er sich mehr aufs Erzählen verlegt, statt aufklären, belehren und unterrichten zu wollen.

HEINRICH WEFING

Klaus Kordon: "Fünf Finger hat die Hand." Roman. Beltz & Gelberg, Weinheim Basel 2006. 528 S., geb., 18,- [Euro]. Ab 12 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Überzeugend und lebendig erzählt Autor Klaus Kordon den Wandel eines jungen naiven Abenteurers hin zu einem besonnen jungen Mann. "Fünf Finger hat die Hand" ist ein Roman zum Mitfühlen." Bayern 3, buchtipp "Stilistisch passt sich dieser Antikriegsroman der geschilderten Zeit, dem mal betulichen, mal sozialkritischen Realismus des späten 19. Jahrhunderts an. Autor und Verlag konnten nicht ahnen, welch günstigen Erscheinungstermin sie dafür festgelegt haben, denn eine geeignetere Begleitlektüre zur Patriotismus-Debatte ist kaum vorstellbar." Die Welt "Klaus Kordon ist ein großer historischer Roman gelungen, der jenseits der Ereignisse von 1871 nationalistisches Pathos und Kriegsverherrlichung an den Pranger stellt und den mühsamen Weg der demokratischen Bewegung in Erinnerung ruft." Der Tagesspiegel "Die schrecklichen Erlebnisse auf den französischen Schlachtfeldern lassen ihn nicht mehr los - und auch den Leser nicht mehr. Sie gehören zu den intensivsten Momenten in Kordons Buch.

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Überzeugend und souverän ist der Roman von Klaus Kordon über den Preußisch-Französischen Krieg von 1870/71, der auch als zweiter Teil einer im Entstehen begriffenen Trilogie über die deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts zu lesen ist, so der mitgerissene Rezensent Reinhard Osteroth. Hauptfigur ist der junge, idealistische August Jacobi, der von Berlin aus freiwillig, gegen der Willen der Familie, in den Krieg zieht, in dem er nicht geschont wird, sondern töten muss und selbst persönliche Verluste erleidet. In Paris schließt er Freundschaft mit dem Kommunarden Yves, einem Anhänger der französischen proletarischen Revolution. Hierin sieht der Rezensent den einzigen Kritikpunkt, da die Wandlung des naiven zum aufgeklärten August etwas zu schnell vonstatten geht. Angesichts der ansonsten gelungenen Komposition des Romans als ein Arrangement aus Pariser und Berliner Geschichten sowie einem überraschenden Ende als Vorschau auf den letzten Teil der Trilogie, ist der Rezensent mehr als zufrieden.

© Perlentaucher Medien GmbH