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4 Kundenbewertungen

"Dieses Buch Heinrich Manns, heute, gottseidank, in aller Hände, ist das Herbarium des deutschen Mannes. Hier ist er ganz: in seiner Sucht zu befehlen und zu gehorchen, in seiner Roheit und in seiner Religiosität, in seiner Erfolgsanbeterei und in seiner namenlosen Zivilfeigheit." (Kurt Tucholsky)

Produktbeschreibung
"Dieses Buch Heinrich Manns, heute, gottseidank, in aller Hände, ist das Herbarium des deutschen Mannes. Hier ist er ganz: in seiner Sucht zu befehlen und zu gehorchen, in seiner Roheit und in seiner Religiosität, in seiner Erfolgsanbeterei und in seiner namenlosen Zivilfeigheit." (Kurt Tucholsky)
  • Produktdetails
  • Fischer Taschenbücher Bd.13640
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • Artikelnr. des Verlages: 1000750
  • 19. Aufl.
  • Seitenzahl: 496
  • Erscheinungstermin: 01.11.1996
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 120mm x 30mm
  • Gewicht: 346g
  • ISBN-13: 9783596136407
  • ISBN-10: 3596136407
  • Artikelnr.: 06695097
Autorenporträt
Heinrich Mann, geb. 1871 in Lübeck, begann nach dem Abgang vom Gymnasium eine Buchhandelslehre. 1891-92 volontierte er im S. Fischer Verlag, Berlin. Gleichzeitig war er Gasthörer an der Universität. Tätig als freier Schriftsteller veröffentlichte er Romane, Novellen, Essays, Schauspiele. 1933 emigrierte er nach Frankreich, später in die USA. Heinrich Mann starb 1950 in Santa Monica/Kalifornien.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 05.08.2014

DAS HÖRBUCH
Ernst, treu, wahr
Hans Korte liest Heinrich Manns
„Der Untertan“
Seit dem Januar 1914 brachte die illustrierte Wochenschrift Die Zeit im Bild den neuen Roman Heinrich Manns in Fortsetzungen. Wegen des Kriegsbeginns endete der Vorabdruck im August, die Buchausgabe konnte erst 1918 im Kurt Wolff Verlag erscheinen: „Diederich Heßling war ein weiches Kind, das am liebsten träumte, sich vor allem fürchtete und viel an den Ohren litt.“ Heinrich Mann legte Wert darauf, seinen Roman „Der Untertan“ bereits Anfang Juli abgeschlossen zu haben, also noch vor „Augusterlebnis“, Kriegsraserei und geistiger Mobilmachung. Kurt Tucholsky sah in Heßling jene porträtiert, die „stumpfsinnig und immer zufrieden das Unheil dieses Landes verschuldet haben“.
  Dieser satirische Roman blieb ein Zankapfel weit über die weltanschaulichen Grabenkämpfe der Weimarer Republik hinaus. Zeichnet „Der Untertan“ ein Zerrbild des wilhelminischen Kaiserreichs? Gewiss, das ist seine Absicht. Trifft er in der Figur des weichen Fabrikantensohns etwas, das auch nach hundert Jahren noch aktuell ist? Das kann man jetzt überprüfen. Der Hörverlag hat eine ungekürzte Lesung aus dem Jahr 1989 veröffentlicht. Hans Korte liest im Tonfall des geborenen Erzählers. So klingt der berühmte Eingangssatz, klingt vieles, als werde hier eine Geschichte aus guter alter Zeit zum Besten gegeben. Umso deutlicher wird der Charakter Heßlings, das Feige, Sentimentale, Verdruckste. Er ist einer ohne Halt, der gern von Haltung fabuliert, falsch, bösartig, interessant allein in seiner Widerwärtigkeit. Die große Komik des Romans, der nur ab und an allzu viel Didaktik im Wege steht, lässt sich hier neu entdecken. Die Spießer sind bekanntlich immer die anderen, Korte verlockt den Hörer, ihre Hölle als eine uns allen wohlvertraute zu besuchen.
  Stationen der Untertanen-Karriere sind aus Schule und Film bekannt: Heßling als Student, in der Kneipe, vor Gericht, kungelnd mit dem Sozialdemokraten Napoleon Fischer, auf Hochzeitsreise, Einweihung eines Kaiserdenkmals, Gewitter. Wer all das noch einmal durchhört, lernt einen Prototyp kennen, der sich gewandelt hat, aber nicht verschwunden ist. Buckeln nach oben, treten nach unten, Eigennutz mit idealistischen Phrasen verbrämen – das geht auch ohne Kaiserdenkmäler.
JENS BISKY
Heinrich Mann: Der Untertan. Gelesen von Hans Korte. Der Hörverlag, München 2014. 13 CD, 971 Minuten, 34,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Volker Ullrich hat Heinrich Manns "grandiosen Epochenroman" neu gelesen und bezeichnet ihn mit Kurt Tucholsky als "Herbarium des deutschen Mannes". Für Ullrich leistet der Roman Großes auf zwei Ebenen: Einerseits schildere Mann in Episoden die familiäre, schulische und militärische Härtedressur, die aus dem sensiblen Diederich Heßling den "Prototyp" eines Untertanen macht, der sich der Macht des Stärkeren "lustvoll" unterwerfe. Die Maxime "Nach oben buckeln, nach unten treten" sei dabei Heßlings Lebensprinzip, so Ullrich. Andererseits zeichne Mann gleichzeitig ein breites Panorama der wilhelminischen Gesellschaft, erzählt der Rezensent beeindruckt. "In satirischer Vergrößerung", entfalte Mann das "Operettenhafte und Martialische" des Wilhelminischen und seiner typischen Repräsentanten. Besonders gut gefallen hat dem Rezensenten Manns "Kunstgriff", in die Reden Heßlings Originalzitate Wilhelms II. zu montieren - "in raffinierter Weise" mache das die Phrasenhaftigkeit erst recht deutlich. Vor allem aber attestiert Ullrich dem Autor eine enormen Weitblick: "Aus Heinrich Manns Psychogramm des Wilhelminismus kann man mehr über die Vorgeschichte des Nationalsozialismus lernen als aus den meisten gelehrten Geschichtsbüchern". Dies belegt er mit einem Zitat des Autors von 1945: "Als ich die Gestalt des Untertan aufstellte, fehlte mir von dem ungeborenen Faschismus der Begriff, und nur die Anschauung nicht".

© Perlentaucher Medien GmbH
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"Sensationell gutes Hörtheater!" -- Hamburger Morgenpost

"Heinz Drache spricht den Heßling mit einer Mischung aus schneidiger Bösartigkeit und hündischer Feigheit, dass es eine wahrhaft schauerliche Freude ist, ihm zuzuhören." -- Brigitte