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Albert Rusch, ein Schriftsteller mit wenig Erfolg, will endlich einen Bestseller schreiben. Da stößt er auf eine alte Familiengeschichte: Seine Urururgroßmutter war das uneheliche Kind einer Berliner Tänzerin und des Prinzen von Oranien, der später als Willem I. den holländischen Thron bestieg. Adel und Bohème, Macht, Liebe, Geld, Intrigen, Leidenschaft, Tod - ideale Voraussetzungen für einen auflagenträchtigen Frauenroman. Rusch identifiziert sich im Zuge der Recherchen mehr und mehr mit seiner Rolle als Nachfahre der Preußenkönige. Er avanciert zum Medienstar und Genie der Selbstvermarktung.…mehr

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Produktbeschreibung
Albert Rusch, ein Schriftsteller mit wenig Erfolg, will endlich einen Bestseller schreiben. Da stößt er auf eine alte Familiengeschichte: Seine Urururgroßmutter war das uneheliche Kind einer Berliner Tänzerin und des Prinzen von Oranien, der später als Willem I. den holländischen Thron bestieg. Adel und Bohème, Macht, Liebe, Geld, Intrigen, Leidenschaft, Tod - ideale Voraussetzungen für einen auflagenträchtigen Frauenroman. Rusch identifiziert sich im Zuge der Recherchen mehr und mehr mit seiner Rolle als Nachfahre der Preußenkönige. Er avanciert zum Medienstar und Genie der Selbstvermarktung.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Rowohlt Verlag GmbH
  • Seitenzahl: 336
  • Erscheinungstermin: 01.11.2012
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783644112711
  • Artikelnr.: 37468174
Autorenporträt
Friedrich Christian Delius, geboren 1943 in Rom, in Hessen aufgewachsen, lebt seit 1963 in Berlin. Seine Werkausgabe im Rowohlt Taschenbuch Verlag umfasst derzeit achtzehn Bände. Friedrich Christian Delius wurde unter anderem mit dem Fontane- Preis, dem Joseph-Breitbach-Preis und 2011 mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 03.11.2001

Der dritte Versuch über Minna
F.C. Delius bricht eine Lanze für die preußische Popliteratur

"Wenn sie Sekretärinnen und Leibwächter zu Stars machen, warum nicht mal einen erfolglosen Schriftsteller? Jeder tritt irgendwann in einer Show auf, warum soll die Show für Sinn, Geschichte, Nation, Kultur also ohne Albert Rusch laufen?" - Wäre Albert Rusch, der "Erfinder des Preußenjahres", nicht eine Erfindung des Schriftstellers Friedrich Christian Delius, wir müßten ihn kennen. Denn für einige Monate des vergangenen Jahres soll Rusch, so die Fiktion, die Talkshows und Wochenendbeilagen mit der Idee eines für das sinnhungrige Deutschland neu zu entdeckenden Preußentums dominiert haben. Nach seinem Aufstieg zur Berühmtheit erlebte Rusch wegen einer Entgleisung im Live-Fernsehen dann einen ebenso schnellen Fall, erst in die Psychiatrie, schließlich zum lebenden Vitrinenschaustück eines privaten Preußenmuseums.

Dort, hinter Glas, ausgestellt als "Albert Rusch *1958, Urururururururenkel des Soldatenkönigs, Schriftsteller, Erfinder des Preußenjahres 2001", schreibt er in ein Laptop, und es scheint sich dabei um jenen Bericht zu handeln, von dem der Schriftsteller "F.C.D." in einer Vorbemerkung mitteilt, daß er ihn unter eigenem Namen herausgegeben hat, obwohl Ruschs "Schreibweise in vielem völlig anders ist als meine". Dies ist zum Besten des Schriftstellers Delius anzunehmen, zumindest für die Skizzen des unausgeführten großen historischen Romans, der den größeren Teil des Berichts einnimmt.

Der Schriftsteller Rusch, Verfasser eines einst erfolgreichen Erstlings namens "Fasching mit Elvis", zuletzt aber eines grandios gescheiterten Romanwerks zur deutschen Einheit, glaubt, "zerstört von der tückischen Idylle des Buchmarktes und verletzt von den wechselnden Winden der Moden", mit der Entdeckung einer vom niederländischen König Willem I. gezeugten Urahnin den Schlüssel zum Glück gefunden zu haben. Auf Umwegen, durch die Hände kauziger Archivare, durch den Schutt der Weltkriege, also wie in Quellenfiktionen üblich, war ein schwer lesbares Typoskript zu Rusch gelangt, dessen Inhalt ihn schlagartig nicht nur mit einer Berliner Tänzerin mit schönen Beinen, sondern auch mit dem Haus Hohenzollern entfernt verwandt werden läßt. Vom Restvermögen der vom Oranierkönig immerhin gut ausgestatteten Bastardin ist nichts mehr zu holen, aber: "Hier lag eine Goldmine, das größte Kapital, mit dem sich literarisch und emotional wuchern ließ: eine weibliche Figur, eine richtige Heldin, tragisch gezeugt, erhoben und erniedrigt, Spielball und Subjekt, ein Opfer männlicher Macht und weiblicher Intrigen. Und das Kostbarste: eine Frau!"

Jener unglücklichen Minna Schicksal, nämlich ohne Wissen um ihre wahre Abkunft herumgestoßen zu werden bis ins ferne Pommernland, will der Urenkel nun zweihundert Jahre danach in ein "mecklenburgisches Vom Winde verweht" verarbeiten. In 164 Szenen sind die Vorarbeiten, Variationen und Versuche zu diesem Epos zu besichtigen, formal schwankend zwischen Roman- oder auch gleich Drehbuchskizzen. Eine Schwarte wäre Minnas Story in jedem Fall geworden, vielleicht sogar eine süffige Schmonzette. Doch so unausgemalt, nur aus Haut und Knochen bestehend, klappert das Handlungsgerüst nervös vor sich hin, und man fragt sich, was das verweigerte Vergnügen erhellen soll.

Um die Dekonstruktion des historischen Romans schlechthin kann es F.C. Delius kaum gehen; mit seinen bundesrepublikanischen Geschichten um die historischen Jahreszahlen 1977 ("Ein Held der inneren Sicherheit", "Mogadischu Fensterplatz", "Himmelfahrt eines Staatsfeindes"), 1954 ("Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde") und 1968 ("Amerikahaus oder Der Tanz um die Frauen") zählt er selbst zu den würdigeren Vertretern des Genres. Eher scheint es der "Boom der historischen Romane" zu sein, deren kalkuliert Machwerkhaftes angeprangert werden muß: Etwas mehr Wetter gefällig? Schon wird ein Pommersches Novemberbild bis hinein ins "langsame Niedergleiten kleiner feuchter Nebeltröpfchen" ausgemalt. Alles fauler Zauber, aber schlimmer noch: die ganze Branche ist korrupt. Ruschs unverkäuflicher Ostroman hatte keine Chance mehr, als der Markt der Parole folgte "wenn schon Osten, dann brüllend komisch wie B. bittschön".

Rusch aber ist nicht B. Doch dann erlebt er seine Erleuchtung: Als ihn ein Buchhändler in einer fernen Universitätsstadt noch einmal zu einer Lesung aus seinem Mißerfolgsbuch lädt, vor elf Leuten, während zu gleicher Zeit der junge Kultschreiber "von F." im Audimax gefeiert wird, - "ohne sein Von gäbe es den gar nicht!" - fühlt auch der Gedemütigte sein blaues Blut wallen und begreift: der Roman spielt keine Rolle, die Selbstvermarktung als Urenkel der Preußenkönige zieht besser. Das funktioniert nun schon teuflisch gut, Albert Rusch wird der Liebling der Fernsehredakteure, er erfindet den Preußen-Pop ("Geschichte zum Genießen") und das Preußen-Jahr, entdeckt den Soldatenkönig als Maler, ja "Picasso von Wusterhausen", ist gefragt als Experte in Architekturdebatten zur Frage "Braucht Deutschland Säulen?", und endlich klappt's auch mit dem Vorschuß für das Buch. Doch: "Beim Schreiben gelangen mir nur kurze, pointierte Sätze, die nicht in einen Roman mit ruhig fließenden Sprachbewegungen paßten. Das führte ich auf den frisch angelernten flapsigen Fernsehton zurück."

Das Fernsehen führt zwar aus dem Elend der Dreitausenderauflagen, aber durchkreuzt furchtbar die ruhig fließenden Sprachbewegungen der Literatur: Da klingt das Schelmen-Exempel von Albert Ruschs Aufstieg und Fall wie eine nicht ganz frische Mediensatire, weniger komisch als beleidigt, weniger aberwitzig als übellaunig. Vielleicht sollten die Talkshows den Herausgeber der Rusch-Papiere jetzt ganz oft einladen. Ein paar provokante Thesen zum Literatur- und Medienbetrieb hätte er bestimmt noch auf Lager. Im Fernsehen kommt das gut an.

HOLGER NOLTZE

Friedrich Christian Delius: "Der Königsmacher". Roman. Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2001. 318 S., geb., 44,79 DM.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Als "überdreht und überaus harmlos" bezeichnet Lothar Müller diesen Roman von Friedrich Christian Delius. Der Erzähler, ein relativ erfolgloser Schriftsteller, vertieft sich anhand seines eigenen Stammbaumes in die Geschichte Preußens, die für ihn zu einer Offenbarung wird, weil er zuvor nichts darüber wusste. Der Roman sei unter anderem eine Art "kleiner Sketch zum Literaturbetrieb", in dem der Erzähler "die Pop-Literatur mit der Vermarktung seiner preußischen Herkunft kontert", und das in einem Durcheinander der verschiedensten Stile.

© Perlentaucher Medien GmbH
Ein großer Wurf. Berliner Morgenpost