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15 000 Kilometer allein mit Baby von München durch Sibirien und die Mongolei bis nach Peking auf der Suche nach einem individuellen zeitgemäßen Verständnis des Mutterseins - auf diese Reise begibt sich Julia Malchow mit ihrem 9 Monate alten Sohn Levi. Denn: Reisen ist für sie mehr als Unterwegssein: der Schlüssel zu neuen Ideen und zum Einssein mit sich selbst. Und genau danach sucht sie nach der Geburt von Levi, der erst mal alles in Julia Leben auf den Kopf stellt. Aber funktioniert Reisen in abgelegene Winkel der Welt auch mit Kind? Ein großes Abenteuer, das mit gängigen…mehr

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Produktbeschreibung
15 000 Kilometer allein mit Baby von München durch Sibirien und die Mongolei bis nach Peking auf der Suche nach einem individuellen zeitgemäßen Verständnis des Mutterseins - auf diese Reise begibt sich Julia Malchow mit ihrem 9 Monate alten Sohn Levi. Denn: Reisen ist für sie mehr als Unterwegssein: der Schlüssel zu neuen Ideen und zum Einssein mit sich selbst. Und genau danach sucht sie nach der Geburt von Levi, der erst mal alles in Julia Leben auf den Kopf stellt. Aber funktioniert Reisen in abgelegene Winkel der Welt auch mit Kind? Ein großes Abenteuer, das mit gängigen Familienvorstellungen aufräumt und den Kopf frei macht für die Welt - und für zu Hause.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

Autorenporträt
Julia Malchow ist die Gründerin von mavia soul travel, einem Abenteuerreise-Veranstalter für anspruchsvolle Individualisten. Seit 2009 ist sie zudem geschäftsführende Gesellschafterin von Geobuch, der renommierten Spezialbuchhandlung für Reise und Geografie in München. Um besondere Reiseerlebnisse für ihre Kunden aufzuspüren, reist Julia Malchow regelmäßig in die abenteuerlichsten Winkel der Welt.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 01.09.2013

NEUE BÜCHER FÜR DIE REISE MIT KINDERN

Was macht man, wenn sich plötzlich Lücken in der Erwerbsbiographie auftun? Ein Sabbatical natürlich. Auf Weltreise gehen. Familienzeit nehmen. Noch besser, eine Kombination aus allem. Bei Leuten, die gerade Eltern geworden sind, ist das so beliebt, dass man das Gefühl bekommen kann, es gehöre einfach zum Kinderkriegen, vom Wochenbett aufzustehen und mit umgeschnalltem Säugling in den Langstreckenflieger zu steigen. Hätte die Politik vorausgesehen, wozu das Elterngeld gebraucht wird - sie hätte es vermutlich Travellerpauschale genannt.

Was nicht heißt, dass man bei solchen Reisen keine Mission haben kann. Julia Malchow etwa, junge Gründerin eines Abenteuerreise-Veranstalters in München, wollte nicht nur weg vom Babyschwimmen, dem Pekip-Kurs und all den anderen Dingen, mit denen sich Jungeltern beschäftigen. Sondern unterwegs auch Ideen für ein "spannendes, kreatives, improvisiertes Selbstverständnis berufstätiger Frauen und Mütter" finden.

Malchow ist Individualreisende schon von Berufs wegen, im fünften Monat schwanger durchquerte sie das Inlandseis von Ostgrönland. Und nach der Geburt buchte sie eine Reise durch Sibirien und die Mongolei nach Peking. 15000 Kilometer, allein mit ihrem Baby.

Was sie dabei erlebte, hat sie in ihrem Buch "Mut für zwei - Mit der Transsibirischen Eisenbahn in unsere neue Welt" aufgeschrieben. Sie erzählt von den Reisevorbereitungen und davon, wie mühsam es war, an Visa zu kommen. Wie sie riesige Mengen Zeug zusammenpackte, Babyschale, Trage, Windeln, Gläschen, Fläschchen, Milchpulver, Feuchttücher, Medikamente für zwei Monate. Das alte Phänomen: Je winziger das Kind, desto monströser ist das Reisegepäck. Besorgte Ratschläge von der Familie gibt es gratis dazu. Nur der Kinderarzt sagt: "Toll, mein erster Patient, der auf einem Yak durch die Mongolei geritten sein wird."

Die Perspektive ist insofern interessant, als Malchow keine Reiseschriftstellerin ist, sondern davon lebt, Reisen für andere zu organisieren. Mit geübten Augen nimmt sie wahr, welche Touristengruppen in Listwjanka von welchen Veranstaltern vom Heimatkundemuseum zum Schamanen-Felsen an den Strand geschleust werden. Sie probiert aus, ob es möglich ist, mit Baby in einem klapprigen Lift einen Felsen namens Tscherski-Stein hochzukommen oder bei Windstärke 7 über den Baikalsee zu fahren. Ihr entgeht nicht, dass der Boden in der Transsibirischen Eisenbahn sauberer ist als in den mongolischen Zügen und dass sich für Spaziergänge mit Babytrage am besten Sankt Petersburg eignet.

Und warum auch nicht? Die Transsib ist sicher kein schlimmeres Umfeld für ein Baby als die Berliner U-Bahn, und in der mongolischen Steppe kann das zehn Monate alte Krabbelkind immerhin keine Zigarettenstummel in den Mund stecken. Beim Yak-Trekking wird die sonst so patente Malchow dann richtig philosophisch: Mit Kindern reisen, heiße, langsam zu reisen. Sich bei allem Abenteuer mit der Monotonie vertraut zu machen, dem Rattern einer Eisenbahn, den Schritten eines Yaks, dem Schlafrhythmus eines Babys. Nichts zu erleben, nur ein "intensives, besonderes, kostbares Nichts."

Ein Gefühl von Nichts ist der Ausgangspunkt von Leon Schulz. Schulz, Familienvater mit geregeltem Einkommen, hat eines Tages das Gefühl, das Leben habe ihm nichts mehr zu bieten. Also das Haus verkauft, die Kinder aus der Schule abgemeldet und Deutschland den Rücken gekehrt. Auf dem Segelboot "Regina" geht es los, ein Jahr lang quer über die Ozeane. Die Kinder sind neun und elf Jahre alt, gerade noch in einem Alter, in dem man die Ideen der Eltern nicht boykottiert.

"Sabbatical auf See - Eine Familie setzt die Segel" ist ein Buch über den Traum, alles stehen und liegen zu lassen und einfach loszuziehen. Aber auch darüber, wie sehr das in Stress ausarten kann. Den ganzen Tag zu segeln ist harte körperliche Arbeit, dazu kommen Stürme, Seekrankheit, Streitereien. Das Boot muss repariert, die Kinder müssen unterrichtet werden, damit sie später in der Schule wieder mitkommen. Immerhin sprechen sie nach einem Jahr unterwegs fließend Englisch und können alle Azoreninseln aufzählen.

Schulz' Buch richtet sich an Segler. Lesern ohne Wasseraffinität mag "Sabbatical auf See" deshalb etwas langatmig erscheinen. Dabei ist vieles allgemeingültig. Wie man Brücken abbricht und woanders wieder aufbaut, wie man unterwegs zurechtkommt, ohne Freunde, Arbeit, soziales Umfeld. Eine Familie, allein auf hoher See, diese Vorstellung hat etwas zutiefst Symbolisches.

Alle anderen Eltern stellen sich banalere Fragen: Urlaub auf dem Bauernhof oder im Zelt? Fernreise oder Ferienlager? Und wo bleibt eigentlich der gesetzliche Anspruch auf Elternruhe? Denn Urlaub mit Kindern kann anstrengender sein als jeder Arbeitstag. Dessen Ende ist zumindest absehbar.

Das spricht für das kleine Handbuch "Reisen mit Kindern. Von Bauernhof bis Bali", in dem Autoren verschiedene ausprobierte Urlaubsmöglichkeiten mit viel Informationen aufbereiten. Es beschönigt nichts. Unter jedem der 22 Kapitel gibt es die Rubrik: "Nachteil dieser Reiseform". Meistens sind es die Kosten, wobei die Faustregel gilt: Je größer das Kind, desto irrer geht der Urlaub ins Geld.

Aber man kann ja mal träumen. Von einer Tour mit einem Esel durch Südfrankreich, von Skifahren in Norwegen, Hausbootfahren in Irland oder einem stinknormalen Cluburlaub in Tunesien. Der vom Preis-Leistungs-Elternschlaf-Verhältnis ziemlich gut wegkommt. Ebenfalls empfehlenswert: die Feriendörfer der Schweizer Rentenkasse. Die stehen Nicht-Schweizern offen, befinden sich im schönen Berner Oberland, am Vierwaldstättersee oder in Lugano und sind, für Schweizer Verhältnisse jedenfalls, preiswert. Wenn man Glück hat, bekommt man sogar eine Massage.

Der Wohnungtausch mit einer Familie aus New York wird nicht empfohlen (Reise zu mühsam, Bleibe der Gastfamilie zu dreckig), und ein Angelurlaub in Nordnorwegen scheint eher eine Reise an die Grenzen der Belastbarkeit zu sein. Die Fahrt mit dem Auto ist eine Tortur, genau wie die Bootstour zur Walsafari. Die Tochter sitzt lieber im Auto, anstatt zu angeln, der Sohn will mit Elektronik bespaßt werden. Fazit des Vaters, als er an seinen Arbeitsplatz zurückkehren darf: "Gern wäre ich in Norwegen geblieben, doch zugegeben: Ich war auch froh, mich am nächsten Tag um nichts mehr kümmern zu müssen."

vem.

Julia Malchow: "Mut für zwei. Mit der Transsibirischen Eisenbahn in unsere neue Welt". Piper, 320 Seiten, 19,90 Euro

Leon Schulz: "Sabbatical auf See. Eine Familie setzt die Segel". Delius Klasing, 320 Seiten, 12 Euro

Geraldine Friedrich (Hrsg.): "Reisen mit Kindern. Von Bauernhof bis Bali". Dryas, 166 Seiten, 11,95 Euro

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