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Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse
Ein Klassiker der psychotherapeutischen Literatur und eines der Hauptwerke des jüdischen Wiener Arztes Viktor E. Frankl. Hier stellt er seinen Ansatz der Logotherapie und Existenzanalyse systematisch dar. Ebenfalls enthalten sind die ›Zehn Thesen über die Person‹, die das seiner Therapierichtung zugrunde liegende Menschenbild in konzentrierter Form wiedergeben.…mehr

Produktbeschreibung
Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse

Ein Klassiker der psychotherapeutischen Literatur und eines der Hauptwerke des jüdischen Wiener Arztes Viktor E. Frankl. Hier stellt er seinen Ansatz der Logotherapie und Existenzanalyse systematisch dar. Ebenfalls enthalten sind die ›Zehn Thesen über die Person‹, die das seiner Therapierichtung zugrunde liegende Menschenbild in konzentrierter Form wiedergeben.
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.34427
  • Verlag: Dtv
  • Seitenzahl: 351
  • Erscheinungstermin: 1. August 2007
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 134mm x 23mm
  • Gewicht: 422g
  • ISBN-13: 9783423344272
  • ISBN-10: 342334427X
  • Artikelnr.: 20937478
Autorenporträt
Frankl, Viktor E.
Viktor E. Frankl, geboren am 26. März 1905, war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien, zugleich Professor für die von ihm begründete Logotherapie an der International University in Kalifornien. Frankl hatte außerdem Professuren an der Harvard University, an der Stanford University und an Universitäten in Dallas und Pittsburgh inne. Vortragsreisen führten ihn nach Amerika, Australien, Asien und Afrika. 25 Jahre hindurch war Professor Frankl Vorstand der Wiener neurologischen Poliklinik, und seit ihrer Gründung war er Präsident der Österreichischen Ärztegesellschaft für Psychotherapie. Er starb am 2. September 1997 in Wien.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 26.03.2005

Auf und ab auf der seelischen Jakobsleiter
Von Logos und Existenz: Viktor E. Frankl, dessen „Ärztliche Seelsorge” in neuer Auflage erschienen ist, wurde heute vor 100 Jahren geboren
Angesichts deprimierender Massenarbeitslosigkeit in ökonomischen Krisenzeiten, wütender Hilflosigkeit gegenüber Kriegsterror und ökologischer Zerstörung scheint das Symptom der existenziellen Frustration bis hin zur vollkommenen Sinnentleerung ein Signum unserer Zeit geworden zu sein. Psychiater und Psychotherapeuten wissen ein traurig Lied davon zu singen. Könnte es eine angemessenere Zeit für die soeben erfolgte 11. deutschsprachige Neuauflage von Viktor E. Frankls „Ärztlicher Seelsorge” geben? Das Buch des heute vor 100 Jahren, am 26. März 1905, in Wien geborenen Neurologen und Psychiaters Viktor E. Frankl ist keine religiös orientierte Pastoralmedizin, sondern Psychotherapie. „Das Ziel der Religion”, so schreibt er, „ist das Seelenheil”, das der Psychotherapie „ist seelische Heilung”. Beide haben zwar miteinander tun, sind indes subtil voneinander zu trennen.
In der „Ärztlichen Seelsorge” von 1946 gibt Frankl, Begründer der „Dritten Wiener Schule der Psychotherapie”, eine systematische Darstellung des von ihm begründeten psychotherapeutischen Systems der Logotherapie und Existenzanalyse. Ausführlich dargestellt und begründet werden sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die klinisch-therapeutische Praxis der Logotherapie und Existenzanalyse besonders bei neurotischen Störungsbildern und bei existenziellen Sinnkrisen. Immer hält Frankl dabei dem Leser das Ziel vor Augen, die menschliche Person - auch in Erfolglosigkeit und Erkrankung, denn „Erfolglosigkeit bedeutet nicht Sinnlosigkeit”, und auch „Leiden schafft eine fruchtbare, revolutionäre Spannung” - als verantwortungsfähiges, freies und nach Sinn strebendes Wesen zu sehen.
Der Homo patiens und der Sinn
Beherrschend in Frankls psychotherapeutischem Denken ist die Idee vom Sinn, von der Sinnhaftigkeit des Lebens. Ihre Wahrnehmung kann aufgrund bedrückender Situationen und schrecklicher, traumatischer Erlebnisse gestört, ja scheinbar verloren sein. Dann ist es die Aufgabe des Therapeuten, seinem leidenden Gegenüber, seinem „homo patiens” zu helfen, den Sinn des Lebens wieder zu gewinnen. Dieser Sinn aber ist biografisch bestimmt, ist für jeden Menschen und für jede seiner Lebenssituationen besonders, „einzigartig und einmalig”. Kompliziert wird das Problem allerdings dadurch, dass der Mensch, so Frankl, nicht selbst darüber befinden kann, worauf der Sinn seines Lebens sich richtet. Dieser ist bereits determiniert, steht also fest, und es kommt nur darauf an, ihn suchen zu lernen und so zu finden. Der Mensch soll sich auf diese Weise auf etwas ausrichten, das über ihn selbst hinausgeht. Die Aufgabe der Psychotherapie in einer solchen Situation der Hilfsbedürftigkeit ist schwierig und bedarf der ständigen Individualisierung, Selbstreflektion und Korrekturbereitschaft. „So muss sich denn”, schreibt Frankl, „die Psychotherapie auf einer Jakobsleiter bewegen, auf- und absteigen, sie darf weder ihre eigene metaklinische Problematik unberücksichtigt lassen, noch den Boden klinischer Empirie unter den Füßen verlieren.”
Die Neuauflage, die auf der von Frankl selbst noch aktualisierten 9. Ausgabe von 1982 basiert, präsentiert erstmals in einem Band mit der „Ärztlichen Seelsorge” einen weiteren zentralen Text Frankls: die „Zehn Thesen über die Person”. Darin fasst er das Menschenbild der Logotherapie und Existenzanalyse in konzentrierter Form zusammen. Zu den beeindruckendsten Kapiteln des Werkes aber zählt das zur „Psychologie des Konzentrationslagers”. In den Lagern „erlitt das menschliche Dasein eine Deformierung”, die in Zweifel ziehen ließ, ob ihr erduldender „Beobachter” selbst „noch eine genügende Objektivität seines Urteils behalten konnte”. Die erniedrigte Existenz unter der NS-Diktatur im Vorfeld, vor allem aber im Konzentrationslager durch den Aufnahmeschock, die permanente Demütigung des Lagerlebens und selbst noch die Situation der Befreiung und Entlassung warfen die Opfer in tiefe Sinnkrisen, Sinnentleerungen und gelegentlich sogar, wie bei Primo Levi beschrieben, in paradoxe Schuldempfindungen.
Frankl aber bleibt nicht stehen bei der traumatisierten Hoffnungslosigkeit, bei der existenziellen Sinnleere der einmal aus dem Lager Entlassenen, die alle Tiefen ihrer dortigen „provisorischen Existenz ohne Termin” durchlebt hatten. Selbst das traumatisierende Erleben der Hölle, so ist Frankl am Ende des Kapitels zu verstehen, kann sinnstiftend sein, und sei es im Gewinn neuen Glaubens: „Ist ihm am ersten Tag der Freiheit die Gegenwart wie ein schöner Traum erschienen, dann ist er aber eines Tages so weit, dass ihm die Vergangenheit nur mehr wie ein böser Traum erscheint.” Es beherrscht ihn nun das „köstliche Gefühl nichts mehr auf der ganzen Welt fürchten zu müssen - außer seinen Gott”.
Ja zum Leben nach dem KZ
Frankl wusste, wovon er schrieb. Nach dem „Anschluss” Österreichs 1938 wurde dem in Wien praktizierenden jüdischen Arzt untersagt, „arische” Patienten zu behandeln, und er übernahm die Leitung des Rothschild-Spitals für jüdische Patienten. Dort gelang es ihm, sich durch gefälschte Gutachten der als „Euthanasie” verbrämten Krankenmordaktion der Nationalsozialisten zu widersetzen. Im Jahr seiner Heirat mit Tilly Grosser 1942, der er seine „Ärztliche Seelsorge” widmen würde („Der toten Tilly”), wurde Frankl zusammen mit ihr und seinen Eltern ins KZ Theresienstadt deportiert. Der Vater starb hier 1943, die Mutter wurde in Auschwitz ermordet, die Ehefrau im KZ Bergen-Belsen. Auch Frankl erduldete, aber überlebte Auschwitz und seit 1944 die brutalen Transporte in die Außenlager Kaufering und Türklein des KZ Dachau. Am 27. April 1945 wurde er von der US-Armee befreit.
Seine Erfahrungen in den KZs verarbeitete Frankl auch in dem ergreifenden und zugleich sachlichen Bericht „. . . trotzdem Ja zum Leben sagen”, der zuerst 1946 als zusammenfassende Edition dreier Vorträge erschien, die Frankl an der Volkshochschule Wien-Ottakring gehalten hatte. Von der englischsprachigen Ausgabe „Man’s search for meaning” (1962/63) sind bis heute mehr als 10 Millionen Exemplare erschienen. Viktor Emil Frankl - von dem nun auch im Wiener Böhlau-Verlag eine zwölfbändige Werkausgabe erscheint - starb, hoch betagt und hoch geehrt, am 2. September 1997 in Wien.
WOLFGANG U. ECKART
VIKTOR E. FRANKL: Ärztliche Seelsorge. Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse. 11., überarb. Neuauflage. Deuticke, Wien 2005. 351 Seiten, 17,90 Euro.
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Bereits in der 11. Auflage erscheint zum hundertsten Geburtstag des 1997 verstorbenen Psychotherapeuten Viktor E. Frankl dessen Band "Ärztliche Seelsorge". Es handelt sich dabei um die "systematische Darstellung" seiner therapeutische Theorie und Praxis der "Logotherapie und Existenzanalyse". Im Zentrum steht dabei der Lebenssinn, den es angesichts neurotischer Persönlichkeitsstörungen und Krisenerfahrungen in individueller Weise wiederzugewinnen gilt. Frankl hat seine optimistische Theorie auch und gerade angesichts der denkbar furchtbarsten eigenen Erfahrungen nicht verworfen. Er hat den Aufenthalt im Lager von Auschwitz überlebt, seine Eltern und seine Ehefrau - der der Band gewidmet ist - wurden ermordet. Höchst aufschlussreich, so der Rezensent Wolfgang U. Eckart, ist deshalb im erstmals mit der "Ärztlichen Seelsorge" gemeinsam veröffentlichten Text "Zehn Thesen über die Person" der Abschnitt zur "Psychologie des Konzentrationslagers".

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