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Vor 200 Jahren erkämpfte Argentinien seine Unabhängigkeit von Spanien. Seither ist das Land, das Schriftsteller wie Borges, Tangosänger wie Carlos Gardel und Ikonen wie Evita Perón hervorgebracht hat, von einer wechselvollen Geschichte gezeichnet: Brutale Diktaturen folgten auf populistische Regierungen, und die Wirtschaftskrise von 2001 bedeutete für große Teile der Bevölkerung den Verlust ihres gesamten Hab und Guts. Daneben blüht das kulturelle Leben vor allem in der Hauptstadt Buenos Aires, die mit zahlreichen Buchhandlungen, Theatern und Kinos glänzt.
Der Band behandelt die
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Produktbeschreibung
Vor 200 Jahren erkämpfte Argentinien seine Unabhängigkeit von Spanien. Seither ist das Land, das Schriftsteller wie Borges, Tangosänger wie Carlos Gardel und Ikonen wie Evita Perón hervorgebracht hat, von einer wechselvollen Geschichte gezeichnet: Brutale Diktaturen folgten auf populistische Regierungen, und die Wirtschaftskrise von 2001 bedeutete für große Teile der Bevölkerung den Verlust ihres gesamten Hab und Guts. Daneben blüht das kulturelle Leben vor allem in der Hauptstadt Buenos Aires, die mit zahlreichen Buchhandlungen, Theatern und Kinos glänzt.

Der Band behandelt die politischen, sozialen und kulturellen Entwicklungen in Argentinien, angefangen bei der Kolonialzeit, über die Unabhängigkeit bis hin zu den heutigen Herausforderungen, denen das Land sich stellen muß.
  • Produktdetails
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.4147
  • Verlag: Suhrkamp
  • Artikelnr. des Verlages: 46147
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 284
  • Erscheinungstermin: Juni 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 175mm x 109mm x 20mm
  • Gewicht: 179g
  • ISBN-13: 9783518461471
  • ISBN-10: 3518461478
  • Artikelnr.: 26390776
Autorenporträt
Barbara Potthast, geboren 1956 in Bielefeld, ist Professorin für iberische und lateinamerikanische Geschichte und Leiterin des Lateinamerikazentrums an der Universität zu Köln. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der Frauen-, Gender- und Familiengeschichte.
Rezensionen
Besprechung von 05.10.2010
Die Stunde des Gauchos
Tor zur Buchmesse: Eine kleine Geschichte Argentiniens
„Man kann Argentinien nicht ohne seine Vergangenheit verstehen“, betont der 1962 in Buenos Aires geborene Autor Marcelo Figueras im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse. „Man fängt ja auch kein Buch am Ende an, ohne die ersten Kapitel zu lesen.“ Umso besser, dass rechtzeitig „Eine kleine Geschichte Argentiniens“ von Sandra Carreras und Barbara Potthast im Suhrkamp Verlag erschienen ist.
Die Autorinnen breiten die wechselvolle Geschichte jenes Landes aus, das Literaten wie Jorge Luis Borges und Julio Cortázar hervorgebracht hat, das seine Helden und Heldinnen Che Guevara, Eva Perón und Maradona zu Heiligen erhebt, ein Land, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu den wohlhabendsten westlichen Staaten zählte und das sich rund 100 Jahre später nach der Kontensperre (corralito) im Staatsbankrott wiederfindet, ein Land, in dem während der Militärdiktatur 30 000 Menschen verschleppt, gefoltert und ermordet wurden und Hunderttausende ins Exil flohen.
Argentiniens Geschichte ist durch ihren krisenhaften Verlauf gekennzeichnet, den die beiden Autorinnen Sandra Carreras und Barbara Potthast sichtbar und so weit wie möglich verständlich machen. Eine gute Voraussetzung dafür ist ihre Spezialisierung, über die wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge und die allgemeine Sozialgeschichte hinaus, auf Migrations- und Identitätsfragen. Der aufmerksame Blick der Autorinnen auf ethnische und geschlechterspezifische Hierarchien macht auch die Transformation der kreolischen Gaucho-Figur vom ländlichen „Barbaren“ zum Inbegriff der argentinischen Identität im 19. Jahrhundert nachvollziehbar. Sie komplettieren den historischen Verlauf mit Kapiteln über kulturelle und soziale Aspekte, diekonstituierend sind für die Entwicklung des Landes.
Hinterfragt werden harmonisierende Darstellungen, wie etwa die von Argentinien als „melting pot“: Sowohl die europäische Masseneinwanderung als auch die Zwangsassimilation der indigenen Bevölkerung brachte sozialen und politischen Brennstoff mit sich. In der facettenreichen Darstellung finden sich Hinweise auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des auf Viehzucht und Wollexport spezialisierten Landes, das zunehmend in die Abhängigkeit von ausländischem Kapital und Weltmarkt gerät und dessen soziale und politische Reformen mehrfach von Militärdiktaturen abgebrochen wurden. Fehlgeschlagene Modernisierung, große soziale Ungleichheiten und die späte Konsolidierung des Nationalstaates im 19. Jahrhundert führten zu Instabilität und neuen Formen von Gewaltherrschaft.
Es ist nicht leicht, die Geschichte Argentiniens auf 280 Seiten darzustellen, manche Wünsche bleiben da offen, wie die Visualisierung der Analysen in grafischen Darstellungen oder in historischen Fotografien. Vor allem aber hätte man sich ein Kapitel über den Prozess der Aufarbeitung des traumatischsten Teiles argentinischer Geschichte gewünscht anstelle des Hinweises, dass die Erzählungen einer neuen Generation von Autoren sich mittlerweile auch mit anderen Themen beschäftigen.
Dennoch ist die „Kleine Geschichte“ ein großer Treffer, sie liest sich durchgehend spannend. Wo sie nicht ausführlicher werden kann, verweist sie auf den Forschungsstand. Man sollte sie gelesen haben, wenn sich die Tore der Frankfurter Buchmesse öffnen. ULRIKE PRINZ
Sandra Carreras, Barbara Potthast
Eine kleine Geschichte
Argentiniens
Suhrkamp 2010, 287 Seiten, 10 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Ulrike Prinz findet, diese "kleine Geschichte Argentiniens" hätte jeder noch vor der Öffnung der Frankfurter Buchmesse gelesen haben sollen, denn sie führt in ihren Augen sehr gut in die bewegte Geschichte des Landes ein (schade also, dass ihre Empfehlung erst erscheint, wenn es also fast schon zu spät ist). Den Autorinnen Sandra Carreras und Barbara Potthast gelinge es, die geschichtlichen Abläufe anschaulich zu machen, wobei sie ihnen durchaus als "krisenhafter Verlauf" erscheint, erklärt die Rezensentin. Als besonders hilfreich lobt sie die Konzentration der Autorinnen auf geschlechterspezifische und ethnische Fragen sowie auf Migration und Identität. Alle Fragen kann eine komprimierte Geschichte Argentiniens natürlich nicht beantworten und ein paar Grafiken und historische Fotos wären nach dem Wunsch von Prinz ebenfalls schön gewesen. Dennoch preist sie den Band als "großen Treffer" und lobt ihn zudem als durchweg spannende Lektüre.

© Perlentaucher Medien GmbH