Als wäre es erst gestern gewesen - Dal Masetto, Antonio

19,80
versandkostenfrei*
Preis in Euro, inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

  • Gebundenes Buch

Jetzt bewerten

"Eines Morgens beim Frühstück wurde uns mitgeteilt, dass der Krieg tatsächlich zu Ende sei. An diesem Abend nahm man uns mit ins Dorf. Die Menschen feierten und sangen in den Straßen. Eine Kapelle spielte, und am Himmel war ein Feuerwerk zu sehen. Sie hatten eine große Strohpuppe aufgestellt, die den deutschen Kaiser Wilhelm - der :dicke Wilhelm9, wie er genannt wurde - darstellte, und sie zündeten sie an. Alle tanzten um sie herum und riefen: :Tod dem dicken Wilhelm.9 In diesem bezaubernden Epos einer Familie blickt die achtzigjährige Agata zurück auf die Zeit in ihrer Heimat - auf die Zeit,…mehr

Produktbeschreibung
"Eines Morgens beim Frühstück wurde uns mitgeteilt, dass der Krieg tatsächlich zu Ende sei. An diesem Abend nahm man uns mit ins Dorf. Die Menschen feierten und sangen in den Straßen. Eine Kapelle spielte, und am Himmel war ein Feuerwerk zu sehen. Sie hatten eine große Strohpuppe aufgestellt, die den deutschen Kaiser Wilhelm - der :dicke Wilhelm9, wie er genannt wurde - darstellte, und sie zündeten sie an. Alle tanzten um sie herum und riefen: :Tod dem dicken Wilhelm.9 In diesem bezaubernden Epos einer Familie blickt die achtzigjährige Agata zurück auf die Zeit in ihrer Heimat - auf die Zeit, bevor sie mit ihrer Familie von einer kleinen italienischen Stadt am Lago Maggiore in die ?"Neue Welt", nach Argentinien, aufbricht. Agata erzählt von ihrer Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, von ihrem Vater, den sie nie hat lachen sehen. Sie erzählt, wie man sie nach dem frühen Tod der Mutter in ein Klosterinternat steckt, wie sie leidet und schließlich zurück nach Hause darf. Sie erzählt von Kinderstreichen, von Freuden und Freundschaften, von ihrer ersten Arbeit in einer Textilfabrik, von Krankheiten und Todesfällen, sie erzählt vom ersten Tanz und wie sie Mario, ihren künftigen Mann, kennen und lieben lernt. Es sind auch die Jahre des faschistischen Regimes, das in der Erzählung ganz allmählich Gestalt annimmt, parallel zur schärfer werdenden Wahrnehmung der Erzählerin. Vor unseren Augen ersteht das Bild einer ganzen Region und einer ganzen Epoche Italiens. Eine wunderschön erzählte Lebensgeschichte, ganz aus der Perspektive der jungen Frau, die die Mutter des Autors sein könnte.
  • Produktdetails
  • Verlag: Rotpunktverlag, Zürich
  • Seitenzahl: 255
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 255 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 132mm x 26mm
  • Gewicht: 405g
  • ISBN-13: 9783858693754
  • ISBN-10: 3858693758
  • Artikelnr.: 23867213
Autorenporträt
Antonio Dal Masetto, geb. 1938 in Intra, Piemont, ist ein argentinischer Schriftsteller italienischer Herkunft. Antonio Dal Masetto wanderte zusammen mit seiner Familie nach Argentinien aus und ließ sich 1950 in Salto (Provinz Buenos Aires) nieder. Derzeit arbeitet Antonio Dal Masetto für die überregionale Tageszeitung "Página/12".
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Antonio Dal Masetto sorgt mit seinem bereits 1990 in Argentinien erschienenen und erst jetzt auf Deutsch vorliegenden Roman für eine Überraschung, die Uwe Stolzmann aber nicht so recht glücklich macht. Der Autor wurde 1938 in Italien geboren und wanderte mit seiner Familie nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien aus, teilt der Rezensent mit. Er ist vor allem als Verfasser von sozialkritischen und politischen Krimis bekannt, das vorliegende Werk aber stellt uns die alte Agata vor, die sich an ihr Leben am Lago Maggiore zurückerinnert, erklärt Stolzmann. Alles andere als eine "Postkartenidylle", reminisziert die alte Frau, die durchaus die Mutter des Autors sein könnte, über eine Kindheit in Armut, harte Arbeit und erste Liebe und erinnert sich an den Einzug des Faschismus, der das Alltagsleben zunehmend verdüstert. Etwas langweilig findet der Rezensent, dass sämtliche Protagonisten zu den antifaschistischen Italienern gehören. Außerdem scheint ihm der ruhige Fluss der Lebenserzählung über "stillen Lesegenuss" und ein nostalgisches "so war das damals" nicht hinauszugehen, was Stolzmann offensichtlich ziemlich unbefriedigend findet.

© Perlentaucher Medien GmbH