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» Es gibt die klassische Ausbeutung - und es gibt die Ausbeutung in der Mode.« Giulia Mensitieri §Da ist die Fotostylistin Mia - Pradatasche, Jeans, Kapuzenpulli -, der Giulia häufiger begegnet und sofort fasziniert ist von den Gegensätzen, die Mias Berufsleben bestimmen: Während sie erster Klasse um die Welt fliegt und in Fünf-Sterne-Hotels nächtigt, um ihre Aufträge zu erledigen, kann sie ihre Miete kaum bezahlen, geschweige denn ihre Telefonrechnung. An Mias Seite erforscht Giulia daraufhin die Pariser Modewelt, die längst zur Industrie geworden ist. Sie führt Gespräche mit Stylisten und…mehr

Produktbeschreibung
» Es gibt die klassische Ausbeutung - und es gibt die Ausbeutung in der Mode.« Giulia Mensitieri §Da ist die Fotostylistin Mia - Pradatasche, Jeans, Kapuzenpulli -, der Giulia häufiger begegnet und sofort fasziniert ist von den Gegensätzen, die Mias Berufsleben bestimmen: Während sie erster Klasse um die Welt fliegt und in Fünf-Sterne-Hotels nächtigt, um ihre Aufträge zu erledigen, kann sie ihre Miete kaum bezahlen, geschweige denn ihre Telefonrechnung. An Mias Seite erforscht Giulia daraufhin die Pariser Modewelt, die längst zur Industrie geworden ist. Sie führt Gespräche mit Stylisten und Stylistinnen, mit Designern, Visagistinnen, Fotografen und Models, am Rande von Fotoshootings, nach Modenschauen, bei Verabredungen in angesagten Cafés. Als ihr dieser Eindruck nicht mehr ausreicht, beginnt sie selbst ein unbezahltes Praktikum bei dem unabhängigen belgischen Designer Franck - und erlebt die Herabwürdigung, die Aggression und die konstante Überforderung, auf die vonseiten der Mitarbeiterinnen zumeist mit Unterwürfigkeit und noch härterer Arbeit reagiert wird. Denn so sind eben die Regeln des Spiels: Wer nicht durchhält, der war es nicht wert, dabei zu sein. Mode, das wird in dieser beeindruckend recherchierten und packend geschriebenen Ethnografie rasch klar, ist ein glänzendes Beispiel für die Perfidie des modernen Kapitalismus, in dem die Vereinzelung der Subjekte so weit vorangetrieben ist, dass es kein Außerhalb der Identifikation mit der eigenen Arbeit mehr gibt. Mit der zugewandten Offenheit und Neugier der Ethnologin und ohne auf vorgefertigte Bilder zu vertrauen, dringt Giulia Mensitieri in die Untiefen unserer hyperkapitalistischen Gegenwart vor, in der der Schein das Sein bestimmt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin
  • Originaltitel: Le plus beau métier du monde
  • Seitenzahl: 336
  • Erscheinungstermin: Mai 2021
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 141mm x 38mm
  • Gewicht: 491g
  • ISBN-13: 9783751803144
  • ISBN-10: 3751803149
  • Artikelnr.: 60661420
Autorenporträt
Mensitieri, Giulia§§Giulia Mensitieri wurde mit ihrer Arbeit über die Pariser Modeindustrie an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS) in Paris im Fach Kulturanthropologie promoviert. Ihre Forschungesgebiete umfassen Globalisierung, die Transformation der Arbeitswelt und die begehrten imaginären Welten, die der zeitgenössische Kapitalismus hervorbringt.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Dlf Kultur-Rezension

Ganz schön umgehauen hat Eva Hepper diese Studie über die Pariser Modewelt beziehungsweise die Welt hinter ihren Kulissen. 2018 machte das Buch bereits in Frankreich Furore, schreibt sie, und was sie daraus mitteilt, lässt nicht nur sie ganz "atemlos". Denn so viel Geld in diesem Metier auch im Umlauf ist, die Modearbeiter:innen - ob Model, Visagist:innen oder Verkaufer:innen - müssen sich nicht selten mit Warengutscheinen als Bezahlung zufriedengeben, arbeiten ewig die so genannten "Schulden" bei ihren Agenturen ab oder malochen ohne Verträge "von Probemonat zu Probemonat". Aber warum machen sie das mit, fragt sich die Kritikerin - und das fragte sich, so lesen wir, auch die Autorin. Es ist der Glamour der Modewelt, bekommt sie zu hören, und die Kritikerin zitiert, es sei die Bezahlung mit dem "sozialen und symbolischen Kapital der Zugehörigkeit" - darin ein perfekter Ausdruck der modernen kapitalistischen Welt.

© Perlentaucher Medien GmbH