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Mit dem Wandel von der industriellen zur Dienstleistungsgesellschaft werden Gefühle zu entscheidenden beruflichen Kompetenzen. Sie unterliegen der Vermarktlichung und werden zu einem Kapital. Otto Penz und Birgit Sauer entwickeln vor diesem Hintergrund in Anlehnung an Bourdieu und Foucault ein kritisches gesellschaftstheoretisches Konzept von Affekten. Sie untersuchen deren soziale und geschlechtsspezifische Prägung im Kontext neoliberaler Transformation von Erwerbsarbeit und zeigen am Beispiel einer einst staatlichen Verwaltung, nämlich der Post, wie die Fremd- und Selbstkontrolle von…mehr

Produktbeschreibung
Mit dem Wandel von der industriellen zur Dienstleistungsgesellschaft werden Gefühle zu entscheidenden beruflichen Kompetenzen. Sie unterliegen der Vermarktlichung und werden zu einem Kapital. Otto Penz und Birgit Sauer entwickeln vor diesem Hintergrund in Anlehnung an Bourdieu und Foucault ein kritisches gesellschaftstheoretisches Konzept von Affekten. Sie untersuchen deren soziale und geschlechtsspezifische Prägung im Kontext neoliberaler Transformation von Erwerbsarbeit und zeigen am Beispiel einer einst staatlichen Verwaltung, nämlich der Post, wie die Fremd- und Selbstkontrolle von Affekten zu einer unternehmerischen Haltung der Arbeitskräfte beiträgt.
Das Buch behandelt sowohl die Auswirkungen affektiver Arbeit auf die Subjektivität der Beschäftigten als auch die Frage der affektiven Vergesellschaftung von Arbeitskräften im gegenwärtigen Kapitalismus. Es diskutiert, ob die Mobilisierung von Affekten zum Verschwinden der Geschlechterdifferenz führt und ob sich aus affektiven Beziehungen neue Chancen für solidarisches Handeln angesichts prekärer Arbeitsverhältnisse eröffnen.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag GmbH
  • Seitenzahl: 245
  • Erscheinungstermin: 18. Februar 2016
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783593419992
  • Artikelnr.: 41971808
Autorenporträt
Otto Penz lehrt Soziologie an der Universität Wien und an der Wirtschaftsuniversität Wien. Birgit Sauer ist Professorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien.
Inhaltsangabe
Inhalt

Einleitung: Über die Ökonomisierung von Gefühlen 9

1. Von Gefühlen, Emotionen und Affekten: Begriffliche Klärungen in einem weiten (Forschungs-)Feld 21
1.1. Über die wissenschaftliche (Wieder-)Entdeckung von Emotionen 22
1.2. Sozialwissenschaftliche Dimensionen von Emotionen und Gefühlen 31
1.3. Die affektive Wende 37
1.4. Eine machtsensible Definition von Affekten 48

2. Von emotionaler zu affektiver Arbeit: Annäherungen an die Transformationen von Erwerbsarbeit 57
2.1. Die 'Entdeckung' emotionaler Arbeit 57
2.2. Affektive Arbeit im verkörperten Kapitalismus 63
2.3. Affektive Arbeit und Geschlecht 68

3. Affektives Kapital und Affekte als Regierungstechnik: Eine gesellschaftstheoretische Perspektive 75
3.1. Affektives Kapital 76
3.2. Dispositiv, Gouvernementalität und Regieren 82

4. Neoliberale affektive Gouvernementalität: Wandel zentraler gesellschaftlicher Felder 95
4.1. Neoliberalismus als Regierungsrationalität 95
4.2. Staat, Politik und Affekte 102
4.3. Ökonomie, Konsum und Affekte 119

5. Neoliberalisierung und Transformationen der Erwerbsarbeit 133
5.1. Von der 'Freiheit von Arbeit' zur 'Freiheit in der Arbeit' 134
5.2. Arbeit der Subjektivierung 141
5.3. Flexibilisierung, Prekarisierung und Entgrenzung der Erwerbsarbeit 148
5.4. Interaktive Dienstleistungen als affektive Arbeit: Das unternehmerische Selbst und neoliberale affektive Gouvernementalität 156

6. Affektive Staatlichkeit: Von der Bürokratie zur öffentlichen Dienstleistung am Beispiel Österreich 161
6.1. Die Entwicklung Österreichs in Richtung neoliberalem Wettbewerbsstaat und Wissenskapitalismus 163
6.2. Vom Amt zur Dienstleistung: Affektive Folgen der Privatisierung der österreichischen Post 174
6.3. Wandel der Geschlechterverhältnisse: Maskulinisierung oder Feminisierung durch affektive Arbeit? 192

7. Affekte als gesellschaftliches Transformationspotenzial? Formen des Widerstands und der Solidarisierung im verkörperten Kapitalismus 203

8. Fazit: Affektive Herrschaft im Neoliberalismus 215
Literatur 225
Rezensionen
"In ihrem Buch "Affektives Kapital", entwickeln Otto Penz und Birgit Sauer ihren eigenen Ansatz, der - mit Bezug auf Pierre Bourdieu - davon ausgeht, dass Gefühle heute wertschöpfend eingesetzt werden, und zwar nicht mehr nur in den traditionell "weiblichen" Berufen. In diesem Sinne sprechen Penz und Sauer auch von einer "Feminisierung der Arbeit", da der früher als "weiblich" konnotierte Einsatz von Emotionalität zunehmend in allen Arbeitsfeldern gefordert ist." Andrea Roedig, Der Tagesspiegel, 22.12.2016