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Erstaunliche Geschichten aus der Erforschung eines der scheinbar vertrautesten Tätigkeiten des Menschen, dem Gehen - von Physiologie und Medizin über die Kriminologie bis hin zur Literatur und bildender Kunst.
Das Gehen ist ein vertrauter und alltäglicher Vorgang, der sich der exakten Erfassung hartnäckig zu entziehen scheint. Die Ungreifbarkeit des Gegenstandes stieß im 19. Jahrhundert eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen an, die die menschliche und tierische Bewegung messen, analysieren und auch verbessern sollten. Von der Physiologie und Medizin über die Kriminologie bis hin…mehr

Produktbeschreibung
Erstaunliche Geschichten aus der Erforschung eines der scheinbar vertrautesten Tätigkeiten des Menschen, dem Gehen - von Physiologie und Medizin über die Kriminologie bis hin zur Literatur und bildender Kunst.

Das Gehen ist ein vertrauter und alltäglicher Vorgang, der sich der exakten Erfassung hartnäckig zu entziehen scheint. Die Ungreifbarkeit des Gegenstandes stieß im 19. Jahrhundert eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen an, die die menschliche und tierische Bewegung messen, analysieren und auch verbessern sollten.
Von der Physiologie und Medizin über die Kriminologie bis hin zur Literatur und bildenden Kunst reichen die Ansätze zur Sicherung und Verwertung von Gangspuren. Ein bisher kaum beleuchtetes Kapitel der Wissenschaftsgeschichte, in dem sich zentrale soziale, politische und ästhetische Probleme des neunzehnten Jahrhunderts bündeln.
  • Produktdetails
  • S. Fischer Wissenschaft Bd.20
  • Verlag: S. Fischer
  • Seitenzahl: 310
  • 2013
  • Ausstattung/Bilder: 2013. 320 S. 210 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 211mm x 128mm x 30mm
  • Gewicht: 414g
  • ISBN-13: 9783100486042
  • ISBN-10: 3100486048
  • Best.Nr.: 35686589
Autorenporträt
Andreas Mayer, geboren 1970 in Wien, studierte Soziologie und Wissenschaftsgeschichte in Wien, Paris, Cambridge und Bielefeld. Von 2005-2007 lehrte er an der Universität Cambridge sowie als Gast an der EHESS (Paris) und an der University of Chicago. Seit Herbst 2007 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in Abteilung II am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.
Rezensionen
Besprechung von 19.09.2013

Beständig verhindertes Fallen
Der Wissenschaftshistoriker Andreas Mayer erzählt, wie Mediziner, Kriminologen, Philosophen,
Literaten und Künstler das Gehen erforschten
VON VOLKER BREIDECKER
Wie kommt der Mensch zum Gehen? Für Honoré de Balzac, der mit seiner als „Pathologie des Soziallebens“ angelegten „Comédie humaine“ in Konkurrenz zu den Wissenschaften vom Menschen trat, war dies eine Frage von weitreichender philosophischer, psychologischer und soziologischer Bedeutung. Merkwürdig erschien ihm, „dass, seitdem der Mensch geht, niemand sich jemals gefragt hat, warum er geht, wie er geht, ob er geht, ob er nicht besser gehen könnte, was er beim Gehen macht, ob es nicht ein Mittel gäbe, seinen Gang Vorschriften zu unterwerfen, zu verändern, zu analysieren“. Balzac fasste den menschlichen Gang als ein Denken in Bewegung („pensée en action“) und beklagte an diesem erkenntnistheoretischen Grenzfall die Hürden, die einer gesuchten Übereinstimmung von exakter Beobachtung mit den Gedankengängen des Beobachters selbst im Wege stünden: „Ist es nicht erschreckend, so viele unlösbare Probleme in einem gewöhnlichen Akt zu finden, in einer Bewegung, die achthunderttausend Pariser jeden Tag ausführen?“
  Ins Stolpern geriet auch ein den eigenen komplizierten Bewegungsapparat erforschender Beobachter wie Italo Svevos Romanheld Zeno Cosini, sobald er seine ganze Aufmerksamkeit auf just denselben Vorgang richtete, den er sonst quasi selbsttätig als reinen Willensakt vollführte. Hundert Jahre nach Balzacs Essay über die „Theorie des Gehens“ und zwei Jahrzehnte nach dem Erscheinen von Sigmund Freuds „Psychopathologie des Alltagslebens“ musste der als Ich-Erzähler seine Fehlleistungen protokollierende Analysand bekennen: „Aber noch heute, da ich darüber schreibe, geniert es die vierundfünfzig Bewegungsabläufe, wenn mir wer beim Gehen zuschaut, und ich bin drauf und dran hinzufallen.“
  Wie das „alltägliche Phänomen der menschlichen Bewegung in den Rang eines ungreifbaren Objekts aufgestiegen ist“, das sich der gesicherten Erkenntnis hartnäckig entzog, ist das Thema der Studie des Wissenschaftshistorikers Andreas Mayer. Der Autor bereits mehrerer Untersuchungen zur Geschichte der Psychoanalyse hat dazu einen immensen Fundus entlegener oder längst vergessener Literatur deutsch- und französischsprachiger Provenienz erschlossen, die sich aus unterschiedlichen anatomischen und physiologischen Perspektiven mit dem menschlichen Bewegungsapparat entweder theoretisch oder experimentell befassten, ohne doch je zu hieb- und stichfest gesicherten und objektivierbaren Erkenntnissen zu kommen, die – wie es die Wissenschaft verlangt – alle früheren und konkurrierenden Erkenntnisse und Methoden widerlegt hätten.
  Am Anfang war die noch ganz mechanisch aufgefasste Vorstellung vom Gehen als – mit den Worten des Philosophen Schelling – einem „beständig verhinderten Fallen“. Nur über das Wie dieses Vorgangs war die gelehrte Welt gespaltener Ansicht. In den 1830er-Jahren des angebrochenen industriellen Zeitalters blühten im Blick auf den in seine Einzelfunktionen zerlegten „Maschinenmenschen“ mechanistische Auffassungen, die den Beinapparat unabhängig von der Muskulatur fassen wollten: An sezierten Leichen gemachte anatomische Versuche führten zur Freude von Turnvätern, Fabrikbesitzern und Militär zur Erklärung und grafischen wie plastischen Demonstration des Beinmechanismus als des Resultats eines Schwingungsakts, bei dem sich die Füße wie Pendel durch bloße Schwerkraft fortbewegen.
  Anders und weitaus komplexer stellte sich der Beinapparat unter physiologischer Berücksichtigung muskulärer Vorgänge und der Wirkungen des Nervensystems dar. Dies führte zur Wiederentdeckung jener „Individualität des Ganges“, die bereits älteren philosophischen Spaziergängern wie Montaigne und Rousseau geläufig war, bevor der Frankfurter Naturwissenschaftler Hermann Meyer als Begründer der modernen Paläontologie mit der Erkenntnis, wonach „ein Jeder ,geht‘, wie er eben kann und mag“, um 1850 herum das Zeitalter der Flaneure, Feuilletonisten und anderer Meister in der Kunst der Umgehung einläutete.
  Der experimentelle Furor in der Geh- und Bewegungsforschung war grenzenlos: Vom Rund der anatomischen Kabinette griff er über in die Zirkusmanegen und von da hinaus auf die Pferderennbahnen. Der Jahrhundertstreit um die rechte Art der Dressur – ob man Pferden den menschlichen Willen aufzwingen oder ihren natürlichen Anlagen freien Lauf lassen sollte – spaltete in Frankreich nicht nur die gelehrten Hippologen, sondern die gesamte Nation. Von fahrbaren Dunkelkammern bis zu schienengeführten Miniatur-Dollys, Vorläufern von bei Filmaufnahmen gebräuchlichen Kamerawagen, wurden zur experimentellen Messung und optischen Darstellung von Fortbewegung allerlei Gadgets und seltsames Gerät erfunden. Die Wissenschaftler, die aus ihren Laboren hinaus unter den freien Himmel strömten, machten es den impressionistischen Freilichtmalern nach, und ihre feldmäßigen Versuchsstationen glichen, wie Andreas Mayer schreibt, einer „Kombination von Tierfarm, Zirkus, Exerzierplatz, Photoatelier und Maschinenmuseum“.
  Da Mayer über viele Seiten hinweg die von ihm ausgegrabene Literatur referiert und miteinander in Beziehung setzt, muss der Leser manche Durststrecken hinnehmen. Erleichtert wird ihm dies durch eine flüssige Wissenschaftssprache, die keinen der heute üblichen Mode- und Fachjargons pflegt. Offensichtlich ist seinem Buch das in der wissenschaftlichen Literatur heute selten gewordene Glück eines guten Lektorats zuteil geworden.
  Illustriert ist es mit ziemlich exotisch wirkendem mechanischen und optischen Gerät wie Dampfwagen und Wegemesser, Gängelband, Fußbrett und Hüftendreher, Stroposkop, Phenakistiskop und anderem bizarren Zauber einer unvollendeten, an ihrem widerspenstigen Objekt und an der Fülle und Vielfalt sämtlicher Unregelmäßigkeiten und Abweichungen von der unauffindbaren Norm gescheiterten Wissenschaft. Schade nur, dass die Nachbarschaft des Gehens zum Tanz als einem weiteren Phänomen, das die Wissenschaft, die Literatur und die Künste vor ähnliche Herausforderungen stellte, von Mayer allenfalls en passant berührt wird. So oder so bleibt am Ende der Triumph jenes von einstigen Kutschenbenutzern wie von heutigen Autofahrern aus ihren – wie der notorische Fußreiser Karl Philipp Moritz schrieb – „rollenden Kerkern“ heraus argwöhnisch bestaunten „Wundertiers“ namens Fußgänger, dessen langsamer, zuweilen stolpernder und eher zielloser Gang sich allen Berechnungen entzieht. Mit Johann Jakob Seume, dem vor 250 Jahren geborenen „Spaziergänger nach Syrakus“, bliebe also festzuhalten, „dass alles besser gehen würde, wenn man mehr ginge“, am besten – wie Verlaine über seinen Dichterfreund Rimbaud schrieb – „mit Fußsohlen aus Wind“.
Wie entschlüsselt man das Geheimnis des Gehens? „Animal Locomotion“ von Eadweard Muybridge, 1887.
FOTO: BRIDGEMANART.COM
    
  
  
Andreas Mayer: Wissenschaft vom Gehen. Die Erforschung der Bewegung im 19. Jahrhundert, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013. 311 Seiten, 19,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Besprechung von 03.09.2013
Und wenn ich geh, dann geht nur ein Teil von mir
Physik und Wille in seltenem Einklang: Bei seiner Darstellung der menschlichen Fortbewegung nimmt der Wissenschaftshistoriker Andreas Mayer zu früh einen Gang heraus

Bekannt ist die kleine Geschichte vom Tausendfüßler, der gefragt wurde, wie er das eigentlich mache: Mit tausend Füßen gehen. Bis dahin hatte er nie Probleme mit seinem Gang gehabt; doch als er jetzt nachzudenken begann, kam er mit seinen vielen Füßen nicht mehr zurecht und stolperte fortan durchs Unterholz. Obwohl wir Menschen längst nicht so üppig befußt sind wie die Tausendfüßler, geht es uns nicht viel anders als ihnen. Wir denken nicht über unser Gehen nach; warum sollten wir auch: Es klappt ja in aller Regel ganz gut.

Und wenn wir dann nachdenken, beginnen die Verlegenheiten. Wir vermögen nicht zu sagen, wie wir es anstellen zu gehen; und je angestrengter wir es herauszufinden versuchen, desto unsicherer und ungelenker wird unser Gang. Aus dem Tanzkurs ist dieser Effekt wohlbekannt: Solange wir die neu gelernten Tanzschritte bewusst auszuführen versuchen, bleiben sie steif und tapsig. Das richtige Tanzen beginnt erst, wenn das Denken aufhört.

So weit geht es uns also nicht viel anders als den Tausendfüßlern. Aber wir Menschen haben einen Trick erfunden, mit dem wir dann doch allerhand über unser Gehen herausfinden können, ohne dabei ins Stolpern zu geraten. Wir denken nicht über unser jeweils eigenes Gehen nach, sondern beobachten das unserer Mitmenschen. Die dadurch entstehende Distanz zum Gegenstand unseres Wissensdranges verhindert nicht nur, dass der Wissen-Wollende ins Stolpern gerät, sondern ermöglicht auch einen objektivierenden Zugang; das Gehen erscheint nicht länger als etwas, in das wir selbst involviert sind, sondern als ein beliebiger, fremder Vorgang.

Dass es sich bei dieser Verfremdung um einen "Trick" handelt, ist natürlich eine grobe Simplifizierung. Denn tatsächlich war eine Fülle von kulturellen, theoretischen und methodischen Voraussetzungen zu erfüllen, damit ein so gewöhnlicher und (scheinbar) simpler Vorgang wie das menschliche Gehen zum Gegenstand einer systematischen Forschung werden konnte. Wie Andreas Mayer uns in seinem Buch wissen lässt, wurden einige dieser Voraussetzungen im achtzehnten Jahrhundert geschaffen, als das selbstbewusster werdende Bürgertum eine eigene "Gehkultur" erfand, mit der es sich von der Welt des Adels abgrenzte. Während der Aristokrat in der Kutsche fuhr, ging der Bürger zu Fuß. Nicht nur Rousseau erklärte den Spaziergang im Freien und die Fernreise zu Fuß zur natürlichsten und besten Form der Fortbewegung: Sie bringe den gehenden Menschen in Kontakt mit der Natur und mit anderen Menschen, sie stärke seine Kraft und seine Gesundheit. Aber auch das Militär interessierte sich verstärkt für das richtige Gehen, freilich nicht der Bürger, sondern der Truppe. Das Marschieren wurde zum Gegenstand rationaler Erörterungen, die bis an die Schwelle einer experimentellen Erforschung der Mechanik des Gehens führten.

Endgültig überschritten wurde diese Schwelle dann im neunzehnten Jahrhundert. In Frankreich rückte die Physiologie zu einer Art Modewissenschaft auf und die Bewegung von Mensch und Tier zu einem ihrer Lieblingsthemen. Selbst Honoré de Balzac konnte der Versuchung nicht widerstehen, im Jahre 1833 eine "Theorie des Gehens" vorzulegen, in der er sich darüber wunderte, wie groß die Schwierigkeiten waren, die das Gehen seiner wissenschaftlichen Durchleuchtung entgegensetzt: "Ist es nicht erschreckend, so viele unlösbare Probleme in einem gewöhnlichen Akt zu finden, in einer Bewegung, die achthunderttausend Pariser jeden Tag ausführen?"

Doch von unlösbaren Problemen wollte die Wissenschaft nichts wissen und so machten sich zur gleichen Zeit, als Balzac in Paris über sie klagte, im fernen Göttingen zwei junge Wissenschaftler an die experimentelle Arbeit. Die Brüder Eduard und Wilhelm Weber verfolgten einen rein physikalischen Ansatz bei der Erforschung der "menschlichen Gehwerkzeuge". Ihr Anspruch bestand darin, für dieses Phänomen dasselbe zu leisten, was Newton für die Bewegung der Himmelskörper vollbracht hatte: Eine Erklärung, die allein auf den strukturellen Merkmalen des menschlichen Körpers und den üblichen physikalischen Bewegungsgesetzen beruhe und etwa den Willen des Gehenden ausklammerte. Zwar stellten sich einige der zentralen Behauptungen der Brüder Weber später als falsch heraus, ihr radikaler Physikalismus sollte sich aber als wegweisend für große Teile der nachfolgenden Forschung erweisen.

Die erfolgreiche Durchführung dieses Programms hing vor allem von der Entwicklung effizienter Methoden zur Beobachtung, Aufzeichnung und Messung des gesunden wie pathologischen Gehens ab. Zu den eindrucksvollsten Errungenschaften auf diesem Gebiet gehörte die vor allem von Étienne-Jules Marey in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelte Chronophotographie, bei der das kontinuierliche Gehen durch rasch aufeinanderfolgende Photographien in eine Sequenz einzelner Bilder zerlegt wurde.

Andere Forscher zogen die "Abdruckmethode" vor, bei der Abdrücke der gefärbten Füße des Probanden auf Papier festgehalten und ausgewertet wurden. Auch wurden kleine Tintenröhrchen an den Schuhen befestigt, so dass der Schwung der Beine elegante Kurvenbilder auf Papier hinterließ. Mayers Darstellung gibt einen lebhaften Eindruck von der experimentellen Phantasie und dem technischen Raffinement der französischen und deutschen Gangforscher. Ebenso von ihrem Eifer, aus den erzielten Ergebnissen Schlussfolgerungen für die Verbesserung der bildenden Künste - wie müssen stehende oder gehende Menschen dargestellt werden -, für das Militär - wie muss marschiert und paradiert werden - oder für die Reform des ordinären Gehens - wie können die zivilisatorischen Zwänge abgeschüttelt und die natürlich schöne Gangart wiedergewonnen werden - zu ziehen und öffentlich zu propagieren.

Das Buch konzentriert sich auf die Empirisierung und Experimentalisierung des Gehens und stellt sie erstmals zusammenhängend dar. Dass die parallel dazu entwickelten evolutionären Deutungen ausgespart bleiben, ist daher verständlich; obwohl sie doch immerhin von der Frage handeln, warum sich unsere Vorfahren überhaupt von vier auf zwei Füße aufgerichtet und damit überhaupt erst begonnen haben zu "gehen". Unverständlich bleibt allerdings, warum Andreas Mayer seine Erzählung an der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert abbricht und nicht wenigstens eine kurze Vorschau auf den Fortgang der experimentellen Gangforschung gibt, die durchaus noch einige spannende Kapitel bereithalten sollte.

KURT BAYERTZ

Andreas Mayer: "Wissenschaft vom Gehen". Die Erforschung der Bewegung im 19. Jahrhundert. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 2013. 320 S., geb., 17,99 [Euro].

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Verblüfft schaut Kurt Bayertz Balzac beim Gehen, quatsch, bei der Verfertigung einer Theorie des Gehens zu, von der ihm wiederum Andreas Mayer in seinem Buch berichtet. Auch rein physikalische Ansätze werden im Buch behandelt, wie Bayertz erläutert, der dem Buch insgesamt einen lebhaften Eindruck von der Fantasie und der technischen Gewandtheit der Gangforscher entnimmt, ihrem Reformwillen das Gehen betreffend bei Kunst und Militär. Dass der Autor die Empirisierung und Experimentalisierung des Gehens hier erstmals zusammenhängend darstellt, findet Bayertz zwar bemerkenswert, allerdings vermisst er die evolutionären Deutungen im Band sowie einen Ausblick auf die Gangforschung im 20. Jahrhundert.

© Perlentaucher Medien GmbH
Mayers Buch ist penibel recherchiert, wissenschaftlich präzise und äußerst lehrreich. Da geht was!