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»Ich glaube mehr denn je, es ist die Literatur, die uns, den schwankenden Akteuren des 21. Jahrhunderts, die alten, stabilisierenden Verbindungen zur Natur garantieren könnte.« Überholte Tiere? Im Gegenteil, sie sind, so scheint es, wieder in Mode gekommen, stellt Brigitte Kronauer auf ihren poetischen wie poetologischen Streifzügen fest. In Flora und Fauna trifft sie Goethe und Grzimek, E. T. A. Hoffmann und Hagenbeck, Ror Wolf und seinen animalischen Namensvetter, um dem Verhältnis von Poesie und Natur auf die Spur zu kommen.…mehr

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Produktbeschreibung
»Ich glaube mehr denn je, es ist die Literatur, die uns, den schwankenden Akteuren des 21. Jahrhunderts, die alten, stabilisierenden Verbindungen zur Natur garantieren könnte.« Überholte Tiere? Im Gegenteil, sie sind, so scheint es, wieder in Mode gekommen, stellt Brigitte Kronauer auf ihren poetischen wie poetologischen Streifzügen fest. In Flora und Fauna trifft sie Goethe und Grzimek, E. T. A. Hoffmann und Hagenbeck, Ror Wolf und seinen animalischen Namensvetter, um dem Verhältnis von Poesie und Natur auf die Spur zu kommen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Seitenzahl: 295
  • Erscheinungstermin: 26.09.2015
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783608108316
  • Artikelnr.: 42730438
Autorenporträt
Brigitte Kronauer, 1940 in Essen geboren, lebt als freie Schriftstellerin in Hamburg. Ihr schriftstellerisches Werk wurde unter anderem mit dem Fontane-Preis der Stadt Berlin, mit dem Heinrich-Böll-Preis, dem Hubert-Fichte-Preis der Stadt Hamburg, dem Joseph-Breitbach-Preis und dem Jean-Paul-Preis ausgezeichnet. Ihr Werk, darunter die gefeierten Romane »Teufelsbrück«, »Verlangen nach Musik und Gebirge« und »Gewäsch und Gewimmel«, ist bei Klett-Cotta erschienen. 2005 wurde ihr von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung der Büchner-Preis verliehen.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensentin Katharina Teutsch freut sich, dass Brigitte Kronauer alle ihre Prosaminiaturen und Vorlesungen zur Natur und Poesie nun in einem gesonderten Doppelband herausgegeben hat. So hat der Leser erstmals die Möglichkeit, das poetologische Referenzsystem der Autorin auch thematisch zu ergründen, verspricht die Kritikerin, die Kronauers intime, auf jeglichen Eskapismus verzichtende Gespräche mit der Natur mit Genuss gelesen hat. Tief beeindruckt vermerkt Teutsch darüber hinaus, wie die Autorin sich der Natur theoretisch, aber doch ganz ohne Diskurs nähert. Nicht zuletzt lobt sie den herrlichen zweiten Band, in dem Kronauer sich auch ganz praktisch, etwa mit Blick auf Meister Bertrams Grabower Flügelaltar, mit Natur befasst.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 12.01.2016
Die Gefahr lauert im Hirschgeweih
Brigitte Kronauer wuchert mit Botanik: "Poesie und Natur / Natur und Poesie"

"Klingt das nicht betörend?" Brigitte Kronauer deklamiert in einem Essay über die Niederelbe: "Ästiger Ingelkolben, Krückenkegelmoos, Torfmosaikjungfer, Hufeisenazurjungfer?" Mit solchen botanischen Pfunden lässt sich auch im Reich der Sprache wuchern, und wenn man nicht achtgibt, dann führt das promiske Grünzeugs ein wildes Eigenleben, da muss die Prosa kaum noch hinterhernaturalisieren.

"Poesie und Natur / Natur und Poesie" heißt der jetzt im Hausverlag der Autorin erschienene Doppelband mit Vorlesungen und Prosaminiaturen. Alle Texte sind bereits an anderer Stelle erschienen. Und doch ist es gut, sie nun unters Naturregister zu ordnen. Denn hier zeigt sich das poetologische Referenzsystem der Kronauer einmal nicht wie in vorangegangenen Essaybänden personell, sondern thematisch. Nicht umsonst gehören Jean Paul, Joseph Conrad, Herman Melville, Wilhelm Raabe, Elias Canetti und Ror Wolf, über die Kronauer immer wieder schöne, nachdenkliche Stücke verfasst hat, zu den Lieblingen der Autorin.

Wilhelm Raabes Verdikt über seine Zeitgenossen von 1890 - "Es ist wirklich, als könnten sie nichts Grünes mehr sehen!" - hat auch Kronauer zu einem ihrer Leitanliegen gemacht. "Lassen wir die Natur, das große, empfindliche Wirkungsgewebe (worauf bereits in den siebziger Jahren der damals als ,Club der Schwarzseher' verhöhnte Club of Rome hingewiesen hat), als Rohstofflieferant und rächende Bedrohung drei Minuten außer Acht. Reden wir, die luxuriösen Bewohner der (noch) Komfortzone, von Natur aus einer in der öffentlichen Diskussion fast vollständig ins Abseits geratenen Perspektive, nämlich als Landschaft, die sich pragmatischen Aspekten entzieht, ein herzbewegendes, nicht verrechenbares Geschenk für Augenblicke, das von den Dichtern, nicht den Ökologen, in der Vergangenheit seit der Antike oft und heiß, wie sonst noch die Liebe, besungen worden ist."

Wie macht man das also, eine Landschaft besingen, ohne dabei in eskapistische Naturschwärmerei zu verfallen? Man unterhält sich mit ihr, man nimmt sie nicht als mythische Urlandschaft wahr, sondern als zeitgenössisches Gelände, das zu neuen Mythen oder einem sonst wie magischen Zugriff einlädt. Und noch etwas teilen faunische wie florale Natur mit dem Poetischen: Es ist ein Zugriff auf die Welt, der ohne "Diskurs" auskommt. "Als Garant und Komplize eines anderen auch in uns, das sich sperrt gegen Extraktion und Bilanz."

In "Teufelsbrück", ihrem großen Romanwurf aus dem Jahr 2000, der im "Alten Land" an der Elbe spielt, hat Brigitte Kronauer vorgemacht, wohin undurchsichtige Liebschaften in ungezähmten Landschaften führen, vor allem aber wohin sie das Schreiben treiben können. Ein ekstatischer Liebesreigen auf mehr als fünfhundert Seiten begeisterte die Kritik fast ausnahmslos. Kronauer war es gelungen, in einer Art Naturreservat etwas zutiefst Künstliches zu züchten: ein Liebeswahnbild und ein perfektes Verbrechen: voilà, das Schreibbiotop der Kronauer!

Damit es aber nicht zu viel der Theorie wird, ist dem Band ein zweiter beigegeben. Ein rotes Leinenbüchlein ergänzt den Poesie-Natur-Zusammenhang um ein paar Stücke aus der Praxis. Der Grabower Flügelaltar, gestaltet von einem der bedeutendsten Maler der Gotik, ist heute in der Hamburger Kunsthalle zu sehen und lässt sich bei einer Spannweite von fast siebeneinhalb Metern in mehrere Teile aufklappen. Meister Bertrams Schöpfungsgeschichte, die auch die Erschaffung der Tiere beinhaltet, hat Kronauer im Jahr 2014 zu dem Hörspiel "Herr Hagenbeck hirtet" inspiriert. Ein etwas besserwisserischer Mann und seine Frau stehen, staunen und diskutieren vor dem Tierpanorama - "Die Tiere sollten, sogar noch im Mittelalter, Einzelheiten, Charaktereigenschaften Gottes, der Welt und der Menschen darstellen. Das war überhaupt ihre einzige Existenzberechtigung" -, bis die Tiere irgendwann aufwachen und sich einen Reim auf ihre Exponiertheit machen.

Was tun die Besucher, die ihrer ansichtig werden? "Besäuseln und Besaufen am Goldgrund gotischer Gläubigkeit." Nun ja, möglich. Aber Kronauer macht noch einen anderen Vorschlag. Sagt der Esel: "Gerade aber weil wir ihre Sprache nicht sprechen, sind wir ... Poesie." Darauf zielt die Autorin also, nicht auf das Meditative, sondern auf das Widerständige und Gefährliche, das im Naturgeäst ebenso lauert wie im Hirschgeweih. Mit Kronauers Cicerone durch die Bertramsche Schöpfungsgeschichte gesprochen, heißt es auch für dieses Doppelbuch: "Das Aparteste zum Schluss, Liebling. Als Allerletztes, auch wenn es sich um den Anfang der Welt handelt."

KATHARINA TEUTSCH

Brigitte Kronauer: "Poesie und Natur / Natur und Poesie".

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2015. 2 Bände im Schuber, zus. 295 S., geb., 29,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Darauf zielt die Autorin also, nicht auf das Mediative, sondern auf das Widerständige und Gefährliche, das im Naturgeäst ebenso lauert wie im Hirschgeweih. Mit Kronauers Cicerone durch die Bertramsche Schöpfungsgeschichte gesprochen, heißt es auch für dieses Doppelbuch: "Das Aparteste zum Schluss, Liebling. Als Allerletztes, auch wenn es sich um den Anfang der Welt handelt."" Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.1.2016 "Brigitte Kronauer schreibt in einer Genauigkeit des Sehens, die versucht, nichts außer Acht zu lassen. All ihr Beobachten, sei es als Wahrnehmung, als Denkleistung oder als Evokation, setzt ein mitwirkendes Unterscheiden voraus." Jürgen Verdofsky, Frankfurter Rundschau, 29.12.2015 "Eine lohnende Lektüre, in der, einmal mehr, der unnachahmliche Blick dieser Autorin zu entdecken ist, mit dem sie Anklänge an das "sanfte Gesetz" aufspürt, das Adalbert Stifter einst als sein persönliches, ins Allgemeine gehobene Prinzip Hoffnung beschwor, ohne dadurch selbst zur Sanftheit beruhigt werden zu können." Otto A. Böhmer, Wiener Zeitung, 19.12.2016