Mein Nachbar Totoro
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Japan, Ende der 50er Jahre: Die elfjährige Satsuki und ihre vierjährige Schwester Mei ziehen mit ihrem Vater in ein altes Bauernhäuschen auf dem Land. Die Familie möchte näher bei ihrer Mutter sein, die sich in einem Krankenhaus in der Nähe von einer schweren Krankheit erholt. Einige Tage nach dem Einzug entdeckt die kleine Mei beim Spielen im Wald eine verborgene Höhle. Hier lebt eine riesige Kreatur, die einer Mischung aus Eule und Katze ähnelt. Mei freundet sich mit dem seltsamen, aber gutherzigen Wesen an, das sie auf den Namen Totoro tauft. Wenig später begegnet auch ihre Schwester…mehr

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Produktbeschreibung
Japan, Ende der 50er Jahre: Die elfjährige Satsuki und ihre vierjährige Schwester Mei ziehen mit ihrem Vater in ein altes Bauernhäuschen auf dem Land. Die Familie möchte näher bei ihrer Mutter sein, die sich in einem Krankenhaus in der Nähe von einer schweren Krankheit erholt. Einige Tage nach dem Einzug entdeckt die kleine Mei beim Spielen im Wald eine verborgene Höhle. Hier lebt eine riesige Kreatur, die einer Mischung aus Eule und Katze ähnelt. Mei freundet sich mit dem seltsamen, aber gutherzigen Wesen an, das sie auf den Namen Totoro tauft. Wenig später begegnet auch ihre Schwester Satsuki Totoro zum ersten Mal. Für die Mädchen ist es der Beginn eines Sommers voller phantastischer Abenteuer mit dem freundlichen Waldwesen...

Bonusmaterial

- Kapitel- / Szenenanwahl - Animiertes DVD-Menü - DVD-Menü mit Soundeffekten
  • Produktdetails
  • Anzahl: 1 DVD
  • Hersteller: Universum Film
  • Gesamtlaufzeit: 82 Min.
  • Erscheinungstermin: 15. Oktober 2007
  • FSK: ohne Alterseinschränkung gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Japanisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 16:9 (anamorph codiert), PAL
  • Tonformat: Deutsch DD 2.0 Stereo ...
  • EAN: 0828767511696
  • Artikelnr.: 23005166
Autorenporträt
Hayao Miyazaki wurde 1941 in Tokyo geboren und zählt zu den größten Regisseuren, Animatoren und Manga-Schriftstellern. Nach seinem Abschluss als Diplomwirtschaftswissenschaftler an der Gakushuin-Universität, begann er 1963 als Animator für Toei Doga (Toei Animation Studio) zu arbeiten. Auf diesem Gebiet wirkte er bei der Produktion zahlreicher Meisterstücke des japanischen Zeichentricks mit. 1968 begann er, als Chefzeichner für die Serie "Taiyo no Oji Horus no Daiboken" ("The Little Norse Prince Valiant") zu arbeiten. Seine unglaubliche Fähigkeit zu zeichnen und der unerschöpfliche Ideenreichtum, den er für die Filme parat hatte, zog von Anfang an große Aufmerksamkeit auf sich und seit dieser Serie gilt er als herausragendes Talent. 1971 wechselte er zu A Pro und zwei Jahre später zu Nippon Animation. 1978 führte er erstmals bei einer TV-Serie Regie. Bei dieser Serie handelte es sich um "Mirai Shonen Conan" ("Future Boy Conan"). Bereits 1979 verließ er Nippon Animation wieder, da
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 09.01.2008

Im Lichte junger Mädchenblüte
Der schönste Zeichentrickfilm der Welt: "Mein Nachbar Totoro"

Miyazaki Hayao: "Mein Nachbar Totoro".

Universum Film, Studio Ghibli Collection, 2 DVDs. 83 Min., Deutsch, Japanisch. Extras: Storyboards, Making Of, Trailer.

1988 ging ein kleines Filmstudio in Tokio ein Wagnis ein, das seit fast einem halben Jahrhundert, seit Walt Disney 1940 "Pinocchio" und "Fantasia" in die Kinos gebracht hatte, niemand mehr riskieren wollte: die Premiere von zwei abendfüllenden Zeichentrickfilmen eines einzigen Studios in einem Jahr. Konnte man Disney noch zugutehalten, dass er lediglich über die Erfahrung von "Schneewittchen und die sieben Zwerge" verfügte, der es 1938 zum erfolgreichsten Film aller Zeiten gebracht hatte (ehe er durch "Vom Winde verweht" abgelöst wurde), wussten Takahata Isao und Miyazaki Hayao genau, was sie taten. Und während zwischen den Startterminen von "Pinocchio" und "Fantasia" wenigstens noch ein halbes Jahr gelegen hatte, kamen die beiden neuen Werke der japanischen Regisseure gleichzeitig im Frühjahr heraus: unter dem öffentlich verkündeten Motto "Die Vergangenheit kehrt zurück".

Damit war eine weitere Besonderheit der beiden Filme angesprochen. Sowohl "Die letzten Glühwürmchen" als auch "Mein Nachbar Totoro" erzählen historische Geschichten. Allerdings nicht solche, für die das japanische Kino international berühmt ist (Samurai-Erzählungen), sondern von jener Art, die sich in Japan selbst seit den siebziger Jahren größter Beliebtheit erfreute: Ereignisse aus Kriegs- und früher Nachkriegszeit. "Die letzten Glühwürmchen" erzählt vom Schicksal eines vierzehnjährigen Jungen im bombenzerstörten Kobe des Jahres 1945, der versucht, seine kleine Schwester vor dem Tod zu bewahren; "Mein Nachbar Totoro" ist dagegen etwas später, im ländlich-idyllischen Japan der fünfziger Jahre angesiedelt.

Dieser Doppelschlag aus surrealistischer Tragödie und federleichter Komödie veränderte die riesige japanische Trickfilm-Branche nachhaltig. Takahatas und Miyazakis Ghibli-Studio hatte zuvor erst einen Film fertiggestellt - Miyazakis "Schloss im Himmel" von 1986 -, und dieses Werk stand als blendend gezeichnete, aber bewusst zeit- und ortlos gehaltene Fantasy-Geschichte noch ganz in der Tradition der japanischen Anime, die gerne auf westliche Figurenbilder und Dekors zurückgriffen, weil man nicht glaubte, dass sich ein kindliches Publikum oder gar der Exportmarkt für genuin japanische Themen interessieren könnte. Takahata und Miyazaki arbeiteten seit den frühen siebziger Jahren zusammen, jeweils wechselweise als Regisseur, Produzent oder Chefanimator, und hatten ihren Durchbruch 1974 mit der Fernsehtrickfilmserie "Heidi" erlebt. Miyazaki fragte sich damals, ob man eine solch nostalgische Erzählung auch vor japanischem Hintergrund erzählen könnte. Seine Antwort darauf erfolgte anderthalb Jahrzehnte später mit "Mein Nachbar Totoro".

Nicht, dass dieser Film irgendetwas gemein hätte mit dem Heidi-Stoff. Im Mittelpunkt stehen zwei Mädchen, die achtjährige Satsuki und ihre halb so alte Schwester Mei. Mit ihrem Vater, einem Archäologen aus Tokio, ziehen sie zum Beginn der Handlung aufs Land um: in einem dreirädrigen kleinen Lastauto, wie es für das Japan der fünfziger Jahre so typisch war, und zu einer beschwingten Melodie, die sofort an Jacques Tatis Filmporträts des ländlichen Frankreich denken lässt. Miyazaki ist ein exzellenter Kenner der Filmgeschichte, und die subtile Einarbeitung aller möglichen Einflüsse hat ihn in den letzten Jahren zum geachtetsten Trickfilmer der Welt gemacht.

Deutschland darf sich dabei zugutehalten, dem Regisseur mit dem Goldenen Bären der Berlinale 2002 für "Chihiros Reise" den ersten großen internationalen Preis verliehen zu haben. Doch vorher war hierzulande keiner seiner Kinofilme auf DVD erhältlich, und erst jetzt, nachdem mit "Das wandelnde Schloss" noch ein neunter dazugekommen ist, hat Universum Film die prachtvolle Studio-Ghibli Collection seiner Filme abgeschlossen: mit "Mein Nachbar Totoro", auf den man derart lange warten musste, dass sich bei Miyazaki-Liebhabern japanische, koreanische, französische und englische Ausgaben angesammelt hatten.

Dieser Film ist nicht weniger als einer der gelungensten Animationsfilme aller Zeiten, aus meiner Sicht neben "Fantasia" der beste und ganz sicher der schönste. Das unglaubliche Gespür, das Miyazaki für weibliche Hauptfiguren entwickelt hat, kommt hier erstmals voll zum Tragen, weil nach seinem riesigen Erfolg mit "Nausicaa" von 1984, der ihm und Takahata den Weg zum eigenen Studio geebnet hatte, nun das Rollenbild der starken Frau ergänzt wurde durch die Lebendigkeit der kleinen Mädchen - die auf ihre Weise nicht weniger Kraft brauchen als die Science-Fiction-Kämpferin Nausicaa.

Vor allem aber, wie Miyazaki das Japan seiner eigenen Kindheit porträtiert, ist meisterhaft. Die hohen Frühlingshimmel über den Reisfeldern und die alten Holzhäuser geben grandiose Dekors ab, die nichts Exotisches haben, sondern in jeder Szene von der tiefen Liebe des Regisseurs zu seiner Heimat sprechen. Und dann ist da die Titelfigur, der zeichnerische Geniestreich Totoro (eine japanischen Abwandlung von "Troll"), eine Art Geist, wie es unter der Sammelbezeichnung kami so viele im Volksglauben Japans gibt. Doch dieser Waldgeist ist der liebenswerteste, den man sich denken kann, und schon die drei Minuten, in denen er und Satsuki sich zum ersten Mal begegnen, im Regen an einer Bushaltestelle, garantieren Miyazaki seinen Platz im Kinohimmel.

Man sollte unbedingt die Ausgabe mit Bonus-DVD erwerben, denn auf ihr sind zur kompletten Tonspur des Films die passenden Entwurfs- und Animationszeichnungen zu sehen, so dass man die Entwicklung der Figuren und Szenen auf wunderbar anschauliche Weise dokumentiert bekommt. Der Blick in das recht kurze Making Of zeigt zudem, wie schön der Film für die Ghibli Collection restauriert worden ist, denn die alten Ausschnitte fallen dagegen deutlich ab. Und zu guter Letzt erwirbt man mit "Mein Nachbar Totoro" ein gutes Stück japanische Kulturkompetenz - und sei es nur, um solche Begeisterungsschreie des einheimischen Bodenpersonals einordnen zu können, wie ich sie vor zwei Jahren am Flughafen von Tokio hören durfte, als in meinem Handgepäck eine Totoro-Stoffpuppe zum Vorschein kam. Miyazakis Film gilt in Japan als wahrer Nationalschatz, aber er ist ein Weltfilm.

ANDREAS PLATTHAUS

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