Das Schloss im Himmel
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Das Waisenmädchen Sheeta besitzt einen magischen Kristall, der in Verbindung zum legendären Himmelskönigreich Laputa steht. Doch der böse Musca und eine Bande Luftpiraten wissen um das Geheimnis des Steines und wollen ihn in ihren Besitz bringen. Gemeinsam mit dem mutigen Jungen Pazu besteht Sheeta auf der Flucht vor ihren Verfolgern viele Abenteuer, bis beide den Weg zu den Ruinen des alten Königreichs finden. Sheeta und Pazu gewinnen die Luftpiraten als Verbündete und müssen nun gemeinsam gegen den furchtbaren Musca kämpfen, der mit aller Gewalt die Macht über Laputa an sich bringen will.…mehr

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Produktbeschreibung
Das Waisenmädchen Sheeta besitzt einen magischen Kristall, der in Verbindung zum legendären Himmelskönigreich Laputa steht. Doch der böse Musca und eine Bande Luftpiraten wissen um das Geheimnis des Steines und wollen ihn in ihren Besitz bringen. Gemeinsam mit dem mutigen Jungen Pazu besteht Sheeta auf der Flucht vor ihren Verfolgern viele Abenteuer, bis beide den Weg zu den Ruinen des alten Königreichs finden. Sheeta und Pazu gewinnen die Luftpiraten als Verbündete und müssen nun gemeinsam gegen den furchtbaren Musca kämpfen, der mit aller Gewalt die Macht über Laputa an sich bringen will. Jetzt liegt das Schicksal von Laputa in ihren Händen...

Bonusmaterial

- Kinotrailer - Trailer von anderen Filmen - Kapitel- / Szenenanwahl - Making Of - Storyboards zum kompletten Film - Original japanische Trailer & TV-Spots - Original japanisches Opening & Ending - Die Geschichte des Schlosses - Studio Ghibli auf DVD
  • Produktdetails
  • Anzahl: 1 DVD
  • Hersteller: Universum Film
  • Gesamtlaufzeit: 124 Min.
  • Erscheinungstermin: 13. November 2006
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Japanisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 16:9 (anamorph codiert), PAL
  • Tonformat: Deutsch DD 2.0 Stereo ...
  • EAN: 0828767671796
  • Artikelnr.: 20903951
Autorenporträt
Hayao Miyazaki wurde 1941 in Tokyo geboren und zählt zu den größten Regisseuren, Animatoren und Manga-Schriftstellern. Nach seinem Abschluss als Diplomwirtschaftswissenschaftler an der Gakushuin-Universität, begann er 1963 als Animator für Toei Doga (Toei Animation Studio) zu arbeiten. Auf diesem Gebiet wirkte er bei der Produktion zahlreicher Meisterstücke des japanischen Zeichentricks mit. 1968 begann er, als Chefzeichner für die Serie "Taiyo no Oji Horus no Daiboken" ("The Little Norse Prince Valiant") zu arbeiten. Seine unglaubliche Fähigkeit zu zeichnen und der unerschöpfliche Ideenreichtum, den er für die Filme parat hatte, zog von Anfang an große Aufmerksamkeit auf sich und seit dieser Serie gilt er als herausragendes Talent. 1971 wechselte er zu A Pro und zwei Jahre später zu Nippon Animation. 1978 führte er erstmals bei einer TV-Serie Regie. Bei dieser Serie handelte es sich um "Mirai Shonen Conan" ("Future Boy Conan"). Bereits 1979 verließ er Nippon Animation wieder, da
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 08.06.2006

Unschuld muß viel leiden
Zwanzig Jahre nach seiner Entstehung kommt einer der größten Zeichentrickfilme in die deutschen Kinos: "Das Schloß im Himmel" von Miyazaki Hayao

Walt Disney hat sich nur einmal getraut, einen Zeichentrickfilm zu produzieren, der zwei Stunden überschreitet: "Fantasia" von 1940. Trotz dem gewaltigen Triumph mit dem achtzigminütigen "Schneewittchen und die sieben Zwerge" drei Jahre zuvor glaubte Disney nicht, daß das Publikum für längere Laufzeiten bereit wäre. Er wagte es bei "Fantasia" nur deshalb, weil das ein Episodenfilm war, und nachdem er die Erwartungen enttäuschte, ließ Disney ihn auch drastisch kürzen. Danach riskierte erst wieder Ralph Bakshi mit seiner Adaption des "Herrn der Ringe" 1977 einen Trickfilm von mehr als zwei Stunden. Der dritte war dann Miyazaki Hayao.

Sein Film "Das Schloß im Himmel" kam am 2. August 1986 in die japanischen Kinos, und jede der 124 Minuten ist ein Zauberkunststück. Heute, fast zwanzig Jahre später, aber noch nicht zu spät, startet er auch in Deutschland. Es ist ein sehr seltenes Phänomen, daß so alte Werke noch ihr Debüt auf der Leinwand erleben; Alexander Askoldows "Kommissarin" wäre zu nennen oder Frank Beyers "Spur der Steine", doch da gab es jeweils ideologische Gründe, die dafür gesorgt hatten, daß die Filme zuvor in der Versenkung verschwunden waren. Bei Miyazaki liegt der Fall anders: Man hat seine Trickfilme in Deutschland lange Zeit übersehen.

Das ist heute anders, und Deutschland darf sich sogar rühmen, mit dem Goldenen Bären der Berlinale 2002 für "Chihiros Reise" dem erfolgreichsten japanischen Regisseur aller Zeiten dessen erste große internationale Ehrung verliehen zu haben. Kurz zuvor erst war mit "Prinzessin Mononoke" überhaupt ein Miyazaki-Film in deutsche Kinos gelangt. Er präsentierte uns eine Bildsprache, die ihresgleichen in der Welt nicht hat. Denn Miyazaki ist ein grandioser Eklektizist, der auf starke europäische Einflüsse in Graphik und Narration setzt, ohne dabei seine japanischen Wurzeln zu verleugnen.

Das macht seine Filme weltweit so erfolgreich, doch für die Erklärung der immensen Begeisterung in Japan selbst ist es nicht hinreichend. Dazu muß man wissen, daß Miyazaki als erster in seinem Land Animationsfilme machte, die das übliche feste Schema verließen, indem sie Geschichten erzählten, die allen Generationen etwas zu bieten haben. Zwar ist ausnahmslos ein junges Mädchen Dreh- und Angelpunkt seiner Filme, doch deren Anspielungsreichtum bei Stoff und Dekor ist so groß, daß noch der anspruchsvollste Zuschauer sich bestens unterhalten fühlt.

Für die Japaner speziell hat er trotz aller Liebe zu Europa immer wieder traditionelle Anknüpfungspunkte zu bieten. So ist der wichtigste Holzschnittkünstler des zwanzigsten Jahrhunderts, Hasui Kawase, in Farbgebung und Naturdarstellung für Miyazaki ein viel wichtigerer Einfluß als die immer wieder genannten Walt Disney und der Mangazeichner Tezuka Osamu. In "Das Schloß im Himmel" kann man Dutzende Beweise dafür finden.

Der Film entstand als erste Arbeit von Miyazakis Ghibli-Studio. Damals schon bildete sich die heute noch gültige, weltweit einmalige Struktur dieser geradezu mittelalterlich anmutenden Künstlerwerkstatt aus: Alle zentralen ästhetischen Entscheidungen und Aufgaben sind dem Gründer überlassen. Das heißt, daß Miyazaki in monatelanger Vollzeitarbeit die wichtigsten Sequenzen seiner Filme selbst zeichnet, was Walt Disney nie eingefallen wäre. Alle sieben seit 1986 entstandenen Werke sind deshalb bis ins letzte Detail Ausdruck seiner Privatphantasie, und dieser persönliche Zug teilt sich sofort mit.

"Das Schloß im Himmel" ist so etwas wie eine Vorausschau auf die folgenden Filme bis hin zum auf deutsch recht ähnlich betitelten "Das wandelnde Schloß", der im vergangenen Jahr hier ins Kino kam. In beiden Werken ist eine frühindustrielle Welt Folie für eine märchenhafte Handlung, die aber nie in Figurenstereotypen erstarrt, sondern immer überraschende Charakterwandlungen umfaßt. Die Dekors sind dabei Ausdruck von Miyazakis Begeisterung für das neunzehnte Jahrhundert, das er gegenüber dem politisch schreckensreichen zwanzigsten als letzten Ausläufer einer zumindest teilweisen Unschuld sieht.

Für "Das Schloß im Himmel" machte er eigens eine Reise nach Wales, um sich dort die Bergarbeitersiedlungen anzusehen. Im damaligen Kampf der walisischen Kumpel gegen die Stillegung der Minen erkannte er einen ganz der eigenen Überzeugung entsprechenden Widerstand gegen den Untergang alter Produktionsformen. Im Ghibli-Studio wird geradezu archaisch gearbeitet, und jeden Computereinsatz beklagt Miyazaki als leider bisweilen unumgänglichen Verrat am eigenen Ideal.

Beim "Schloß im Himmel" aber ist alles noch handgezeichnet, und schon die Eingangssequenz mit tief hintereinander gestaffelten Wolkenformationen ist ein emblematisches Meisterwerk der Animationsgeschichte. Erzählt wird die Suche der jungen Sheeta und ihres Begleiters Pazu nach der legendären fliegenden Insel Laputa, zu der Miyazaki aus "Gullivers Reisen" angeregt wurde. Wie immer in seinen Filmen ist diese Suche eine Abbildung des Erwachsenwerdens seiner Protagonisten unter dem Einfluß von Enttäuschungen, Liebe, Gier, Opferbereitschaft und Verrat. Strenger ist das Prinzip des Bildungsromans im Film nie umgesetzt worden.

Auch wenn die deutsche Fassung einige drastische Scherze ausläßt und die Ankündigung von Sheetas Widersacher Musca, dem Mädchen die Ohren abzuschießen, offenbar für zu brutal hält, ist "Das Schloß im Himmel" nach "Chihiros Reise" das zweite Jahrhundertwerk Miyazakis, das wir sehen können. Das allergrößte aber steht noch aus: "Mein Nachbar Totoro", 1987 enstanden und der schönste Zeichentrickfilm überhaupt. Bis er endlich kommt, mag "Das Schloß im Himmel" den Thron besetzen.

ANDREAS PLATTHAUS

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