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Die 4. Auflage der Römischen Sozialgeschichte ist eine aktualisierte, auf den doppelten Umfang erweiterte und um einen umfangreichen Anmerkungsapparat sowie um ein Verzeichnis der in den letzten Jahrzehnten erschienenen Fachliteratur bereicherte Neuausgabe der im Jahre 1984 vorgelegten 3. Auflage. Sie ist nach wie vor die einzige zusammenfassende Darstellung der Geschichte der Gesellschaft Roms von den Anfängen bis zur Spätantike. Ihren Gegenstand bilden Fragen wie die Grundlagen für die soziale Gliederung, die einzelnen Schichten und Gruppen der Gesellschaft, ihre Durchlässigkeit, ihre…mehr

Produktbeschreibung
Die 4. Auflage der Römischen Sozialgeschichte ist eine aktualisierte, auf den doppelten Umfang erweiterte und um einen umfangreichen Anmerkungsapparat sowie um ein Verzeichnis der in den letzten Jahrzehnten erschienenen Fachliteratur bereicherte Neuausgabe der im Jahre 1984 vorgelegten 3. Auflage. Sie ist nach wie vor die einzige zusammenfassende Darstellung der Geschichte der Gesellschaft Roms von den Anfängen bis zur Spätantike. Ihren Gegenstand bilden Fragen wie die Grundlagen für die soziale Gliederung, die einzelnen Schichten und Gruppen der Gesellschaft, ihre Durchlässigkeit, ihre Konflikte, ihre Ideale, ihre Krisen und ihr Selbstverständnis in den einzelnen Epochen. Sie stützt sich auf die Ergebnisse der internationalen Forschung, lässt durchgehend die antiken literarischen und epigraphischen Quellen sprechen und bietet auch Raum für die kritische Diskussion über umstrittene Probleme der römischen Sozialordnung.
  • Produktdetails
  • Verlag: Franz Steiner Verlag
  • Artikelnr. des Verlages: 400009841, 9841
  • 4. Aufl.
  • Seitenzahl: 399
  • Erscheinungstermin: August 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 243mm x 174mm x 28mm
  • Gewicht: 677g
  • ISBN-13: 9783515098410
  • ISBN-10: 3515098410
  • Artikelnr.: 33666748
Autorenporträt
Alföldy, Geza
Géza Alföldy, geb. 1935. 1953-1958: Studium an der Universität Budapest. 1959: Promotion an der Universität Budapest. 1957-1960: Mitarbeiter am Stadtmuseum Budapest. 1960-1965: Assistent am Institut für Alte Geschichte an der Universität Budapest. 1965: Emigration in die Bundesrepublik Deutschland. 1965-1968: Mitarbeiter am Rheinischen Landesmuseum Bonn. 1966: Habilitation an der Universität Bonn. 1968-1970: Hochschuldozent an der Universität Bonn. 1970: Apl. Professor an der Universität Bonn. 1970-1975: Ord. Professor für Alte Geschichte an der Universität Bochum. Seit 1975: Ord. Professor für Alte Geschichte an der Universität Heidelberg. 2002: offizielle Emeritierung; danach Selbstvertretung; Fortsetzung der Lehrtätigkeit bis 2005. Forschungsschwerpunkte: Geschichte und Epigraphik des Imperium Romanum; Römische Sozial-, Heeres- und Verwaltungsgeschichte; Geschichte der römischen Provinzen; Historiographie der Kaiserzeit und der Spätantike.
Inhaltsangabe
Aus dem Inhalt:
Die frührömische Gesellschaft
Die römische Gesellschaft von Beginn der Expansion bis zum zweiten Punischen Krieg
Der Strukturwandel im 2. Jh. v. Chr.
Die Krise der Republik und die römische Gesellschaft
Die Gesellschaftsordnung der Prinzipatszeit
Die Krise des Römischen Reiches und der soziale Strukturwandel
Die spätrömische Gesellschaft
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 10.11.2011

Ein Wunder, dass die Unterworfenen so willig waren
Géza Alföldy verteidigt seine römische Sozialgeschichte der Kaiserzeit gegen kritische Einreden

Als der unlängst verstorbene Géza Alföldy (F.A.Z. vom 9. November) vor gut fünfunddreißig Jahren seine "Römische Sozialgeschichte" vorlegte, war dies nur auf den ersten Blick ein Versuch, die Althistorie nachholend in einen damals aktuellen Trend einzufädeln. Gewiss, an der Ruhruniversität Bochum, wo der aus Ungarn Geflohene damals lehrte, mochte das Fehlen eines solchen Grundrisses stärker als anderswo wahrgenommen worden sein. Doch der junge Autor erkannte auch die Chancen des Unternehmens: Die überall sichtbar ausgeprägten Hierarchien als Hauptmerkmal der römischen Gesellschaft legten es nahe, deren soziale Strukturen als Organisation akzeptierter Ungleichheit zu fassen und davon ausgehend die einzelnen Gruppen, ihre Beziehungen zueinander, die Durchlässigkeit der Schichtung und die stabilisierende oder destabilisierende Wirkung des politischen Rahmens in den Blick zu nehmen.

Da Römer verschiedenster Stellung, zumal seit der frühen Kaiserzeit, immer wieder ihre Position in der jeweiligen Hierarchie markierten, konnte der Kenner der lateinischen Inschriften die häufig vorgebrachte Ausrede, für eine römische Sozialgeschichte im modernen Sinn fehle es an Quellen, als nicht fundiert zurückweisen. Das gilt heute noch viel mehr als damals.

Hinter der relativ konventionellen Epocheneinteilung steckte eine klare historische Anschauung. Zu Beginn der römischen Geschichte und in der Kaiserzeit mündete jeweils eine Expansion in Neuformierungen, gegen Ende der Republik und im dritten Jahrhundert nach Christus wirkten erodierende Kräfte zeitweise sehr stark, ohne jedoch die Grundstrukturen angreifen zu können. Dies geschah erst, als der äußere Rahmen der politischen Ordnung zerbrach und das, was ihn ersetzte, anders als zum Ende der Republik nicht mehr römisch war. Der Preis für diese Konzeption liegt in einer bisweilen teleologischen Sichtweise; dass Augustus und Diokletian nicht nur die Macht erobern, sondern auch die Ordnung für vergleichsweise lange Dauer stabilisieren konnten, war jedoch keineswegs abzusehen und nicht einmal wahrscheinlich.

Mehr als zweieinhalb Dezennien nach der dritten, stark überarbeiteten Auflage, die in acht Sprachen übersetzt wurde, liegt nun eine auf den doppelten Umfang angewachsene Neuausgabe vor; der aus Vorlesungen entstandene Grundriss ist zum Handbuch (mit leider zu vielen Druckfehlern) geworden, das auf über fünfzig Seiten die neuere Literatur verzeichnet. Für die Zeit der Republik liegen die Fortschritte der Forschung eher außerhalb von Alföldys Radar, dafür konnte er das Bild der Kaiserzeit - maßgeblich auf der Basis eigener wie angeleiteter Arbeiten - noch erheblich reicher und differenzierter gestalten. Sich auf die klassische Sozialgeschichte zu beschränken ist begründungsbedürftig geworden, da sich das Gebiet ausgeweitet hat und inzwischen auch Themen wie Geschlechterbeziehungen, Familie, Sozialisation oder Randgruppen umfasst. Alföldy liefert die Begründung implizit, durch eine Monographie mit klaren Linien und aus einem Guss. Das ist überzeugender als eine gelegentliche Fußnotensottise gegen "die heute modischen Fragen der Sozialanthropologie".

Alföldys Stände-Schichten-Modell der römischen Sozialstruktur in der Kaiserzeit, suggestiv in eine graphische Pyramide übersetzt, kann als weitgehend akzeptiert gelten, weshalb sich sein Schöpfer gelassen und offen mit den Einreden auseinandersetzen kann; die zwanzig Seiten dazu zählen zu den besten des Buches. Gewiss spielte die Einbindung des Einzelnen in Familie und Gemeinde eine wesentliche Rolle für den Zusammenhalt der Gesellschaft, doch es war eben nicht gleichgültig, ob man arm oder reich war, Macht ausüben konnte oder nicht und ob man angesehen war oder zur großen Masse gehörte. Und auf der Ebene des Gesamtreiches wurde die Integration lokaler Eliten durch die strikte soziale Hierarchie gefördert, da die Bereitschaft, sich anzupassen, berechenbar belohnt wurde. Dass die zuvor blutig Unterworfenen das soziopolitische und soziokulturelle System der Römer so weitgehend akzeptierten, erscheint Alföldy "fast wie ein Wunder" römischer Staatskunst. Was davon zu erklären ist, findet sich in diesem Buch vorbildlich ausgebreitet.

UWE WALTER

Géza Alföldy: "Römische Sozialgeschichte".

Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2011. 399 S., br., 21,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Mehr als zweieinhalb Dezennien nach der dritten, stark überarbeiteten Auflage, die in acht Sprachen übersetzt wurde, liegt nun eine auf den doppelten Umfang angewachsene Neuausgabe vor; der aus Vorlesungen entstandene Grundriss ist zum Handbuch geworden, das auf über fünfzig Seiten die neuere Literatur verzeichnet. [...] Alföldy liefert eine Monographie mit klaren Linien und aus einem Guss. [...] Dass die zuvor blutig Unterworfenen das soziopolitische und soziokulturelle System der Römer so weitgehend akzeptierten, erscheint Alföldy 'fast wie ein Wunder' römischer Staatskunst. Was davon zu erklären ist, findet sich in diesem Buch vorbildlich ausgebreitet."

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Die erweiterte Neuausgabe von Geza Alföldys "Römischer Sozialgeschichte" überzeugt Uwe Walter im Ansinnen des Autors, entgegen aller modernen Strömungen eine "klassische" Sozialgeschichte vorzulegen. Zwar bedauert er die in dieser Ausgabe hinzugekommenen vielen Druckfehler,und ihm fällt auf, dass für die Zeit der römischen Republik die neueste Forschung eher unberücksichtigt bleibt. Dafür zeigt sich hier die Kaiserzeit, vor allem durch Alföldys eigene Arbeit gefördert, in noch reicheren Facetten, lobt der Rezensent. Und wie der Autor auf rund zwanzig Seiten Einsprüche gegen seine Vorstellung von der ausgeprägten Hierarchie der römischen Gesellschaft als ihr Hauptmerkmal pariert, das gehört für Walter zu den gelungensten Passagen dieses in seinen Augen "vorbildlichen" Werks.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Insgesamt beeindrucken nicht nur der enorme Umfang des Werkes, sondern ebenfalls die Aktualisierungen und Erweiterungen in den verschiedenen Kapiteln. Die Bibliographie dient dem interessierten Leser als Hilfsmittel zur weiteren und spezialisierten Vertiefung. Abgerundet wird dieses Buch durch das umfangreiche Register, welches die Handhabung allgemein erleichtert." Katharina Reinstadler-Rettenbacher Anzeiger für die Altertumswissenschaft LXV, 2012/3-4