Keine Ruhe nach dem Sturm - Heider, Ulrike
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"Radikal ehrlich ist die Autobiografie von Ulrike Heider, die unter dem Titel 'Keine Ruhe nach dem Sturm' ihre Frankfurter Zeit, den SDS, das Sektierertum der K-Gruppen, aber auch ihre späteren Versuche, in den USA der Last einer mörderischen deutschen Vergangenheit im Kontakt mit jüdischen Familien und Freunden Herrin zu werden, rückhaltlos und fesselnd offenbart." (Micha Brumlik, taz)
Lebendig und mitreißend erzählt Ulrike Heider 50 Jahre ihrer persönlichen Geschichte als spannungsreiche Zeitgeschichte. Wir erleben hautnah, wie befreiend der politische und kulturelle Aufbruch der späten
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Produktbeschreibung
"Radikal ehrlich ist die Autobiografie von Ulrike Heider, die unter dem Titel 'Keine Ruhe nach dem Sturm' ihre Frankfurter Zeit, den SDS, das Sektierertum der K-Gruppen, aber auch ihre späteren Versuche, in den USA der Last einer mörderischen deutschen Vergangenheit im Kontakt mit jüdischen Familien und Freunden Herrin zu werden, rückhaltlos und fesselnd offenbart." (Micha Brumlik, taz)

Lebendig und mitreißend erzählt Ulrike Heider 50 Jahre ihrer persönlichen Geschichte als spannungsreiche Zeitgeschichte. Wir erleben hautnah, wie befreiend der politische und kulturelle Aufbruch der späten 1960er und frühen 1970er Jahre für sie als junge Frau war. Heider beschreibt Höhepunkte, Kriminalisierung und Zerfallserscheinungen der antiautoritären Protestbewegung, zeichnet Milieubilder von Anarchisten, Spontis und K-Grupplern. Ob es um SDS-Versammlungen, Experimente mit der freien Liebe, die Frankfurter Universitätsbesetzung, um Straßenschlachten oder Hausbesetzungen geht, immer sind die Erinnerungen der Autorin intim und kritisch zugleich. Und so begegnen wir auch Mackertum, Untertanenmentalität und Antisemitismus. Heiders analytische Unbestechlichkeit beeindruckt auch, wenn sie von ihrer zweiten Heimat New York erzählt, wo neue Lebenserfahrungen einen Teil der früheren widerspiegeln. Begegnungen mit linken Intellektuellen, Überlebenden des Holocaust und Anarchisten verschiedener Couleur, darunter Noam Chomsky, öffnen den Blick auch das andere Amerika.
  • Produktdetails
  • Verlag: Bertz + Fischer
  • Seitenzahl: 305
  • Erscheinungstermin: Februar 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 198mm x 128mm x 23mm
  • Gewicht: 342g
  • ISBN-13: 9783865052599
  • ISBN-10: 3865052592
  • Artikelnr.: 50271765
Autorenporträt
Heider, Ulrike
Ulrike Heider, Jg. 1947, studierte Politik und Germanistik. 1978 promovierte sie an der J.-W.-Goethe-Universität Frankfurt. Von 1976 bis 1982 war sie Lehrbeauftragte an der Universität Frankfurt und an der Universität Kassel. 1988 zog sie nach New York und war Visiting Scholar an der Columbia University. Seit 2000 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin und New York. Sie schrieb Bücher, Essays und Radiosendungen zu den Themen Schüler- und Studentenbewegung, Anarchismus, afroamerikanische Politik und Sexualität. Zuletzt "Vögeln ist schön - Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt" (Berlin 2014) und "Die Leidenschaft der Unschuldigen. Liebe und Begehren in der Kindheit - Dreizehn Erinnerungen" (Berlin 2015).
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Heide Platen zeigt sich begeistert von Ulrike Heiders autobiografischem Entwicklungsroman, der in die späten sechziger und frühen siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts eintaucht und das Frankfurter Milieu der antiautoritären Bewegung seziert. Die Autorin schreibt in Ich-Form, teilt Platen mit, gebe sich auch keine Mühe, die Ereignisse zu verfremden, sondern habe bloß die Namen der Beteiligten verändert. Platen nennt das "reale Fiktion". In einem Studentenheim treffen Heimkinder und Bürgerkinder, Aussteiger und Studenten aufeinander und fechten für kurze Zeit einen gemeinsamen politischen Kampf, dessen ungewollt komische Seiten Platen nicht verborgen bleiben. Erzählt sei das alles schlicht, spöttisch und schnell, meint sie, manche Nebenfigur ist ihr zu flüchtig skizziert. Die Rezensentin wundert sich, wie beharrlich das behütete Bürgerkind im Spontimilieu ausgeharrt hat, wo sich schließlich der Traum in einen Albtraum verkehrte. Eine Antwort findet sich für sie in den kontrastierenden Kapiteln über den New Yorker Lebensabschnitt der Autorin, wo sie unter Obdachlosen lebt. Platen vermutet, dass Heider geradezu zwanghaft darunter leidet, "nicht zu irgendeiner Minderheit zu gehören".

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