Scham, Schuld und Notwendigkeit - Williams, Bernard
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Wie aktuell ist die Antike? Können wir Modernen von Homer etwas lernen und können wir mit Hilfe der antiken Tragödien einige tiefsitzende Mißverständnisse unserer Zeit von uns abschütteln? Auf diese Fragen antwortet Bernard Williams in einer faszinierenden Studie, die als sein Hauptwerk gilt, indem er insbesondere die antike Literatur von einseitigen modernen Deutungen befreit. Die Antike ist uns nicht nur viel näher als wir glauben, sie verfügt auch über Begriffe, die unser moralisches Selbstverständnis und die damit verbundenen unausweichlichen Konflikte besser beschreiben als unsere eigenen Begriffe.…mehr

Produktbeschreibung
Wie aktuell ist die Antike? Können wir Modernen von Homer etwas lernen und können wir mit Hilfe der antiken Tragödien einige tiefsitzende Mißverständnisse unserer Zeit von uns abschütteln? Auf diese Fragen antwortet Bernard Williams in einer faszinierenden Studie, die als sein Hauptwerk gilt, indem er insbesondere die antike Literatur von einseitigen modernen Deutungen befreit. Die Antike ist uns nicht nur viel näher als wir glauben, sie verfügt auch über Begriffe, die unser moralisches Selbstverständnis und die damit verbundenen unausweichlichen Konflikte besser beschreiben als unsere eigenen Begriffe.
  • Produktdetails
  • POLIS Bd.1
  • Verlag: Akademie Verlag / De Gruyter Akademie Forschung
  • 2000
  • Seitenzahl: 236
  • Erscheinungstermin: 18. Oktober 2000
  • Deutsch
  • Abmessung: 236mm x 160mm x 18mm
  • Gewicht: 494g
  • ISBN-13: 9783050034201
  • ISBN-10: 3050034203
  • Artikelnr.: 08823176
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Ausführlich ist die Rezension von Uwe Justus Wenzel, und er versucht zunächst einmal Williams` Argumentation darzulegen: Alle Illusion über das im Vergleich zur Antike höher entwickelte Moralbewusstsein der Moderne sucht der analytische Philosoph Bernard Williams demnach mit ausführlichen Hinweisen auf den abgeklärten Umgang der vorsokratischen Antike mit dem Unerklärbaren zu zerstören. Er räumt dazu Missverständnisse aus, etwa das von Bruno Snell in die Welt gesetzte von der Unfähigkeit des antiken Menschen zur bewussten, eigenständigen Entscheidung. Gerade der Verzicht auf eine Letzterklärung der Motivation menschlichen Handelns, für den, so Williams, die (selbst oft genug ratlosen) Götter stehen, spricht, wie Wenzel unterstreicht, für "Realismus" und "Lebensdienlichkeit" der "griechischen Weltsicht". Allzu durchrationalisiertes Insistieren auf letzten Intentionen, das unsere "Sehnsucht nach einer grundlegend ethisierten Psychologie" (Williams) ausmacht, müsse, konsequent zu Ende gedacht, "im Treibsand eines alltäglichen und völlig gerechtfertigten Skeptizismus" versinken. Rehabilitiert wird auch die "Schamkultur" der Antike, die der Schuldzentriertheit der Moderne gegenüber den Vorteil habe, "die Wirklichkeit der handelnden Person" zu erschließen. Aus Wenzels Rezension spricht viel Sympathie für die Überlegungen von Bernard Williams - weniger begeistert ist er von der deutschen Ausgabe: Die winzige Schrift empfindet er als "Augenpulver" und der Untertitel des Buches ("Eine Wiederbelebung antiker Begriffe der Moral") sei schlicht irreführend - denn um eine Wiederbelebung gehe es gerade nicht.

© Perlentaucher Medien GmbH
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