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Lutz Raphael bietet in seinem Buch einen fundierten Überblick über die wichtigsten Strömungen und Tendenzen der modernen Geschichtswissenschaft. Die Darstellung führt von den Anfängen einer Professionalisierung um 1900 bis hinein in die unmittelbare Gegenwart und nimmt dabei keineswegs nur die europäische und amerikanische Geschichte des Faches in den Blick, sondern immer wieder auch außereuropäische Entwicklungen. Konkrete Beispiele charakterisieren die Leistungen und Besonderheiten etwa der »New History«, der Annales-Schule oder der modernen Sozialgeschichte. Ein besonderes Augenmerk legt…mehr

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Produktbeschreibung
Lutz Raphael bietet in seinem Buch einen fundierten Überblick über die wichtigsten Strömungen und Tendenzen der modernen Geschichtswissenschaft. Die Darstellung führt von den Anfängen einer Professionalisierung um 1900 bis hinein in die unmittelbare Gegenwart und nimmt dabei keineswegs nur die europäische und amerikanische Geschichte des Faches in den Blick, sondern immer wieder auch außereuropäische Entwicklungen. Konkrete Beispiele charakterisieren die Leistungen und Besonderheiten etwa der »New History«, der Annales-Schule oder der modernen Sozialgeschichte. Ein besonderes Augenmerk legt diese grundlegende Einführung schließlich auf die Sozial- und Institutionengeschichte der Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Beck C. H.
  • Seitenzahl: 293
  • Erscheinungstermin: 20.02.2012
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406627026
  • Artikelnr.: 37338834
Autorenporträt
Lutz Raphael, geb. 1955, ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Trier. Er ist Spezialist für die Geschichte der Geschichtswissenschaft und u.a. mit einer großen Studie über «Die Erben von Bloch und Febvre» (1994) hervorgetreten.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 04.11.2003

Wie soll der Name Ranke denn diesmal klingen?
Ein Schlachtgemälde: Lutz Raphael zeigt, wo die Gräben zwischen den Parteien der Historiker verlaufen / Von Gerrit Walther

Man liest den Titel und ist auf die übliche alte Geschichte gefaßt. Um 1900, so lautet sie, genossen deutsche Historiker weltweites Ansehen. Leider aber übten sie ihre perfekte Quellenkritik nur an einer offiziösen "Diplomatiegeschichte", die große Männer und die eigene Nation verherrlichte. Verbohrt in einen chauvinistischen "Historismus", bekämpften sie die wenigen innovativen Köpfe der eigenen Zunft und ignorierten deren Versuche, Methoden der modernen Soziologie, Politologie und Psychologie zu adaptieren. Ebendies gelang kurz darauf in Frankreich. Hier erhob die Gruppe der "Annales" das Internationale, Interdisziplinäre zum Programm, kämpfte in der Resistance und marschierte dann erfolgreich durch die Institutionen. Die "deutschen Mandarine" hingegen drifteten geradewegs in den Nationalsozialismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg etikettierten sie ihre dumpfe "Volks"-Geschichte schamlos zur Sozialgeschichte um und taten ansonsten so, als sei nichts geschehen. Erst in den siebziger Jahren brachen einige Mutige den Bann. In Bielefeld und anderswo begründeten sie die Historische Sozialwissenschaft und zwangen die muffige Zunft, sich den Errungenschaften der westeuropäischen Moderne zu öffnen. Endlich fanden der Holocaust, Arbeiter, Randgruppen und Frauen gebührende Beachtung. Seit den achtziger Jahren entwickelten sich daraus die Historische Anthropologie und die neue Kulturwissenschaft, so daß alles so pluralistisch wurde, wie es glücklicherweise heute ist.

Spuren dieses Mythos schimmern auch durch Lutz Raphaels Darstellung. Auch er schwärmt fürs Internationale. Auch er hält chinesische Geschichte für wichtiger als preußische oder gar antike. Auch er warnt dringend davor, Otto Brunners "Land und Herrschaft" gut zu finden. Auch er teilt den romantischen Glauben, daß nur Außenseiter die Wissenschaft weiterbringen könnten. Auch er klagt über die Ungerechtigkeit des "männlichen Blicks", und auch er postuliert den Holocaust als gemeinsames Forschungsprogramm einer künftigen Welthistorikergesellschaft. Auch er meint, "Perspektiven ausloten" und seinen Lesern das "Bewußtsein schärfen" zu müssen. Trotzdem merkt man rasch, daß der Trierer Historiker einer neuen Generation angehört. Im Ganzen nämlich erzählt er die Geschichte der modernen Geschichtsforschung deutlich anders als seine Vorgänger: distanzierter, intelligenter, gebildeter, historischer. Nicht als Fortschrittsgeschichte zu immer moderneren Methoden und immer korrekteren Gesinnungen erscheint sie, sondern als intellektuelle Spiegelung der jeweils herrschenden politisch-gesellschaftlichen Interessen, Konkurrenzen und Machtverhältnisse. Neben die Ideen treten die Institutionen, die die Forschung trugen und organisierten. Nicht aus Kontinuitäten erklärt er die einzelnen Schulen und Stile, Themen und Tendenzen, sondern als Reaktionen auf "Impulse" der je konkreten Lebenswelt des Faches.

Breit schildert Raphael eingangs deshalb die typischen Berufsfelder, institutionellen Bedingungen, politischen Abhängigkeiten, Medien und Öffentlichkeiten von Historikern im zwanzigsten Jahrhundert. Die nächsten der insgesamt fünfzehn Kapitel (an deren Ende jeweils zwei repräsentative Werke in Form von Kurzrezensionen vorgestellt werden) charakterisieren die Geschichtswissenschaft um 1900, die der Zwischenkriegszeit, die "Annales"-Schule und die "Umwege und Sackgassen der marxistischen Geschichtswissenschaft". Anders als noch in den frühen neunziger Jahren üblich, verweigert er dieser jeden noch so zarten Respekt. Ein "hybrides Gebilde" sei sie gewesen, das in der Praxis meist nationalistische Ideologie, ja sogar einen kruden Sozialdarwinismus befördert habe. Provokant wertet er dagegen die "Geschichte der internationalen Beziehungen" auf, also ebenjene "Diplomatiegeschichte", für die professionelle Geschichtstheoretiker bislang nichts als Verachtung übrig hatten. Raphael lobt ihre Innovationskraft. Schon Ranke (dessen Name bei ihm einen durchaus hellen Klang besitzt) sei durch sie ganz selbstverständlich zu einer internationalen Perspektive geführt worden, und neuerdings habe sie kritische Richtungen wie die Imperialismus- und Kolonialismusforschung hervorgebracht. Später, anläßlich der "global history" und der aktuellen Nationalgeschichte, wird dies zum Leitmotiv: nicht Themen sind progressiv oder reaktionär, sondern die Fragen, die man an sie richtet, und die politisch-institutionellen Bedingungen, unter denen man sie erforscht.

Die siebziger und achtziger Jahre werden durch Kapitel über "Aufstieg und Fragmentierung der Sozialgeschichte", über die Geschichten der Mentalitäten, der politischen Sprache, der Kultur und der Diskurse, über Historische Anthropologie und ebendie moderne Nationalgeschichte repräsentiert (als deren Dioskuren Nipperdey und Wehler gemeinsam auftreten - so sehr haben sich die Zeiten geändert). Hier nun ändert sich die Gliederung. Chronologie und Disziplingrenzen verschwimmen. Dafür betont Raphael die vielfältigen Vernetzungen, Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Strömungen. Auch dies: daß kaum mehr klar zwischen einzelnen Schulen und Richtungen zu scheiden ist, erklärt er aus neuen politischen Antrieben und gewandelten institutionellen Rahmenbedingungen historischer Forschung im Zeitalter gelehrter Globalisierung. "Internationale Umbrüche in Kultur und Politik nach 1968" ließen neue Gattungen entstehen, seien es Protestbewegungen ("Widerstands"- und "Diskurs"-Forschung), Frauenbewegung ("Gender"), soziale Verschiebungen ("Alltags"- und Minderheitengeschichte, "Oral History") oder der Zusammenbruch des Ostblocks.

Über deren fachlichen Wert schweigt der Historiographiehistoriker. Populäre Fernsehserien und die naiv-aggressiven Nationsmythen zerrütteter Entwicklungsländer registriert Raphael mit gleicher Gewissenhaftigkeit wie die Klassiker eines Johan Huizinga oder Georges Duby. Daß er den (international bislang bedeutungslosen) Geschichtswissenschaften in China, Japan, Indien, Afrika und Südamerika dabei eine beinahe bizarre Aufmerksamkeit widmet, könnte man für eine modische Marotte halten. Tatsächlich aber soll der systematische Strukturvergleich eine sehr politische These stützen: Sonderwege, zumal deutsche, gab es nicht. Weil sich keine noch so entfernte Geschichtswissenschaft internationalen Strömungen entziehen konnte und kann, verliefen die Entwicklungen überall ähnlich. Selbst ein so fatales Fach wie "Volks-" und Siedlungsgeschichte war kein deutscher Einzelfall, sondern wurde in der Zwischenkriegszeit auch in Amerika, Japan und andernorts intensiv betrieben.

In seinem besonnenen Revisionismus ragt dieses Buch deutlich aus der Menge der Konkurrenten hervor. Es informiert zuverlässig über den Konsens der Forschung (soweit es ihn beziehungsweise sie gibt) oder sagt zumindest, wo die Gräben zwischen den Parteien verlaufen. Es verzichtet auf lautes Gesinnungspathos und komprimiert seine vielen, komplexen Informationen so klug, daß dennoch kaum Verkürzungen entstehen. Gerade Studierenden kann man es als ein gleichrangiges Pendant zu Georg G. Iggers' "Historiography in the Twentieth Century" (1997) empfehlen, dem bislang besten Überblick dieser Art. Eine ganz andere Frage ist, ob sein Titel stimmt: ob es "die" Geschichtswissenschaft "im Zeitalter der Extreme" überhaupt noch gibt - ob man prinzipiell von "Wissenschaft" sprechen kann, wenn man sie nur mehr als eine Vielzahl von Formen und Methoden beschreibt, politischen Positionen historische Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Auf solche Zweifel indes ist ein Studienbuch wie dieses keine Antwort schuldig.

Lutz Raphael: "Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme". Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag, München 2003. 293 S., br., 14,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 06.10.2003

Welt her oder Leben!
Geschichtsschreibung im Zeitalter der Extreme
Seit einigen Tagen gibt es eine neue historische Zeitschrift, die ihren Anspruch nicht nur im Titel ausdrückt. Das „Journal of Modern European History” (JMEH) erscheint gleich in drei Sprachen. Als „erste allgemeinhistorische Zeitschrift”, so die Herausgeber, wolle man „programmatisch nationale Grenzen” überwinden und so „der fortschreitenden Internationalisierung auch der Geschichtswissenschaften Rechnung” tragen.
Die deutschen Historiker scheinen zum großen Sprung anzusetzen. Zu jenen, die der Zunft Beine machen, zählt der Trierer Ordinarius Lutz Raphael. Er gehört dem Herausgeber-Gremium des JMEH an und hat auch der etablierten Konkurrenz von „Geschichte und Gesellschaft” aus Anlass ihres 25jährigen Bestehens die Leviten lesen dürfen. Dem Hausorgan der „Bielefelder Schule” hielt er die Dominanz einer „nationalzentrierten Sozialgeschichte” vor. Worauf der Herausgeber Jürgen Kocka das Blatt für eine Diskussion transnationaler Konzepte öffnete. Seither ist auch in den Fachaufsätzen ein Bemühen um mehr Internationalität erkennbar.
Dagegen wirkt das JMEH ein wenig bieder. Keine Spur von dem obsessiven Ringen um neue Horizonte, dem sich die Kollegen von GG verschrieben haben. Eher konventionell wirkt der Zuschnitt der Aufsätze zum Thema „Violence and Society after First World War” im ersten Heft. Aber pünktlich zum Erscheinen des ersten Heftes hat Lutz Raphael eine Historiographiegeschichte des 20. Jahrhunderts vorgelegt, die dem spannungsvollen Verhältnis zwischen nationalstaatlicher Dominanz einerseits, „globaler Vernetzung und wachsender Zusammenarbeit von Spezialisten über Ländergrenzen hinweg” andererseits nachspürt.
Nicht weniger als die ganze Welt nimmt das Werk auf seine schmalen Schultern. Es geht Schlag auf Schlag. Eben noch wurde der weltweite Professionalisierungsschub zwischen 1880 und 1914 notiert, da bricht der Erste Weltkrieg los und ruft auch die Historiker zu den Fahnen. Während fast gleichzeitig sozial- und kulturwissenschaftliche Impulse eine „neue Geschichte” schufen, die sich in den folgenden Dekaden in eine Vielzahl von Richtungen, Schulen oder auch nur Moden aufsplitterte.
In der großen Unübersichtlichkeit behält Raphael stets einen klaren Kopf. Dabei gelingen ihm einige vorzügliche Miniaturen – etwa zur Volksgeschichte oder zu den „Annales”. Aus der Satellitenperspektive gerät natürlich manches allzu plan, wie die Schnittstellen zwischen Politik und Geschichtswissenschaften. Auch mag man Raphaels mitunter pauschale Verdächtigung der Nationalgeschichte als Mittel zur „Legitimation von Herrschaft” so nicht teilen. Der Bezug auf die Nation besaß für die liberalen Historiker seit dem 19. Jahrhundert einen emanzipatorischen Kern, der selbst im aggressiven Imperialismus etwa eines Max Weber noch spürbar war.
Für diese kleineren Schwächen, die gewiss auch dem straffen Konzept geschuldet sind, wird der Leser jedoch mit manchem interessanten Seitenblick auf die amerikanische oder ostasiatische Forschungsszene entschädigt.
Außerdem stellt Raphael Klassiker der Geschichtsschreibung vor, darunter manches gediegene Kleinod wie Rostovzeffs bahnbrechende Studie zum Römischen Kaiserreich oder Thompsons „Entstehung der englischen Arbeiterklasse”. Am Ende bleibt dem Autor aber nur zu konstatieren, dass noch manches dicke Brett zu bohren ist bis die Geschichtswissenschaften bei einer neuen global history angekommen sind. In diesem Fazit liegt auch ein Auftrag für das JMEH.
FRANK EBBINGHAUS
LUTZ RAPHAEL: Geschichtswissenschaft im Zeitalter der Extreme. Theorien, Methoden, Tendenzen von 1900 bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag, München 2003. 288 Seiten, 12, 90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

"Nicht weniger als die ganze Welt" nimmt laut Rezensent Frank Ebbinghaus dieses Werk "auf seine schmalen Schultern". Darin unternehme der Geschichtswissenschaftler Lutz Raphael den Versuch, eine "Historiografiegeschichte des 20. Jahrhundert" zu erstellen, die der nationalen Historiografie und ihrer globalen Vernetzung gleichermaßen gerecht wird. Während sich die Ereignisse sowohl in der Welt als auch in der Historiografie überschlagen, behält Raphael einen "klaren Kopf", stellt Ebbinghaus erfreut fest. Aus der Satellitenperspektive erscheine zwar manches ein wenig zu flach - etwa die "Schnittstelle zwischen Politik und Geschichtswissenschaften" -, doch bringe dies ein solch umfassender und zugleich "straffer" Ansatz unweigerlich mit sich. Besonders gelungen findet der Rezensent einige vorzügliche Miniaturen - unter anderem zu der "Volksgeschichte" und zu den "Annales" -, "interessante Seitenblicke" auf amerikanische und ostasiatische Forschungsarbeiten und Raphaels Präsentation einiger Klassiker der Geschichtsschreibung.

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