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E. L. James‘ BDSM-Trilogie »Shades of Grey« war weltweit ein gigantischer Erfolg, insbesondere bei Frauen. Aber warum? Wegen des vermeintlich pornographischen Inhalts? Weil eine ausgeklügelte Marketingstrategie dahintersteckte? Eva Illouz liest die Trilogie vor dem Hintergrund der These, daß manche Bücher deshalb zu Bestsellern werden, weil sie ein tatsächlich bestehendes und weitverbreitetes sozio-kulturelles Problem zugleich darstellen und lösen. »Shades of Grey« ist ihr zufolge weder ein »Mamiporno« noch ein antifeministisches Machwerk, sondern funktioniert wie ein gut gemachter Ratgeber,…mehr

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Produktbeschreibung
E. L. James‘ BDSM-Trilogie »Shades of Grey« war weltweit ein gigantischer Erfolg, insbesondere bei Frauen. Aber warum? Wegen des vermeintlich pornographischen Inhalts? Weil eine ausgeklügelte Marketingstrategie dahintersteckte? Eva Illouz liest die Trilogie vor dem Hintergrund der These, daß manche Bücher deshalb zu Bestsellern werden, weil sie ein tatsächlich bestehendes und weitverbreitetes sozio-kulturelles Problem zugleich darstellen und lösen. »Shades of Grey« ist ihr zufolge weder ein »Mamiporno« noch ein antifeministisches Machwerk, sondern funktioniert wie ein gut gemachter Ratgeber, der zeigt, wie sich die Aporien zeitgenössischer heterosexueller Liebesbeziehung praktisch überwinden lassen.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, D, F, GB, L ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Suhrkamp Verlag
  • Seitenzahl: 88
  • Erscheinungstermin: 17.06.2013
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783518735077
  • Artikelnr.: 38523434
Autorenporträt
<p>Eva Illouz, geboren 1961, ist Professorin f&uuml;r Soziologie an der Hebr&auml;ischen Universit&auml;t von Jerusalem sowie Studiendirektorin am Centre europ&eacute;en de sociologie et de science politique, CSE-EHESS in Paris.</p>
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Durchweg plausibel findet Andrea Roedig Eva Illouz' Argumente in ihrem Essay, in dem sie dem Erfolgsgeheimnis von "Shades of Grey" nachgeht. Ihrer These, dass es sich bei dem Bestseller keineswegs um antifeministische, pornografische Literatur, sondern vielmehr einen Selbsthilfekurs in Erotik handelt, akzeptiert die Rezensentin ebenso wie die Aussage, es spiegle sich in dem Buch eine Sehnsucht der Frauen nach sexueller Freiheit wider. Dabei nimmt Illouz nach Ansicht der Rezensentin die Gefahren und Abgründe, die von sadistischen Praktiken ausgehen, nicht ernst genug und bleibt mit ihrer Analyse an der bürgerlichen Oberfläche stecken.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 15.06.2013
Emanzipation ist
ja so unsexy
Die Soziologin Eva Illouz möchte den Erfolg
des Dreiteilers „Shades of Grey“ erklären
VON INA HARTWIG
In der neuen Essayreihe „edition suhrkamp digital“, die als schnelle Intervention gedacht ist, erscheint am Montag ein Büchlein mit dem auffallend unbescheidenen Titel „Die neue Liebesordnung“ von Eva Illouz. Auf knapp achtzig Seiten soll geklärt werden, warum der Megabestseller „Shades of Grey“ über die Romanze und Familiengründung eines SM-Paares im letzten Jahr so einschlug, wie er einschlug. Man ahnt richtig: Die neue Liebesordnung ist der Grund, und jene lasse sich, so die These der Jerusalemer Soziologieprofessorin Illouz, exakt in E.L. James’ Dreiteiler nachweisen.
  Bei siebzig Millionen weltweit verkauften Exemplaren darf man schon ins Grübeln kommen. Eines kann man Eva Illouz nicht vorwerfen: dass sie sich an den phänomenalen kommerziellen Erfolg des Schmökers nur hefte, um ihre eigene, naturgemäß eher trockene Wissenschaft, die Lehre von der Gesellschaft, aufzuwerten. Nein, Eva Illouz feiert seit Jahren Erfolge mit Untersuchungen zur Liebe unter den Bedingungen des Kapitalismus. „Warum Liebe wehtut“, Illouz’ viel beachtetes Buch von 2011, gilt seinerseits als Bestseller, was immer das im Bereich des soziologischen Sachbuchs heißen mag.
  Jedenfalls ist es nur konsequent, dass Illouz sich jenem Dreiteiler eingehend widmet, der hiesigen Anglistikprofessorinnen ebenfalls Kopfzerbrechen verursacht, weil sie feststellen müssen, dass ihre Studentinnen nicht mehr freiwillig Jane Austen oder T.S. Eliot lesen, sondern die literarisch offensichtlich dürftigen „Shades of Grey“ aus der Feder einer englischen Ex-Fernsehjournalistin. Wenn also nicht der literarische Wert für das Interesse der Leserinnen verantwortlich ist, dann müsse die „Shades of Grey“ andere Qualitäten haben. Und ehe einem die Felle wegschwimmen, ist es doch besser, die Zauberformel selbst zu entschlüsseln. Also aufgesprungen auf den Zug der Populärkultur!
  Neu ist das nicht; man denke nur an Umberto Ecos Analysen der James-Bond-Romane von Ian Fleming, an Roland Barthes’ Ausführungen über den Striptease in den „Mythen des Alltags“ oder an Susan Sontags Essay „Notes on Camp“. Nur: Alle Genannten hatten ein sauberes Handwerkszeug, mit dem sie sich den populären Moden zuwandten; sie waren aufregende, bodenständige Interpreten und verzichteten auf Spekulation. Doch die Zeiten dieser fröhlichen Wissenschaften, die sich noch nicht mit düsterer Miene „dem Kapitalismus“ entgegen stemmen zu müssen meinten, scheinen vorbei zu sein. Zu diesem Ergebnis gelangt jedenfalls, wer Eva Illouz’ angestrengte Melange aus Küchenpsychologie, statistischer Mystik und soziologischer Coolness für paradigmatisch hält.
  Die Kernthese, die Illouz aus E.L. James Wälzer ableitet, lässt sich schnell resümieren: Der „unheimliche Welterfolg“, so Illouz, der „Shades of Grey“ sei nur zu erklären durch die „brillante Lösung“, die die 1800-Seiten-Trilogie für all jene Leserinnen bereithalte, die unter Unsicherheit und Ambivalenz in ihren „heterosexuellen Beziehungen“ litten. Und dass sie darunter leiden, sei nicht ihre Schuld, sondern die Folge der „Moderne“ beziehungsweise des „Kapitalismus“.
  Anstatt einen Anklagediskurs zu bemühen, etwa gegen die globalisierte Pornoindustrie, steigert sich Illouz lieber in einen seltsamen Positivismus hinein, der schließlich umkippt in unverhüllte Begeisterung für die Cleverness der in „Shades of Grey“ angebotenen Praxis. Es handelt sich nicht nur um eine Praxis, in der „Sex“ ausschließlich nach dem Muster von Gehorsam und Unterwerfung „funktioniert“. Jede sexuelle Handlung ist durch Reglements festgelegt und also verhandelbar, was, wie Illouz annimmt, letztlich für die Frauen von Vorteil sei, weil sie auf diese Weise ihre Autonomie zurückerobern könnten.
  Illouz’ zutreffende Eingangsfeststellung, dass E.L. James zwei widersprüchliche Genres miteinander kombiniert, nämlich die BDSM-Pornographie (sie steht für „Bondage and Discipline, Domination and Submission, Sadism and Masochism“) mit der romantischen Liebesschmonzette, wirft sie am Ende ihres Essays unter dem Stichwort „Die Erotik der Selbsthilfe“ lässig über Bord. „Die heutige Heterosexualität“, schreibt Illouz, „basiert auf einer Unklarheit über die Rollen, in denen Männer und Frauen ihre Identitätsmerkmale miteinander tauschen, so dass beide effektiv androgyn werden und jede stabile Geschlechtsidentität grundsätzlich in Frage stellen müssen.“ Und weiter: „Im BDSM hingegen werden Rollen wiederhergestellt – freilich in einer Form, die nicht unbedingt deckungsgleich mit dem sozialen Geschlecht ist.“ Sprich: Beim BDSM kann auch mal der Mann der Unterworfene sein, wer hätte das gedacht.
  Ferner freut sich Eva Illouz über weitere Vorteile der Fesselungs- und Regulierungskünste. Gleichheit, behauptet sie, bedeute Stress und Überforderung für Mann und Frau; Gleichheit reduziere die erotische Spannung, sozusagen als Kollateralschaden von Feminismus und Emanzipation, wohingegen BDSM die Ungleichheit als „Spiel“ inszeniere und die „Subjekte“ auch noch aus der „geschlechtlichen Ontologie herauszulösen“ vermöge.
  Man kann sich des Eindrucks kaum erwehren, hier werde die in „Shades of Grey“ exemplarisch für die weibliche Hauptfigur Anastasia Steele nutzbar gemachte BDSM-Praxis geradezu gepriesen als subtilste aller Eroberungsstrategien: Dank dieser Technik wirst du nur scheinbar unterworfen, in Wahrheit bekommst du am Ende den Traummann. Und das wäre in diesem Fall der „überaus attraktive, vermögende und erfolgreiche junge Mann“ (Illouz) namens Christian Grey, dessen fünfzig Schattenseiten („Fifty Shades“) im Roman ausgelotet und überwunden werden.
  Wissenschaft und Werbung reichen einander ziemlich unverfroren die Hand in Eva Illouz’ Essay, den sie sicherheitshalber bis zu den Zähnen mit Fußnoten bewaffnet. Im Anmerkungsteil sind etliche Internetlinks und Hinweise auf „bahnbrechende“ Studien zu finden (das Zitierkartell ist immer im Einsatz), aber nach dem Namen Michel Foucault, Stichwort „Sexualität und Wahrheit“, sucht man vergeblich. Ebenso zu Niklas Luhmanns „Liebe als Passion“: nichts. Anstatt sich im Wissensfeld zu situieren, das ihr Fach schon seit vielen Jahren bestellt – und die dialektisch geprägte Frankfurter Sexualwissenschaft darf gleich dazu gerechnet werden –, fuchtelt Eva Illouz unbekümmert mit ungesicherten, dreist-schlichten Thesen herum nach dem Schema: Männer läsen masturbatorisch, Frauen emotional.
  Gleichwohl hat die abgeklärte Soziologin mit dem „Wir“ keinerlei Problem, der Marotte eines sich volksnah gebenden Wissenschaftsjargons. So behauptet sie, „wir“ lebten in einer „freudianischen (und postfreudianischen) Kultur“; aber als es darum ginge, Freuds Verständnis von Phantasiebildungen zu erläutern, greift sie auf einen Lexikoneintrag zurück. Von Freud und der Psychoanalyse überhaupt hat sie offenkundig kaum eine Ahnung, sonst käme sie nicht auf die abwegige Idee, Freud „pathologisiere“ Masochismus als Perversion. Das Revolutionäre am Freudschen Perversionsbegriff war ja gerade seine moralische Wertfreiheit und: seine Anbindung an die individuelle unbewusste Geschichte. Man wird, so Freud, aus ganz bestimmten Gründen zum Fetischisten, zum Sadisten, zum Masochisten; während für Illouz psychische Prozesse so wenig von Interesse zu sein scheinen wie die Unterschiede zwischen puritanisch-amerikanischen Leserinnen, hysterischen Engländerinnen, frommen Jüdinnen oder verschleierten Musliminnen.
  Die „Moderne“ der 1961 im marokkanischen Fès geborenen Eva Illouz ist westlich geprägt, also individualistisch, egoistisch und hedonistisch, und soll das auch bleiben. Verräterisch der durchgehend positive Gebrauch des Adjektivs „lustvoll“ vor dem Hintergrund einer verblüffend neutral behandelten Konsumkultur. Fern liegt Illouz der Gedanke Adornos aus dem tatsächlich bahnbrechenden Essay „Sexualtabus und Recht heute“ (1963), dass die Ideologie des „healthy sex life“ den „Sexus“, wie man damals noch sagte, „zum Punkt zusammenschrumpfen“ lasse.
  Welcher Standpunkt sich hinter Eva Illouz’ schwammiger Mischung aus Kapitalismus-Analyse und Zustimmungsbereitschaft verbirgt, bleibt provozierend unklar. Natürlich ist es legitim, dass Soziologie und Geschichtswissenschaft sich fiktionaler Texte anders annehmen, als es Literaturkritik oder Literaturwissenschaft tun. Aber den Erfolg von „Shades of Grey“ mit einer Abbildtheorie erklären zu wollen, als repräsentiere das Buch eins zu eins die realen Phantasien und Bedürfnisse der weiblichen Leserschaft weltweit – das ist fast schon beleidigend. Es heißt, den Realitätssinn der Konsumentinnen zu unterschätzen.
Eva Illouz: Die neue Liebesordnung. Frauen, Männer und Shades of Grey . Aus dem Englischen von Michael Adrian. Suhrkamp Verlag, Berlin 2013. 88 Seiten, 7,99 Euro.
Gleichstellung, so die Autorin,
bedeute Stress und Überforderung
für Mann und Frau
Illouz versucht sich an dem
Wagestück, Kapitalismuskritik
mit Konsumfreude zu verbinden
Eva Illouz , geboren 1961 in Marokko, studierte in Paris und in den USA. Seit 2006 ist sie Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. 2011 erschien ihr Bestseller „Warum Liebe weh tut“. FOTO: SUHRKAMP
Job-Sharing in der Geschlechterwirtschaft: In der neuen Liebesordnung ist jeder mal der Unterworfene.
FOTO: PLAINPICTURE/CLACK
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»... Ihre Deutung des Buches als Anleitung zur sexuellen Selbsthilfe hingegen ist so originell und überzeugend wie der Rest dieser geistreichen Analyse, der es tatsächlich gelingt, den Erfolg von Shades plausibel zu machen.«
Besprechung von 04.10.2013
Eva Illouz und die Politik der Gefühle

Eine "neue Liebesordnung" hatte die israelische Soziologin Eva Illouz am vergangenen Sonntag in der Berliner Schaubühne versprochen. Sie sollte einerseits über so leptosome Begriffe wie eine "Politik der Gefühle" sprechen, andererseits über das neue Lieblingslehrbuch der gender studies: Mit "Fifty Shades of Grey" lässt sich nicht nur der Emanzipationsgrad - Stichwort: heterosexuelle Zwangsmatrix -, sondern auch die Verklemmtheitskurve unserer Gesellschaft messen. (Eva Illouz: "Die neue Liebesordnung". Frauen, Männer und ,Shades of Grey'. Suhrkamp Verlag, Berlin 2013, 80 S., 7,99 [Euro])

Moderatorin Carolin Emcke, die selbst vor zwei Jahren ein Buch über ihr Leben als offen "schwul" lebende Frau geschrieben hatte, wollte von Illouz wissen, ob ihre Beschäftigung mit dem Thema Liebe als etwas Minderwertiges betrachtet worden sei. Schlimmer noch, sagte Illouz, es sei als Frauenthema abgestempelt worden. Moment! Immerhin stammt der Klassiker der Liebessoziologie von einem Mann. Niklas Luhmann, der 1982 in "Liebe als Passion" im gleichen Verlag wie Illouz die Codes entschlüsseln half, welche die sozialen Bedingungen für Zweisamkeitsutopien erst erschaffen, wird von Illouz geflissentlich ignoriert. Illouz und Emcke diskutierten das Konzept einer "authentischen Liebe" vielmehr so, als handele es sich um eine neue Frage.

Das Problem sei doch, man könne ein falsches Bewusstsein haben, beeinflusst etwa durch Konsumverhalten, und trotzdem authentisch empfinden. Darin liegt ja gerade die Crux des modernen Liebeslebens, so durchschaubar kapitalistisch das ganze Romantik-Business von Online-Partnerbörsen bis hin zu hyperindividualistischen Lebensstilentscheidungen auch sein mag: Wir leben in den Wahrheiten, die wir uns erschaffen. Wäre also die im Titel der Veranstaltung annoncierte Politik der Gefühle nichts als ein dem Individuum vom Markt übergestülptes Emotionsregime? Die neuere Gefühlsforschung weist recht emotionslos auf die Vergänglichkeit bestimmter Empfindungsweisen hin, etwa auf die Flaute des männlichen Ehr- und des weiblichen Schamgefühls. Nein, sagt Illouz: Objekte und Emotionen werden immer koproduziert. Gefühle realisieren sich im Ritual. Was war also zuerst da? Die Valentinstags-Grußkarten-Industrie oder das Bedürfnis, sich an einen einzelnen Menschen zu binden?

Das waren alles kluge, wenn auch nicht neue Gedanken zu der Frage, weshalb wir dauernd an etwas scheitern, was doch die meisten als Imperativ verstehen: Sei glücklich! Lebe hedonistisch! Am besten in einer romantischen Mann-Frau-Beziehung! Dass homosexuelle Lebensstile inzwischen Mainstream geworden sind, weil sich mit Homopaaren eben auch gezielt neue Konsumentengruppen mit Romantikangeboten ansteuern lassen, scheint aus soziologischer Sicht ausgemacht. Wie normativ das heterosexuelle Liebesmodell in einer Massenerzählung wie den "Fifty Shades" noch heute wirkt, kann jeder nachvollziehen, der zu den inzwischen siebzig Millionen Lesern dieser Hau-drauf-Romanze gehört.

KATHARINA TEUTSCH

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