Open Range - Weites Land
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Technische Angaben: Bildformat: 1080p/24 (2.35:1) Sprachen/Tonformate: Deutsch, Englisch (dts-HD 6.1) Untertitel: Deutsch, Englisch Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch Extras: Making Of, Trailer u. a.
Charley Waite und Boss Spearman sind die Letzten ihrer Art. Wo 1882 die Zäune der Zivilisation den Westen Amerikas noch nicht erreicht haben, treiben sie ihre Rinder über freies Weideland - unterstützt vom sanftmütigen Riesen Mose und dem jungen Mexikaner Button. Es ist ein hartes, aber von der Schönheit der Natur versöhntes, Leben.
Bis zu dem Zeitpunkt, als sie das Reich eines Tyrannen
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Produktbeschreibung
Technische Angaben:
Bildformat: 1080p/24 (2.35:1)
Sprachen/Tonformate: Deutsch, Englisch (dts-HD 6.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Untertitel für Hörgeschädigte: Deutsch
Extras: Making Of, Trailer u. a.
Charley Waite und Boss Spearman sind die Letzten ihrer Art. Wo 1882 die Zäune der Zivilisation den Westen Amerikas noch nicht erreicht haben, treiben sie ihre Rinder über freies Weideland - unterstützt vom sanftmütigen Riesen Mose und dem jungen Mexikaner Button. Es ist ein hartes, aber von der Schönheit der Natur versöhntes, Leben.

Bis zu dem Zeitpunkt, als sie das Reich eines Tyrannen streifen: Rancher Baxter, der das Örtchen Harmonville fest in seiner Hand hat, hasst die sogenannten "Freegrazer" - wie die vier Cowboys, die vom Land leben, selbst aber keines besitzen. Und wider Willen sehen sich Waite und Spearman in einen gnadenlosen Kampf verstrickt, der über ihre Zukunft und die aller Bewohner von Harmonville entscheidet...

Bonusmaterial

- Audiokommentar Kevin Costner - Featurette "Amerikas Open Range" - Making Of - Entfernte Szenen - Die Storyboards - Deutschlandpremiere - "Broken Wagon" Videoclip - Trailer & TV-Spots
  • Produktdetails
  • Anzahl: 1 Blu-ray Disc
  • Hersteller: Universum Film
  • Gesamtlaufzeit: 139 Min.
  • Erscheinungstermin: 19. November 2010
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Regionalcode: B
  • Bildformat: 2.35:1 / HDTV 1080p
  • Tonformat: Deutsch, DTS-HD 6.1 ...
  • EAN: 0886977127991
  • Artikelnr.: 31373817
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 25.01.2004

Der letzte Cowboy
Ein Mann, der tut, was er tun muß. Kevin Costner reitet, dreht und spricht darüber: "Open Range - Weites Land"

Als die Fahrstuhltür im Hotel sich endlich öffnet, sagt die junge Frau mit der Aktentasche unterm Arm: "Wollen Sie auch zu der Fortbildung?" So kann man es natürlich auch sehen. Denn als erstes lernt man, daß Kevin Costner im Gegensatz zu den meisten Stars nicht schrumpft, sobald er einem in der Wirklichkeit gegenübertritt. Er ist tatsächlich größer als 1,80 Meter, sein Händedruck ist fest, seine Kleidung leger, und wenn man ihm sagt, wie angenehm es sei, Cowboys statt Hobbits und Gewehrfeuer statt Gigabyteschlachten zu sehen, dann beginnt er so herzhaft zu lachen, wie man ihn im Kino selten hat lachen hören. "Ich bin so weit davon weg, von diesen ganzen Spezialeffekten", sagt er, "es nervt mich auch nicht, ich bin eher amüsiert, daß Filme so erfolgreich sein können, die nicht einmal eine Geschichte zu erzählen haben." Später sagt er dann noch, daß er die beiden Sequels zu "The Matrix" für "ein Stück Scheiße" hält, und fügt ohne jede Bitterkeit hinzu: "Wir haben das verdient, was wir derzeit in der Filmindustrie haben: daß Filme auf Platz eins stehen, die nichts taugen."

Es gab mal eine Zeit, in der auch ein Western von Kevin Costner auf Platz eins stand und er als einer der größten Stars in Hollywood galt, als ein neuer Gary Cooper. Es ist auch schon ein paar Jahre her, daß ihn die Leserinnen von "Amica" zum erotischsten männlichen Wesen wählten. Der Mann, der mit dem Wolf und mit Whitney Houston tanzte, der als Staatsanwalt die Spur der Kennedy-Mörder verfolgte, konnte Anfang der neunziger Jahre machen, was er wollte. Er wollte einen Western produzieren - "Wyatt Earp" (1994) floppte. Er wollte in die Zukunft - "Waterworld" (1995) kostete die damalige Rekordsumme von 175 Millionen Dollar und versank nicht halb so spektakulär wie die Titanic. Und "The Postman" (1998) kostete 80 Millionen - er brachte gerade mal 20 und dazu fünf Goldene Himbeeren für den schlechtesten Film des Jahres. Costners Karriere war ein wenig ins Trudeln geraten, und seinem Image des coolen, romantischen Helden fehlte der Hochglanz der früheren Jahre. Doch sein Marktwert sank nicht. Noch für einen trostlosen Film wie "Im Zeichen der Libelle" (2002), in dem er als guter Doktor mit dem Übersinnlichen flirtete, erhielt er fünfzehn Millionen Dollar. Und er sagt heute lapidar, er könne ganz gut damit leben, daß er einige Filme gemacht habe, "die nicht so gut waren, wie sie hätten sein können".

Costner, der vor einer Woche 49 geworden ist, wirkt dabei so gelassen wie sein Cowboy in "Open Range - Weites Land". Er ist allerdings erheblich gesprächiger. Er erzählt, wie unendlich schwierig es war, einen Western zu produzieren. Einen der sich Zeit nimmt und auf Details Wert legt. Es geht um ganz einfache Dinge in "Open Range": um Freundschaft und Vertrauen, um Ehre und Werte, um Gerechtigkeit. Um den Traum von der letzten Frontier, die verschwindet, weil Zäune die Besitzverhältnisse abstecken und der Raum für die "Freegrazer", die herumziehenden Cowboys mit ihren Herden, knapp wird, da mächtige Rancher sie nicht länger dulden.

Es sind die Archetypen eines oft totgesagten Genres, die sich hier versammeln. Aber Costner ist keiner, der dem Genre noch einmal eine Adrenalinspritze ins Herz verpassen wollte, und einen Begriff wie Dekonstruktion würde man im Gespräch mit ihm nicht zu erwähnen wagen. "Open Range" ist keiner jener ihrerseits schon klassischen Spätwestern, er ist eher eine Flaschenpost aus einer anderen Zeit. Er will einfach nur eine Form ausfüllen, und das ist nicht so leicht, wie es klingt, wenn die Form selbst schon im Kugelhagel der Italowestern durchlöchert wurde. Aber ein Mann muß tun, was er tun muß, es muß passieren, was passieren muß - das ist das Bewegungsprinzip des Westerns.

Seit zehn Jahren zieht Costners Charley mit Boss Spearman (Robert Duvall) durch die Gegend. Einer ihrer Leute wird verprügelt, sie holen ihn raus, sie werden bedroht, sie wehren sich; einer ihrer Leute wird erschossen, der andere schwer verwundet, und so müssen sie bleiben und den Showdown mit dem Rancher suchen, der die Stadt wie ein Diktator beherrscht. Costner zögert diesen Showdown hinaus, und um die Zeit zu füllen, lernt sein Charley die Schwester des Arztes kennen. Annette Bening, Warren Beattys Ehefrau, hat sich für diese Rolle in eine perfekte Jungfer verwandelt, sie ist patent und couragiert, sie wechselt Verbände und vielsagende Blicke mit Costner. Diese Romanze paßt nicht wirklich in den Rahmen des Films, nicht bloß, weil Costner sich für die Rolle einen Studienratsbart hat wachsen lassen, ähnlich wie Al Pacino in "Der Einsatz", nur struppiger natürlich. Aber Costner spielt die Figur des "enigmatischen Helden", wie er es nennt, längst nicht so gravitätisch wie früher, weil er Robert Duvall neben sich hat, einen Schauspieler, der ihm mehr als ebenbürtig ist und nie so humorlos wirkt wie Costner selbst. Charley und Boss verbindet eine tiefe Loyalität: Weil Boss Charleys Vergangenheit nicht interessiert, kann Charley ihm anvertrauen, daß er im Bürgerkrieg ein Killer war, der noch immer keine Probleme mit dem Töten hat; den Stadtbewohnern wird er sagen, es gebe Schlimmeres, als zu sterben. Es ist das alte Lied vom Töten: Er will nicht mehr, doch es geht nicht anders.

Das Erstaunliche daran ist, daß all das nie peinlich oder angestrengt wirkt. Die Welt, in der die Cowboys leben, ist schmutzig und karg; wenn es regnet, kann man in den Straßen von Harmonville ertrinken, die selbstgedrehten Zigaretten ziehen schlecht, die Finger der Cowboys sind zu dick, um durch die Henkel der Teetassen zu passen, und Costner sagt, dieses Detail sei ihm genauso wichtig wie die Choreographie des Shootouts, der ein wirklich grandioses Timing hat und alles andere als Routine ist. Es sind solche beiläufigen Momente, an die man sich bei "Open Range" erinnert. Und so selbstverständlich Costner die Figur des enigmatischen Helden bewohnt, den er auch im "Postman" oder in "Waterworld" gespielt hat, so wenig geht er in ihr auf. Viele Western, sagte er, seien gar nicht so toll gewesen, "viele waren ein Vorläufer der Actionfilme von heute, weil sie nur so schnell wie möglich zur großen Schießerei kommen wollten. Ich mochte schon immer Filme, die wie Bücher sind, reich an Textur, mit genau ausgestalteten Charakteren."

Er klingt auch ein wenig feierlich, wenn er sagt: "Wir müssen uns auch für unseren Geschmack verantwortlich fühlen, nicht nur für das Einspielergebnis. Der Kassenerfolg ist zu einem Gott geworden, den die Leute jeden Morgen anbeten." Es ist leicht, denkt man, offene Türen einzurennen, aber Kevin Costner hat genug Wendungen und Täler in seiner Karriere erlebt, um in der Rolle, in der er einem gegenübersitzt, glaubhaft zu wirken. Es ist die Einfachheit, die ihn am Western reizt, der, "mehr als jedes andere Genre", die Probleme in konzentrierter Form zeige, befreit von allen störenden Umständen. Wenn man ihm zuhört, scheint er bisweilen hinter seinem über die Jahre verfestigten Leinwandimage zu verschwinden, und taucht dann überraschend als skeptischer Star wieder auf.

Costner ist ein Wertkonservativer, der eine Rolle in Oliver Stones "Platoon" ablehnte, weil es ihm nicht gefiel, wie Stone Soldaten in Vietnam zeigte; der den Staatsanwalt Garrison in Stones "JFK" spielte, obwohl Stones Verschwörungstheorie ihm fremd ist; der von seinem Ehrgeiz spricht, populär zu sein, und dann wieder sagt: "Man muß herausfinden, wie man derjenige bleiben kann, der man ist." Oder fragt: "Will man nicht einen wie Charley zum Freund haben?"

Kevin Costner kommt mit Sätzen davon, die man keinem Drehbuchautor durchgehen ließe, und wenn er sagt, er empfinde seine Filme als "amerikanisch", dann denkt man eben gerade nicht an die Rhetorik von George W. Bush. Costner ist vermutlich genauso stur, wie er es sich gerade noch leisten kann. Und wenn man ihn nach dem spröden Realismus von "Open Range" fragt, nach der großartigen Kameraarbeit von James Muro, antwortet er, daß er die offenen, weiten Räume liebe, sagt dann, natürlich reiche es so wenig aus, schöne Landschaften zu fotografieren wie Spezialeffekte aneinanderzureihen, und schließt lächelnd mit den Worten. "Ich verrate Ihnen mal was: Es war so grün dort, daß wir uns bei der Farbbestimmung entschieden haben, die Farben zu entsättigen, weil es wie in Irland aussah; es wirkte wie ein Fake, und der Himmel war so blau wie ein Bluescreen."

Der Western kommt nicht wieder, bloß weil einer gelingt und weil auf "Open Range" nun Ron Howards "The Missing" (im Februar), immerhin mit Cate Blanchett in der Hauptrolle, und eine Neuauflage von "The Alamo" (im April) folgen. Er kann auch gar nicht wiederkommen, weil er nie ganz verschwunden war. Kevin Costner ist das ziemlich egal, ob der Western zu den Untoten gehört; er ist im Sattel ganz bei sich, und vielleicht ist genau das auch die Grenze des Films: daß er nicht bis an die Grenze geht wie etwa Clint Eastwoods "Unforgiven". Man vermißt etwas, wenn man "Open Range" sieht; nicht, weil ihm all das abginge, wofür man den Western liebt. Er weckt eher nostalgische Gefühle, und er hat selbst etwas von dieser Nostalgie in seine Erzählung aufgenommen. Er ruht in sich, und das ist mehr, als man von vielen Filmen behaupten kann. "Ich glaube an den Western", sagt Kevin Costner, "und wenn Hollywood glaubt, er sei nicht kommerziell, dann wehre ich mich gegen die Annahme, das Genre habe deshalb keine Bedeutung."

PETER KÖRTE

"Open Range" kommt am Donnerstag ins Kino.

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