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"Edle Einfalt", "stille Größe" - nach dem Bruch mit diesem Antikebild des 19. Jahrhunderts entfaltete die Antike in der Moderne größte Wirkung. Beispiele aus Politik, Literatur, Musik, Architektur und bildender Kunst sowie ein breites Spektrum theoretischer Konzeptionen werden hier in 15 Beiträgen vorgestellt.
Die Auseinandersetzung mit der Antike gehört zu den Konstanten der europäischen Kulturgeschichte. Sie ist weder aus den Wissenschaften noch aus den Künsten wegzudenken. Antike Elemente haben über die Jahrhunderte hinweg in unterschiedlichen Kontexten weitergelebt und sind als
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Produktbeschreibung
"Edle Einfalt", "stille Größe" - nach dem Bruch mit diesem Antikebild des 19. Jahrhunderts entfaltete die Antike in der Moderne größte Wirkung. Beispiele aus Politik, Literatur, Musik, Architektur und bildender Kunst sowie ein breites Spektrum theoretischer Konzeptionen werden hier in 15 Beiträgen vorgestellt.
Die Auseinandersetzung mit der Antike gehört zu den Konstanten der europäischen Kulturgeschichte. Sie ist weder aus den Wissenschaften noch aus den Künsten wegzudenken. Antike Elemente haben über die Jahrhunderte hinweg in unterschiedlichen Kontexten weitergelebt und sind als formierende Bestandteile in das kulturelle Gedächtnis Europas eingegangen. Bestimmend für die moderne Antikerezeption im deutschsprachigen Raum, auf den sich der Band konzentriert, wurde das Bild der Antike, das Winckelmann mit dem universalen Anspruch auf Freiheit, Schönheit und Humanismus entworfen hatte. Gerade dieses klassizistische Ideal aber verlor im 19. Jahrhundert seinen emanzipatorischen Charakter und verengte sich zum elitären Privileg des Bürgertums. Nietzsches Entdeckung des Archaischen entstand aus dem Versuch, die Grenzen des Klassizismus zu überwinden, um neue Perspektiven für die Moderne zu gewinnen. Der von ihm vollzogene Umbruch wirkte richtungweisend für die Antikerezeption im 20. Jahrhundert: Künste und Wissenschaften entwerfen vielfältige 'Urgeschichten' der Moderne. Um die Produktivität der Rezeption und zugleich diametrale Unterschiede im Umgang mit dem scheinbar Gleichen darzustellen, behandeln die Beiträge ein breites Spektrum theoretischer Konzeptionen (Benjamin, Heidegger, W. F. Otto, Warburg, Horkheimer/Adorno) und repräsentative Beispiele für die Bedeutung der Antike in Politik, Literatur, Musik, Architektur und bildender Kunst. Mit Beiträgen von: Hubert Cancik, Tübingen; Alexander Demandt, Berlin; Michael Diers, Berlin; Albert Henrichs, Harvard; Hans-Joachim Hinrichsen, Zürich; Klaus Laermann, Berlin; Gerd Mattenklott, Berlin; Glenn W. Most, Heidelberg/Chicago; Philip Urspung, Zürich; Bernd Seidensticker, Berlin; Peter Sprengel, Berlin; Uwe Steiner, Berlin; Michael Theunissen, Berlin; Pascal Weitmann, Berlin.
  • Produktdetails
  • Verlag: Metzler
  • Seitenzahl: 288
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 2001. x, 278 S. 35 SW-Abb. 235 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 230mm x 155mm x 25mm
  • Gewicht: 562g
  • ISBN-13: 9783476018595
  • ISBN-10: 3476018598
  • Best.Nr.: 09879510
Autorenporträt
Bernd Seidensticker studierte Klassischen Philologie und Germanistik in Tübingen und Hamburg. Seit 1987 hat er eine Professor für Klassische Philologie an der FU Berlin inne.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Dieser Band versammelt eine ganze Reihe von Aufsätzen ausgewiesener Kenner zum Wandel im Umgang der Moderne mit der Antike, berichtet Michael Thiemann, der in seiner wohlwollenden, primär referierenden Rezension die Hauptgesichtspunkte der einzelnen Aufsätze nachzeichnet. Dabei geht er auf die von Albert Henrich untersuchte Ablösung des konventionellen, auf Winckelmann zurückgehenden Antikenbildes von edler Größe und stiller Einfalt durch Nietzsches Fokussierung des Blicks auf das "Dionysische" ebenso ein, wie etwa auf Pascal Weitmanns Studie über antike Motive und Zitate in der Kunst des 20. Jahrhunderts oder auf Michael Theunissens Analyse, die "brillant" die Präsenz antiker Philosophie in den Werken Heideggers, Adornos und Horkheimers "erhellt". Mit einer Vielfalt von Themen zeichnet der Band das Bild einer "komplexen Rezeptionsgeschichte, die das konsequente Ringen um das kritische Potential des Altertums verbindet", lobt Thiemann.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Zweifelsohne sind dem kurzweilig und gut lesbarem Buch viele Leser zu wünschen. Für denjenigen, der sich mit der Rezeption der Antike intensiver befasst, ist die Lektüre wohl unerlässlich." (Gymnasium)

"Der Band steht durchweg auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau. Jeder Beitrag ist mit einer Bibliographie versehen, das Buch insgesamt durch ein Personen- und Sachregister erschlossen. Es ist für künftige Forschungen zur Antikerezeption in mehreren Fachdisziplinen unverzichtbar." (KLIO Literaturkritik)