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Nichts wünscht Bengt sich sehnlicher als einen Freund. Doch statt mit ihm zu spielen, ärgern die anderen Kinder ihn und sperren ihn schließlich im dunklen, kalten Müllraum ein. Dort sitzt er, bis endlich jemand die Tür öffnet - Jagger! Ein ziemlich heruntergekommener, aber äußerst selbstbewusster Hund. Jagger lässt sich nichts gefallen und er weiß sofort, was Bengt tun muss - sich rächen! Tote Ratten in Briefkästen und Fahrräder im Fluß sind schließlich nur gerecht, wenn einem so übel mitgespielt wurde wie Bengt, oder?! Auf beeindruckende Weise gelingt es der Erfolgsautorin von "Hedvig" und…mehr

Produktbeschreibung
Nichts wünscht Bengt sich sehnlicher als einen Freund. Doch statt mit ihm zu spielen, ärgern die anderen Kinder ihn und sperren ihn schließlich im dunklen, kalten Müllraum ein. Dort sitzt er, bis endlich jemand die Tür öffnet - Jagger! Ein ziemlich heruntergekommener, aber äußerst selbstbewusster Hund. Jagger lässt sich nichts gefallen und er weiß sofort, was Bengt tun muss - sich rächen! Tote Ratten in Briefkästen und Fahrräder im Fluß sind schließlich nur gerecht, wenn einem so übel mitgespielt wurde wie Bengt, oder?! Auf beeindruckende Weise gelingt es der Erfolgsautorin von "Hedvig" und "Siri und die Eismeerpiraten", große Ernsthaftigkeit mit schrägem Humor zu verbinden und eine Außenseitergeschichte zu erzählen, die es in sich hat.
  • Produktdetails
  • Verlag: Gerstenberg Verlag
  • Originaltitel: Jagger Jagger
  • Seitenzahl: 181
  • Altersempfehlung: ab 9 Jahren
  • Erscheinungstermin: Juli 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 159mm x 22mm
  • Gewicht: 408g
  • ISBN-13: 9783836959049
  • ISBN-10: 3836959046
  • Artikelnr.: 52480737
Autorenporträt
Ulf K. wurde 1969 in Oberhausen geboren. Nach dem Abitur 1989 studierte er ab 1991 Kommunikationsdesign an der Universität Essen (Folkwangschule), mit Schwerpunkt Illustration. Er ist seit 1994 freiberuflich als Comic-Zeichner und Illustrator für Presse und Werbung tätig. 1995/96 absolvierte er ein Auslandssemester in Paris. 1997 gründete er den Eigenverlag Ubu Imperator. Ausserdem belegte er den zweiten Platz beim Comic-Zeichner-Wettbewerb der Stadt Sierre (Schweiz). 2004 erhielt Ulf K. als bester deutschsprachiger Comic-Künstler den Max-und-Moritz-Preis des Comic-Salons-Erlangen.
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Ob in jenem Sommer alles so passiert ist oder doch nur geträumt? Mit dieser Frage startet ein unzuverlässiger Erzähler seine Geschichte, was zu den zahlreichen Geniestreichen der schwedischen Autorin Frida Nilsson zählt. Sie lässt Bengt erzählen, einen Achteinhalbjährigen mit Übergewicht und ohne Freunde. Seine Eltern wünschten, er hätte welche und wäre so ein normales Kind wie die anderen im Haus. Aber von denen wird Bengt regelmäßig übel mitgespielt. Bis ihn eines Tages Jagger aus einer solchen verzwickten Situation rettet. Jagger: ein obdachloser Hund, der spricht und der verspielt sein kann wie ein Kind, aber auch durchtrieben, grob und eifersüchtig - eine so fantastische wie dann doch schmerzlich lebensnahe Figur. Das Leben auf der Straße hat ihn geprägt. Er weiß sich zu wehren und das soll nun auch Bengt. Er soll sich an allen, die gemein zu ihm waren, rächen. Jagger stiftet, ja stachelt den Jungen regelrecht an, wobei so manches, was spaßig und abenteuerlich beginnt, in Schieflage gerät. Die Scheinheiligkeit der Erwachsenen, die nur halbherzig versuchen, zwischen den Kindern zu schlichten, führt Nilsson dabei genauso vor wie Fragen, deren Beantwortung ihr vielschichtiger und fordernder Roman für Kinder und Erwachsene verweigert.

© BÜCHERmagazin, Jana Kühn (jk)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 25.06.2018

Wer was erzählt, ist ein Verräter
Gegen den Rest der Welt: Frida Nilsson gibt einem Jungen einen seltsamen Freund

Schon klar, ein Hund: Da muss sich ein gerade mal achteinhalb Jahre alter Junge nichts Geringeres als den Respekt der Nachbarskinder und das Verständnis seiner Eltern erkämpfen, und ihm zur Seite stellt die schwedische Kinderbuchautorin Frida Nilsson in ihrem neuen Buch "Ich und Jagger gegen den Rest der Welt" ausgerechnet einen Hund. Keinen, wie ihn sich schon Lillebror in Astrid Lindgrens "Karlsson vom Dach" gewünscht hat, zum Trost und zum Kuscheln. Eher einen Karlsson mit Fell: Eigenwillig und eifersüchtig, ein Herumtreiber und Anstifter ist dieser Jagger Svensson, und die ganze Geschichte über wird der erwachsene Leser nicht recht schlau aus dieser großartigen Figur - während der kindliche Leser gar nicht erst darauf kommt, sie zweifelhaft zu finden, ganz wie Bengt selbst: "Wenn ich jetzt darüber nachdenke, kommt mir alles irgendwie komisch vor", gibt der junge Erzähler selbst gleich im ersten Absatz des Buchs zu, "aber damals, da war es eben einfach so".

Dabei ist Bengts Situation alles andere als einfach, und komisch ist sie auch nicht: Von den anderen drei Kindern im Haus wird der Junge aufgezogen und gequält. Er findet sich selbst schon eklig und dick. Und er traut sich nur noch auf den Hof mit der Reifenschaukel, der Bank, der Kiefer und dem Müllraum, wenn es Hoffnung gibt, die anderen nicht zu treffen. Oder wenn er muss - den Müll runterbringen zum Beispiel, wie an dem Tag, an dem ihn Astrid, Gustav und Allan in den Müllraum sperren. An dem Tag, als er Jagger kennenlernt.

Es ist nicht so, dass der Hund den Jungen absichtlich befreit: Jagger kommt vorbei, um in den Mülltonnen nach Essbarem zu suchen. Frida Nilsson verstärkt den Eindruck eines Stadtstreichers noch: Ihr Jagger ist aus der Obdachlosenunterkunft abgehauen, wie Bengt erfährt, weil der Hund sich aus Rache die Lederjacke seines Widersachers Heikki unter den Nagel gerissen hatte. Jetzt lebt er auf einem Papphaufen in einem Container.

Auch Bengt muss sich rächen, da duldet Jagger keine Widerrede, und so lassen die beiden - "wer was erzählt, ist ein Verräter!" - eine tote Ratte durch den Briefkastenschlitz in Astrids Wohnungstür fallen, wie die drei anderen Kinder einmal Cornflakes durchrieseln ließen. Sie schmeißen Gustavs Fahrrad in den Fluss, in den die anderen einmal Bengts nagelneuen Fußball geschossen hatten. Und um ein Haar hätten sie Allan in den Müllraum gesperrt, obwohl sich Bengt eigentlich überraschend gut mit ihm verstanden hatte, als er neulich auf einmal bei Bengt im Zimmer stand, weil die Mütter es so verabredet hatten, und vor Angst anfangen musste zu weinen, weil bestimmt ihn die nächste Strafe trifft.

Überhaupt, die Eltern: Fast noch unangenehmer als das kindliche Mobbing berührt den erwachsenen Leser die Schilderung der elterlichen Reaktionen - das bewusste Wegschauen, wenn etwas passiert, das Beschönigen, wenn sich Bengt beklagt, die Falschheit und Verkrampftheit in der Diskussion der Eltern untereinander und die Hilflosigkeit, mit der die verfeindeten Kinder ihrem eigenen Widerstand zum Trotz miteinander verabredet werden. "Seit dieser Hund aufgetaucht ist, ist einfach alles schrecklich geworden", klagt Bengts Mutter, als die Lage eskaliert ist und sich die Väter - "wir wollen nur ein bisschen reden" - aufmachen zu Jaggers Container. "Nein", ist Bengts Antwort, "schrecklich war es, bevor er aufgetaucht ist." Mit Jagger kommt nicht nur emotionale Aufrichtigkeit im weiten Spektrum zwischen Rachlust und Mitgefühl in Bengts Leben, sondern auch ordentlich Schmackes. Die Lesart, der Junge könnte sich seinen befremdlichen Freund in diesem bis ins Schmerzhafte so naturgetreu wie lebensnah erzählten Kinderbuch nur ausgedacht haben, trägt nicht weit. Es wäre wohl zu einfach, Bengts Beistand, der so irritierend zwischen Tier, Kind und Obdachlosem changiert, allein seiner eigenen Phantasie entspringen zu lassen, zu nah an einer Kinderbuchkonvention, die schließlich schon Astrid Lindgren mit ihrem ersten Karlsson-Buch aus dem Jahr 1955 unterlaufen hat.

Frida Nilsson gibt ihrer Geschichte sogar noch einen weiteren Bogen: Drei Wochen nach dem Showdown lässt sie den Jungen den Hund eines Nachts wiedersehen. Sie lässt Jagger in seinem einstigen Feind Heikki einen Freund finden und Bengt einen in dessen Sohn. Die Autorin lässt viel ungesagt zwischen den beiden Vertrauten von einst, sie lässt viel unerklärt an der neuen Wohngemeinschaft von Jagger und Heikki, viel offen in der neuen Konstellation. Nur was Bengts Mutter von der Sache hält, wird allen klar. Zum Glück begreift sie immerhin, dass es Momente gibt, in denen sie nicht gleichzeitig mit den Nachbarinnen schön Wetter machen und hinter ihrem Sohn stehen kann.

FRIDTJOF KÜCHEMANN

Frida Nilsson: "Ich und Jagger gegen den Rest der Welt".

Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger. Mit Bildern von Ulf K. Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2018. 176 S., geb., 14,95 [Euro]. Ab 9 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 03.08.2018

Wo die Vorhölle rumort
Frida Nilssons Held ist ein gebranntes Kind
Es ist nicht rundum die Frida Nilsson, die wir aus den Geschichten von Hedvig oder Siri oder Jonna und ihrem Gorilla kennen. Etwas ist anders in der Grundstimmung von „Ich und Jagger gegen den Rest der Welt“. Die junge Autorin richtet in ihren Kinderromanen, trotz tragischer Wendungen und mancherlei Katastrophen, immer ein besonderes Augenmerk darauf, dass ihre kleinen Helden oder Heldinnen mit Courage und Glück selbst dort einen Silberstreif am Horizont entdecken, wo sich der Himmel schwarzgrau zeigt und die Vorhölle rumort. Ganz im Sinne und in der Tradition Astrid Lindgrens.
Zwar finden sich in der von Friederike Buchinger übersetzten, von Ulf K. illustrierten Ich-Erzählung des achteinhalbjährigen Bengt viele Zutaten, die auch Frida Nilssons andere Geschichten auszeichnen: Krisenalltag, realistisch gezeichnete Charaktere, nahtloser Übergang zu fantastischen Verfremdungen, Einbindung der Handlung in die Schönheiten und Schrecknisse der Natur, keine Angst vor Tabus, komische und dramatische Situationen, ironische Überspitzungen des Erzählers, spannende Dramaturgie, glaubwürdige Dialoge. Aber es fehlt etwas für Frida Nilsson sonst ganz Entscheidendes.
In „Ich, Gorilla und der Affenstern“ von 2005, zum Beispiel, setzt die Autorin eine sprechende Gorillafrau in die Welt, die das Los des Waisenkindes Jonna gerade wegen der anarchischen Lebensführung des belesenen Primaten auf zärtliche und fantasievolle Weise zu lindern vermag. Auch „Ich und Jagger gegen den Rest der Welt“ beginnt mit einer vergleichbaren Gefühlslage des Helden, wenn auch in einem anderen Milieu. Bengt kommt aus einer kleinbürgerlichen, ordentlichen, aber ängstlichen Familie. Er ist ein bisschen dicklich, wird von Nachbarskindern und Mitschülern gehänselt und gemobbt und findet keinen Freund. Bis er eines Tages dem sprechenden Hund Jagger begegnet, der in ähnlich chaotischen Verhältnissen lebt wie einst Gorilla. Größter Unterschied: Gorilla war selbstbewusst und einfühlsam. Von Jagger jedoch geht keine Wärme aus. Unter der Oberfläche ist er ein ebenso gebranntes Kind wie Bengt. Er verbirgt seine Unsicherheit, Verletzlichkeit und Einsamkeit hinter einer harten Schale aus Selbstbewusstsein, das keine Zweifel zu kennen scheint. So setzt er den von ihm beeindruckten Jungen sehr schnell unter Erwartungsdruck, erpresst durch seine gespielte Entschiedenheit Zuneigung und stachelt Bengt zudem an, an den Kindern, die ihn piesacken, Rache zu nehmen.
Diese glaubwürdige Grundstimmung der Geschichte, deren Widersprüchlichkeit selbst junge Leser spüren können, beherrscht wider Erwarten die Handlung und erfüllt nicht unsere Wünsche. Das erhöht zwar gleichermaßen die Nähe zur Wirklichkeit und die Spannung, führt aber zu einem Ende, das wir eher einer kompromisslosen Geschichte Mats Wahls zuschreiben. (ab 10 Jahre)
SIGGI SEUSS
Frida Nilsson: Ich und Jagger gegen den Rest der Welt. Mit Bildern von Ulf K. Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger. Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2018. 182 Seiten, 14,95 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Krisen, Probleme, Selbstzweifel - das alles kennt man auch aus den anderen Kinder-Geschichten von Frida Nilsson. Auch komische und magische Elemente kommen in jedem ihrer Bücher vor. Eines jedoch vermisst Rezensent Siggi Seuss in "Ich und Jagger gegen den Rest der Welt":  den letzten Hoffnungsschimmer, das Leuchten in all dem Dunkel, die optimistische Grundeinstellung, welche ihre bisherigen Bücher kennzeichnete. Zunächst hält man als Leser den sprechenden Hund Jagger für den Hoffnungsträger dieser Erzählung, doch wider Erwarten ist Jagger selbst von Unsicherheit und Schmerz erfüllt und seine Selbstsicherheit nur eine steinerne Fassade, lesen wir. Authentisch ist das allemal und es macht die Geschichte noch ein ganzes Stück aufregender, trotzdem scheint Seuss nicht so recht zu wissen, was er von Nilssons neuer Rigorosität halten soll.

© Perlentaucher Medien GmbH
Ob in jenem Sommer alles so passiert ist oder doch nur geträumt? Mit dieser Frage startet ein unzuverlässiger Erzähler seine Geschichte, was zu den zahlreichen Geniestreichen der schwedischen Autorin Frida Nilsson zählt. Sie lässt Bengt erzählen, einen Achteinhalbjährigen mit Übergewicht und ohne Freunde. Seine Eltern wünschten, er hätte welche und wäre so ein normales Kind wie die anderen im Haus. Aber von denen wird Bengt regelmäßig übel mitgespielt. Bis ihn eines Tages Jagger aus einer solchen verzwickten Situation rettet. Jagger: ein obdachloser Hund, der spricht und der verspielt sein kann wie ein Kind, aber auch durchtrieben, grob und eifersüchtig - eine so fantastische wie dann doch schmerzlich lebensnahe Figur. Das Leben auf der Straße hat ihn geprägt. Er weiß sich zu wehren und das soll nun auch Bengt. Er soll sich an allen, die gemein zu ihm waren, rächen. Jagger stiftet, ja stachelt den Jungen regelrecht an, wobei so manches, was spaßig und abenteuerlich beginnt, in Schieflage gerät. Die Scheinheiligkeit der Erwachsenen, die nur halbherzig versuchen, zwischen den Kindern zu schlichten, führt Nilsson dabei genauso vor wie Fragen, deren Beantwortung ihr vielschichtiger und fordernder Roman für Kinder und Erwachsene verweigert.