Bibi & Tina - Der Film
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Detlev Buck bringt frischen Wind auf den angestaubten Martinshof und begeistert mit einem knallbunten Mix aus Teen-Abenteuer, peppigem Pop-Musical und Öko-Crime-Story.
Nicht die Spur ist von den hausbackenen "Bibi Blocksberg"-Verfilmungen aus den Nullerjahren bei Detlev Bucks Interpretation einer weiteren Geschichte aus dem Kiddinx-Imperium übrig geblieben. Der Filmemacher spielt hier seine Expertise in puncto Komödie ("Rubbeldiekatz") und Kinderfilm ("Hände weg von Mississippi") ebenfalls aus wie die Erfahrungen als Werbeclip-Regisseur. Denn "Bibi & Tina - Der Film" legt ein flottes Tempo…mehr

Produktbeschreibung
Detlev Buck bringt frischen Wind auf den angestaubten Martinshof und begeistert mit einem knallbunten Mix aus Teen-Abenteuer, peppigem Pop-Musical und Öko-Crime-Story.

Nicht die Spur ist von den hausbackenen "Bibi Blocksberg"-Verfilmungen aus den Nullerjahren bei Detlev Bucks Interpretation einer weiteren Geschichte aus dem Kiddinx-Imperium übrig geblieben. Der Filmemacher spielt hier seine Expertise in puncto Komödie ("Rubbeldiekatz") und Kinderfilm ("Hände weg von Mississippi") ebenfalls aus wie die Erfahrungen als Werbeclip-Regisseur. Denn "Bibi & Tina - Der Film" legt ein flottes Tempo an den Tag, die bis in die Nebenfiguren hinein exzellent besetzten Darsteller sparen nicht mit Selbstironie und die eingestreuten Musik-Nummern sind sensationell choreografiert und inszeniert, was hervorragend mit dem peppig-fetzigen Sound (von Rosenstolz-Frontmann Peter Plate) und den der heutigen Jugendsprache angepassten Texten einhergeht.

"Bibi & Tina" ist also eigentlich ein Musical, aber ein topmodernes und originelles, in dem die Songs sehr viel über die Charaktere der jeweiligen Interpreten aussagen. Was die Handlung betrifft, interessiert sich Buck weniger für die magischen Fähigkeiten der Hexe Bibi, sein Fokus liegt auf Spaß und Spannung, wobei er hier eindeutig das ältere Kinderpublikum im Teenage-Alter im Visier hat. Schließlich machen seine beiden Protagonistinnen, die Entdeckungen Lina Larissa Strahl und Lisa-Marie Koroll, ihre ersten Erfahrungen mit Jungs, Liebe und Eifersucht. Für den Krimi-Aspekt sorgt Charly Hübner, der den teuflischen-intriganten Geschäftsmann Kakmann lustvoll verkörpert, einen lässigen Kurzauftritt absolviert "Fack ju Göhte"-Star Max von der Groeben und Ruby O. Fee kreiert als arrogante Großstadtschnepfe Sophia jede Menge Konfliktpotenzial.

Mit der postkartenhaften Friede-Freude-Eierkuchen-Idylle der "Hanni & Nanni"-Adaptionen hat Bucks farbenprächtiger Gute-Laune-Film jedenfalls nur wenig zu tun. Denn sobald "Bibi & Tina" in den Kitsch abzudriften, schnulzig zu werden droht, sorgen witzige Cameos wie von Buck selbst als Pferdeflüsterer, der nächste Musik-Clip mit Texten, die man einfach nicht ernst nehmen kann, oder coole Oneliner wie "Wetten ist mein zweites Hobby... nach gewinnen" für Lacher respektive Schmunzler. Und das Kuriose ist, dass auch die Fans von Bibi und Tina, Amadeus und Sabrina auf ihre Kosten kommen werden, sofern sich nicht eine verklärende, biedere und altmodische 1:1-Verfilmung der Vorlage erwarten. lasso.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

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Interviews, Featurettes, Musikvideos, Making of
  • Produktdetails
  • EAN: 4001504303822
  • Best.Nr.: 40663141
  • Artikeltyp: Film
  • Anzahl: 1
  • Datenträger: BLRAY
  • Erscheinungstermin: 05.09.2014
  • Hersteller: KIDDINX Media AG
  • FSK: ohne Alterseinschränkung gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildformat: 1:2, 40/1080p
  • Tonformat: Dolby Digital 5.1
  • Gesamtlaufzeit: 101 Min.
Rezensionen
Der sowohl in Komödien ("Rubbeldiekatz") wie in Kinderfilmen ("Hände weg von Mississippi") zuletzt äußerst sattelfeste Detlev Buck bringt frischen Wind in die klassischen Geschichten aus dem Kiddinx-Imperium ("Bibi Blocksberg", "Benjamin Blümchen"). Sein knallbunter Mix aus Teenager-Abenteuer, peppigem Pop-Musical und Öko-Crime-Story besitzt viel Humor, ist originell inszeniert und bietet in Lina Larissa Strahl und Lisa-Marie Koroll ein Newcomer-Duo in den Titelrollen, das hübsch und talentiert ist.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Besprechung von 07.10.2015
Wer kann dem eigenen Blick entgehen?
"Notfilm": Ein Film über einen Film, der "Film" heißt und von Beckett stammt

Auf unserem Bild sieht es aus, als hätten sich die beiden etwas zu sagen gehabt. Aber alle verfügbaren Quellen behaupten, das sei ganz und gar nicht der Fall gewesen. Buster Keaton und Samuel Beckett wären einander bei den Dreharbeiten zu ihrem gemeinsamen Film "Film" vielmehr weitläufig aus dem Weg gegangen. Beckett, der das Drehbuch geschrieben hatte, hätte lieber mit Chaplin gearbeitet, der nicht zur Verfügung stand, oder mit Jack MAcGowran, der ebenfalls nicht konnte, sein Regisseur Alan Schneider hätte Zero Mostel vorgezogen. Buster Keaton war die dritte Wahl! Kein Wunder, dass er zu spät für die Teambesprechung anreiste und noch beim Filmfestival in Venedig, wo "Film" 1965 zur Welturaufführung kam und begeistert aufgenommen wurde, recht einsilbig bemerkte, er habe keine Ahnung, worum es in diesem Werk gehe. Wie der General in seinem Film "Der General" habe er sich gefühlt, der eine Armee führt, aber nicht weiß, wohin.

Dabei war der General bei "Film" ganz sicher Samuel Beckett. Er war der Einladung Barney Rossets, des Gründers der Grove Press, gefolgt, der einige seiner Autoren, darunter eben Beckett (und Pinter und Ionesco, Duras und Robbe-Grillet) um Drehbücher bat, von denen damals allerdings nur das von Beckett tatsächlich verfilmt wurde. Ionescos "Hard-Boiled Egg" brauchte für seine Verfilmung bis 2005.

Die Idee, die "Film" zugrunde liegt, ist grandios: einen Mann vor den Blicken fliehen zu lassen, die seine Gestalt erfassen. Auch und vor allem vor dem Kameraauge. Dieses heißt im Drehbuch "E" (für "eye"), während der Mann, den Keaton spielt, "O" heißt (wie "object"). Wir sehen dann auf einer Länge von etwa 22 Minuten einen Mann in langem Mantel und dem typischen flachen Keaton-Hut von hinten, der erst eine Mauer entlanghastet, einem Paar ausweicht, weiterstolpert, in ein Haus und schließlich in seine Wohnung eintritt, immer auf der Flucht davor, gesehen zu werden - er zieht den Vorhang vors Fenster, verhängt den Spiegel, jagt Hund und Katze fort, deckt das Fischglas ab und den Vogelkäfig, selbst die augenähnlichen Aussägungen der Sessellehne. Schließlich hat er alle Blicke von sich abgezogen außer einem - seinem eigenen.

"Film" war eine Sensation, aber er war nicht ganz so, wie Beckett, der vom Filmen und von Technik überhaupt gar nichts verstand, sich das vorgestellt hatte. Aus acht Minuten, die der Prolog dauern sollte, wurde eine. Der Rest war unbrauchbares Stroboskop-Gezapple. Jetzt sind Teile des vermeintlich unbrauchbaren Materials - wie das so ist: unter einem Spülstein von Barney Rosset, der den Film auch produzierte - wieder aufgetaucht. Der Filmarchivar und Restaurator Ross Lipman hat "Film" restauriert. Und er hat einen Weg gefunden, die ursprünglich geplante Fassung nun wieder ahnen zu lassen, und zwar in einer Dokumentation, einem "kino-essay". Es soll, so berichtet "movingimagearchivenews", die Geschichte von Becketts "Film" erzählen und den Satz des irischen Philosophen George Berkeley in den Mittelpunkt rücken: "To be is to be perceived", eine Erkenntnis, deren Tragweite im Zeitalter des Films, des Digitalen gar, im achtzehnten Jahrhundert nicht vorherzusehen war. "Film" sei Becketts Antwort auf diesen Satz. Und Buster Keaton? Ist er nicht der, der immer mit Beckett verglichen wird?

VERENA LUEKEN

Notfilm von Ross Lipman wird beim Filmfestival in London uraufgeführt. Eine DVD mit Film und Notfilm soll im Frühjahr 2016 herauskommen.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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