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2 Kundenbewertungen

Aus Not verkauften bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts arme Tessiner Bergbauern ihre acht- bis fünfzehnjährigen Kinder als Kaminfegerbuben nach Mailand. Sie mußten als lebende Besen durch die finsteren Kamine klettern und mit den nackten Händen den Ruß herabwerfen. Die Arbeit war schwer und ungesund. In ihrem Bund der "schwarzen Brüder" hielten sie zusammen wehrten sich gegen ihr Elend und verstrickten sich in Kämpfe mit der Bande der Mailänder Straßenjungen. Die Abenteuer und Entbehrungen der Kaminfegerbuben werden anhand der wahren Geschichte des kleinen Giorgio mit unglaublicher…mehr

Produktbeschreibung
Aus Not verkauften bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts arme Tessiner Bergbauern ihre acht- bis fünfzehnjährigen Kinder als Kaminfegerbuben nach Mailand. Sie mußten als lebende Besen durch die finsteren Kamine klettern und mit den nackten Händen den Ruß herabwerfen. Die Arbeit war schwer und ungesund. In ihrem Bund der "schwarzen Brüder" hielten sie zusammen wehrten sich gegen ihr Elend und verstrickten sich in Kämpfe mit der Bande der Mailänder Straßenjungen. Die Abenteuer und Entbehrungen der Kaminfegerbuben werden anhand der wahren Geschichte des kleinen Giorgio mit unglaublicher Spannung erzählt.

Das Hörspiel mit Ulrich Pleitgen, Raiko Küster, Andreas Pietschmann, Horst Mendroch, Peter Kaempfe, Hildegard Krekel, Wolf Aniol, Jona Mues und vielen anderen wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und der hr2-Hörbuchbestenliste ausgezeichnet!
  • Produktdetails
  • Verlag: Argon
  • Anzahl: 2 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 105 Min.
  • Altersempfehlung: ab 8 Jahren
  • Erscheinungstermin: 3. Januar 2014
  • ISBN-13: 9783839846100
  • Artikelnr.: 40136733
Autorenporträt
Tetzner, Lisa
Lisa Tetzner, geboren 1894 in Zittau, war Märchenerzählerin, Kinderfunkleiterin und Autorin von sozial engagierten Romanen, die Jugendliche bis heute fesseln. Ihre Bücher über "Die Kinder aus Nr. 67" und "Hans Urian" waren und sind große Erfolge. 1933 folgte sie ihrem Mann Kurt Kläber (alias Kurt Held) in das Schweizer Exil. Sie starb 1963 in Carona (Kt.Tessin).

Pietschmann, Andreas
Andreas Pietschmann beeindruckte u. a. in "GSG 9. Ihr Einsatz ist ihr Leben" und "Dark". Charme, Humor und Ausdrucksstärke machen ihn zu einem sehr beliebten Hörbuchsprecher.

Pleitgen, Ulrich
Ulrich Pleitgen ist ein gefeierter Film- und Fernsehschauspieler sowie Träger des Deutschen Hörbuchpreises.

Binder, Hannes
Hannes Binder, geboren 1947, studierte an der Kunstgewerbeschule Zürich und arbeitete als Graphiker in Mailand und Hamburg. Er lebt heute freischaffend als Illustrator und Maler in Zürich. Er ist dafür bekannt, die Schabkartontechnik meisterhaft zu beherrschen, in der er u. a. für Tageszeitungen und Zeitschriften arbeitet. Berühmt wurde er durch seine Krimi- Comics nach Romanen von Friedrich Glauser
Trackliste
CD 1
1Der Mann im Zug / Ansage00:02:15
2Luini00:06:25
3Alfredo00:03:38
4Der Sturm00:05:36
582 Lire00:04:58
6Anselmo & Angeletta00:06:00
7Spazzacamino!00:11:19
8Ein hartes Leben00:04:53
9Die schwarzen Brüder00:06:11
10Absage00:01:22
CD 2
1Varese / Ansage00:01:52
2Alfredos Geheimnis00:08:19
3Die Wölfe00:07:15
4Dr. Casella00:07:59
5Der Diebstahl00:05:38
6Die Flucht00:10:19
7Zellenservice00:09:51
8Bianca / Absage00:01:24
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Giorgio ist dreizehn, als sein Vater ihn nach Mailand verkauft. Er ist einer von vielen Jungen aus dem Tessin, die dort als spazzacamini in die Schornsteine klettern und Verstopfungen beseitigen - eine gefährliche Arbeit. Giorgios Meister ist ein gutmütiger, aber schwacher Mann, die Meisterin hart und geizig. Außerdem sind da noch die Straßenkinder, die Giorgio verspotten. Doch die Kaminfegerjungen haben sich zur Bande der Schwarzen Brüder zusammengeschlossen und halten einander die Treue. Nachdem Giorgio beinahe an einer Rauchvergiftung gestorben ist, entdeckt Dr. Casella seine Verletzungen und Unterernährung und nimmt sich der Sache der verkauften Kinder an.

Lisa Tetzner ist die Frau von Kurt Held, dem Autor der "Roten Zora". Auch sie schreibt über Kinder, die unter widrigen Bedingungen ihre Würde und Menschlichkeit verteidigen. Der Roman basiert auf Tatsachen: Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Tessiner Kinder als spazzacamini ausgebeutet.

Dietmar Bärs Stimme klingt rau und karg wie die Berglandschaft, in der Giorgio zu Hause ist. Seine Lesung wirkt stellenweise monoton, im Ganzen aber gelungen. Den Kürzungen sind einige poetische Landschaftsbeschreibungen zum Opfer gefallen.

© BÜCHERmagazin, Elisabeth Dietz (ed)

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 25.11.2002

Schwarz wie die Nacht
Wie Kinder armer Leute Kaminkehrern einst als Sklaven dienten
HANNES BINDER/LISA TETZNER: Die schwarzen Brüder: Sauerländer, Düsseldorf 2002. 144 Seiten, 19,90 Euro.
Der Zürcher Grafiker und Illustrator Hannes Binder hat eine düstere, eine traurige Geschichte gezeichnet, die auch dadurch nicht viel erträglicher wird, dass sie gut endet. Faszinierend ist sein Projekt in jedem Fall. Binder hatte den Mut und die Energie, sich über Jahre hinweg mit einem Text zu befassen und diesen holzschnittartig zu illustrieren, der mehr als 60 Jahre alt ist, aber nichts von seiner Aktualität verloren hat.
Damals, im Jahr 1941, schrieb die zeitweise an den Rollstuhl gefesselte Kinderbuchautorin und Märchenerzählerin Lisa Tetzner an einer Geschichte über arme Jungen aus dem Tessin, die ihren Eltern für ein paar Franken von Menschenhändlern abgekauft und dann als Sklaven an Kaminkehrer in Mailand verschachert wurden. „Die schwarzen Brüder” hieß die Geschichte.
Lisa Tetzner war damals mit dem kommunistischen Schriftsteller Kurt Kläber verheiratet, der später unter dem Pseudonym Kurt Held mit der „Roten Zora” einen Welterfolg schrieb. Kläber und Tetzner waren vor den Nazis in die Schweiz geflüchtet, doch auch dort hatte Kläber alias Held Schreibverbot. „Die schwarzen Brüder”, die Geschichte der Ausbeutung von Kindern und ihrer Rettung durch einen philanthropischen Arzt, faszinierte ihn so sehr, dass er das Buch gemeinsam mit seiner Frau beendete. Es erschien 1942 aber wegen seines Schreibverbots nur unter ihrem Namen.
Nun, viele Jahre später, hat Hannes Binder das Buch noch einmal hervor geholt. Denn noch immer ist das Thema Kinderarbeit hochaktuell – wenn auch weniger im reichen Europa als vielmehr in der Dritten Welt, in der auch heute verarmte Eltern ihre Kinder als Prostituierte oder Teppichknüpfer, Bauarbeiter oder Haussklaven verkaufen. Pendant zum philanthropischen Arzt Doktor Casella, der in den „Schwarzen Brüdern” dem unterernährten, kranken Giorgio das Leben rettet und ihm sogar eine Ausbildung zum Lehrer ermöglicht, sind in der modernen Welt bisweilen karitative Gruppen, die sich der Rettung von versklavten Kindern verschrieben haben.
Lisa Tetzner und Kurt Kläber haben das Schicksal des kleinen Giorgio als Geschichte von Unterdrückung und Befreiung geschildert. Giorgio schläft in einem Verschlag, des Nachts wird er eingesperrt, ein wenig Suppe und Brot sind seine einzige Nahrung. Tag für Tag muss er in rußige, oft noch glühend heiße Kamine hinaufsteigen und diese putzen; viele Kaminfegerjungen sterben bei dieser Arbeit.
Giorgio überlebt dank der kranken Tochter seines Arbeitgebers, die ihm heimlich Essen bringt. Sein Stolz überlebt, weil er gemeinsam mit Leidensgenossen eine Bande gründet. Und weil er Doktor Casella begegnet, den das Schicksal der Jungen anrührt. Er rät ihnen, zu fliehen, und verspricht, ihnen zu helfen. Casella ist es auch, der schlussendlich den Menschenhändler bei der Polizei anzeigt.
Binder hat diese Geschichte wie einen altmodischen Bilderroman gezeichnet – in düsterem Schwarz-Weiß, mit bisweilen grotesk verzerrten Figuren, aber bisweilen auch mit Zeichnungen von eindrucksvoller Schönheit. Die Illustrationen ersetzen ab und zu den Text, was manchmal ein wenig Verwirrung in den Fortlauf der Geschichte bringt, und sehr kindgerecht sind seine Arbeiten auch nicht. Ungeachtet dessen hat Binder sich mit dieser ungewöhnlichen Neubearbeitung eines historischen Jugendbuches verdient gemacht.
CATHRIN KAHLWEIT
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Ein Klassiker!
Schon vor mehr als einem halben Jahrhundert - und seitdem immer wieder, nicht zuletzt in der zwölfteiligen TV-Verfilmung von 1984 - hat dieser Klassiker zum ersten Mal kleine (und große) Leser dazu gebracht, über das harte Los des kleinen Kaminfegerbuben zu weinen (besonders, wenn wieder einer der Kameraden Opfer seines Berufs oder eines gewissenlosen Meisters wurde). Und noch heute fiebern Mädchen und Jungen über die knapp 500 Seiten mit dem Helden bis zum (wir dürfen es verraten), glücklicherweise guten Schluss.
Mag sein, dass ein Teil der Faszination dieser Lektüre darin liegt, dass es sie Mitte des 19. Jahrhunderts tatsächlich gab, die Acht- bis Elfjährigen, die von ihren Verwandten aus Not oder Habgier regelrecht nach Italien verkauft wurden, um dort die Kamine zu reinigen.
Kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen diese armen Kinder leben mussten - meist ohne ordentliche Schlafstatt, warme Kleidung oder ausreichend Nahrung (sie sollten ja möglichst lange klein und zierlich bleiben); ganz zu schweigen von den körperlichen Misshandlungen durch ihre Dienstherren.
Immer aktuell
Auch unter den Jungen selbst wird zuweilen geprügelt - dann wieder steht Opferbereitschaft und selbstloses Eintreten für die Freunde im Vordergrund. Ein Thema so alt wie die Welt - und doch immer aktuell, selbst wenn dabei weder Computer noch Handy zum Einsatz kommen.
Ihre klare und doch so eindringliche Sprache stellt die geborene Zittauerin Tetzner in eine Reihe mit berühmten Jugendbuchautoren-Kollegen aus ihrer Wahlheimat Schweiz wie etwa Johanna Spyri. Da verlassen junge Menschen unter dramatischen Umständen ihre Heimat um nach Jahren der Entbehrung und des Leids am Ende wieder (und das meist als tüchtige, erfolgreiche Erwachsene) nach Hause zurückzukehren. Ein Sujet, das sicherlich einerseits antiquiert anmuten mag, aber dennoch auch für die Kids des 21. Jahrhunderts in seiner Vorhersehbarkeit den Charme des Vertrauten besitzt - und so kuscheln sie sich denn beim Lesen, wie ihre Eltern und Großeltern vor ihnen, mit leichtem Schauder behaglich in die Kissen, froh zu wissen, dass es ein Happy End geben wird und dass DIESE Form der Ausbeutung in mitteleuropäischen Breiten definitiv der Vergangenheit angehört. (Michaela Pelz, krimi-forum.de)

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Als "kleines Meisterwerk der Bildkunst" bezeichnet Rezensentin Elena Geus diesen Roman in Bildern, der, wie sie schreibt, nach einem Werk von Lisa Tetzner und Kurt Held entstand. Dessen Text sei in der vorliegenden Neuausgabe auf "etwa ein Zehntel" der Originalfassung komprimiert und gehe mit den Zeichnungen von Hans Binder eine "faszinierende Symbiose" ein, in der die Illustrationen die Handlung tragen und "oft vollständig ersetzen". Die angewandte grafische Technik des Auskratzens, die der Künstler in den rund zweihundert Bilder des Bandes angewandt habe, findet die Rezensentin für "diese traurige Geschichte der verkauften Kinder, die sich der Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen" nur durch eine riskante Flucht entziehen können, ausgesprochen gut geeignet. Am Duktus der Bildsprache, die sie an Holzschnitte erinnert haben, beeindruckte die Rezensentin besonders die klaustrophobische Intensität. Neben Montagen aus raumgreifenden Einzelillustrationen fand sie die Geschichte auch in "kleinen Zyklen, Bildern im Bild und Sequenzen in schneller Folge" erzählt: "mal komplex und überscharf, dann wieder voller subtiler Details."

© Perlentaucher Medien GmbH"
Hannes Binder hat den Klassiker nun in holzschnittartige Bilder gefasst und daraus eine Graphic Novel erster Klasse gemacht. Christoph Hartner Steirerkrone 20131211