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Zwischen 1750 und 1830 vollzog sich in Frankreich ein medizinischer Paradigmenwechsel: War die Geburtshilfe bis dato in weiblicher Hand, machten sich nun männliche Ärzte und Chirurgen mit aufklärerischem Eifer an die Erschließung des schwangeren und gebärenden Frauenkörpers. Ihr Ziel war es, sich als neue wissenschaftliche Autorität in der Geburtshilfe zu etablieren - zum Nachteil der Hebammen und ihres Erfahrungswissens, die allmählich verdrängt wurden. Anhand von circa 300 Fallberichten aus medizinischen Zeitschriften eröffnet Lucia Aschauer neue Perspektiven auf die Geschichte von…mehr

Produktbeschreibung
Zwischen 1750 und 1830 vollzog sich in Frankreich ein medizinischer Paradigmenwechsel: War die Geburtshilfe bis dato in weiblicher Hand, machten sich nun männliche Ärzte und Chirurgen mit aufklärerischem Eifer an die Erschließung des schwangeren und gebärenden Frauenkörpers. Ihr Ziel war es, sich als neue wissenschaftliche Autorität in der Geburtshilfe zu etablieren - zum Nachteil der Hebammen und ihres Erfahrungswissens, die allmählich verdrängt wurden. Anhand von circa 300 Fallberichten aus medizinischen Zeitschriften eröffnet Lucia Aschauer neue Perspektiven auf die Geschichte von Schwangerschaft und Geburt und legt die Entstehungsbedingungen einer bis heute fortwirkenden geburtshilflichen Wissensordnung offen.
  • Produktdetails
  • Geschichte und Geschlechter .71
  • Verlag: Campus Verlag
  • Artikelnr. des Verlages: 50955
  • Seitenzahl: 344
  • Erscheinungstermin: 18. Dezember 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 142mm x 25mm
  • Gewicht: 436g
  • ISBN-13: 9783593509556
  • ISBN-10: 3593509555
  • Artikelnr.: 52515668
Autorenporträt
Lucia Aschauer promovierte an der Universität Bochum; sie arbeitet derzeit an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) und am Centre interdisciplinaire d'études et de recherches sur l'Allemagne (CIERA) in Paris.
Inhaltsangabe
Inhalt1. Einleitung 91.1 Der Fall Siccaud.Konstitution des Untersuchungsgegenstandes 91.2 Fall, Fallwissen, Fallgeschichte.Forschungsstand und Begrifflichkeiten 161.3 Quellen und Untersuchungszeitraum 271.4 Methode und Aufbau 35Teil I. Die geburtshilfliche observation als »epistemic genre«. Theorie und Praxis einer issenschaftlichen Gattung2. Wissenschaftliche Beobachtung im 18. Jahrhundert.Der epistemische Kontext der geburtshilflichen observation 492.1 Der ideale Beobachter 522.2 Beobachtungswissen und medizinische Doktrin 572.3 Theorie und Praxis kollektiver Beobachtung 602.4 Konkurrierende epistemische Konzepte.»Observation« und »expérience« 642.5 Die Beobachtungsliteratur als Mittel der Profilierung? 663. Gattungskonventionen, Gattungsbewusstsein und Gattungswissen.Die observation zwischen Poetologie und geburtshilflicher Praxis 703.1 Theoretische Anforderungen. Die Poetiken der observation 713.2 Die geburtshilflichen observations aus dem Journal de médecine. Autorschaft und Gattungswissen 814. Spurensuche. Elemente einer vergleichenden Gattungsgeschichte der geburtshiflichen observation 944.1 Hybridisierungen. Die historischen Vorläufer der observation 954.2 Wechselseitige Beeinflussungen.Zeitgenössische Gattungen und ihr Verhältnis zur observation 1015. Epistemische Funktionen. Die geburtshilfliche observation in der wissenschaftlichen Kommunikation 1165.1 Wirkungsorte und Funktionen 1295.2 Die Debatte über die Schambeinsektion.Souchot (1777) vs. Vepres (1778) 1415.3 Zum paradigmatischen Charakter der geburtshilflichen observation 153Teil II. Die geburtshilfliche observation als »Wirklichkeitserzählung«. Die narrative Etablierung einer neuen geburtshilflichen Wissensordnung6. Zur Narrativik der geburtshilflichen observation 1596.1 Grundzüge und Herausforderungen einer Narratologie des Faktualen 1616.2 Der epistemische Pakt oder die Herstellung epistemischer Autorität in der observation 1666.3 Die Erzählstruktur der geburtshilflichen observation 1726.4 Narrative Evidenz und epistemische Leerstelle 1886.5 Der Wandel geburtshilflichen Erzählens (1750-1830) 1997. Der männliche Geburtshelfer.Vom lüsternen Peiniger zum heroischen Retter 2057.1 Das Schreckensbild des grausamen Accoucheurs am Beispiel von de Sades La nouvelle Justine (1799) 2067.2 Das neue Selbstverständnis der männlichen Geburtshelfer.Zwei narrative Umdeutungsstrategien 2127.3 Die Formulierung eines Identifikationsangebots 2208. Die Hebammenfigur.Von der diskreditierten Konkurrentin zur gefügigen Gehilfin 2248.1 Aggressive Diskreditierung 2268.2 Harmonische Unterordnung 2369. Anschreiben gegen das weibliche Erfahrungswissen.Die Herausbildung einer geburtshilflichen Expertenstimme 2419.1 Von der frühmodernen Vielstimmigkeit 2449.2 Zur Einstimmigkeit der (Accouchier-)Klinik 25210. Schluss 264Quellen und Literatur 272Anhang 296Dank 343