Benutzer
Benutzername: 
Lilli33
Buchflüsterer: 

Bewertungen

Insgesamt 602 Bewertungen
Bewertung vom 07.01.2026
Fast, Brooke

To Cage a Wild Bird


sehr gut

Unterhaltsam, spannend, aber kaum originell

„To Cage a Wild Bird“ ist der Debütroman der jungen Autorin Brooke Fast. Dafür ist das Buch ganz gut gelungen. Allerdings besteht auch noch etwas Verbesserungspotenzial.

Am Schreibstil gibt es wenig auszusetzen. Die Story erscheint lebendig und dynamisch und lässt sich flüssig lesen. Im Großen und Ganzen fand ich das Buch recht spannend und unterhaltsam. Es ist aber nichts für zartbesaitete Gemüter, da ziemlich abartige, gewaltlastige Szenen vorkommen. Dabei hat sich mir nicht wirklich erschlossen, wo diese Gewalt herkommt. Sie ist bei einer breiten Bevölkerungsschicht einfach so da aus Lust an Gewalt.

Die Handlung ist ziemlich geradlinig. Kaum stellen sich der Protagonistin Raven Hindernisse in den Weg, sind sie auch schon beiseite geräumt und sie kann ihren Weg weitergehen. Selbst wenn Raven an irgendwelchen Personen zweifelt, ist für die Lesenden doch klar, auf welcher Seite diese stehen. Große Überraschungen gibt es daher nicht, nur ein paar kleine.

Der Kern der Handlung erinnert stark an „Die Tribute von Panem“ und zum Teil auch an andere dystopische Reihen. Da mir die Tribute aber super gefallen haben, fand ich das hier nicht so schlimm. ;-)

„To Cage a Wild Bird“ ist der Auftakt der Divided Fates-Reihe. Das Ende empfinde ich trotz Cliffhanger als so abgeschlossen, dass man es einfach stehenlassen könnte, lässt mich aber auch gespannt auf Band 2 warten.

Da der positive Eindruck bei mir überwiegt, gebe ich wohlwollende 4 Sterne.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.01.2026
Nesbø, Jo

Minnesota


ausgezeichnet

Nesbø in Hochform

Der Norweger Holger Rudi reist 2022 nach Minnesota. Er recherchiert für ein Buch über eine Attentatsserie, die sich 2016 in Jordan, Minneapolis, ereignete. Holger begibt sich auf die Spuren des Polizisten Bob Oz und seines Gegenspielers.

Bob Oz macht es einem anfangs nicht leicht, ihn zu mögen. Er ist ein guter Polizist, aber ein gebrochener Mann. Sein Leid und seine Verzweiflung lässt er an seinen Mitmenschen aus. Seine Freunde werden immer weniger, auch bei der Arbeit kriselt es. Aber Bob hat eine Mission: Er will den Attentäter stellen und setzt alles daran.

Jo Nesbøs Schreibstil ist gewohnt klasse, klar, prägnant, gut lesbar, dabei intensiv und lebendig. Meist eher kurze Kapitel mit Perspektivwechseln und Cliffhangern sorgen für Spannung und Tempo, nachdem es zu Beginn relativ ruhig losgeht. Dabei ist die Handlung komplex aufgebaut, hinter jeder Ecke wartet eine neue Wendung.

Mit jeder Seite kann man sich besser in Bob Oz hineinversetzen und ihm seine Eigenarten und Fehler verzeihen - und ebenso in den Täter. Nesbø versteht es hier super, den Lesenden die Beweggründe der Protagonisten deutlich zu machen. So kann man gut nachvollziehen, warum sie so handeln, wie sie handeln, auch wenn man es nicht gutheißen kann.

Neben einer spannenden, unterhaltsamen Story hat der Autor auch jede Menge Gesellschaftskritik in sein Werk gepackt, was mir sehr gut gefallen hat.

Fazit:
Absolute Leseempfehlung für alle Fans von intelligenten Thrillern. Bob Oz steht Harry Hole in nichts nach!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.01.2026
Jensen, Jens Henrik

Oxen. Interregnum


ausgezeichnet

Super spannend und aktuell

„Oxen. Interregnum“ ist bereits der siebte Band der Reihe um den dänischen ehemaligen Elitesoldaten Niels Oxen. Wer die ersten Bände gelesen hat, wird der Handlung leichter folgen können; es ist aber auch ein Neueinstieg in die Reihe mit diesem Band denkbar. Das Wichtigste aus der Vergangenheit wird noch einmal kurz angerissen.

Axel Mossman hat interimsmäßig wieder die Leitung des PET inne und bittet seine Mitarbeiterin Margrethe Franck sowie Niels Oxen, ihm zu helfen: Er hat Kenntnis darüber, dass das alte Machtnetzwerk Danehof, das als zerschlagen galt, neu aufgebaut werden soll. Dies gilt es mit allen Mitteln zu verhindern.

Die in Schweden aufgefundene Leiche eines dänischen Generalstaatsanwalts, der Tod eines chinesischen Studenten in Kopenhagen, ein Studentenpaar auf der Flucht - was die Polizei für Einzelfälle hält, offenbart sich den Lesenden sehr schnell als zusammenhängende Fäden desselben Handlungsgeflechts. Oxen und Franck werden von den aus früheren Bänden bekannten Christian Sonne und Sally Finnsen unterstützt. Von der Polizei Aalborg kommt noch die smarte Dajana Djukic dazu, die mir auch sehr gut gefallen hat.

Jens Henrik Jensen versteht es sehr gut, die Spannung von vorne bis hinten sehr hoch zu halten. Die Handlung ist temporeich, verzwickt und sehr aktuell. Alles wirkt beängstigend wirklichkeitsnah. Vieles beruht auf Fakten, was die Intrigen und den Machtmissbrauch umso schlimmer erscheinen lässt. Auch die einzelnen Charaktere wirken authentisch und sind tiefgründig ausgearbeitet. Mit ihren Ecken und Kanten wirken sie sehr nahbar. Selbst die „Guten“ haben ihre dunklen Seiten und müssen gegen ihre inneren Dämonen angehen.

Das Ende wirkte auf mich erstaunlich abgeschlossen, als ob es auch das Ende der Reihe sein sollte - aber das dachte ich nach den dritten Band auch schon. Und so hoffe ich jetzt, dass noch viele weitere Bände mit Oxen und Franck folgen werden.

Die Reihe:
1. Oxen. Das erste Opfer
2. Oxen. Der dunkle Mann
3. Oxen. Gefrorene Flammen
4. Oxen. Lupus
5. Oxen. Noctis
6. Oxen. Pilgrim
7. Oxen. Interregnum (ET Januar 2025 bei dtv)

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 02.01.2026
Ridzén, Lisa

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen


sehr gut

Leben und Tod

Meine Aufmerksamkeit wurde vom Titel dieses Romans erregt, der im Januar 2026 bei btb auf Deutsch erscheint. Ich finde, er klingt sehr melancholisch, ein bisschen traurig, aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll. Auch der Klappentext hat mich gereizt, allerdings habe ich den hier erwähnten Witz in diesem Roman nicht gefunden.

Mit seinen 89 Jahren möchte Bo noch nicht akzeptieren, dass er nicht mehr alles selbst erledigen kann, obwohl er es immer wieder erfahren muss. Sei es, dass er das Schraubdeckelglas nicht aufbekommt oder das Wasser nicht halten kann. Der körperliche Verfall ist im Vormarsch. Halt geben ihm sein treuer Hund Sixten und die Pflegerin Ingrid, die ihn anscheinend besser versteht als sein eigener Sohn. Letzterer möchte, dass Bo den Hund abgibt, weil er angeblich nicht mehr gut genug für ihn sorgen kann. Für den alten Herrn fühlt sich das aber wie ein Todesstoß an und er kämpft mit den wenigen ihm verbliebenen Mitteln darum, dass der Hund bei ihm bleiben kann.

In den langen Stunden zwischen den Besuchen des Pflegedienstes lässt Bo sein Leben in Gedankengesprächen mit seiner Frau, die er vor Kurzem in ein Pflegeheim für Demenzerkrankte verabschieden musste, Revue passieren. Er erinnert sich an einzelne Episoden in seinem Elternhaus, an sein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater und seine liebevolle Mutter, an seinen Sohn Hans, zu dem die Beziehung auch gerade nicht rosig ist, da Bo sich wegen Sixten, dem Hund, unverstanden fühlt. Voller Liebe denkt er an seine Enkelin Ellinor und seinen besten Freund Ture.

Lisa Ridzén schreibt unglaublich einfühlsam und authentisch. Man kann sich in Bo sehr gut hineinversetzen und leidet direkt mit ihm, und das, obwohl er nicht durch und durch sympathisch erscheint. Der Roman entfaltet sich langsam und ruhig. Große Action darf man nicht erwarten, aber ein paar berührende Szenen auf jeden Fall. Mir gingen vor allem die letzten Seiten sehr zu Herzen (Taschentuchalarm!).

Bewertung vom 22.12.2025
Motte, Anders de la

Rostiges Grab


ausgezeichnet

Krass-geniale Fortsetzung

Inhalt:
Leo Asker sieht eine Chance, ihre Karriere bei der Polizei wieder anzukurbeln. Sie hat eine Beförderung in Aussicht, die sie aus dem Keller mit der „Abteilung für hoffnungslose Fälle und verlorene Seelen“ wieder in ein oberes Stockwerk bringen soll. Doch dann wird ihr ein Cold Case untergejubelt, der ihr das Genick brechen könnte: Vor etwa zehn Jahren wurde die junge Elena im Rostskogen ermordet; von ihrem tatverdächtigen Ehemann fehlt seitdem jede Spur. An Elenas Leiche fehlte damals ein Finger, der nicht wieder auftauchte - bis heute …

Meine Meinung:
Nachdem Band 2 dieser Reihe mich nicht so recht abholen konnte aufgrund seines in meinen Augen abstrusen Inhalts, hatte ich ein bisschen Sorge, wie mir „Rostiges Grab“ gefallen würde. Die Sorgen waren absolut unbegründet! Anders de la Motte konnte mich mit dem 3. Band der Reihe um Leonore Asker und Martin Hill - von klitzekleinen unwesentlichen Ungereimtheiten abgesehen - vollkommen begeistern.

Aufgrund der Vielzahl der Personen und der Fortentwicklung der privaten und beruflichen Situation der Protas haben Lesende mit Kenntnis der ersten beiden Bände einen Vorteil, zumal sehr oft Personen oder Ereignisse aus Band 1 und 2 erwähnt werden. Nichtsdestotrotz kann dieser Band auch für sich gelesen werden. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen.

Der Autor versteht es sehr gut, eine unheilvolle Atmosphäre heraufzubeschwören. Er beschreibt den Rostskogen (zu deutsch Rostwald), mit seinem Torfmoor so düster und geheimnisvoll, spinnt Mythen um den Wald und seine Bewohner, sodass ich beim Lesen des Öfteren eine Gänsehaut bekam.

Leo Asker bittet mal wieder ihren Freund, den Urbexer Martin Hill, um Mithilfe bei der Lösung des Falles. Dieser leidet noch an den Folgen der Ereignisse mit dem Glasmann (Band 2), ist daher arbeitsunfähig, und da ihm zu Hause bald die Decke auf den Kopf fällt, stürzt er sich begeistert in die Ermittlungen.

Die „Guten“ haben es allerdings mit unberechenbaren Gegnern zu tun, und deren Anzahl ist nicht zu knapp. Ob Polizisten, unsympathische Grundbesitzer oder die eigene Familie - von allen Seiten weht Leo und Martin ein harter Wind entgegen. Doch zum Glück hat Leo von ihrem Vater eines gelernt: sich nicht unterkriegen zu lassen. Ich war wieder mal restlos begeistert von dieser toughen Frau, die mit den schwierigsten Situationen fertig werden kann, wobei es auf mich trotzdem nicht übertrieben oder gar unrealistisch wirkt.

Anders de la Motte baut eine unglaubliche Spannung auf. Diese beruht zum Teil auf Perspektivwechseln mit Cliffhangern, hauptsächlich zwischen Leo und Martin, aber auch dem „Graumädchen“, dessen Identität erst am Ende klar wird, und selten Leos Kontrahenten Jonas Hellman. Andererseits tragen auch die ganzen Intrigen, bösartige Charaktere und geheimnisvolle Mythen dazu bei. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen, und das von Anfang bis Ende.

Die Reihe:
1. Stille Falle
2. Eisiges Glas
3. Rostiges Grab

Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
HCUARBSSIMSEDNIK EREITNEGEGTLAWEG

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.12.2025
Marshall, Kate Alice

Eisnebel (MP3-Download)


gut

Viel verschenktes Potential

Inhalt:
Theodora reist mit ihrem Verlobten Connor nach Idlewood, der Winterlodge der reichen Familie Dalton, wo Connor sie seiner Familie vorstellen möchte. Doch von etlichen Familienmitgliedern wird Theo abgelehnt. Zudem bekommt sie anonyme Nachrichten, die sie von Idlewood verscheuchen sollen. Was dahintersteckt, erkennt Theo, als nach und nach Erinnerungen an ihre früheste Kindheit hochkommen. Doch da ist es schon fast zu spät. Als sie Idlewood Hals über Kopf verlassen will, ist die Lodge hoch oben auf dem Berg eingeschneit, und Mobilfunkempfang gibt es natürlich auch nicht …

Meine Meinung:
Der Klappentext verspricht einen atemberaubend spannenden Thriller. Die dabei verwendeten Beschreibungen und Zitate sind die Rosinen aus diesem Buch, die aus einem ansonsten eher mittelmäßigen Brei herausgefischt wurden.

Die Handlung kommt relativ langsam in Fahrt; Spannung sucht man anfangs vergeblich. Dann wird die Stimmung zunächst bedrückend. Es wird klar, dass nicht nur die Daltons, sondern auch Theo eine unrühmliche Vergangenheit haben. In dem Moment, wo beide sich berühren, kommt dann langsam ein wenig Spannung auf.

Es gelingt Kate Alice Marshall, die eisige Atmosphäre (sowohl was das Wetter als auch die Familie Dalton angeht) super darzustellen und mich so an die Geschichte zu fesseln. aber zu viele Wiederholungen von bereits Erzähltem lassen dann mein Interesse ganz schnell wieder abflauen.

Erst das letzte Drittel kann mich dann richtig abholen. Es wird gefährlich und die Ereignisse überschlagen sich. Ein Plot-Twist jagt den anderen, sodass man kaum hinterherkommt. Das hat mir gut gefallen. Wer hier nun wen, warum und wie … konnte ich beim besten Willen nicht vorhersehen. So wurde ich dann doch einige Male überrascht von jeder neuen Wendung.

Ich habe mir diesen „Thriller“ von Heike Warmuth als ungekürztes Hörbuch in 10 Stunden 9 Minuten vorlesen lassen. Die Sprecherin macht ihre Sache sehr gut, liest mit angenehmer Stimme deutlich und verleiht den verschiedenen Personen ihren Charakter. Das Buch erschien im November 2025 bei Osterwoldaudio. Die Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch stammt von Birgit Schmitz.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.12.2025
Horowitz, Anthony

Tod zur Teestunde


sehr gut

Ein Buch im Buch

Dies ist bereits der 3. Band der Reihe um die Lektorin Susan Ryeland. Obwohl ich die Vorgänger nicht kenne, hat mir für das Verständnis kein Wissen gefehlt. Allerdings fand ich den Anfang etwas zäh. Fans der Reihe werden hier eventuell darüber wegsehen können, weil sie einfach das Wiedersehen mit den vertrauten Figuren genießen.

Susan Ryeland ist gerade wieder von Kreta nach London gezogen und dort freiberuflich für einen kleinen Verlag tätig, Eliot Crace soll die erfolgreiche Serie mit dem Detektiv Atticus Pünd nach dem Tod des Autors weiterführen und Susan ihn dabei unterstützen. Schon nach den ersten Manuskriptseiten wird Susan klar, dass Eliot die Handlung seines Buches nicht frei erfunden hat, sondern verklausuliert über seine eigene Familie schreibt - inklusive Mord an seiner Großmutter, der vor zwanzig Jahren als natürlicher Tod abgetan wurde. Als Eliot bei einem Unfall mit Fahrerflucht (oder Mord?) ums Leben kommt, ist dummerweise sein Buch noch nicht zu Ende geschrieben und somit der Täter noch nicht entlarvt. Susan macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und gerät dabei sogar selbst unter Mordverdacht.

Wie erwähnt, fand ich den Anfang etwas zäh. Hier wurden einige Personen eingeführt und dann bekam ich etliche Seiten von Eliots Manuskript zu lesen, das ich zunächst nicht wirklich spannend fand. Erst als die Verknüpfung des Manuskripts mit der Wirklichkeit zutage trat, konnte mich der Roman mehr fesseln. Der gemütliche Schreibstil, der stark an die alten klassischen Krimis zum Beispiel von Agatha Christie erinnert, hat mir sehr gut gefallen. Es muss ja nicht immer atemberaubend und blutrünstig sein. Das Gesamtkonzept hat hier gut gepasst. Die zweite Hälfte des Buches wurde dann auch noch richtig spannend, sodass ich sie in einem Rutsch bis zum Ende lesen wollte. Die Auflösung empfand ich als raffiniert und zum Teil auch überraschend.

Die Reihe:
1. Die Morde von Pye Hall
2. Der Tote aus Zimmer 12
3. Tod zur Teestunde

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.12.2025
Löckenhoff, Ursula;Sombecki, Simone

Tierschutzhund Lieblingshund


sehr gut

Hilfreicher Ratgeber für die Adoption eines Tierschutzhundes

Hätte ich diesen Ratgeber gelesen, bevor ich einen Hund aus dem Auslandstierschutz adoptierte, hätte ich einige Fehler vermeiden können.

Ursula Löckenhoff und Simone Sombecki engagieren sich offensichtlich mit viel Herzblut im Tierschutz und geben ihr Wissen in diesem Buch weiter. Dabei streifen sie so ziemlich alle Themen, die für zukünftige Adoptanten relevant sein können, zum Beispiel, woran man einen seriösen Tierschutzverein erkennt und wie eine Adoption üblicherweise vonstatten geht. Auch gesundheitliche Aspekte, die im Prinzip für alle Hunde gelten, aber vermehrt Tierschutzhunden betreffen (Stichwort Mittelmeerkrankheiten, Parasiten, Kastration), werden angerissen. Es wird kurz auf verschiedene Rassen bzw. Gruppen von Hunden wie Herdenschutzhunde eingegangen.

Anhand eines Fragebogens kann jeder Interessierte sich selbst überprüfen, ob ein Hund und wenn ja, ob ein bestimmter Hund zu ihm passt.

Sogar Erziehungstipps geben die Autorinnen, von denen aber vor allem Hundehalter*innen mit eher unkomplizierten Hunden profitieren. Mit Aussagen, dass der Hund zum Beispiel keinen Besuch verbellen sollte, ist mir nicht geholfen. Das ist mir schon selbst klar, dass ich das nicht möchte. Wie ich den Hund aber dazu bringe, wird leider nicht konkret gesagt. Die in diesem Buch viel gepriesene Hausleine hätte in unserem Fall nicht geholfen. ;-)

Für Hunde-Anfänger bietet dieses Buch einen recht umfassenden Einblick in das Thema Tierschutzhund, kann aber natürlich nicht wirklich alle Fragen beantworten.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 01.12.2025
Nesser, Håkan

Eines jungen Mannes Reise in die Nacht / Inspektor Gunnar Barbarotti Bd.9


sehr gut

Großartiger Schreibstil

Auch Band 9 der Reihe um den schwedischen Kommissar Gunnar Barbarotti und seine Lebensgefährtin und Kollegin Eva Backman hat mir gut gefallen. Vorkenntnisse sind nicht vonnöten. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen; das vergangene Privat- und Berufsleben der Protagonist*innen spielt über die hier noch einmal erwähnten Details hinaus keine Rolle.

Kurz vor den Sommerferien wird der Mathematik- und Sportlehrer Allan Fremling in seiner Wohnung erschossen. Eine Ungeheuerlichkeit in dem ansonsten so ruhigen Wohnviertel Kvarnbo! Die Polizei tappt vollkommen im Dunkeln - die Leserschaft aber weiß früh Bescheid, wer den unsympathischen Lehrer kaltblütig ermordet hat. Als dann noch ein weiterer Mann erschossen aufgefunden wird, geht das polizeiliche Rätselraten munter weiter.

Neben der Unaufgeregtheit der Erzählung, die das Ganze sehr realistisch erscheinen lässt, gefielen mir vor allem die Dialoge zwischen Gunnar Barbarotti und Eva Backman. Die beiden sind wie ein altes Ehepaar, das sich in- und auswendig kennt. Sie beenden die Sätze der/des jeweils anderen und wissen eigentlich immer Bescheid, was der/die andere denkt. Sehr sympathisch!

Auch wenn einiges an Spannung dadurch verloren geht, dass man den Täter schon früh kennt, macht das Lesen trotzdem Spaß. Immerhin geht es noch darum, wann und wie die Polizei dem Täter auf die Spur kommt und wie viele Leichen es bis dahin eventuell noch geben wird. Wir haben hier also einen Kriminalroman ganz ohne falsche Fährten, der trotzdem zu fesseln weiß und dank des tollen Schreibstils und der tiefgründigen Figuren für ein paar schöne Stunden voller Lesevergnügen sorgt.

Die Reihe:
1. Mensch ohne Hund
2. Eine ganz andere Geschichte
3. Das zweite Leben des Herrn Roos
4. Die Einsamen
5. Am Abend des Mordes
6. Barbarotti und der schwermütige Busfahrer
7. Schach unter dem Vulkan
8. Ein Brief aus München
9. Eines jungen Mannes Reise in die Nacht

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.11.2025
McDonnell, C. K.

Ring the Bells


ausgezeichnet

Wieder ein herrliches Lesevergnügen

Inhalt:
Fieberhaft arbeiten die Mitglieder der Redaktion der Stranger Times an der Weihnachtsausgabe und es sieht so aus, als könnte die Zeitung endlich mal pünktlich in den Druck gehen und die Redaktionsmitglieder Grace zuliebe eine kleine Weihnachtsfeier abhalten. Doch dann kommt es natürlich ganz anders. Der Abend ist gelaufen, und dank einer unfreiwilligen Beschwörung gerät das Weihnachtsfest und sogar die ganze Menschheit in Gefahr.

Meine Meinung:
Schon der Prolog ist klasse gemacht. Einerseits werden hier noch einmal grob die wichtigsten Ereignisse und Personen aus den vorherigen Bänden erwähnt, andererseits wird eine erwartungsvolle Atmosphäre geschaffen, die mich geradezu auf die kommende Handlung hin fiebern ließ. Sicherlich macht das Lesen mehr Spaß, wenn man die Vorgängerbände kennt, denn es tummeln sich hier so viele verschiedene Personen und Gruppierungen, dass man sonst leicht den Überblick verlieren und viele Details gar nicht einordnen kann.

Caimh McDonnell lässt auch im fünften Band seiner fantastischen Reihe um die Wochenzeitung für Übersinnliches „The Stranger Times“ in Manchester jede Menge skurrile Ereignisse und witzige Dialoge auf die Leserschaft los - ein richtiges Feuerwerk, das von Anfang bis Ende gute Laune macht, trotz einiger eingestreuter ernster Elemente.

Neben dem altbekannten Personal werden neue Charaktere eingeführt, zum Beispiel der vierzehnjährige Clint, der sich als Redaktionsschreck erweist, auch wenn Grace in ihm den guten Jungen sehen will. Oder der alte Gott Zalas, der sich eine Anhängerschaft sucht. Manny bekommt dieses Mal seine eigene Geschichte, die ich sehr berührend fand. Und an Banecroft lernen wir eine ganz neue Seite kennen.

Die Stimmung ist leicht weihnachtlich, aber keine Angst, auch Weihnachtshasser kommen auf ihre Kosten. ;-)

Mit seiner kunterbunten, vielfältigen Handlung und dem genialen Humor, der genau auf meiner Linie liegt, empfand ich „Ring The Bells“ als einen der besten Bände dieser Reihe. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Die Reihe:
1. The Stranger Times
2. This Charming Man
3. Love Will Tear Us Apart
4. Relight My Fire
5. Ring The Bells

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.