Claire Keegan
Buch mit Leinen-Einband
Das dritte Licht
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Irland, zu Beginn der 1980er Jahre: An einem heißen Sommertag liefert ein Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten auf einer Farm im tiefsten Wexford ab. Seine Frau ist schon wieder schwanger, noch ein Maul wird zu stopfen sein.So findet sich das Mädchen bei dem kinderlosen Ehepaar John und Edna Kinsella wieder. An einem ungewohnt schönen und behaglichen Ort, wo es Milch und Rhabarber und Zuwendung im Überfluss gibt. Aber auch ein trauriges Geheimnis, das einen Schatten auf die leuchtend leichten Tage wirft, in denen das Mädchen lernt, was Familie bedeuten kann.Das dritte Lich...
Irland, zu Beginn der 1980er Jahre: An einem heißen Sommertag liefert ein Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten auf einer Farm im tiefsten Wexford ab. Seine Frau ist schon wieder schwanger, noch ein Maul wird zu stopfen sein.So findet sich das Mädchen bei dem kinderlosen Ehepaar John und Edna Kinsella wieder. An einem ungewohnt schönen und behaglichen Ort, wo es Milch und Rhabarber und Zuwendung im Überfluss gibt. Aber auch ein trauriges Geheimnis, das einen Schatten auf die leuchtend leichten Tage wirft, in denen das Mädchen lernt, was Familie bedeuten kann.Das dritte Licht (»Foster«) wurde mit dem renommierten Davy Byrnes Award ausgezeichnet und in Irland als The Quiet Girl, ebenfalls preisgekrönt, verfilmt. Nun ist diese meisterhaft komponierte Geschichte über wirkliches Zusammenleben, Zuneigung und Zärtlichkeit endlich wieder in der deutschen Übersetzung von Hans-Christian Oeser bei Steidl erhältlich - in einer neuen, von der Autorin überarbeiteten Fassung.
Claire Keegan, geboren 1968, wuchs auf einer Farm in der irischen Grafschaft Wicklow auf. Sie hat in New Orleans, Cardiff und Dublin studiert. Bei Steidl sind von der vielfach ausgezeichneten Autorin bereits die Erzählungsbände Wo das Wasser am tiefsten ist und Durch die blauen Felder (in einem Band: Liebe im hohen Gras, 2022) erschienen. Ihre Erzählung Kleine Dinge wie diese (2022) stand auf der Shortlist des Booker Prize. Hans-Christian Oeser, 1950 in Wiesbaden geboren, lebt in Dublin und Berlin und arbeitet als Literaturübersetzer, Herausgeber und Autor. Er hat u.a. John McGahern, Mark Twain, Ian McEwan, F. Scott Fitzgerald, Anne Enright, Maeve Brennan und Sebastian Barry übersetzt. Für sein Lebenswerk wurde er 2010 mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet. 2020 erhielt er den Straelener Übersetzerpreis der Kulturstiftung NRW.
Produktdetails
- Verlag: Steidl
- Originaltitel: Foster
- 13., überarb. Aufl.
- Seitenzahl: 95
- Erscheinungstermin: 17. Juli 2025
- Deutsch
- Abmessung: 214mm x 131mm x 14mm
- Gewicht: 196g
- ISBN-13: 9783969991992
- ISBN-10: 3969991994
- Artikelnr.: 66757907
Herstellerkennzeichnung
Steidl GmbH & Co.OHG
Düstere Straße 4
37073 Göttingen
mail@steidl.de
Perlentaucher-Notiz zur Dlf-Rezension
Rezensentin Sigrid Löffler schätzt die Dichte und Stille der Romane von Claire Keegan. Entsprechend erfreut ist die Kritikerin, dass nun bereits der zweite - im Original bereits 2009 erschienene Roman der irischen Autorin auf Deutsch vorliegt. Erneut setzt sich Keegan mit der "sexualmoralischen frommen Diktatur" im Irland des vergangenen Jahrhunderts auseinander, als deren Opfer hier ein namenloses kleines Mädchen erscheint, das von seinem spiel- und alkoholsüchtigen Vater Anfang der Achtziger in eine Pflegefamilie gesteckt wird. Aber auch die Pflegefamilie hat ein Geheimnis: Sie betrachten das Mädchen als Ersatz für den tödlich verunglückten Sohn, erfahren wir. Viel mehr passiert nicht, räumt Löffler ein. Aber wie "behutsam" die Autorin Beziehungen zwischen den Figuren und deren "seelische Bewegungen" beschreibt, ringt ihr höchste Anerkennung ab.
© Perlentaucher Medien GmbH
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»Die Drastik des Bandes ist stilecht, erschütternd, und ich finde, das ist ein überragendes Werk.« Deutschlandfunk Kultur
Als einen "Drahtseilakt von ungewöhnlicher erzählerischer Virtuosität" lobte Richard Ford "Das dritte Licht", das aus der Erzählperspektive des jungen Mädchens geschildert wird. Tastend folgt der Leser den Beobachtungen des Kindes, wird als Miterlebender und Mitfragender in die Geschichte hereingeholt. Nichts, was über den Erlebnishorizont der Protagonistin hinausgeht, wird preisgegeben. Stattdessen legt Keegan ein Netz von Spuren, subtile Details, die von scharfer Beobachtungsgabe zeugen und weit über sich hinausweisen. Das Zusammenfügen der Splitter zu einem Mosaik überlässt sie zunächst dem Leser selbst. Das Knappe, Lakonische ist stilbildend für Keegans Erzählungen, die nicht selten die Abgründe des Familienlebens zum Sujet haben.
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Minimalistische Erzählökonomie statt Hypertrophie der Ausdrucksmittel. Keegan vertraut auf die Intelligenz ihrer Leserschaft und verbringt mehr Zeit damit, ihre Erzählungen von dem Offensichtlichen zu reinigen als sie zu schreiben. So entstehen in einem fortschreitenden Prozess der Verdichtung Konstruktionen von ungeheuer suggestiver Kraft, über die eine Spannung des Unausgesprochenen schwebt. "Wenn ein Prosaschriftsteller genug über das weiß, worüber er schreibt, kann er Dinge auslassen, die er weiß, und der Leser wird, wenn der Schriftsteller aufrichtig genug schreibt, ein so starkes Gefühl dieser Dinge haben, als ob der Schriftsteller sie erwähnt hätte. Die Würde der Bewegung eines Eisbergs ist darauf zurückzuführen, daß nur ein Achtel von ihm über Wasser ist." Dieses Zitat von Ernest Hemingway wird nicht selten auf Keegans Erzählungen übertragen. Vielleicht lässt sich Keegans Schreibkunst mit Blick auf "Das dritte Licht" noch prägnanter mit Antoine de Saint-Exupéry fassen: "Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann."
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Ein kleines Mädchen wird von seinem Vater bei Verwandten abgeliefert, die Mutter ist wieder schwanger, das Haus voll, da ist es besser, wenn die Verwandtschaft sich um das Kind kümmert, am liebsten so lange, wie es nur möglich ist. Dem Mädchen eröffnet sich eine Welt, wie …
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Ein kleines Mädchen wird von seinem Vater bei Verwandten abgeliefert, die Mutter ist wieder schwanger, das Haus voll, da ist es besser, wenn die Verwandtschaft sich um das Kind kümmert, am liebsten so lange, wie es nur möglich ist. Dem Mädchen eröffnet sich eine Welt, wie sie sie bisher noch nicht gekannt hat.
„Ihre Hände sind wie die meiner Mutter, aber sie haben noch etwas anderes an sich, etwas, das ich noch nie zuvor empfunden habe und wofür ich keinen Namen weiß. Mir fallen einfach keine Wörter ein, aber das hier ist ein neuer Ort, und ich brauche neue Wörter.“ (Seite 22)
Was für ein wunderbares Buch! Es ist eine relativ kurze Erzählung, aber in dieser wenigen Zeit hat die Autorin es geschafft, einen ganzen Film vor meinen Augen entstehen zu lassen. Mit so wenigen Worten so viel zu erzählen, ist ein außergewöhnliches Talent und hat mich bereits in dem letzten Buch, das ich von Claire Keegan gelesen habe, unglaublich begeistert. Eine schöne Sprache, derb und poetisch zugleich, eine bekannte Geschichte auf neue Art erzählt. Viele Sätze ergaben für mich je nach Sichtweise eine andere Bedeutung, vieles blieb unklar, obwohl klar formuliert. Dies machte einen großen Reiz der Erzählung aus, hat mich gefordert und fasziniert. Zuletzt war ich sehr aufgewühlt, hab mir gewünscht, dass etwas bestimmtes passiert. Das Ende hat mich bewegt, aufgewühlt und auch etwas aufgeregt, hat Emotionen erzeugt und tief in mir etwas berührt. Ein Highlight für mich, für das es fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung gibt.
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Es ist nach einer Sonntagsmesse, dass der Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten abliefert. Die Mutter ist wieder schwanger, die Zahl der zu stopfenden Mäuler groß. Sie könnten das Kind so lange behalten, wie sie wollten, sagt der Vater zum Abschied. Und natürlich …
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Es ist nach einer Sonntagsmesse, dass der Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten abliefert. Die Mutter ist wieder schwanger, die Zahl der zu stopfenden Mäuler groß. Sie könnten das Kind so lange behalten, wie sie wollten, sagt der Vater zum Abschied. Und natürlich für ihren Unterhalt Arbeiten verrichten lassen. Aber das Mädchen erwartet etwas ganz anderes, Liebe und Fürsorge, wie sie sie nie kennengelernt hat. Doch hinter der Wärme scheint eine tiefe Traurigkeit das neue Zuhause zu füllen. Und das Mädchen begreift, wie flüchtig das Glück sein kann.
Als vor ein oder zwei Jahren Claire Keegans “Small Things Like These” in der Bücherwelt eine Welle der Begeisterung auslöste, war ich nicht unter den Feiernden. Ich habe durchaus schöne Ansätze gesehen, aber für mein Gefühl war die Geschichte zu verschwommen, zu unausgeglichen. Zum einen lag das daran, dass mein inneres Kino sie nicht in der Zeit ansiedeln konnte, in der sie tatsächlich spielte. Meine Kopfbilder hinkten um Jahrzehnte hinterher und ich war jedes Mal verwirrt, wenn ein moderner Gegenstand auftauchte. Eine Anpassung ist mir trotz dieser deutlichen Zeitzeugen nicht gelungen. Der weitaus schwerwiegendere Punkt war aber, dass die Gewichtung, die Keegan ihren zentralen Themen zugeordnet hat, für mich überhaupt keinen Sinn ergaben. Letztendlich empfand ich alles zu unausgegoren und unbefriedigend.
Das war bei “Das dritte Licht” anders. Diese Erzählung ist eine kleine Kostbarkeit der ganz eigenen Art. Keegan gelingt es in bewundernswerter Weise, die Ambivalenz zwischen Zerbrechlichkeit und Beständigkeit des Glücks in unser aller Leben auf allen Ebenen auszudrücken. Wie zugegebener Weise auch schon in “Small Things Like These” mit Bill Furlong, erschafft sie auch dieses Mal einen ganz eigenen Schlag von Mensch, den ich, aus Ermangelung eines besseren Begriffs, keeganesk nennen müsste. Ihre Charaktere haben eine Güte und Herzenswärme, die gerade aus ihrer Trauer und Armut geboren zu sein scheint, und durch ihre ungekünstelte Art bewegt.
Ich lese generell Bücher, die in Irland spielen, gerne und gehöre zu den vielen, auf die dieses Land einen großen Zauber auswirkt. Keegan transportiert einen vielleicht nicht direkt vor Ort, aber sie erschafft eine Atmosphäre jenseits der physischen Sinne. Man kann darüber streiten, ob sie es nicht auch ein wenig darauf anlegt, ihre Leserschaft zu (be-)rühren. Man kann sich aber auch einfach (be-)rühren lassen (und dann eine leicht kitschige Rezension verfassen). Ich jedenfalls bin froh, dass ich dieser Autorin noch eine Chance gegeben habe. Leseempfehlung!
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Dies ist mein zweites Buch der Autorin und ich bin wieder restlos begeistert. Mit ruhiger Stimme und kleinen, fast unscheinbaren, dafür unglaublich lebensechten Details schafft es die Autorin auf subtile Art, große Gefühle und weitreichende Gedanken zu übermitteln. Dies ist die …
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Dies ist mein zweites Buch der Autorin und ich bin wieder restlos begeistert. Mit ruhiger Stimme und kleinen, fast unscheinbaren, dafür unglaublich lebensechten Details schafft es die Autorin auf subtile Art, große Gefühle und weitreichende Gedanken zu übermitteln. Dies ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das zu entfernten Verwandten gebracht wird, weil die Mutter vor der Geburt eines weiteren Kindes steht.
Hier erlebt das Mädchen eine unglaublich liebevolle Zeit und möchte am Ende gar nicht wieder weg. Aber auch Trauer, Vertrauen und Geheimnisse begleiten diese unbeschwerten Wochen, aus denen das Mädchen am Ende ein Stück gereifter hervorgehen wird.
Ein inspirierendes Zitat ist mir aus diesem Buch besonders im Gedächtnis geblieben: "So mancher Mann hat viel verloren, nur weil er eine perfekte Gelegenheit verpasst hat, nichts zu sagen."
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Auf weniger als 100 Seiten begleiten wir ein namenloses Mädchen einen Sommer lang. Sie ist 7 oder 8 Jahre alt und wird von den Eltern zu entfernten Verwandten gebracht, wir sind Anfang der 80er Jahre in Irland auf dem Land. Nur langsam setzt sich das Milieu zusammen, in dem sie aufwächst, …
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Auf weniger als 100 Seiten begleiten wir ein namenloses Mädchen einen Sommer lang. Sie ist 7 oder 8 Jahre alt und wird von den Eltern zu entfernten Verwandten gebracht, wir sind Anfang der 80er Jahre in Irland auf dem Land. Nur langsam setzt sich das Milieu zusammen, in dem sie aufwächst, spärlich, in wenigen Sätzen. Ihre Mutter ist schon wieder schwanger, wieder ein Mund mehr zu stopfen. Der Vater, ein Spieler und Trinker. Es mangelt an vielem, vor allem aber an Liebe und Zuwendung. Doch sie kennt ja nichts anderes.
»Ein Teil von mir will, dass mein Vater mich hier lässt, ein anderer Teil, dass er mich wieder zurückbringt, zu dem, was ich kenne. Ich stecke in der Zwickmühle, wo ich weder die sein kann, die ich immer bin, noch zu der werden kann, die ich sein könnte.« S.15
In reduzierten Miniaturszenen erleben wir, wie sich die Welt des Mädchens ändert. Bei den Kinsellas gibt es Rhabarberkuchen und ein heißes Bad, in dem noch niemand vor ihr gebadet hat. Aber vor allem gibt es Liebe, Zuneigung und Verständnis. Doch es gibt auch ein trauriges Geheimnis, dass einen Schatten über die glücklichen Tage wirft.
Das Bedrückende an der Geschichte war die Tatsache, dass das Mädchen in eine völlig normale Welt kommt, doch allein durch ihre Gedanken fühlt man, wie groß der Unterschied zu ihrem bisherigen Leben ist.
»Hier gibt es Raum und Zeit zum Denken. Vielleicht bleibt sogar Geld übrig.«
Durch die Ich-Perspektive des Mädchens, geschrieben im Präsens, gelangen wir nur schrittweise in seine augenblickliche Welt. Was das Mädchen nicht weiß, was es sich nicht erklären kann, erfahren wir auch nicht als Leser. Es ist ein Herantasten, ein Miterleben. Aber immer schwingt eine latente Spannung mit. So, als würde die Idylle nur trügerisch sein und jeden Moment wie eine Seifenblase platzen.
Das gelingt Keegan vor allem durch die Präzision der Sprache, der wenigen Sätze, die ein exaktes Bild in unserer Vorstellung schaffen. Anderes wird verschwiegen oder nur angedeutet. Deshalb ist es so wichtig, jeden einzelnen Satz in Ruhe zu lesen, erst dann entsteht ein Bild, dessen Lücken nach und nach geschlossen werden.
In diesem Buch gibt es keine Effekthascherei, keine Bewertung oder Auseinandersetzung. Es ist ein leises, schweigsames Buch, dessen Kraft in der Erzählweise an sich liegt. Mit viel Sensibilität sich in die Welt eines Mädchens hineinzuversetzen, die von Lieblosigkeit geprägt war und Spuren hinterlassen hat.
Das Ende ist offen, lässt sich interpretieren und lädt dazu ein, das Buch gleich noch mal von vorn zu lesen. Und das werde ich jetzt auch tun, denn es hat mich zutiefst bewegt.
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Sprachlich und inhaltlich dichte Familiengeschichte
„Das dritte Licht“ von Claire Keegan ist eine Neuauflage, die auf wenigen Seiten eine sprachlich und inhaltlich dichte Geschichte bietet. In den 80er Jahren von der eigenen Familie zu Verwandten verstoßen, lerne ein junges …
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Sprachlich und inhaltlich dichte Familiengeschichte
„Das dritte Licht“ von Claire Keegan ist eine Neuauflage, die auf wenigen Seiten eine sprachlich und inhaltlich dichte Geschichte bietet. In den 80er Jahren von der eigenen Familie zu Verwandten verstoßen, lerne ein junges Mädchen, was Familie wirklich ist. Aus der Ich-Form erzählt, ist man nah dran an den Erlebnissen und Gefühlen. Der Kontrast zwischen den beiden Familien wird sehr schön deutlich es die Handlung schafft es in wenigen Seiten dennoch einen Spannungsbogen zu haben. Eine Geschichte mit jeder Menge Schmerz und Hoffnung, sprachlich wunderschön erzählt. Ein gelungener Roman über Familie, der durch vor allem durch seine klare und dennoch gewinnende Sprache überzeugt.
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Es fehlt – an Zuneigung, Aufmerksamkeit und auch Geld. Die Verhältnisse, in welchen die junge Ich-Erzählerin im Irland des vergangenen Jahrhunderts aufwächst, sind von Mangel gezeichnet. Das Mädchen und ihre Geschwister erscheinen weitestgehend sich selbst überlassen …
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Es fehlt – an Zuneigung, Aufmerksamkeit und auch Geld. Die Verhältnisse, in welchen die junge Ich-Erzählerin im Irland des vergangenen Jahrhunderts aufwächst, sind von Mangel gezeichnet. Das Mädchen und ihre Geschwister erscheinen weitestgehend sich selbst überlassen zu sein, Talente, Fähigkeiten und Bedürfnisse finden keine Nahrung, um zu wachsen und erblühen.
Doch für einen Sommer ist alles anders. Das Mädchen wird zu ihrer Tante und ihrem Onkel nach Wexford geschickt, zur Entlastung der erschöpften, hochschwangeren Mutter und aus den Augen des Vaters, der vor allem mit seinen eigenen Leben beschäftigt zu sein scheint.
Und dann, im tiefsten Nirgendwo, öffnet sich die Tür zu einem Paradies: Die Verwandten kümmern sich liebevoll um das Kind und geben ihm all das im Überfluss, was bisher so schmerzlich gefehlt hat und dringend notwendig war. Die kleine Nichte blüht unter der Aufmerksamkeit und tiefen Hingabe der Kinsellas auf und macht in nur wenigen Wochen eine bemerkenswerte Entwicklung durch. Doch ein Sommer kann nicht ewig wehren.
Claire Keegan gelingt es mit nur wenigen Worten und auf nicht einmal 100 Seiten eine Atmosphäre zu schaffen, welche die Leser*innen tief in das ländliche Irland seiner Zeit und das Herzen eines Kindes zieht, das mit seiner Neugierde, Lebensfreude und Suche nach Schutz und Liebe eine Vielzahl an Gefühlen anzusprechen vermag. Die Sprache selbst, poetisch und sorgsam gewählt, ist reduziert und zugleich reich an Bildern und Symbolen und von einer Intensität, die sie bis in die Tiefe von Handlung und Figuren vordringen lässt.
Das Büchlein nach diesem eindringlichen Leseerlebnis wieder aus der Hand zu legen, fiel nicht leicht – zu sehr habe ich mitgelitten mit der kleinen Protagonistin und bin mit ihr gemeinsam durch die reiche grüne Landschaft und die Zeit eines unbeschwerten Sommers geschritten. Was bleibt, ist das Wissen um ein Werk von hoher literarischer Qualität und die Hoffnung für Kinder wie das kleine Mädchen, die so viel mehr verdienen als ihnen gegeben wird.
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Hat ein Kind das Recht darauf mit Liebe aufzuwachsen? Eine wundervoll atmosphärische Erzählung, unglaublich schön und berührend zugleich
Hat ein Kind das Recht darauf mit Liebe aufzuwachsen? Und was ist, wenn es diese in seiner Ursprungsfamilie nicht erhalten kann? Diese …
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Hat ein Kind das Recht darauf mit Liebe aufzuwachsen? Eine wundervoll atmosphärische Erzählung, unglaublich schön und berührend zugleich
Hat ein Kind das Recht darauf mit Liebe aufzuwachsen? Und was ist, wenn es diese in seiner Ursprungsfamilie nicht erhalten kann? Diese Fragen stellt man sich zwangsläufig bei der Lektüre der wundervollen, nur knapp 100 Seiten umfassenden, Erzählung „Das dritte Licht“.
In der dritten Person wird aus der Perspektive eines nicht näher benannten Mädchens kurz vor der Einschulung beschrieben, wie sie die Zeit erlebt, die sie bei kinderlosen Verwandten verbringt. Vor dem Hintergrund der erneuten Schwangerschaft ihrer Mutter und den daraus resultierenden finanziellen Sorgen wurde sie von ihrem Vater bei dem verwandten Paar temporär in Obhut gegeben. In ihren Beschreibungen und Reflexionen denkt das Mädchen auch immer wieder an ihre Ursprungsfamilie, nicht zuletzt wegen des großen Kontrasts im Familienleben bei dem verwandten Paar (die Kinsellas) und in ihrem eigentlichen Zuhause.
Dieser Kontrast wird von Claire Keegan in einer wundervollen Sprache eingefangen. Mit wenigen Worten erzeugt die Autorin eine unglaublich dichte Atmosphäre, sagt genauso viel mit dem was sie schreibt, wie mit dem was ausgelassen wird. Die Landschaft im ländlichen Irland, das Leben und Arbeiten auf der Farm, das unausgesprochene Geheimnis aus der Vergangenheit, und nicht zuletzt die Liebe und Fürsorge verschmelzen sprachlich zu einem Kunstwerk für sich. Das Ergebnis ist wunderschön, traurig und rührend zugleich.
Eine Erzählung die literarisch, aber auch unter sozial(kritischen) Aspekten vollkommen überzeugt und man einfach gelesen haben muss!
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Den Beschreibungstext im Buchrücken kann man mehr entnehmen, als den gelesenen Seiten. Das meine ich nicht kritisch, denn das Buch mit seiner so einfachen Sprache hat mich zu eigenen Gedankenspielen veranlasst. Die gelesenen Seiten lassen viel Spieltraum für eigene Gedanken und mit …
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Den Beschreibungstext im Buchrücken kann man mehr entnehmen, als den gelesenen Seiten. Das meine ich nicht kritisch, denn das Buch mit seiner so einfachen Sprache hat mich zu eigenen Gedankenspielen veranlasst. Die gelesenen Seiten lassen viel Spieltraum für eigene Gedanken und mit wachsendem Lesefortschritt werden auch die Gefühle des Lesers angesprochen. Dieses Kind, dessen Namen man bis zum Schluss nicht erfährt, muss ein grausames, erniedrigendes Zuhause haben. Mit freundlichen Worten kann es nicht umgehen. Einfach, weil es so etwas daheim nie bekommen hat. Diese Erzählung, die nicht einmal 100 Seiten umfasst, hat mich mit ihrer einfachen Sprache und den Beschreibungen des so unsicheren Kindes bewegt. Bewerten möchte ich es mit 3,5 Lese-Sternen.
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Was ist das für ein wunderschönes Buch! Es drängt mich förmlich, diese kleine in Leinen gebundene Schönheit mit dem magnetisch wirkenden Cover an mein Herz zu drücken, es aufzuschlagen, durch das hochwertige Papier zu blättern und es nochmals an mein Herz zu …
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Was ist das für ein wunderschönes Buch! Es drängt mich förmlich, diese kleine in Leinen gebundene Schönheit mit dem magnetisch wirkenden Cover an mein Herz zu drücken, es aufzuschlagen, durch das hochwertige Papier zu blättern und es nochmals an mein Herz zu drücken.
Und so geht es mir auch mit dem kleinen Mädchen, der Ich-Erzählerin, das so verloren, introvertiert und schutzlos in mein Leben tritt. Es braucht nur wenige Zeilen und ein paar Sätze, in denen jedes Wort sitzt, um mittendrin zu sein. Sehr schnell entsteht vor meinem Auge ein plastisches, sinnliches Bild von dem Mädchen, den prekären Verhältnissen, in denen es lebt, von den irischen Dörfern, durch die sie mit ihrem Vater zu den entfernten Verwandten ans Meer fährt, wo es für eine Weile bleiben soll, weil die Familie mit der Zahl der Kinder und einer erneut hochschwangeren Mutter überfordert ist. Die Bilder formen sich aus Licht, Gerüchen, Dialekt, der Art wie die Protagonisten sprechen und der Art wie sie tun was sie tun.
Zurückgelassen bei diesen Fremden begegnet das Mädchen der Angst und der Unsicherheit, aber vor allem der Hoffnung. Hoffnung auf Liebe, oder zumindest Zuwendung und Raum für sich und seine Bedürfnisse.
„Aber das hier ist ein anderes Zuhause. Hier gibt es Raum und Zeit zum Denken. Vielleicht bleibt sogar Geld übrig.“ (S.18)
Mr. Kinsellas Worte über das Mädchen: „Sie sagt, was sie zu sagen hat und nicht mehr“ (S. 65) könnten auch für die Erzählung stehen. Die Gefühle, die Zärtlichkeit der entstehenden Verbindung mit diesem Paar, drücken sich durch das Ungesagte aus. So entsteht eine eindringliche verdichtete Geschichte über Zugehörigkeit, Kindheit, Verlust und das komplexe Gebilde FAMILIE. Am Ende bleibe ich sprach- und verständnislos sitzen und frage mich was mit mir geschehen ist. Und fange gleich nochmal von vorn an, weil es nicht schon zu Ende sein darf. Zu viel ist mir vielleicht noch verborgen geblieben. Wunderbar! 🧡🧡🧡
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DAS DRITTE LICHT
Claire Keegan
Nachdem seine Frau erneut schwanger ist, bringt er sein Mädchen zu den Verwandten seiner Frau nach Wexford. Viel zu viele Mäuler wollen inzwischen gestopft werden, sein Geld lässt er lieber im Wirtshaus oder beim Spielen. Zuletzt wurde die Kuh …
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DAS DRITTE LICHT
Claire Keegan
Nachdem seine Frau erneut schwanger ist, bringt er sein Mädchen zu den Verwandten seiner Frau nach Wexford. Viel zu viele Mäuler wollen inzwischen gestopft werden, sein Geld lässt er lieber im Wirtshaus oder beim Spielen. Zuletzt wurde die Kuh versetzt.
Seine Verabschiedung von der Tochter fällt lieblos aus, auch kein Wort fällt darüber, wann er seine Tochter wieder abholen wird.
Und so steht sie da, unsere kleine Protagonistin ohne Namen: dreckig, hungrig und ohne Wechselkleidung.
Aber die Verwandten Edna und John Kinsella sind liebe Leute. Baden und kleiden sie ein - mit etwas zu großen Jungsklamotten. Sie muss auch nicht hart arbeiten, sondern nur im Haushalt helfen. Langsam entspannt sich die Kleine und nässt auch nachts nicht mehr ein. Doch eines Tages kommt ein Brief ...
„Kinsella nimmt meine Hand in seine. Sobald er sie nimmt, merke ich, dass mein Vater kein einziges Mal meine Hand gehalten hat, und ein Teil von mir will, dass Kinsella mich loslässt, damit dieses Gefühl vergeht. Es ist ein hartes Gefühl, aber als wir weitergehen, beruhige ich mich und lasse den Unterschied zwischen meinem Leben zu Hause und dem, das ich hier führe, auf sich beruhen.“ (S. 67)
Claire Keegan versteht die Kunst des Weglassens - das Mädchen ohne Namen, ein offenes Ende und ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich versuche herauszufinden, in welcher Zeit das Buch spielt. Es ist ein schmales Buch mit gerade einmal 95 Seiten und für meinen Geschmack viel zu schnell „weggesnackt“. Ich wollte weiterlesen - wissen, was mit dem Mädchen passiert, aber dann war es schon zu Ende.
Claire Keegan versteht es, ein Schicksal in Worte zu fassen, ohne viele Worte zu gebrauchen. Ich bin mir sicher, dass ihr wisst, was ich meine und wenn nicht, müsst ihr dringend ein Keegan lesen!
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