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Schwabing war das legendäre Münchener Künstlerviertel, "wo Geister noch zu wandern wagen" (Stefan George). Aus dem alten Dorf vor den Toren der Stadt wurde eines der quirligsten Quartiere mit einer ausgeprägten Bohème. Dirk Heißerer führt in seinem berühmten literarischen Stadtführer durch Straßen und an Plätze, die Erinnerungen an Künstler und Dichter wachrufen: an die Zeitschrift Simplicissimus mit ihren vielen prominenten Mitarbeitern, die Brüder Mann, die Künstler des Blauen Reiter, Rilke, Brecht, Wedekind und viele andere. Das Buch ist ein Stadtführer und eine kompakte Literatur- und Kulturgeschichte in einem.…mehr

Produktbeschreibung
Schwabing war das legendäre Münchener Künstlerviertel, "wo Geister noch zu wandern wagen" (Stefan George). Aus dem alten Dorf vor den Toren der Stadt wurde eines der quirligsten Quartiere mit einer ausgeprägten Bohème. Dirk Heißerer führt in seinem berühmten literarischen Stadtführer durch Straßen und an Plätze, die Erinnerungen an Künstler und Dichter wachrufen: an die Zeitschrift Simplicissimus mit ihren vielen prominenten Mitarbeitern, die Brüder Mann, die Künstler des Blauen Reiter, Rilke, Brecht, Wedekind und viele andere. Das Buch ist ein Stadtführer und eine kompakte Literatur- und Kulturgeschichte in einem.
  • Produktdetails
  • C.H. Beck Paperback Bd.1847
  • Verlag: Beck
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 303
  • Erscheinungstermin: 11. Januar 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 193mm x 125mm x 22mm
  • Gewicht: 300g
  • ISBN-13: 9783406702259
  • ISBN-10: 3406702252
  • Artikelnr.: 47376460
Autorenporträt
Dirk Heißerer ist Literaturwissenschaftler und Veranstalter literarischer Exkursionen (www.lit-spaz.de).
Er ist Träger des Schwabinger Kunstpreises 1993 und des Premio Amelia Molteni (Gardone Riviera) 2001 und Vorsitzender des Thomas-Mann-Förderkreises München e.V.
Inhaltsangabe
Einleitung Schwabing - Ort und Legende Im Zirkus der Moral Frank Wedekind

Prolog - Der falsche Student - Frühlings Erwachen - Die

Büchse der Pandora - Simplicissimus - Elf Scharfrichter -

Prinzregentenstraße 50 - Epilog Die erste Adresse der Satire Rund um den Simplicissimus

Der Verleger Albert Langen und seine Mitarbeiter

Drei Zeichner: Th. Th. Heine, Olaf Gulbransson, Karl Arnold

Zwei Autoren: Ludwig Thoma, Gustav Meyrink Eine Wirtin und ihr Hausdichter Kathi Kobus, die Künstlerkneipe Simplicissimus und Joachim Ringelnatz In kleinen Junggesellenwohnungen Wo Thomas Mann Buddenbrooks schrieb Stubenreine Bohème - Frau Permaneder (Theresienstraße 82)

- Der Kleiderschrank (Marktstraße 5) - Wo Buddenbrooks

beendet wurden (Feilitzschstraße 5) - Gladius Dei am Odeonsplatz

- Etabliert (Franz-Joseph-Straße 2) - In der "besseren

Gesellschaft": Die Zeit im Herzogpark (1910-1933) Unstet Heinrich Manns Wohnungen in München Die Insel Otto Julius Bierbaum, Alfred Walter Heymel, Rudolf Alexander Schröder Kosmos für Eingeweihte Kreise um Stefan George

Pilgerfahrten - "Kosmiker" in München - Maximin -

Im Kugelzimmer - Beim Propheten: Thomas Mann zu Besuch

bei Ludwig Derleth - Bücher, Bücher, Bücher, Bücher: Karl

Wolfskehl Wahnmoching Franziska Gräfi n zu Reventlow

Herkunft - Befreiung - Das Kind - Mutter und

Hetäre - Im Eckhaus - Abstieg und Flucht -

In Ascona Um die Traumstadt Perle Alfred Kubin Der Blaue Reiter Wege zur Abstraktion: Wassily Kandinsky und Gabriele Münter - Mitstreiter: Franz Marc - Wirkungen: Hugo Ball 205 - Marcel Duchamp - Im eigenen Kreis Lichtform Paul Klee Lehrzeit - Zwischenzeit - Im Dunkel der Ainmillerstraße
32 -

Ins Freie - Im Licht der Farbe - Krieg -

Atelier im Schloss Suresnes In fremden Zimmern Rainer Maria Rilke

Der Student - Lou Andreas-Salomé - Unterwegs 2-

Wieder in München - "Wächter am Picasso" (Widenmayerstraße

32) - Am Englischen Garten (Keferstraße 2) -

Ins Eigene (Ainmillerstraße 34) Orte der Gewalt Revolution der Schriftsteller in München 1918/19

Hinter der Tapetentür: Ernst Toller War einmal ein Revoluzzer Erich Mühsam Widerspenstig - Der Revoluzzer - Im Café Stefanie -

Anfang vom Ende - Revolution der Worte - Auf verlorenem

Posten Ausblicke Junge Welt im Café Stefanie
Johannes R. Becher und Heinrich F. S. Bachmair

Klabund und Marietta - Ein Außenseiter: Ret Marut

(B. Traven) - Die Weiße Rose Trommeln in der Nacht Brecht in München

Baal - Lion Feuchtwanger - Unterwegs mit Arnolt

Bronnen - Oskar Maria Graf - Trommeln in der Nacht.

Karl Valentin

Literaturhinweise

Bildnachweis

Register
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 21.05.2008

Düstere Kreise, küssende Musen

München gilt den meisten als Weißwurstmetropole und Laufsteg der Bussi-Bussi-Gesellschaft, weniger als der Hort einer ungestümen künstlerischen Avantgarde. Vor hundert Jahren war das noch anders und in Schwabing der Bär so richtig los. Es begann nach der Eröffnung der Kunstakademie 1885. Die Malerfürsten Lenbach und Stuck scharten ihre Hofschranzen um sich. Mit Kandinsky, Marc, Macke und Klee, den Herren vom "Blauen Reiter", tauchten dann die ersten Künstler von internationalem Renommee auf. Besonders pekuniär klammen Jungdichtern hatte es der preiswerte Vorort angetan. Beeindruckend lang ist die Liste jener, die da um die Häuser zogen, sie liest sich wie das "Who's Who" der deutschen Literatur: Thomas Mann sitzt über den Buddenbrooks, Ringelnatz macht als Inhaber eines Tabakwarenladens in der Schellingstraße Pleite, der krachlederne Berufsbayer Oskar Maria Graf und ein dünnhäutiger Rilke besuchen gemeinsam revolutionäre Veranstaltungen, Stefan George zieht düster seine Kreise, die Reventlow debütiert hauptsächlich als Skandalnudel und küssende Muse. Aber da lebten auch noch die anderen: Lenin trieb in der Staatsbibliothek seine Studien und verkehrte gern in Hitlers Stammkneipe, wo der verkrachte Maler im Kreis weiblicher Groupies Hof hielt. Der runde "Hitlertisch" ist noch heute zu besichtigen. Dass Ödön von Horváth dort ebenfalls ein und aus ging und das Lokal ausgerechnet zur Bühne seines Romans "Der ewige Spießer" machte, ist Zufall, aber bezeichnend: Schwabing war nicht nur das romantisch verklärte "Wahnmoching" der Boheme, sondern auch der Geburtsort der "Hauptstadt der Bewegung". Eines hatten alle Lichtgestalten gemeinsam: Kein Einziger war gebürtiger Schwabinger. Und es gehörten auch kaum Münchner oder Altbayern dazu. Zum Mythos wurde Schwabing also durch die geflügelten Worte der "Zuagroasten", denen man in München eher robust begegnet. Aus dem schier unübersehbaren Material hat der Autor ein handliches Buch exzerpiert. Er flaniert durch die Straßen zu den noch vorhandenen Orten, denkt nach über die untergegangenen und spürt in gewisser Weise sogar den imaginären Orten der Boheme um 1900 nach. Kurzweilig plaudernd zieht er durch ihre Cafés und Künstlerkneipen. Dabei ermöglichen die thematisch und chronologisch geordneten Portraits dem Leser die Zusammenstellung eigener Routen. Darüber hinaus entsteht im vielfachen Wechsel von Perspektiven ein facettenreiches Bild des Stadtteils und eine lebendige Vorstellung vom vielbeschworenen Lebensgefühl jener Zeit. Zugleich ist das Buch eine flott geschriebene Literatur- und Kulturgeschichte Schwabings, ein herrliches Lesevergnügen.

rmb

"Wo die Geister wandern. Literarische Spaziergänge durch Schwabing" von Dirk Heißerer. Verlag C. H. Beck, München 2008. 295 Seiten. Broschiert, 12,95 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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