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Jochen Oltmers souveräner Überblick zeigt die Hintergründe, Formen und Konsequenzen globaler Migration in der Neuzeit und schildert die großen Bevölkerungsbewegungen, die die Welt im 19. und 20. Jahrhundert fundamental geprägt haben. Für die Neuauflage hat Jochen Oltmer den Band um ein Kapitel zur aktuellen Flüchtlingskrise ergänzt.…mehr

Produktbeschreibung
Jochen Oltmers souveräner Überblick zeigt die Hintergründe, Formen und Konsequenzen globaler Migration in der Neuzeit und schildert die großen Bevölkerungsbewegungen, die die Welt im 19. und 20. Jahrhundert fundamental geprägt haben. Für die Neuauflage hat Jochen Oltmer den Band um ein Kapitel zur aktuellen Flüchtlingskrise ergänzt.
  • Produktdetails
  • Beck'sche Reihe Bd.2761
  • Verlag: Beck
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 141
  • Erscheinungstermin: 31. Januar 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 116mm x 12mm
  • Gewicht: 134g
  • ISBN-13: 9783406698903
  • ISBN-10: 3406698905
  • Artikelnr.: 45025778
Autorenporträt
Jochen Oltmer ist Professor für Neueste Geschichte und Vorstand des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück.
Inhaltsangabe
Vorwort Vorwort 1. Migrationsgeschichte als Menschheitsgeschichte 2. Bedingungen, Formen und Folgen weltweiter Wanderungen in der Neuzeit Hintergründe und Bestimmungsfaktoren von Migration

Kommunikation, Netzwerke und Migrantenberufe

Nomadismus

Niederlassung und Integration

Staat und Migration 3. Die Erschließung und Verdichtung des globalen Raums durch Migration
vom 16. bis zum 19. Jahrhundert Afrikanische Sklaven

Europäische Siedler

Hintergründe der Massenabwanderung aus Europa

Anstieg der europäischen Nordamerikamigration im 19. Jahrhundert 4. Arbeits- und Siedlungswanderungen im Zeichen rapider Globalisierung
im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert Wandel der europäischen Einwanderung in die USA im späten 19. Jahrhundert

Australien

Argentinien

Sibirien

Mandschurei

Die 'Inwertsetzung' kolonialer Besitzungen

Das südliche Afrika

'Coolies'

Migration der Kolonialherren

Europa als Ziel der Zuwanderung aus den Kolonialgebieten

Migratorische Folgen der Dekolonisation im 20. Jahrhundert 5. Flucht, Vertreibung, Deportation: Migration und weltweite Kriege im
20. Jahrhundert Der Erste Weltkrieg als Motor des Zwangswanderungsgeschehens

Zwangsmigrationen in der Zwischenkriegszeit

De-Globalisierung nach dem Ersten Weltkrieg

Reaktionen auf die Weltwirtschaftskrise

Flucht, Vertreibung und Deportation im Zweiten Weltkrieg

Kriegsfolgewanderungen

Migration und 'Kalter Krieg' 6. Neue Weltordnung und globale Handlungsräume: Migrationsverhältnisse im
späten 20. und frühen 21. Jahrhundert Anwerbeverträge

'Mega-Cities'

Arbeitswanderungssysteme in den Golfstaaten

Interregionale Migration in China

Kontrolle und Steuerung von Migration

Umweltmigration Literaturauswahl Register: Länder, Regionen und Orte
Rezensionen
Besprechung von 21.04.2017
Selbstbilder vom Identitätsmanager

Migration ist für Jochen Oltmer ausweislich des Titels seines Buchs zugleich "Geschichte und Zukunft der Gegenwart". Die Geschichte der Migration fängt bei Oltmer im sechzehnten Jahrhundert an. Der "Blick auf lange Linien des historischen Wandels" soll dazu beitragen, "Wanderungsverhältnisse der Gegenwart zu erklären und Perspektiven zu absehbaren migratorischen Zukunftsfragen zu entwickeln".

Das ist auf knappem Raum ein hehres Ziel, das der Autor denn auch verfehlt. Sei es in der Erörterung der Migrationsmotive, der historischen Darstellung von Migrationsbewegungen oder der Auseinandersetzung mit Integrationspolitik: Der Autor präsentiert oftmals elementare Einsichten, aus denen sich kaum triftige neue Erkenntnisse gewinnen lassen. So erfahren wir zum Beispiel, dass Migrationsentscheidungen "in der Regel multiplen Antrieben" unterlägen, Gewaltmigration kein Phänomen der Neuzeit sei und zahlreiche Studien belegten, dass Armut die Bewegungsfähigkeit einschränkt.

Mehr Konkretion täte da not. Statt Sätzen wie diesem: "Es bestehen je spezifische, von Akteur zu Akteur unterschiedliche, stets im Wandel befindliche Paradigmen, Konzepte und Kategorien, um Migration vor dem Hintergrund der jeweiligen Interessen zu benennen, zu beschreiben und daraus Wirklichkeitskonstruktionen und Handlungen zu formen." Worauf eine solche Diagnose zu beziehen ist, lässt auch die folgende Feststellung offen: "Migrantische Infrastrukturen und Identitätsmanager entwickeln unter anderem Selbstbilder, die Vergemeinschaftungsprozesse von Migranten identitätspolitisch steuern."

Man lernt bei Oltmer immerhin, dass Migration kein Prozess ist, der bloß geradlinig "von der Wanderungsentscheidung im Ausgangsraum über die Reise in das Zielgebiet bis zur dort vollzogenen dauerhaften Niederlassung" reicht. Flüchtlinge bewegten sich vielmehr meist in Etappen, in denen eine mehrfache Rückkehr und erneute Flucht nicht ausgeschlossen sind. Oltmer reiht hölzern Fakten aneinander - über den Bevölkerungswandel in der frühen Neuzeit, die "Massenmigration" und die Arbeitswanderungen im neunzehnten Jahrhundert, über Kolonialismus, Flucht, Vertreibung und Deportation im vorigen Jahrhundert, über Wanderungsbewegungen im Kontext des Kalten Krieges und, sehr knapp, über die globale Migration heute. Aber so etwas wie eine argumentative Struktur ist in dem Buch nicht recht zu erkennen, und es fehlt eine explizite Rückkopplung des ausgebreiteten historischen Wissens an die aktuelle Flüchtlingssituation, die doch der eigentliche Anlass für die Behandlung des Thema gewesen sein dürfte.

hbt.

Jochen Oltmer: "Migration".

Geschichte und Zukunft der Gegenwart.

Theiss Verlag, Darmstadt 2017. 288 S., geb., 24,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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