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Bewertung von Winfried Stanzick

Hans-Joachim Maaz, Die narzisstische Gesellschaft, DV 2014, ISBN 978-3-423-34821-8 Dieses Buch ernüchtert. Es lässt Hoffnungen auf eine baldige Verbesserung …


  • Format: ePub

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Gier - den Hals nicht voll kriegen zu können -, so lautet die mit Abstand häufigste Antwort auf die Frage nach der tieferen Ursache der Krise unseres Finanz- und Gesellschaftssystems. Der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz gibt sich mit dieser Antwort nicht zufrieden. Gier, sei es nach Geld oder anderen Lebensvorteilen, so kann er zeigen, ist Ausdruck einer narzisstischen Störung. Besonders ausgeprägt ist sie bei den Trägern gesellschaftlicher Macht: bei Politikern, Managern und Stars. Der narzisstische Mensch ist im Kern ein um Anerkennung ringender, stark verunsicherter Mensch. So tut er…mehr

  • Geräte: eReader
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  • Größe: 0.97MB
Produktbeschreibung
Gier - den Hals nicht voll kriegen zu können -, so lautet die mit Abstand häufigste Antwort auf die Frage nach der tieferen Ursache der Krise unseres Finanz- und Gesellschaftssystems. Der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz gibt sich mit dieser Antwort nicht zufrieden. Gier, sei es nach Geld oder anderen Lebensvorteilen, so kann er zeigen, ist Ausdruck einer narzisstischen Störung. Besonders ausgeprägt ist sie bei den Trägern gesellschaftlicher Macht: bei Politikern, Managern und Stars. Der narzisstische Mensch ist im Kern ein um Anerkennung ringender, stark verunsicherter Mensch. So tut er alles, um die Bestätigung, die er zum Leben braucht, zu erhalten. Diese narzisstische Kompensation bedarf ständig erweiterter Ablenkung durch Konsum, Besitz, Animation und Aktion. Solange wir keine Mittel und Wege finden, den Narzissmus und die ihm zugrunde liegende Bedürftigkeit zu zähmen, so lange gleichen alle unsere Versuche, die Krise zu überwinden und die gesellschaftlichen Verhältnisse doch noch zum Besseren zu verändern, einem Stühlerücken auf der Titanic.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Beck C. H.
  • Seitenzahl: 236
  • Erscheinungstermin: 27.09.2012
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406640421
  • Artikelnr.: 37344842
Autorenporträt
Hans-Joachim Maaz, seit 40 Jahren praktizierender Psychiater und Psychoanalytiker, war lange Zeit Chefarzt der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Diakoniekrankenhauses Halle.
Inhaltsangabe
1 Narziss – der Mythos

2 Narzissmus – ein Begriff
Gesunder Narzissmus · Pathologischer Narzissmus

3 Die Symptome der narzisstischen Störung

4 Größenselbst und Größenklein

5 Die narzisstische Störung als Basis der narzisstischen Gesellschaft

6 Die Folgen narzisstischer Störungen
Die individuelle narzisstische Not · Die unvermeidbaren sozialen Konflikte · Die Träger gesellschaftlicher Fehlentwicklung

7 Die narzisstischen Beziehungsang ebote

8 Die Angst vor Nähe

9 "Ich halte das Gute nicht aus!"

10 Der Schatten des Narzissmus
Die narzisstische Regulationsnotwendigkeit · Die Notwendigkeit des Ersatzleides

11 Die Abwehr des narzisstischen Makels: Kompensation und Ablenkung

12 Ethik und narzisstische Abwehr

13 Männlicher und weiblicher Narzissmus

14 Narzisstische Regulationsformen in der Folge von Mütterlichkeits- und Väterlichkeitsstörungen

15 Durch Narzissmus beförderte Erkrankungen

16 Narzissmus und Pubertät

17 Die narzisstische Elternschaft

18 Die narzisstische Partnerschaft

19 Der narzisstische Sex

20 Narzissmus und Altern

21 Die Therapie der narzisstischen Störungen

22 Liebe versus Narzissmus

23 Politik ist narzissmuspflichtig

24 Bankrott der narzisstischen Gesellschaft

25 Das Leben auf der Titanic

26 Vision einer demokratischen Revolution

Epilog: Die Angst z u lieben – Fluch meines Narzissmus
Ein authentischer Lebensbericht

Anmerkungen
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Einen zwiespältigen Eindruck hat Hans-Joachim Maaz' Buch über die "narzisstische Gesellschaft" bei Joachim Güntner hinterlassen. Auf der einen Seite scheint ihm die strikt psychoanalytische Argumentation des Autors - kulturhistorische, politische, soziologische oder sozialphilosophische Analysen kommen nicht vor - doch etwas reduktionistisch, will Maaz über den Schlüsselbegriff des Narzissmus doch so gut wie alle Übel der Welt - vom Krieg bis zum Fitnesswahn - erklären. Güntner moniert hier insbesondere die Tendenz des Autors zu überspitzten und paschaulisierenden Aussagen. Andererseits kommt er nicht umhin einzuräumen, dass Maaz mit seinen Problemanalysen durchaus "wunde Punkte" trifft. Besonders hebt der Rezensent die Ausführungen über die Bedeutung der Mutter für die kindliche Entwicklung und die Entstehung der narzisstischen Störung hervor, die an Heinz Kohut, der zum Thema Narzissmus schon vor 40 Jahren alles Wesentliche gesagt hat, anknüpfen.

© Perlentaucher Medien GmbH