Die Nürnberger Prozesse - Weinke, Annette
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Dieses Buch beschreibt die Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher und die Funktionseliten des "Dritten Reiches", die vin den Alliierten des Zweiten Weltkrieges eingeleitet worden war. Angeklagt waren führende Vertreter eines verbrecherischen Regimes, das die Welt in einen Krieg von bis dahin nicht gekannter Grausamkeit und Brutalität gestürzt hatte. Die Autorin beschreibt die Vorgeschichte, den Verlauf und die Urteile dieses bis heute im Bewusstsein vieler Deutscher umstrittenen Prozesses.…mehr

Produktbeschreibung
Dieses Buch beschreibt die Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher und die Funktionseliten des "Dritten Reiches", die vin den Alliierten des Zweiten Weltkrieges eingeleitet worden war. Angeklagt waren führende Vertreter eines verbrecherischen Regimes, das die Welt in einen Krieg von bis dahin nicht gekannter Grausamkeit und Brutalität gestürzt hatte. Die Autorin beschreibt die Vorgeschichte, den Verlauf und die Urteile dieses bis heute im Bewusstsein vieler Deutscher umstrittenen Prozesses.
  • Produktdetails
  • C.H. Beck Wissen 2404
  • Verlag: Beck
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 128
  • Erscheinungstermin: 23. August 2006
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm
  • Gewicht: 128g
  • ISBN-13: 9783406536045
  • ISBN-10: 3406536042
  • Artikelnr.: 20849640
Autorenporträt
Annette Weinke, geb. 1963, ist Dozentin für das Berlin European Studies Program (FU-BEST) und Mitarbeiterin der Forschungsstelle Ludwigsburg.
Rezensionen
Besprechung von 02.10.2006
Gegen Göring und Konsorten
Eine knappe Darstellung der Nürnberger Prozesse
Vor 60 Jahren, am 30. September und am 1. Oktober 1946, wurden die Urteile im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg verkündet. Annette Weinke behandelt in der ersten Hälfte ihres Überblicks den Hauptkriegsverbrecherprozess, schildert dann kursorisch die vor amerikanischen Militärtribunalen geführten zwölf Nachfolgeprozesse gegen hohe SS-Funktionäre, NS-Juristen, Militärs, Diplomaten und Wirtschaftsführer, geht schließlich auf die Wirkung der Prozesse im geteilten Deutschland ein und endet mit einem Ausblick auf die in den 90er Jahren neuerlich in Gang gekommene Entwicklung des Völkerstrafrechts.
Die Darstellung hat allerdings einige gravierende Schwächen. Vor allem irritiert, dass das eigentliche Prozessgeschehen der Verhandlung gegen Göring und Konsorten weitgehend ausgeblendet wird. Weinke geht nur auf Auftakt und Ende des Prozesses ausführlicher ein. Das wird auch nicht durch einen Exkurs über den Einsatz von Filmen als Beweismitteln kompensiert. Auch die Betrachtung darüber, welchen Stellenwert die Schoah im Hauptkriegsverbrecherprozess eingenommen hat, bleibt so ohne Kontext. Die Vermutung der Autorin, die sowjetische Seite habe den Holocaust gar nicht thematisieren können, weil die eine Million getöteter sowjetischer Juden in der Zahl von über 20 Millionen Kriegstoten untergegangen sei, operiert mit falschen Angaben – die tatsächliche Zahl der sowjetischen Holocaust-Opfer beträgt 2,8 Millionen, die Gesamtzahl sowjetischer Opfer von Krieg und Besatzung etwa 27 Millionen – und verkennt die antisemitische Politik des Spätstalinismus. Das ist nicht die einzige Schludrigkeit, auf die man stößt. So wurde das geheime Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt keineswegs in die Anklageschrift des Nürnberger Prozesses aufgenommen, wie die Autorin meint. Seine Existenz wurde vielmehr erst im Laufe der Verhandlung bekannt. Auch wurde das Urteil des Nürnberger Juristenprozesses entgegen Weinkes Behauptung sehr wohl veröffentlicht. „Alles, was man wissen muß” – so der Slogan der Buch-Reihe, findet man in dem Bändchen über den Nürnberger Prozess leider nicht.
JÜRGEN ZARUSKY
ANNETTE WEINKE: Die Nürnberger Prozesse. C. H. Beck München, 2006. 128 Seiten, 7,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Matthias Arning stellt Annette Weinkes Band über die Nürnberger Prozesse vor, der pünktlich zum 60. Jahrestag der Urteilsverkündung gegen die Hauptangeklagten erschienen ist. Die Autorin gebe den Hergang der Prozesse bis zur Urteilsverkündung wieder und interessiere sich für die Konzeption des "humanitären Völkerrechts", das aus diesem Prozess heraus entwickelt wurde. Als konzis, dabei aber durchaus inhaltsschwer und verständlich geschrieben, lobt der Rezensent die Dokumentation der Berliner Historikerin und er wünscht ihr vor allem "junge Leser", die sich mit dem Buch über dieses Kapitel deutscher Geschichte informieren.

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