Wer beherrscht die Medien? - Hachmeister, Lutz / Rager, Günther (Hgg.)
    Broschiertes Buch

Wer steckt hinter den großen Medienkonzernen? Was sind ihre Strategien beim Umbau der "Bewußtseinsindustrie" für das digitale Zeitalter? In neuer aktualisierter Auflage portraitiert dieses Standardwerk die 50 größten Medienkonzerne der Welt und gibt Hintergrundinformationen über ihre Geschichte und ihre Gründer, das aktuelle Führungspersonal und die Unternehmensphilosophie. Über die Umsatz- und Strukturdaten zu den Unternehmen hinaus gibt das Jahr-buch Aufschluß über die Ziele künftiger Medienengagements und die Machtkonzentrationen im globalen Kontext. Ein unentbehrliches Kompendium für all…mehr

Produktbeschreibung
Wer steckt hinter den großen Medienkonzernen? Was sind ihre Strategien beim Umbau der "Bewußtseinsindustrie" für das digitale Zeitalter? In neuer aktualisierter Auflage portraitiert dieses Standardwerk die 50 größten Medienkonzerne der Welt und gibt Hintergrundinformationen über ihre Geschichte und ihre Gründer, das aktuelle Führungspersonal und die Unternehmensphilosophie. Über die Umsatz- und Strukturdaten zu den Unternehmen hinaus gibt das Jahr-buch Aufschluß über die Ziele künftiger Medienengagements und die Machtkonzentrationen im globalen Kontext. Ein unentbehrliches Kompendium für all diejenigen, die sich einen Einblick in die Medienkonzerne und ihre Profile verschaffen möchten.
  • Produktdetails
  • Beck'sche Reihe Bd.1658
  • Verlag: Beck
  • Seitenzahl: 348
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 125mm x 20mm
  • Gewicht: 335g
  • ISBN-13: 9783406528323
  • ISBN-10: 3406528325
  • Artikelnr.: 14124260
Autorenporträt
Lutz Hachmeister arbeitet als Medienforscher, Regisseur und Produzent in Köln. Er war Direktor des Adolf-Grimme-Instituts und Leiter des Kölner Fernseh- und Filmfests.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Optimistisch ist Stephan Russ-Mohlnach nach der Lektüre "Wer beherrscht die Medien?" gestimmt. Die Medienforscher Lutz Hachmeister und Günther Rager haben die 50 größten Medienkonzerne der Welt aufgeführt und nach Umsätzen Ranglisten erstellt. Entgegen der düsteren Prophezeiung des US-Medienforschers Ben Bagdikian dominieren zur Zeit weit mehr als eine "Handvoll" Unternehmen das globale Wirtschaftsgeschehen, obwohl "die ganz Großen größer" geworden seien. Anführer sind die Amerikaner mit Time Warner, Walt Disney und Viacom, Deutschlands Medienkonzerne sind außer Bertelsmann, der von Platz 2 auf Platz 5 verwiesen wurde, nicht unter den ersten Plätzen zu finden. Berlusconis TV-Monopol Mediaset habe sich "dagegen von Platz 35 auf Platz 29 vorgearbeitet". Der Rezensent schließt mit der Beobachtung, dass aus dem asiatischen Raum nur insgesamt fünf Unternehmen vertreten sind und freut sich auf die nächste, richtungsweisende Ausgabe des "Medien-Monopoly". Was die Analyse von Hachmeister/Rager außer den Ranglisten sonst noch zu bieten hat, geht aus Russ-Mohlnachs Besprechung nicht hervor.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 18.03.2017
Wissen, Geld, Macht

Medienökonomische Fakten: Lutz Hachmeister und Till Wäscher stellen Profile von Konzernen und Führungskräften zusammen.

Von Axel Weidemann

Lutz Hachmeister und Till Wäscher haben sich der verdienstvollen Aufgabe verschrieben, ein Kompendium der fünfzig größten Medien- und Wissenskonzerne der Welt zu verfassen. Seit 1997 erscheint es in regelmäßigen Abständen in neuer Auflage. Das erklärte Ziel der Autoren ist es, "den technologisch-publizistischen Komplex auf die Unternehmen und Konglomerate herunterzubrechen, um Mentalitäten und Intentionen, auch die Medienökonomische Faktenlage kenntlich zu machen". Der Versuch also, die Summe anhand ihrer isolierten Teile zu erklären.

Von der seit langem prophezeiten großen "Konvergenzsuppe", könne nach Meinung der Autoren noch immer nicht die Rede sein: Für Hachmeister und Wäscher gelten nach wie vor "die politökonomischen, warenästhetischen und dramaturgischen Regeln der ,Bewusstseinsindustrie' nach Enzensberger." Den sich stetig beschleunigenden Wandel der Medienbranche mit einem Buch zu dokumentieren - selbst wenn es sich seit neuestem auf die Online-Datenbank des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) in Köln stützt -, wirkt fast anachronistisch. Die Stärke des Kompendiums aber ist die Durchdringung des gewaltigen Konzerngeflechts der fünfzig Größten schlicht und einfach vermittels einer übersichtlichen Sammlung von Basisdaten sowie Profile knapper Firmen und der Führungskräfte.

In der Tabelle, die dem Buch voransteht, lassen sich die Positionen der Medienkonzerne über die Jahre 2016, 2005 und 1995 vergleichen. Unter dem Begriff Medienkonzern subsumieren die Autoren etwas weitschweifig solche Unternehmen, "die publizistische Inhalte in Massenmedien verantwortlich erstellen und/oder verbreiten sowie maßgebliche Teile ihres Umsatzes mit Erlösen aus Rechten/Lizenzen und/oder Werbung erzielen und nicht als reine Telekom- oder Technikprovider auftreten". Eine "trennscharfe" Definition sei indes schwierig. Um die wechselseitigen Verquickungen darzustellen, wäre sie vermutlich fast schon hinderlich.

So lässt sich beispielsweise illustrieren, dass auf Platz eins dieser Tage ein Unternehmen steht, das es 1995 noch gar nicht gab: der "Wissenskonzern" Alphabet Inc., ehemals Google, der für das Jahr 2015 einen Umsatz von mehr als 67 Milliarden Dollar verzeichnet. Vor zwölf Jahren war der Medienkonzern Time Warner an der Spitze. Er besteht im Wesentlichen aus dem Hollywood Studio Warner Bros. und einer Fernsehsparte. Aktuell rangiert das Unternehmen mit Sitz im New Yorker Time Warner Center auf dem sechsten Platz. Demnächst könnte es, sollten die Regulierungsbehörden der 2016 beschlossenen Übernahme zustimmen, ganz aus der Liste verschwinden. Dann nämlich, wenn es für achtzig Milliarden Dollar an den Telekommunikationsriesen AT&T (Platz 5) geht.

Das Buch zeigt, wie die neuen "Big Four" - Google, Apple, Facebook und Amazon (in Branchensprache als GAFA zusammengefasst) - gegenüber den traditionell "vertikal integrierten" Konzernen an Boden gewinnen. Es dokumentiert übersichtlich die großen tektonischen Verschiebungen in der Medienlandschaft und ermöglicht gleichzeitig mit dem Übergang von der Rangliste zu den Porträts des Führungspersonals den Wechsel von der Makro- zur Mikroebene. Die Biographien lassen erkennen, woher jene kommen, die in den Konzernen den Kurs bestimmen, und wohin sie ihre nächsten Karriereschritte vielleicht führen.

Sheryl Sandberg etwa, die ehemalige Google-Managerin, die bei Facebook (Platz 13) das operative Geschäft leitet, gelte, so schreiben die Autoren, als heiße Kandidatin für den Vorstandsvorsitz bei Disney (Platz 3). Dort sitzt sie bereits seit 2010 im Aufsichtsrat. Gleichzeitig registrieren Hachmeister und Wäscher aber auch die Bewegungen der künftigen Riesen der Unterhaltungsindustrie: "Der erfolgreichste Entertainmentlaunch 2015 war nicht etwa ein Kino-Blockbuster, sondern das Videospiel ,Fallout 4', das innerhalb von 24 Stunden 750 Millionen Dollar umsetzen konnte."

Es lohnt sich also, prägnante Informationen über heutige Medienimperien in Buchform festzuhalten, selbst wenn die Konzerne in immer kürzeren Abständen aufsteigen, zerfallen oder neu geschaffen werden.

Lutz Hachmeister und Till Wäscher: "Wer beherrscht die Medien?" Die 50 größten Medien- und Wissenskonzerne der Welt.

Herbert von Halem Verlag, Köln 2017. 560 S., br., 23,- [Euro].

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