Bewertungen

Insgesamt 1463 Bewertungen
Bewertung vom 04.01.2026
Ridzén, Lisa

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen (eBook, ePUB)


sehr gut

Eindrücklich

Das Buch erzählt die ergreifende Geschichte vom Älterwerden. Davon, wie einem alles zu entgleiten scheint, man jegliche Autonomie und Selbstbestimmung verliert und schlimmer noch, die Menschen, die man liebt.

Die Geschichte switcht zwischen den Alltagsmomenten, denen sich Bo stellen muss, den großen und kleinen Sorgen, die seine Gegenwart bestimmen und seinen Erinnerungen an seine eigene Jugend, sein Vater-Sein und seine Ehe. Dazwischen gibt es kleine Notizen, von seinem Sohn und dem Pflegepersonal, die einen sehr ehrlichen Einblick in Bos eher trostlosen Alltag bieten.

Das erste Mal Tränen in den Augen hatte ich schon nach wenigen Seiten. Die Grundstimmung ist schon eher melancholisch, Bos Hilflosigkeit und Einsamkeit werden auf direkte Art thematisiert. Generell ist es zwar eine feinfühlige Erzählung, beschönt aber auch nicht, dass uns das Leben am Ende einholt.

Es ist mir leicht gefallen, mit Bo mitzufühlen und mich in seine Lage hereinzuversetzen. Die Sprache ist leicht, der Erzählstil nahbar. Ein Buch, das bewegt und nachhallt

Bewertung vom 04.01.2026
Bhatter, Ina

Drei Tage im Schnee


ausgezeichnet

Hyggelig

Das Buch liest sich so, wie ein Tag im Schnee sein sollte: erst vorsichtig herantastend, dann zunehmend unbeschwert, losgelöst von den Verpflichtungen und Erwartungen des Alltags.

So ein bisschen Hannah steckt doch in uns allen: ausgelaugt vom Alltag, gefangen im ewigen Hamsterrad nach schneller, weiter, mehr und immer mehr. Statt uns auf Ruhe und Einkehr zu besinnen und Glück in den kleinen Dingen zu finden, sind wir pausenlos gestresst und unzufrieden. Dabei braucht es so wenig, um zufrieden zu sein und im Moment aufzugehen.

Die Geschichte hat so einen kleinen Vibe von „Geist der Vergangenheit“. Ich fands schön, wie die Begegnung mit Sophie in Hannah spürbare Spuren hinterlässt. Und diese zu einer Reise ins Innere, zu Selbstreflexion und mehr Selbstverständnis führen. Hannah beginnt sich zu erinnern, was die Schlüsselmomente ihres Lebens waren, fernab von Arbeit, Erwartungsdruck und Selbstoptimierung. Und diese Botschaft ist nicht nur super wichtig, sondern hier auch einfach wunderschön verpackt

Ich hab mich beim Lesen auch immer mal wieder ertappt gefühlt, wenn Sophie mit ihrer offenen, direkten Art Hannah einen kleinen Denkanstoß gibt.
Eine Geschichte, die heimelig anmutet und trotzdem nachklingt.

Bewertung vom 04.01.2026
Ware, Ruth

The Woman in Suite 11


sehr gut

Traue niemandem

Ich liebe die Thriller von Ruth Ware und hier zeigt sie sich mal wieder in absoluter Bestform. Das ist genau die Art von Geschichte, die ich von ihr so unheimlich gerne lese- spannend, ein bisschen mysteriös und mit einem interessanten Twist. Dieses Buch ist die indirekte Fortsetzung von „Woman in Cabin 10“ von der ich nicht wusste, dass ich sie brauche. Aber jetzt wo ich das Buch vor mir hatte, waren eigentlich ein echter Geniestreich an die Ereignisse des Buches anzuknüpfen und den Figuren ein Leben nach dem glorreichen Finale anzudichten.

Das Setting ist toll gewählt und ich mochte das Wiedersehen mit bekannten Figuren. Dadurch bin ich leicht in die Handlung reingekommen und hatte auch direkt einen Draht dazu. Dass auch hier wieder eine Art doppelte Lottchen Geschichte gesponnen wird, schafft eine gelungene Verbindung zum Thriller an den es anknüpft. Für den Fall selbst spielt das zwar nicht unmittelbar eine Rolle, aber ich finde schon, dass man "The Woman in Cabin 10" gelesen haben sollte, um das ganze Ausmaß der Geschichte zu erfassen.

Ich fand den Fall selbst unfassbar packend, vor allem weil Lo selbst ins Visier der Ermittlungen gerät und das Ganze sehr undurchsichtig und vielschichtig aufgebaut ist. Die Perfidität des Falls ist einfach grandios und super spannend zu verfolgen. Vor allem gegen Ende hin wird es komplex und wendungsreich, sodass ich wirklich mitgefiebert habe.

Für mich ein sehr gelungener Thriller.

Bewertung vom 04.01.2026
Le, Vanessa

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)


sehr gut

Anatomie trifft Magie

Ich liebe die Aufmachung des Buches. Es ist ein echter Eyecatcher und hat mich allein damit schon neugierig gemacht. Ich dachte erst es handelt sich vllt um eine Fantasy-Dystopie, aber zeitlich ist die Geschichte circa 1000 Jahre in der Vergangenheit angesiedelt. Das Setting hat aber einen eher düsteren Touch.

Die Geschichte der Bloodcarver fand ich toll in den Kontext der Geschichte eingebettet und Nhika ist eine sehr authentische Protagonistin. Ihr Streben nach einem besseren Leben, der Möglichkeit ihr Erbe zu erhalten und etwas Gutes zu bewirken, aber auch der Drang zu Verstehen, zu Lernen und Anerkennung zu finden machen sie sehr nahbar, aber auch sehr verletzlich.

Die Vermischung von Anatomie, Medizin, Pholosophie und Magie hat mir richtig gut gefallen. Es gibt der Geschichte nicht nur eine Verankerung in der Realität medizinischer Forschung, sondern umhüllt die Geschichte mit Mystik und Spiritualität.

Dass es zusätzlich noch einen Kriminalfall zu lösen gab, hat eine interessante Nebenhandlung geschaffen.
Das Ende fand ich etwas holprig, habe die Geschichte aber ansonsten mit Faszination und Spannung verfolgt.

Bewertung vom 04.01.2026
Cross, Ethan

Im Labyrinth der Furcht


gut

Ackerman ist nicht in Form

Ich liebe die Reihe rund um den geläuterten Serienkiller Ackerman Junior, aber bei diesem Band ist ihm scheinbar die Puste ausgegangen. Der Band lässt den gewitzten Charme und Einfallsreichtum vermissen, mit dem Ackerman sich MacGvver-Artig aus jeglichen brenzligen Situationen windet. Das Buch hat sich daher eher zäh lesen lassen und vor allem das Ende fand ich als Ackerman-Fan irgendwie enttäuschend.

Positiv hervorheben möchte ich zu diesem Band, dass Nadya endlich wieder mehr Persönlichkeit und Raum bekommt. Zuletzt war ich ja kein fan mehr von ihr, da sie nur noch über ihre Gefühle zu Ackerman definiert wurde. Aber hier bekommt sie endlich wieder mehr Screentime und dazu eine unerwartete neue Verbündete. Sie bearbeitet parallel einen eigenen Fall, der zuerst wie Nebenhandlung anmutet, dann aber zunehmend präsenter ist als der Handlungsstrang um Ackerman.

Generell fehlte dem Buch in meinen Augen so ein bisschen die Action und ja, auch die rohe Gewalt und der Schrecken, der den Büchern sonst zueigen ist. Die Geschichte liest sich stellenweise eher zäh und als ob unserem Antihelden einfach so langsam die Puste ausgeht. Ackerman scheint zumindest zum ersten Mal eine ernstzunehmende Nemesis gefunden zu haben.

Für mich einer der bisher schwächsten Bände aus dem Ackerman-Universum. Am Ende fühlte sich dieses Buch wie ein Lückenfüller an, der hauptsächlich dazu dient, den kommenden Band anzuteasern.

Bewertung vom 04.01.2026
Scheuerer, Helen

Vows and Ruins / Die Legenden von Thezmarr Bd.2


ausgezeichnet

Geht auch fantastisch weiter

Ich fand bereits Band 1 über Thea und Wilder ja super unterhaltsam und einfach grandios. Diese Mischung aus schroffer Kampf-Gilde und Magie hat mir richtig gut gefallen und da legt dieser zweite Band auch wieder richtig stark nach. Trotzdem steht auch weiterhin die Beziehung zwischen den Protagonisten im Fokus der Handlung.

Dieses Schüler-Lehrer-Ding was die beidem am Laufen haben ist schon irgendwie rührend und ich finde es irgendwie zutiefst befriedigend, dass beide Theas Ausbildung und die Bürde ihrer Macht ernst genug nehmen, um ihre Entwicklung über ihre Liebesbeziehung zu stellen.

Gleichzeitig ist die Chemie zwischen den beiden so stark und die Luft praktisch aufgeladen mit Verlangen, Begierde, aber auch einem sehr ursprünglichen Beschützerinstinkt und tiefer Zuneigung. Und wie hinreißend ist das bitte, dass Wilder permanent errötet?

Das Buch ist abenteuerlich, schlachtenreich, eine Geschichte von Krieg und Dunkelheit, aber von Loyalität, Freundschaft und Liebe. Den vielen Spice hätte ich nicht unbedingt gebraucht, einfach weil die Handlung so viel mehr hergibt. Aber ich finde die Geschichte trotzdem total episch.

Das Ende ist mindblowing, schmerzlich und absolut bitter. Ich brauche unbedingt Band 3

Bewertung vom 03.01.2026
Holland, Sam

The Puppet Master / Major Crimes Bd.2


ausgezeichnet

Absolut nichts für schwache Nerven

Ich habe mich so auf diesen zweiten Band gefreut, denn “The Twenty“ war eines meiner Thriller-Highlights im vergangenen Jahr. Band 2 knüpft mit dem nächsten Fall an die Ereignisse nach der letzten Mordserie an, ich würde also empfehlen, Band 1 zuerst zu lesen. Ist kein strenges Muss, aber ein paar Sachen versteht man besser, wenn man Band 1 gelesen hat. Band 1 war halt einfach spektakulär, weshalb Band 2 in große Fußstapfen tritt, aber das ist dem Autor wirklich meisterlich gelungen.

Die Mordserie ist heftig. Ich sags wies ist: nicht nur die Beschreibungen der Leichen und ihrer Auffindesituation ist heftig. Es gibt auch eine sehr explizit Szene, da ist mir nicht nur mulmig, sondern regelrecht schlecht geworden. Also wer mit expliziten Schilderungen und bildhaften Beschreibungen von Tatorten nicht umgehen kann, für den ist dieses Buch nichts. Jetzt könnte man meinen, das klingt nach reiner Gewaltorgie. Klares Jein. Denn hinter dem ganzen steckt zusätzlich eine ekelhaft perfide psychologische Komponente, die es mir eiskalt den Rücken runtergejagt hat.

Zusätzlich legt der Fall einen Fokus auf die privaten Entwicklungen rund um das geschwisterliche Ermittler-Duo. Da passiert auch echt viel, sodass die Figuren und ihre charakterlichen Eigenheit ziemlich gut rausgearbeitet werden. Das ist für einen Thriller nicht selbstverständlich und dadurch eigentlich noch bemerkenswerter. Und auch hier lässt das Buch schon erkennen, dass sich noch einigen Dämonen gestellt werden muss.

Ich hab wirklich mitgefiebert. Das Buch ist ein absoluter Pageturner, der mich fertig gemacht hat. Ich wollte das Buch nicht weglegen, weil ich wen Fall nicht ungelöst verarbeiten wollte. Ich glaube dann hätte ich vielleicht Albträume von dem Buch bekommen. Bin fassungslos. Und bodenlos begeistert.

Bewertung vom 03.01.2026
Kim, Jee-Hye

Yu-jins Bücherküche der großen Träume


sehr gut

Nimm, was du brauchst

Dieses Buch ist eine schöne Zusammenstellung einzelner Geschichten und Moment, die zum Innehalten und Nachdenken einladen. Sie greifen elementare Momente des Lebens auf, in denen sich der Leser gut wiederfinden kann und schenken auf feinfühlige Art das Gefühl willkommen und gesehen zu sein. Einfach toll zum Schmökern und Verweilen.

Die Bücherküche ist ein Ort der Einkehr und Begegnung, des in sich Gehens und Sinn Suchens. Es ist eine ruhige, unaufgeregte Erzählung. Die Personen, die diesen Ort besuchen, stehen alle an einem gewissen Punkt ihrem Leben an dem sie Rat, Ermutigung oder einfach ein offenes Ohr brauchen. Dabei geben auch die Mitarbeiter der Bücherküche viel über sich preis.

Die Geschichte wird in Schlaglichtern und Episoden erzählt. Es geht um Lebenswege, Wünsche und Hoffnungen, Rückschläge und den Weg des Schicksals. Der Ton ist dabei leicht wehmütig, gleichzeitig aber auch voller Zuversicht.
Vor allem Ma-Ri und Jin-Huns Geschichte fand ich sehr ergreifend.

Ich mochte die sanfte Erzählart, die Figuren sind nicht fordernd, füllen die Geschichte aber mit Wärme. Es ist ein schönes Buch, was sich wie eine kleine Auszeit liest.

Bewertung vom 03.01.2026
Savas, Anna

Between Fading Stars (Deluxe-Ausgabe mit Farbschnitt)


sehr gut

Hat mich wieder so ein bisschen mit der Reihe versöhnt

Bin ehrlich, Band 2 hat mich irgendwie zur Weißglut getrieben. Ich fabd Band 1 so toll, dass das Folgebuch für mich irgendwie ein echter Downer war. Immer noch gut geschrieben und alles, aber die Storyline hat mir nicht gefallen. Band 3 rettet das jetzt alles so ein bisschen für mich.

Band 2 teasert ja schon an, welche Beziehung hier im Mittelpunkt stehen wird und ich muss sagen, mit Hailey bin ich super schnell warm geworden. Ich fand sie sehr nahbar und fand auch den Friendship-Vibe der Geschichte sehr toll. Den Support, den sie aus ihrem Umfeld bekommt, hab ich sehr gespürt und mochte den ermutigenden Ton. Und ich mochte auch nochmal dieses veränderten Blick auf die Buchwelt aus Autorensicht super gerne, nachdem wir jetzt zwei Bände lang im Verlagswesen verweilt haben.

Der Erzählstil orientiert sich an den vorherigen Bänden, die Perspektiven wechseln gleichmäßig zwischen den Protagonisten. Ich hab diese Lovestory jetzt wieder ein bisschen mehr gefühlt, der zeitliche Abstand zum letzten Buch hat mir da auch gut getan.

Ich finds nen soliden dritten Band.

Bewertung vom 03.01.2026
Wowes, Marie

Anatomy of a Broken Heart / Second Department Bd.1


ausgezeichnet

Geht an die Nieren

Das Setting der Feuerwache und die Einblicke in die Arbeit von Paramedics fand ich richtig stark rübergebracht. Generell sind die Themen Trauer und Verlust sehr nahbar aufbereitet und vor allem Gracies Erstarren, die Selbstvorwürfe und der daraus resultierende Wunsch, zumindest anderen zu helfen, fand ich greifbar, nachvollziehbar und sehr sympathisch.

Das Buch hat definitiv Schmacht-Potential. Diese Geschichte ist die schönste Art von Second Chances Roman. Die Protagonisten heilen miteinander, überwinden ihre gemeinsame, tragische Vergangenheit und finden Trost und Halt ineinander. Das fühlt sich einfach sehr gesund und natürlich an.

Das Buch ist in zwei POVs erzählt, wobei der erzählerische Fokus ganz klar auf Gracie liegt und Holdens Perspektiven eher ergänzend wirken und der sich entwickelnden Liebesgeschichte Dimension verleihen. Ich mag es, dass Gracie und Holden sich Zeit lassen, auch Rückschritte zulassen können und generell Rücksicht aufeinander nehmen. Diese ganze Romance ist so eine verdammt schöne Green Flag, genau die Art von Liebesgeschichte, die ich lesen will.

Auch die Nebenfiguren haben mir gut gefallen, auch wenn sie deutlich blasser sind, als die beiden Protagonisten. Trotzdem dienen sie als Weggeber, moralische Stützen und Anlaufstellen und dadurch ergeben sich ein paar sehr schöne, ehrliche Momente im Buch. Generell wird emotionale Verletzlichkeit hier gut rübergebracht.

Mir hat das Buch richtig gut gefallen und ich war fast schon traurig, als es zu Ende war.