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Baerbel82

Bewertungen

Insgesamt 993 Bewertungen
Bewertung vom 10.03.2015
Fey, Stephanie

Die Zerrissenen / Carina Kyreleis Bd.3


ausgezeichnet

Tod und Regen

„Die Zerrissenen“ ist nach „Die Gesichtslosen“ und „Die Verstummten“ der dritte Fall für die charismatische Gesichtskonstrukteurin und Rechtsmedizinerin Carina Kyreleis. Abschluss und Krönung der RAF-Trilogie im Rahmen der Elster-Reihe.
München im Dauerregen. Zwei parallele Handlungsstränge in der Gegenwart gilt es zu verfolgen:
Der erste erzählt, wie Carina Kurt Krallinger obduziert, einen Kollegen ihres Vaters. Angeblich war es Selbstmord. Aber ihr Vater Matte glaubt nicht daran. Er sieht Parallelen zum Suizid der RAF-Terroristen in Stammheim.
Der zweite handelt von einem Unbekannten, der Frauenleichen ausgräbt und Sex mit ihnen hat. Später erfahren wir, dass Till eine verkorkste Kindheit hatte. Denn seine Mutter sperrte ihn immer in Schubläden und Kisten ein.
Dazu gibt es Rückblicke in die Vergangenheit, beginnend ab dem Jahr 1977, als Carinas Mutter Iris dem Polizisten Matte begegnete, Carinas Vater. Aber auch zu ihren Einsätzen als BND-Agentin.
Wie geht das alles zusammen?
Stephanie Fey hat erneut eine sehr komplexe und wirklich spannende Geschichte über ein dunkles Kapitel der Bundesrepublik Deutschland und die abgründige Seite der Menschen geschrieben. Geduldig entwickelt sie einen Erzählrhythmus, der Zeit und Raum zum Nachdenken lässt. „Die Zerrissenen“ ist ein Thriller mit Tiefgang und gleichzeitig die Tragödie zweier Familien.
Starke Charaktere, wie Carina und ihr Vater Matte, treiben das Geschehen voran. In den Ermittlungsstrang flicht die Autorin außerdem eine Art Chronik eines angekündigten Todes. Sukzessive laufen so die Handlungsstränge zusammen und werden schlüssig aufgelöst. Doch erst ganz am Ende sind (fast) alle Geheimnisse gelüftet.
Die geschichtlichen Hintergründe sind fundiert recherchiert und die politischen Verstrickungen gut erklärt. Dennoch gehen diese Passagen nicht zu Lasten der Spannung. Und so freu ich mich schon heute, auf den nächsten Fall für Carina und ihre große Liebe Peter. Gerne auch wieder mit einem bisschen mehr Gesichtsrekonstruktion.

Fazit: Gelungene Mischung aus Fiktion und Fakten. Ein Blick in menschliche Abgründe. Ein Thriller für Anspruchsvolle!

Bewertung vom 08.03.2015
Korten, Astrid

Eiskalter Plan


sehr gut

Das Chamäleon

„Eiskalter Plan“ startet mit dem Tagebuch eines Häftlings. Ein Mann, offenbar ein Mörder, sinniert über sein Leben. Wahn oder Wirklichkeit?
Ein Jahr zuvor: Nach einer Herzoperation will Verlegerin Alma ihr Leben ändern und beschließt, ein böses Mädchen zu werden. In einem Chatroom findet sie drei Schwestern im Geiste: Greta, Sophie und Marie. Getrieben von Wut und Rache treffen sich die Vier immer öfter auch live. Doch nichts ist wie es scheint. Niemand ist, wer er zu sein scheint. Denn eine von ihnen spielt falsch!
Was haben beide Handlungsstränge miteinander zu tun?
Eingebettet in eine Rahmenhandlung erzählt Astrid Korten eine Chronik des Grauens, die so oder so ähnlich passiert sein könnte. Die Frage nach Schuld und Unschuld, nach Gut und Böse, stellt sich hierbei nicht. Dennoch sind am Ende vier Menschen tot.
„Eiskalter Plan“ ist ein fesselnder, psychologisch raffinierterer Thriller. Eine gelungene Mischung aus Fiktion und Fakten. Auch wenn ich mit Alma und ihren Freundinnen nicht wirklich warm geworden bin, ihre Handlungsweise nicht nachvollziehen und mich erst recht nicht damit identifizieren konnte.
Astrid Korten erzählt die Geschichte, die der Leser nicht allzu ernst nehmen sollte, in perfektem Tempo und mit stetig steigender Spannung bis zum überraschenden Ende. Was ist wahr und was ist nur das Ergebnis unserer Fantasie?

Fazit: Spannend, wendungsreich und unvorhersehbar. Eine Auflösung, die alles in den Schatten stellt. Beste Unterhaltung!

Bewertung vom 01.03.2015
Schweres, Thomas

Die Abräumer


ausgezeichnet

Blutsbrüder

Um es gleich vorwegzunehmen, „Die Abräumer“ ist zwar bereits Hauptkommissar Schüppes zweiter Fall. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Es geht um Immobiliengeschäfte, viel Geld und ein Häuschen am See, erzählt in mehreren Handlungssträngen, teils als Rückblick in die Vergangenheit, mit einem Heer von Protagonisten.
Dreh- und Angelpunkt ist ein Bankraub aus dem Jahre 1999, verübt von drei Männern. Zwei von ihnen konnten entkommen, der dritte wurde gefasst und musste in den Knast. Denn einer der Täter hatte eine Bankangestellte erschossen.
15 Jahre später wird wieder eine Bank überfallen. Der Täter flüchtet auf dem Motorrad, wird aber kurz darauf erschossen aufgefunden. Nicht ganz zufällig liegt Reporter Tom Balzack bewusstlos daneben. Handelt es sich um die Täter von damals?
Georg Schüppe, genannt „Der Spaten“, ermittelt. Unterstützt wird er diesmal von seinem neuen Partner Amin Gültekin, ein Kommissar mit kurdischen Wurzeln, sympathisch und authentisch, sowie der jungen Kollegin Christin Blaich. Der Name ist Programm, aber sie ist tough und kennt sich gut mit Computern aus.
Gewohnt schnoddrig mit viel Lokalkolorit und schrägen Typen hat Thomas Schweres die Fortsetzung von „Die Abtaucher“ packend in Szene gesetzt. Mit dabei sind auch wieder Tom Balzack und sein Team von Broadcast.tv sowie Andreas Schneidengel von der schreibenden Zunft.
Gekonnt wird Spannung aufgebaut. Schnelle Schnitte sorgen für Dynamik. Schauplatz ist erneut das Ruhrgebiet. Dennoch handelt es sich bei „Die Abräumer“ um mehr als einen Regio-Krimi. Denn dazu ist die Story viel zu komplex.
Während in „Die Abtaucher“ Schüppe nicht nur beruflich, sondern auch persönlich in den Fall verstrickt war, ist es hier Tom, der in die Geschichte involviert ist.

Fazit: Mit Höchstgeschwindigkeit arbeitet man sich als Leser durch die Seiten, um sich an der Handlung zu erfreuen. Starker Stoff. So muss Krimi!

Bewertung vom 25.02.2015
Berkeley, Ben

Das Haus der tausend Augen


ausgezeichnet

Schuldlos schuldig

Mit seinem neuen Thriller „Das Haus der tausend Augen“ hat der deutsch-amerikanische Autor Ben Berkeley ein heißes Eisen angepackt: Es geht um Vorratsdatenspeicherung, totale Überwachung und die Rolle der Geheimdienste in den USA.
Die Prostituierte Carrie wurde bestialisch ermordet, um es dann Gary Golay, dem Stellvertretenden Stabschef im Weißen Haus, in die Schuhe zu schieben und so eine wichtige Abstimmung für einen Gesetzentwurf zum Schutz der Privatsphäre im Internet platzen zu lassen. Gary wird suspendiert, seine Frau verliert ihren Job, die beiden Töchter werden von ihren Freunden gemobbt und von der Presse verfolgt.
Gary kannte Carrie. Seine Telefonate und Besuche, das Herunterladen von Pornos aus dem Internet, seine Buchungen für Flüge nach Las Vegas, ein teures Messer, das er mit Kreditkarte bezahlt hat, werden ihm nun zum Verhängnis. Aber ist er tatsächlich Carries Mörder?
Anwalt Thibault Stein und seine Assistentin Pia übernehmen den Fall. Aber die Beweise sind erdrückend, Gary muss untertauchen, um seiner Verhaftung zu entgehen. Als das Leben einen erneuten Schicksalsschlag für ihn bereit hält, bekommt Pia Unterstützung ungeahnter Art…
„Das Haus der tausend Augen“ ist ein fesselnder und intelligenter Politthriller: Es handelt sich um eine fiktive Geschichte, die auf Fakten beruht, aber auch Verschwörungstheorien enthält. Zum besseren Verständnis ist vorne ein Stadtplan von Washington D.C. und hinten ein Organigramm des Weißen Hauses beigefügt.
Ben Berkeley verpackt aktuelle Thematik in einem rasanten Spannungsbogen, lässt uns an Widersprüchen und Emotionen seiner Figuren teilhaben. Das macht diese so lebendig und die Geschichte so beklemmend wie überzeugend bis zum versöhnlichen Ende.
Zudem sind die Hintergründe bestens recherchiert. Kurze Kapitel und zumeist auch ebensolche Sätze. Das treibt den Leser voran und verhindert im vorliegenden Fall das Aufkommen jeglicher Form von Langeweile. Insgesamt ein Buch, das den Verstand und die Seele berührt. Ein Buch mit Herzblut, das einen nicht mehr los lässt.

Fazit: Spannend, erschreckend, real. Unbedingt lesen!

Bewertung vom 23.02.2015
Lustiger, Gila

Die Schuld der anderen


ausgezeichnet

Französische Verhältnisse

Journalist Marc Rappaport soll eigentlich nur ein paar Zeilen schreiben über einen alten, bis dato ungelösten Mordfall. Denn der vermeintliche Täter konnte nun, nach 27 Jahren, durch eine DNA-Spur, die man am Tatort gefunden hatte, endlich identifiziert werden. Aber warum hatte Banklehrling Gilles Neuhart die Prostituierte Emilie damals getötet? Marcs journalistischer Ehrgeiz ist entfacht.
Marc hangelt sich von einem Gesprächspartner zum nächsten: die ehemalige Prostituierte Regine, der damalige Profiler Ferrer, eine Schulfreundin, eine Lehrerin, der damalige Freund u.v.a.m. Beharrlich folgt er den Spuren der Ermordeten: von Paris nach Marseille, in die französische Provinz und schließlich zurück nach Paris.
Unterstützung bekommt Marc von seinem cleveren Praktikanten Alex und Polizist Stefanaggi. Dieser ermöglicht ihm Zugang zu den Akten und sogar, Gilles im Gefängnis zu sehen. Der streitet allerdings ab, Emilie getötet zu haben. Angeblich war die Tür offen und die Frau bereits tot. War Gilles nur zur falschen Zeit am falschen Ort?
Gila Lustiger ist eine großartige Erzählerin. Ihr Stil hat mich ein wenig an den von Dominique Manotti erinnert. Die Figurenzeichnung lässt darauf schließen, dass die Autorin das Milieu sehr genau kennt, um das es hier geht. Marc kommt authentisch rüber. Auch sein Chef und Freund Pierre sowie seine Freundin Deborah sind gut gezeichnet. Alle Figuren haben Ecken und Kanten, doch das macht sie menschlich.
Vom Cold Case zum Chemie-Skandal. Vom Krimi zum Polit- und Wirtschaftsthriller. „Die Schuld der Anderen“ ist ein intelligenter und hochkomplexer Gesellschaftsroman und gleichzeitig eine Familiengeschichte. Denn Marcs Erinnerungen an seinen Großvater nehmen einen breiten Raum ein. Die historischen Geschehnisse sind fundiert recherchiert und die politischen Verstrickungen gut erklärt.
Dass Gila Lustiger im Finale nochmal Gas gibt, steigert das Lesevergnügen. Denn einige Überraschungen gegen Ende der Geschichte hält die Autorin für ihre Leser noch bereit.

Fazit: „Die Schuld der anderen“ ist eine spannende Mischung aus Fiktion und Fakten mit einem ungewöhnlichen Helden. Ein anspruchsvolles, sehr besonderes Lese-Erlebnis.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.02.2015
Buhl, Marc

Die Auslöschung der Mary Shelley (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Böses muss mit Bösem enden

Um es gleich vorwegzunehmen, dieser visionäre Thriller ist echt der Hammer! „Die Auslöschung der Mary Shelley“ spielt in Las Vegas und Kalifornien in der nahen Zukunft. Doch worum geht es?
Mary und ihr Kollege Logovski arbeiten bei „Powell Limited“ und haben im Auftrag der NSA einen sogenannten „Quantencomputer“ entwickelt, einen hochleistungsfähigen Rechner. Mary ist eigentlich Biologin und kennt sich gut mit Ameisen aus. Ihr Zwillingsbruder Frank ist ein Hacker.
Eines Tages wird Logovski von seiner eigenen Alarmanlage ermordet. Inspector Peterson ermittelt. Er kennt Mary von der Dating-Plattform „Match.com“. Mary wird offenbar von der NSA beobachtet. Sie will den Quantencomputer manipulieren, ein „lernendes System“ schaffen, das sich selbständig modifizieren und weiterentwickeln soll.
Kurz darauf findet Match.com einen neuen Dating-Partner für Mary, sein Name ist Victor. Er benimmt sich sehr rational und bewegt sich wie ein Roboter. Wer ist dieser Mann? Mensch oder Maschine? Plötzlich häufen sich die Todesfälle in Marys Umgebung. Der Quantencomputer scheint außer Kontrolle geraten zu sein. Dennoch will sie ihn nicht abschalten. Wer ist der Nächste? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…
Die Idee ist genial. Mit „Die Auslöschung der Mary Shelley“ hat Marc Buhl eine hochspannende Geschichte geschrieben, die sich zudem flott lesen lässt. Seine Sprache ist klar und schnörkellos, seine Figuren teilweise comichaft überzeichnet. Obendrein besticht der Thriller durch fundiert recherchierte Hintergründe: Computersicherheit, vernetzte Systeme, Künstliche Intelligenz, Bewusstseinsmanipulation und Gehirnwäsche.
Las Vegas, San Francisco, Death Valley… viele Ortswechsel und kurze Kapitel sorgen für Dynamik und einen durchgängigen Spannungsbogen bis zum fulminanten Showdown. Ein erschreckend realistisches Szenario, das der Autor sich da ausgedacht hat. Was ist Fiktion, was ist Realität? Ein äußerst gelungener Mix aus Thriller, SF und Horror - mit dem Finger am Puls der Zeit!

Fazit: Ein intelligenter und actionreicher Thriller. Gut recherchiert und packend in Szene gesetzt. Unheimlich unterhaltsam!

Bewertung vom 17.02.2015
Sumburane, Sophie

Gefährlicher Frühling


ausgezeichnet

Schmutzige Geschäfte

„Gefährlicher Frühling“ spielt zur Hälfte in Tunesien und Ägypten zur Zeit des Arabischen Frühlings vor mittlerweile vier Jahren und zur Hälfte im sächsischen Leipzig. Was für eine geniale Idee, diese beiden Schauplätze miteinander zu verbinden.
Wir schreiben den 17. Dezember 2010: Es ist der Tag, an dem sich Gemüsehändler Essad aus Verzweiflung selbst verbrennt. Gleichzeitig ist dies der Beginn der Revolution in Tunesien.
Alexandria, am 5. Januar 2011: Sayed Bilal, wird zu Tode gefoltert, weil er ein Salafist ist. Sein Peiniger heißt Mohamad. Kalem Ryshad identifiziert sich mit Bilal und gerät dabei ins Visier der Machthaber. Es geht um Folter, Vergewaltigung und Gehirnwäsche.
Leipzig, zwei Jahre später: Hanna Stieg, Chefin von WesTex, wird in ihrem Büro erschossen. Kommissarin Charlotte Petzold und ihre Kollegin und Freundin Claudia ermitteln. Aber Claudia ist befangen, denn sie ist mit Leander Lore, dem Lover von Hanna, liiert.
Sekretärin Franka verdächtigt ihren Kollegen Mohamad. Handelt es sich um den Folterknecht aus dem anderen Erzählstrang? Hier geht es um illegale Waffenlieferungen, Korruption und Geldwäsche. Wie geht das alles zusammen?
Viele Ebenen des organisierten Verbrechens und des Ermittlungsapparates werden berührt. Der einzelne Mensch wird oftmals hart getroffen von den Handlungen der Mächtigen und ihrer skrupellosen Handlanger.
Am Anfang fand ich die Sprache etwas holprig, aber das brandaktuelle, hochbrisante Thema und dadurch, dass gleich Spannung aufgebaut wird, machen dies wieder wett. Denn viele Figuren und Verbrechen gehen auf tatsächliche Ereignisse zurück.
Allerdings bin ich weder mit Charlotte, noch mit Claudia wirklich warm geworden. Der junge Mario Lasslo dagegen, der war mir sofort sympathisch. Die Auflösung ist unerwartet und schreit geradezu nach einer Fortsetzung.

Fazit: Eine gelungene Mischung aus Fiktion und Fakten, deren Auflösung noch nachhallt, wenn man das Buch schon zur Seite gelegt hat. Sehr lesenswert!

Bewertung vom 16.02.2015
Archan, Isabella

Helene geht baden


ausgezeichnet

Das Grauen hat viele Gesichter

Schauplatz ist Köln. Moni wurde grausam gefoltert und ist anschließend ihren schweren Verletzungen erlegen. Nun berichtet sie „von oben“ sachlich und beklemmend, von ihrem Tod und wie sie schließlich von einem Jogger gefunden wird. Polizistin Willa, die genau wie die Autorin aus Graz stammt, ermittelt. Willa lebt allein mit ihrem Kater Jimmy und hofft, fern der Heimat, endlich die Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit zu besiegen.
Anschließend lernen wir Helene kennen. Helene geht baden, jeden Abend - und das schon seit ihrer Kindheit. Aber eines Tages steht statt des Pizzabäckers „Der Schwarze Mann“ vor ihrer Tür. Zum Glück hat Fritz, ein alter Spanner, ein Fernglas mit dem er die Nachbarn beobachtet. Auch Helenes Besuch entgeht ihm daher nicht.
Obwohl Helene bereits das zweite Opfer des sogenannten Messermanns ist, tappt die Polizei im Dunkeln und Willa ist zunehmend genervt. Unerwartete Unterstützung auf der Suche nach dem Täter bekommt Helene vom alten Fritz, der sich ein bisschen in sie verliebt hat. Doch als sie ihrem Peiniger tatsächlich begegnet, überschlagen sich die Ereignisse…
„Helene geht baden“ ist kein Cosy-Krimi und ganz sicher auch nichts zur Entspannung in der Badewanne, denn dazu ist die Lektüre viel zu intensiv und schonungslos geschrieben. Isabella Archan nähert sich ihren Protagonisten aus einer ungewöhnlichen Perspektive, nämlich von oben. Wenn sich Helenes Geist von ihrem Körper trennt, nimmt dies einen breiten Raum ein. Ihre Gefühle, ihre Psyche, werden ausführlich und nachvollziehbar geschildert.
Kaum zu glauben, dass es sich bei „Helene geht baden“ um einen Debütroman handelt. Isabella Archans Figuren haben Ecken und Kanten und neigen zu Alleingängen, aber das macht sie menschlich. Die Geschichte lebt - neben der Spannung - auch von Wortwitz und pfiffigen Dialogen. Diese Elemente heben den Kriminalroman heraus aus dem üblichen Tätersuche-Genre.

Fazit: Vielversprechender Debütroman mit glaubwürdigen Protagonisten. Eine fesselnde und bedrückende Lektüre mit einem versöhnlichen Ende. Gerne mehr davon!