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Meggie
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Insgesamt 1183 Bewertungen
Bewertung vom 15.06.2014
Rice, Anne

Interview mit einem Vampir


ausgezeichnet

Claudia wird als kleines Mädchen von dem Vampir Lestat ebenfalls in einen Vampir verwandelt. Von nun an ist sie gefangen in ihrem Körper. Ihr Geist entwickelt sich, doch sie bleibt ewig ein kleines Kind – und wird auch so behandelt. Zusammen mit Louis und Lestat verbringt sie ihre Zeit, trinkt Blut und lernt immer mehr aus Büchern. Bis sie sich entschließt, nicht mehr als Kind angesehen zu werden. So macht sich in ihr eine Unzufriedenheit breit, die sie letztendlich dazu treibt, sich gegen Lestat zu wehren und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Das Buch „Interview mit einem Vampir“ ist vielen bekannt. Anne Rice hat mit ihrem Vampir Lestat eine Figur erschaffen, die die Nation spaltet. Er wird geliebt oder gehasst. Auch die Verfilmung mit Tom Cruise, Brad Pitt und Kirsten Dunst ist ein Must-see. Aus allem heraus sticht dann auch die Figur der Claudia, die als junges Kind von Lestat in eine Vampirin verwandelt wird.

Ihr wird nun ein eigener Comic gewidmet: Claudias Story. Die Graphic Novell ist wunderschön gestaltet. Die in Sepia gehaltenen gezeichneten Bilder drücken eine sehr düstere Stimmung aus. Es gibt nur eine Farbe, die ab und zu auftaucht: rot. Wie man sich denken kann, ist es das Blut oder gar blutige Tränen sowie Feuer, die in rot gehalten sind.

Claudia ist treffend gestaltet. Sie ist jung, unschuldig und dies zieht sich auch durch die Graphic Novell durch. Nur an manchen Stellen ist der Gesichtsausdruck dann doch eher der einer erwachsenen Frau.
Die Vampire Lestat und Louis passen von den Zeichnungen her auch zu deren Wesen. Lestat herrisch und bestimmend, Louis depressiv und zerrissen.

Sich das ganze als Comic anzuschauen macht auch wieder Lust darauf, den Film zu sehen. Vielleicht diesmal mit anderen Augen, da man sich jetzt doch mehr in Claudia hineinversetzen kann. Ihr Missmut, in einem Mädchenkörper gefangen zu sein, obwohl ihr Geist der einer reifen Frau ist, wird auch durch die Zeichnungen wunderschön ausgestrahlt.

Fazit:
Jeder Comic- und Graphic-Novell-Liebhaber wird an der Adaption seine helle Freude haben.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.06.2014
Levithan, David

Letztendlich sind wir dem Universum egal / Letztendlich Bd.1


ausgezeichnet

A wacht jeden morgen in einem anderen Körper auf. Für einen Tag ist er ein fremder Mensch und muss sich mit dem Körper zurecht finden. Seit A zurückdenken kann, ist es schon so und er hat sich mit seiner Situation arrangiert. Eines Tages wacht er in Justins Körper auf und trifft auf Rhiannon – und verliebt sich. Er möchte mit ihr Zeit verbringen und vertraut sich ihr an. Doch ist es möglich eine Beziehung zu führen, wenn man jeder Tag ein anderer ist?

Der Klappentext hat mich verführt. Auch wenn er mich etwas an das Buch „Seelen“ von Stephenie Meyer erinnert hat. Doch erwartet einem etwas völlig anderes. Etwas Mitfühlendes und so Emotionales, dass man sich letztendlich wünscht, dem Universum wäre nichts egal.

A ist einem von Anfang an sehr sympathisch. Er schildert seine Situation, man fühlt sich in ihn hinein und versteht sein Handeln.
Rhiannon ist ein sehr nettes Mädchen, dass sich auch leicht beeinflussen lässt. Aber sie ist auch offen für Neues und so lässt sie sich auf A`s Situation ein.

Das Zusammenspiel der beiden ist sehr harmonisch und man wünscht sich nichts sehnlicher als ein Happy End. Ob dies jedoch möglich ist, müsst Ihr selbst lesen.

Ich war sehr neugierig, in welchem Körper A aufwacht. Die unterschiedlichsten Charaktere kamen dabei zu Tage und A hat ein gutes Talent dafür, mit den verschiedenen Situationen umzugehen und zu versuchen, ein so normales Leben als möglich zu führen. Was verständlicherweise schwer ist, wenn man jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht und versuchen muss, den „geliehenen“ Körper und dessen Leben so wenig als möglich durcheinanderzubringen.

Durch die Möglichkeit, A in immer neue Körper schlüpfen zu lassen, ergibt sich eine facettenreiche Geschichte, die einem auch zum Nachdenken anregt. Durch die vielen verschiedenen Persönlichkeiten, ergeben sich auch für A neue Perspektiven. Das Verhalten der Leute ihm gegenüber lehrt ihn Toleranz, Verständnis und das Gehen neuer Wege, aber auch Kritik am Leben des ihm geliehenen Körpers. So bricht er auch manchmal seine Regel „Misch dich nicht ein!“ und versucht, eine neue Richtung seines „Wirts“Körpers einzuschlagen.

Das Buch ist in einem sehr ruhigen Stil geschrieben und so fliegen die Seiten einfach hinweg. Man fühlt sich aufgenommen in A's Leben und stellt sich dann selbst vor, wie es wäre, jeden Tag in einem anderen Körper aufzuwachen und sich mit diesem Schicksal abzufinden. Sicherlich spannend für die ersten Tage, doch dann?

Das Ende ist sehr passend, doch bleiben trotzdem ein paar Fragen offen. Ob diese noch in einer Fortsetzung geklärt werden, ist zur Zeit ungewiss.

Fazit:
Ist es sicher, dass wir dem Universum letztendlich egal sind?

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 14.06.2014
Elsberg, Marc

ZERO - Sie wissen, was du tust


sehr gut

Eigentlich kennt sie die Journalistin Cynthia Bonsant mit den technischen Neuerungen nicht so gut aus. Als sie jedoch von ihrem Chefredakteur beauftragt wird, den berühmten Online-Aktivisten Zero
ausfindig zu machen, muss sie sich diesen Neuerungen stellen. Dabei führt die Recherche und auch der Tod eines Jugendlichen zu der Internetplattform Freemee. Deren Aufgabe ist es, Daten zu sammeln und zu verwerten. Cynthias Nachforschungen führen sie immer weiter in den Datendschungel und dabei kommen Dinge ans Licht, die besser in den Tiefen des Webs verborgen geblieben wären.

Zitat:
[...1948 schrieb George Orwell ein Buch. Er nannte es 1984.... Darin überwacht eine allmächtige Spitzeldiktatur ihre Bürger lückenlos und schreibt ihnen vor, wie sie zu leben haben...]


Dieses Szenario allein ist schon beängstigend und ich kann mir vorstellen, dass das Buch von George Orwell 1948 als lächerlich abgetan wurde. Dazu wird es nie kommen, wurden vielleicht Stimmen laut.
Mittlerweile ist 1984 längst vorbei und wir befinden uns – 30 Jahre später – im Jahr 2014! Und diese erschreckende Szenario ist Wirklichkeit geworden.

Der Autor treibt in seiner Geschichte natürlich alles nochmals auf die Spitze. Datenbrillen übernehmen sämtliches Denken für uns. Sie zeigen, wer sich mit uns in der U-Bahn befindet, wer neben uns zu Mittag isst oder im Park joggt. Ob diese Person gesucht wird, ob sie verheiratet ist, fremd geht oder unheilbar krank ist.

Schonungslos wird dargestellt, wie schlimm die Überwachung mittlerweile ist und das wir – als gläserner Mensch – teilweise gar nichts dagegen tun können, so überwacht zu werden. Kameras in den Städten, öffentlichen Gebäuden, Bahnhöfen und Supermärkten. Gibt man bei Google seinen Namen ein, kommen unzählige Treffer. In unserer schnelllebigen Zeit bekommt man allerdings auch vieles nicht mit.

Zitat:
[...Wir möchten Google zu deiner dritten Gehirnhälfte machen. Sergey Brin am 08.09.2010....]


Diese erschreckenden Wahrheiten werden einem nochmals verdeutlicht, obwohl sie doch schon in unserem Gedächtnis hausen. Aber wieso tut man so wenig dagegen? Warum lässt man diese Überwachung zu?

Der Autor hat mich schon mit seinem Roman „Blackout“ begeistern können und zieht mit „Zero“ nochmal ordentlich nach. Auch wenn das Buch gerade im Mittelteil einige kleine Längen aufweist, war es doch spannend zu lesen.
Die Fachbegriffe haben mich zwar erschlagen und ich musste bei manchen dann doch im Internet nachschauen, was sie bedeuten. Somit ist das Web doch wieder unverzichtbar.

Andererseits fühle ich mich dort auch sehr zu Hause. Gerade über Facebook & Co. kann man Kontakte pflegen. Mein Email-Programm ist für mich unverzichtbar geworden, mein Smartphone ist mein ständiger Begleiter. Man lernt neue Leute kennen und schließt Freundschaften, die auch über Kilometer hinweg Bestand haben.
Insoweit muss jeder selbst abwägen, wie viel er von sich preis gibt.

Fazit:
Spannend, rasant: Big Brother is watching you!

30 von 32 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.06.2014
Fisher, Catherine

Sapphique - Fliehen heißt leben / Incarceron Bd.2


weniger gut

Finn ist die Flucht aus Incarceron gelungen und nun muss er sich mit den Gepflogenheiten im Schloss herumschlagen. Von ihm wird erwartet – falls die Königin stirbt – deren Amt zu übernehmen und das AUSSERHALB zu regieren. Doch ihm wird kein Vertrauen entgegengebracht und sogar Claudia, die zu Anfang dachte, er sei der wahre Prinz Giles drängen sich nun Zweifel auf. Währenddessen versuchen Keiro und Attia im Gefängnis einen Weg nach AUSSERHALB zu finden und stoßen so auf Sapphiques Handschuh. Sapphique ist der einzige neben Finn, dem die Flucht gelungen ist. Aber auch das Gefängnis selbst sucht die Freiheit...

Der erste Band Incarceron: Fliehen heißt sterben war schon ungewöhnlich. Der zweite Band steht diesem nichts nach, hat mich aber letztendlich nicht richtig überzeugen können. Es wurden viel zu viele Informationen in dem Buch untergebracht, die meiner Meinung nach hätten gestrafft werden können.

Die Geschichte ist – wie auch im ersten Teil – in zwei Stränge aufgeteilt. Einmal AUSSERHALB mit Finn und Claudia, dann im Gefängnis mit Keiro, Attia und Incarceron. Die Stränge vermischen sich gegen Ende wieder. Diese Vermischung ist jedoch nicht sehr gut gelungen, war ich mir teilweise gar nicht mehr so sicher, wo genau sich die Protagonisten eigentlich befinden. Ein kleiner Absatz im Gefängnis, ein kleiner Absatz mit Finn und Claudia. Die Welten greifen über, vermischen sich.

Warum die Autorin unbedingt eine Dilogie aus der Geschichte machen musste, ist mir unverständlich. Gerade in Band 1 hätte man mit einigen Seiten mehr einen Abschluss finden und offene Fragen klären können.

Für mich zog sich die Geschichte in die Länge. Die neu eingeführte Person Rix hatte für mich ab dem ersten Drittel der Story keinen Sinn und lief so nebenher.

Der Schreibstil der Autorin hat sich nicht geändert. Er war wieder flüssig lesbar und hat auch mit Erklärungen nicht gegeizt, jedoch an den falschen Stellen.

Die Idee des selbstständig denkenden Gefängnisses ist für mich trotzdem noch ungewöhnlich und die Umsetzung ist eigentlich auch gut gelungen. Nur störten mich fehlende, wichtige Informationen, die dem Verständnis zugute gekommen wären.

Falls man die Kritikpunkte außer Acht lässt und sich einfach auf die Geschichte einlässt, erwartet einem eine spannende Geschichte, in der es um das Überleben in einer unwirklichen Welt geht.

Das Ende kam sehr plötzlich, war ein bisschen überraschend, aber letztendlich völlig logisch und dem Ende der Dilogie angemessen.

Fazit:
Schade, daraus hätte man viel mehr machen können!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.05.2014
Lo Cascio, Priska

Das Herz des Sternenbringers


ausgezeichnet

Alwynn kümmert sich um das kleine Hofgut Wertlyng, solange ihr Bruder als Housecarl für den angelsächsischen Harold Godwinson durch die Lande zieht. Eines Tages kommt ein Fremder auf das Hofgut. Garred Garredson ist jedoch ein normannischer Spion, der die Invasion seines Herzogs William vorbereiten soll. Garred jedoch merkt bald, dass die Menschen in Wertlyng seinen Schutz brauchen und allen voran Alwynn, zu der er sich hingezogen fühlt. Alwynn geht es genauso, doch dann verheiratet ihr Bruder sie mit Turoc, einem tyrannischen Angelsachsen, dem Rache wichtiger ist, als Friede und Liebe.

Allein das Cover des Buches ist schon ein Augenschmauß. Nicht nur, dass es in meiner Lieblingsfarbe Orange gefertigt ist, wirkt es insgesamt sehr stimmig und man weiß schon, was sich im Inneren des Buches verbirgt. Eine Geschichte um Freundschaft, Liebe, Krieg und Vernunft.

Die Autorin hat mit der jungen Alwynn of Wertlyng eine sehr sympathische Frau geschaffen, die allen Widrigkeiten zum Trotz versucht, sich und ihren Leuten auf dem Gutshof ein schönes Leben zu schaffen. Sie führt ihren Haushalt mit strenger Hand, aber jeder weiß dies zu schätzen und ist ihr treu ergeben. Ihr Talent, alles in die richtigen Bahnen zu leiten, ist bewundernswert.
Bis Garred auftaucht.

Garred ist ebenfalls sehr sympathisch. Seine Vergangenheit lässt einem sein Handeln entschuldigen und nach und nach merkt man, dass er mit allen Mitteln versucht, eine Lösung zu finden, die für beide Parteien ein gutes Ende findet.

Ich war aufgrund des faszinierenden Schreibstils sofort in der Geschichte gefangen. Die Autorin weiß mit Worten umzugehen, fügt diese zu Sätzen zusammen, die einem bildlich aufzeigen, wie es damals ausgesehen haben könnte und vor allem zugegangen ist.

Gerade durch den Stil habe ich mich gerne in die Welt von Alwynn und Garred entführen lassen und werde mir die Autorin auch im Hinterkopf behalten und hoffen, dass noch weitere schöne Geschichten von ihr den Weg zu mir nach Hause finden.

Die sehr gefühlvolle Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht Alwynns und Garreds erzählt. So bekommt man einen schönen Einblick in die Gedankengänge der beiden. Ihr Hang zur Gerechtigkeit ist sehr ausgeprägt und führt zu allerhand Situationen, die für alle Beteiligten brenzlig sind.

Besonders ans Herz gewachsen ist mir der ungestüme Junge Aelfric, der mich vom Verhalten her sehr an meinen kleinen Sohn erinnert hat. Sein lausbubenhaftes Grinsen konnte ich mir förmlich vorstellen und so hat Aelfric für mich auch ein Gesicht bekommen.

Fazit:
Eine mittelalterliche Geschichte rund um Liebe und Krieg.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.05.2014
Pilz, Alexandra

Verliebt in Hollyhill / Hollyhill Bd.2


gut

Nach dem ersten aufregenden Abenteuer in Hollyhill kann es Emily immer noch nicht richtig fassen, dass sie in der Zeit zurückgereist ist. Und auch, dass Matt sie geküsst hat, lässt Emily nicht mehr los. Als sie überlegt, ob sie in Hollyhill bleiben will oder zurück zu ihrer Großmutter nach München geht, bleibt ihr fast keine Zeit, sich zu entscheiden. Denn der nächste Zeitsprung steht an und Emily ist mittendrin im Jahr 1811. Eine Kutsche rollt heran und heraus fällt eine bewusstlose junge Frau, die in Hollyhill für Aufregung sorgt. Emily und Matt finden schnell heraus, dass die Spur der Frau zu einem Herrenhaus führt. Dort bringen Briefe Emily auf die Spur einer geheimnisvollen und komplizierten Liebe. Und Emily weiß, dass sie sich selbst entscheiden muss. Für Matt oder für München.

Der erste Teil hatte mich ja bekanntlich schon nicht richtig vom Hocker reißen können, ich wurde aber mit offenen Fragen zurückgelassen, von denen ich hoffte, dass diese im zweiten Teil erklärt würden. Doch leider war dies nicht der Fall. Im Gegenteil, es kamen neue Fragen hinzu und ich bin mehr als neugierig, wie diese ganzen Zeitreisen denn eigentlich genau vonstatten gehen.
Außerdem wird eine geheimnisvolle Maschine erwähnt, mit deren Hilfe sich die Zeitreisenden in den jeweiligen Zeiten zurecht finden können, doch auch hier wird nur erwähnt und nicht richtig erklärt.

Ich, an Emilys Stelle, würde Fragen um Fragen stellen, um genau zu verstehen, wie denn so etwas Spannendes wie der Zeitsprung genau funktioniert und warum dies denn nur in Hollyhill der Fall ist.
Aber Emily hat mehr mit sich und ihren Gefühlen zu tun und den Entscheidungen, die sie treffen muss. Fast nebenbei wird daher geklärt, um wen es sich bei der bewusstlosen jungen Frau handelt.

Sehr gut gefallen haben mir die Beschreibungen des Jahres 1811, genau die Art und Weise, wie sich damals das Leben in einem Herrenhaus abgespielt hat. Da Emily hier immer wieder vergleicht, wie es denn im 21. Jahrhundert zugeht und mit ihren „modernen“ Manieren dann doch ab und zu mal in ein Fettnäpfchen tritt, wurde hier von der Autorin für kleine Schmunzler gesorgt, die mir den zweiten Teil der Reihe dann doch etwas sympathischer als den ersten gemacht haben.

Langsam kann man sich durch kleinere Andeutungen einen Reim auf die Zeitsprünge machen, wird jedoch am Ende wieder mit seinen Fragen alleine gelassen.

Das Ende hat mich dann doch überrascht und ich werde auch zum dritten Band greifen, um herauszufinden, wie sich denn nun alles (letztendlich?) entwickelt.

Vom Schreibstil her hat sich gegenüber dem ersten Teil nichts geändert. Manche Szenen waren wieder etwas schnell abgehandelt und ich bin überzeugt, dass dem Buch ein paar Seiten mehr garantiert gut getan hätten.

Emily, die mir im ersten Teil am Ende nicht mehr richtig sympathisch rüberkam, hat es dann doch wieder geschafft, sich einen kleinen Platz in meinem Herzen zu erschleichen, gerade weil sie auch ihr Herz an andere weitergegeben hat, die ein bisschen Zuneigung dringend gebraucht haben.

Fazit:
Eine bislang nicht recht überzeugende Reihe, die aber durch überraschende Wendungen am Ende doch das Weiterlesen lohnenswert machen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.05.2014
Martin, George R. R.

Der Sohn des Greifen / Das Lied von Eis und Feuer Bd.9


ausgezeichnet

Tyrion muss fliehen und es verschlägt ihn auf ein Schiff in Richtung Meereen bzw. Quarth. Sein Ziel: Daenerys. Diese wiederum hat mit anderen Widrigkeiten zu kämpfen. Hunger, Not und Intrigen. Und Jon Schnee findet sich in seiner Rolle als Lord Kommandant der Nachtwache immer mehr zurecht.
Doch das Spiel um die Throne wird immer undurchsichtiger und die Eifersucht der einzelnen Häuser kostet Leben und bringt einem an den Rand der Verzweiflung.

Das ist ein begeisterter Fan der Reihe bin, braucht nicht nochmals erwähnt zu werden. Und so stimmt es mich schon sehr traurig, dass ich mittlerweile beim neunten Teil der Reihe angelangt bin und meine Reise durch Westeros schon bald vorzeitig beendet sein wird. Vor mir liegt nur noch Band Nr. 10 und dann heißt es erstmal warten. Wie lange, weiß man nicht. Doch hoffe ich, dass der Autor mich bzw. die ganze Fangemeinschaft nicht mehr lange warten lässt.

Der neunte Teil widmet sich wieder den Personen, die meiner Meinung nach die Wichtigsten der ganzen Handlung sind. Allen voran Jon Schnee, Daenerys Targaryen und Tyrion Lennister. Als zweiten Handlungsstrang verfolgen wir Ramsey Bolton und Theon Graufreund. Zwischendurch gibt es Einwürfe aus Rosengarten.

Die Handlung nimmt Fahrt auf, Hintergründe werden offengelegt und man bekommt wieder einen Einblick in das Gefühlsleben der einzelnen Charaktere.
Insbesondere die Entwicklung von Theon Graufreund und Daenerys waren interessant und teilweise wieder sehr überraschend.

Das Buch fordert einem aber auch einiges an Orientierung ab. So war ich manchmal etwas verwirrt, da wieder eine Unmengen an Namen ins Spiel kommen und neue Wege offen gelegt werden.

Aber auch alte Personen drängen sich wieder in den Vordergrund, werden zu interessanten Charakteren, die durch ihr Handeln einiges verändern können.

Der Autor fasziniert mich wieder mit seinem Einfallsreichtum und seinen unergründlichen Wegen in immer neue Abenteuer.

Fazit:
Westeros ist immer wieder eine Reise wert.

5 von 6 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.05.2014
Regnier, Sandra

Das geheime Vermächtnis des Pan / Pan-Trilogie Bd.1


sehr gut

Felicity, von allen nur abwertig City genannt, weiß, dass sie nicht dem Schönheitsideal entspricht und kümmert sich auch dementsprechend nicht darum, was andere von ihr denken. Ein paar Kilo zuviel, die doofe Zahnspange und bedingt durch ihren Job im Pub ihrer Mutter gibt sie ihren Mitschülerin auch allen Anlass dazu, nicht gerade in höchsten Tönen von ihr zu schwärmen. Gut, dass sie ihre Clique hat, die stets zu ihr halten und sie so nehmen, wie sie ist. Bis der gutaussehende Leander FitzMor auftaucht. Felicity rechnet sich keinerlei Chancen bei ihm aus, außerdem scheint er arrogant und eingebildet. Doch Leander und Felicity freunden sich an, rein platonisch zuerst. Bis komische Dinge passieren und Felicity nachhakt. Was sie herausfindet, sprengt ihre Vorstellung von Dimension und Zeit.

Die Hauptprotagonistin Felicity ist nicht das, was man so in Büchern gewohnt ist. Sie ist vorlaut, frech, hat ein paar Kilo zuviel auf den Rippen, kümmert sich nicht um ihr Aussehen und hat auch sonst einige Probleme, die sie nicht lösen kann. Ihr schlagfertiges Mundwerk rettet sie zwar aus manchen Situationen, doch ist sie im Grunde eigentlich ein Mädchen, dass nur eins will: ein normales Leben führen mit einer normalen Familie und normalen Freunden. Doch dies ist ihr nicht vergönnt und so schlägt sie sich mehr schlecht als recht durch ihr Leben.
Sie war mir von Anfang an sehr sympathisch, vor allem auch wegen ihrer Schlagfertigkeit.

Mit Leander, von allen Lee genannt, hatte ich schon mehr Probleme, warm zu werden. Sein arrogantes Verhalten ganz zu Anfang hat mich zur Weißglut gebracht, doch dies hat sich kurz darauf verändert. Felicity gegenüber war er anständig, half ihr, wo es ging und gab ihr das Gefühl, ein wertvoller Mensch zu sein.

Ich gebe zu, dass mich das Buch von Anfang an gepackt hat, nicht, weil es eine schriftstellerische Meisterleistung ist, sondern einfach, weil es gerade durch die manchmal hitzigen Wortgefechte von Felicity und Lee ein wahres Vergnügen war. Beide sind eigentlich wie Feuer und Wasser und passen doch wieder zusammen wie die berühmte Faust aufs Auge.

Bis sich ungefähr im letzten Drittel des Buches plötzlich einiges ändert. Man wird überschüttet mit neuen Informationen, ein Abenteuer der besonderen Art bildet sich und Felicity weiß plötzlich nicht mehr, wie ihr geschieht.

Ich war etwas überrascht, dass die Geschichte erst Highschool-mäßig vor sich hinplätschert und dann urplötzlich eine Wendung nimmt.
Doch muss ich sagen, dass dann so richtig Fahrt in die Geschichte kam und ich mich auch gefreut habe, dass nun endlich eigentlich das Thema angesprochen wird, um das es in der Story eigentlich geht.

Die volle Punktzahl vergebe ich trotzdem nicht, weil ich hoffe, dass in den nächsten beiden Bänden der Trilogie der Fantasyanteil höher ist und das eigentliche Abenteuer erst richtig beginnt.

Fazit:
Felicity und Lee – ein ungewöhnliches Team.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.05.2014
Castle, Jennifer

Der Anfang von Danach


sehr gut

Laurel möchte nicht mit ihren Eltern, ihrem Bruder Toby und den Nachbarn zur Eisdiele fahren, sondern lieber zu Hause ihre Hausaufgaben fertig machen. Und so steht kurze Zeit später ein Polizist vor ihrer Haustür und teilt ihr mit, dass ihre Eltern und ihr Bruder bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Laurel muss nun versuchen, in ihr gewohntes Leben zurückzufinden, genauso wie David, dessen Mutter bei dem Unfall ebenfalls verstarb. Beide gehen auf unterschiedlichste Weise damit um. Während Laurel zusammen mit ihrer Großmutter und einer Therapeutin einen Weg sucht, pendelt David durchs Land und lässt sich einfach treiben. Doch immer wieder führt sein Weg zurück zu Laurel...

Ich wusste von Anfang an, dass das Buch traurig werden würde und irgendwie war mir gerade nach einer traurigen Geschichte. Und so ließ ich mich darauf ein – sogar meist zu sehr.
Man muss unbedingt Taschentücher bereit legen, denn es gibt immer wieder kleine Situationen in der Geschichte, in denen man zu ihnen greifen muss. Immer wieder überraschend und in Momenten, in denen man gar nicht wirklich damit gerechnet hat.

Der tragische Verlust von Laurel und David ist von der Autorin sehr spürbar beschrieben. Laurel, die erst 16 Jahre alt ist, muss nun plötzlich alleine zurecht kommen, auch wenn sie ihre Großmutter hat, die versucht, den Platz der Eltern einzunehmen. Doch Laurel ist für ihr Alter sehr erwachsen und wird durch den Tod der Eltern immer mehr ins Erwachsenwerden hineingschoben. Sie ist vernünftig, versucht mit Logik an alles heranzugehen und gibt sich touger, als sie eigentlich ist.
David dagegen ist der Rebell, er bricht aus allem aus, lässt es hinter sich und ist doch zerbrechlich und braucht die Nähe.

Die Geschichte ist sehr tiefgründig. Aus Laurels Sicht wird geschildert, wie das erste Jahr nach dem Tod der Eltern und des Bruders bewerkstelligt wird und Laurel manchmal einen ziemlichen Spagat auf sich nehmen muss, um ihrem sozialen Umfeld und sich selbst irgendwie treu zu bleiben. Dies löst sie in meinen Augen sehr souverän, was aber auch auch an der Hilfe ihrer Großmutter, ihrer Therapeutin und ihrer besten Freundin Meg liegt.

Das Thema ist schwierig, von der Autorin in meinen Augen jedoch gelungen umgesetzt, obwohl ich mir manchmal gewünscht hätte, etwas mehr von der Trauer von Laurel zu lesen. Meist kam sie mir etwas „fremd“ in dieser Hinsicht vor.

Das Ende kam mir dann doch etwas zu prompt und „freudig“ rüber, obwohl ich verstehen kann, dass der Alltag wieder im Leben von Laurel und David einziehen muss.

Fazit:
Das Buch ist durchweg traurig und voll Erinnerungen Laurels an ihre Familie, doch gleichzeitig auch in die Zukunft blickend, einfach auf einen „Anfang von Danach“.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.05.2014
Grimm, Isa

Klammroth


sehr gut

Als Anais nach 16 Jahren an den Ort zurückkehrt, den sie eigentlich zu vergessen sucht, erwartet sie Unerklärliches. Zusammen mit ihrer Tochter Lily versucht sie herauszufinden, warum ihr Elternhaus abgebrannt ist und ihre Stiefmutter sich zu diesem Zeitpunkt darin aufgehalten hat und verbrannt ist. Anais findet heraus, dass alles mit dem Tunnel zu tun hat, der ihr vor 16 Jahren zum Verhängnis wurde. Als sie weiterforscht, wünscht sie sich bald nichts sehnlicher, als endlich aus dem Albtraum aufzuwachen.

Wieder ein Buch, auf das ich durch Blogg Dein Buch aufmerksam wurde. Zusammen mit dem Bastei Lübbe Verlag wurden Exemplare davon an Blogger vergeben.

Nach Lesen der letzten Seite weiß ich nicht, was genau das Buch eigentlich für ein Genre war. Thriller, Horror, Fantasy.... es war von allem etwas dabei und letztendlich war diese Mischung ein Abtauchen in eine sehr düstere Geschichte, die mich manchmal leicht gruseln ließ. Am ehesten würde ich ihn noch in die Sparte Thriller einreihen.

Die Autorin weiß mit ihrem Schreibstil eine Stimmung aufkommen zu lassen, so dass man nach Lesen der ersten Seiten schon weiß, dass man das Buch am Besten am hellichten Tag lesen sollte, möglichst auf einem vielbesuchten Platz, so dass man gar nicht in Versuchung kommt, hinter jedem Geräusch oder jedem Schatten etwas Unerwartetes zu erwarten.

Mich hat Anais' Geschichte sehr in den Bann gezogen und innerhalb kürzester Zeit hatte ich das Buch auch verschlungen, weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter dem Ganzen für ein Geheimnis steckt.
Im letzten Drittel, wo alles anfängt, sich aufzuklären, hat sich meine Vermutung, die ich gehegt hatte, dann bestätigt – nur um dann doch wieder teilweise über den Haufen geworfen zu werden.

Die Autorin hat durch ihren Schreibstil ein beklemmendes Gefühl in mir ausgelöst, dass sich nur schwer lösen ließ und bis zum Ende hin durchgehalten hat.

Was am Anfang noch wirkt, wie ein „Heimkommen“ an den Ort des Grauens, wird zum Ende hin die Feststellung, dass das Grauen auch außerhalb ein ständiger Begleiter ist und in Klammroth eigentlich nur den Höhepunkt findet.

Was ebenfalls zur düsteren Stimmung beiträgt, ist die Tatsache, dass es die ganze Geschichte hindurch fast ununterbrochen regnet.

Ich weiß nur, dass ich jetzt, wenn ich einen Tunnel befahren oder betreten muss, diesen garantiert mit anderen vielleicht gar ängstlichen Augen sehen werde.

Der Epilog am Ende ist überraschend und lässt vielleicht mit einem Wiedersehen in Klammroth rechnen.

Einzig manche Formulierungen im Buch haben mir nicht gefallen. Auch teilweise Wiederholungen, die in meinen Augen unnötig waren und die Geschichte etwas in die Länge zogen. Dies gibt einen Punkt Abzug.

Fazit:
Spannend, gruselig. Isa Grimm werde ich mir ab sofort merken.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.