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Rebecca1120
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Oranienburg
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bin eine absolute Leseratte; besonders gerne lese ich Krimis, Thriller und historische Romane

Bewertungen

Insgesamt 1011 Bewertungen
Bewertung vom 25.05.2018
Eyssen, Remy

Das Grab unter Zedern / Leon Ritter Bd.4


ausgezeichnet

Ganz Le Lavandou ist in heller Aufregung als das Berufungsgericht den vermeintlichen Kindsmörder Simon wegen Mangel an Beweisen freispricht. Genau zu dieser Zeit wird ein Toter an den Strand gespült. Der Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter, glaubt nicht daran, dass dieser Mann bei Sturm über Bord gegangen ist und sollte Recht behalten….
Wieder einmal ist es dem Autor ganz wunderbar gelungen den Charme der Provence in die Geschichte einfließen zu lassen. Denn auch Leon Ritter, die Hauptfigur, ist von diesem Landstrich so fasziniert, dass er Deutschland verlassen und sich in Le Lavandou einen Job gesucht hat. Dabei wird er nicht von allen mit offenen Armen empfangen. Gerade der Chef der örtlichen Polizei, Zerna, sieht in ihm einen Querulanten und Besserwisser, steckt aber auf der anderen Seite die Lorbeeren bei Beweisen aus der Autopsie an seine Weste. Diese Zwistigkeiten und Schikanen sind sehr realistisch und manchmal auch zum Schmunzeln beschrieben. Beim Lesen habe ich immer wieder Leon bewundert wie ruhig er auf die Einwände und Sticheleien von Zerna reagiert hat. Remy Eyssen hat es auch verstanden, das medizinische Fachwissen, was Dr. Ritter bei seinen Autopsien abruft, für den Laien verständlich zu erklären. Gefallen hat mir auch, dass Leon Ritter bei den Opfern nicht von Toten, sondern von seinen Patienten spricht. Da merkt man doch seine Liebe zum Beruf und auch, dass der Beruf ihn nicht abgestumpft hat. Mir ist diese Hauptfigur richtig ans Herz gewachsen.
Sehr geschickt fand ich es vom Autor den Täter den Lesern immer nur als „der Mann“ zu präsentieren. Dadurch gab es Spannung von Anfang an und die hat sich auch bis zum Schluss erhalten. Denn so richtig erraten konnte man den Ausgang nicht. Ich habe mich mit diesem Krimi wunderbar unterhalten gefühlt und vergebe 5 wohlverdiente Lesesterne.

Bewertung vom 21.05.2018
Everett, Felicity

Das Paar aus Haus Nr. 9


schlecht

Sara und Neil leben mit ihren zwei schulpflichtigen Söhnen in einer Doppelhaushälfte im Londoner Vorort. Ihr Leben ist vom Mittelstand und dem Streben nach höherem geprägt. Das Leben der Gemeinde zeichnet sich durch Nachbarschaftsgeist aus – bis neben Sara Lou und Gavin einziehen. Er, erfolgreicher Künstler, und Lou aufstrebende Kurzfilmproduzentin.
Sara fühlt sich zu den beiden hingezogen, denn sie sind so ganz anders, so ungezwungen, nehmen das Leben viel lockerer und setzten sich über Konventionen hinweg. Also wird die Nachbarschaft zwischen den beiden so ungleichen Paaren intensiviert….
Die Autorin über viele, viele Seiten wie und was die beiden Familien miteinander erleben. Aber so richtig Spannung kommt nicht auf. Es ist ein ewiges dahinplätschern, was den Leser auf eine harte Probe stellt. Auch wenn ich es geschafft habe das Buch auszulesen, frage ich mich noch immer, was mir dieses Buch gebracht hat, was die Autorin mir damit sagen wollte. Ich kann dieses Buch leider nicht weiterempfehlen und vergebe nur einen Lese-Stern.

Bewertung vom 10.05.2018
Seitz, Michael

Der Falter


gut

Falco Brunner, Expolizist und nun Privatdetektiv, will gerade seine Kinder von seiner Exfrau abholen, da überfährt er eine Frau. Es stellt sich schnell heraus, dass die Frau bereits vor dem Überfahren Tod war. Obwohl die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, kann Falko sich nicht zurücknehmen und ermittelt selbst.
Die Ermittlungen führen zum Teil zu alten „Bekannten“, also Menschen, die bereits mit dem Gesetz in Konflikt und ins Visier der Polizei geraten waren….
Die Figur des Falko Brunner, kompromisslos ehrlich, dabei aber auch oft Verletzend, konnte mich nicht wirklich überzeugen, obwohl ich raubeinige Ermittler eigentlich mag. Der Autor hat es mit seinem Schreibstil nicht geschafft, mich von Falcos Persönlichkeit zu überzeugen. Sehr gut gelungen dagegen fand ich das Ende, als der ganze Fall, die Ursachen und das volle Ausmaß der kranken Psyche des Täters beschrieben wurde. Hier kam bei mir erstmals Spannung auf.
Kritisch anmerken möchte ich noch, dass der Berliner Dialekt von Paula völlig unrealistisch/falsch im Buch dargestellt wurde. Da ich hier wohne, denke ich das beurteilen zu können.
Insgesamt betrachtet ist das eine interessanter Krimi, der mich aber nicht voll überzeugen können. Ich vergebe daher auch nur 3 Lese-Sterne.

0 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.05.2018
Gerling, V. S.

Falsche Fährten / Nicolas Eichborn und Helen Wagner Bd.2


ausgezeichnet

Wieder werden Helen Wagner und Nicolas Eichborn beauftragt in einer Mordserie zu ermitteln. Da die Opfer Ärzte und noch dazu jüdische Namen tragen, hat auch das Innenministerium Interesse an der schnellen Aufklärung. So lässt es sich nicht vermeiden, dass Nicolas wieder im Visier von Staatssekretär Schlossmann gerät, der Erfolge stets für sich beansprucht und Misserfolge Eichborn zuweist.
Ja und Nicolas Eichborn ist ein Typ für sich. Er kennt die Dienstvorschriften, er pfeift auf sie und hört stattdessen auf sein Bauchgefühl. Trotzdem mag ich diesen Nicolas mit seiner spontanen Art. Manchmal dachte ich beim Lesen: typisch Radfahrer – erst umfahren, dann klingeln.
Wenn ihm etwas nicht passt reagiert er emotional und schroff. Das macht ihn bei h bei Vorgesetzten nicht eben beliebt. Aber er ist bedingungslos ehrlich. Mit Helen, seiner Partnerin im Beruf wie auch privat, bildet er ein tolles Team. Manchmal bewundere ich Helen, für was sie alles Verständnis aufbringen kann.
Der Krimi hat mich auch nachdenklich gestimmt. Denn so richtig zu Ende ist die Geschichte ja noch lange nicht. Noch immer Pharmariesen die Not und die Unwissenheit der Dritten Welt aus, um ihre Profitgier zu befriedigen. Das Ganze jetzt sogar unter dem Deckmantel der Legalität.
Ein wunderbares Buch dem ich 5 Lese-Sterne gebe und für das ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung ausspreche.

Bewertung vom 23.04.2018
Mattfeldt, Petra

Die letzte Fahrt


sehr gut

Völlig friedlich sitzt die junge Frau auf der Bank des Autobahnparkplatzes. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass sie tot ist. Die Ermordete sieht der seit Monaten vermissten Carla Bornkamp äußerst ähnlich. Sie ist es aber nicht! Hängen der Vermissten- und der Mordfall zusammen? Genau diese Frage muss Kriminalkommissar Markus Labrenz klären. Der Journalist, David Kramer, stellt eigene Ermittlungen dazu an. Da beide, Daniel und Markus befreundet sind und einander vertrauen, tauschen sie sich über die Ermittlungs- und Rechercheergebnisse aus. Oft ist es der Journalist, der neue Denkansätze einbringt und damit die Ermittlung in die richtige Richtung leitet. Als Figur hat mir David wesentlich besser gefallen. Seine Methode hinter den Mord zu kommen und Zusammenhänge zu erkennen, haben mich beeindruckt. Sie waren realistisch, glaubhaft geschildet. In meinen Augen war er der bessere Ermittler.
Das Lesen dieses Krimis fand ist sehr unterhaltsam und spannend. Der Wechsel zwischen kriminalistischer Ermittlungsarbeit, Darstellung der Qualen der Opfer sowie der krankhaften Denk- und Handlungsweise des Täters, das war schon sehr abwechslungsreich, spannend und sehr gut gelungen. Von mir gibt’s daher 4 Lese-Sterne.

Bewertung vom 16.04.2018
Hartung, Alexander

Auf zerbrochenem Glas / Nik Pohl Bd.1


sehr gut

Nik Pohl, beschäftigt bei der Münchener Kripo, ist alles, was ein Polizist nicht sein soll. Er ist ungehorsam, ignorant, pfeift auf Vorschriften, setzt auch im Dienst körperliche Gewalt ein und teamfähig ist er gleich gar nicht. Kein Wunder, dass er dadurch überall aneckt und seine Kariere nicht weiter vorangeht. Dann wird er auch noch von einem Fremden erpresst. Er soll eine verschwundene Frau suchen und ahnt dabei nicht, auf welche lebensbedrohlichen Gefahren er sich einlässt und gegen welche einflussreichen Leute er ermitteln und sich durchsetzen muss….
Anfangs fand ich die Figur des Nik Pohl schlichtweg abstoßend. Sein Umgang mit den Kollegen und gegenüber seinem Chef, machte ihn in meinen Augen zum Bad-Cop. So ganz glaubhaft kam er mir in der geschilderten Rolle nicht vor. Ohne Regeln zu beachten, ohne Freunde oder befreundete Kollegen – so einen Kripo-Beamten konnte ich mir nicht vorstellen. Aber im Laufe der Geschichte konnte ich Nik immer besser verstehen und habe diesen Krimi genossen. Der Autor hat interessante Charaktere in dem Buch beschrieben. Ich denke da nur an den
Pathologen Balthasar von den Auenfelden. Durch ihn sind auch komische Momente beim Lesen eingeflossen.
Da bei der Suche sich nicht nur ein Fall herauskristallisiert, sondern als „Nebeneffekt“ auch noch andere kriminelle Machenschaften ans Licht kommen, ist das Lesen sehr spannend und unterhaltsam. Von mir gibt’s daher 4 Lese-Sterne und ich freue mich jetzt schon auf den nachfolgenden Band.

Bewertung vom 16.04.2018
Kabus, Christine

Das Lied des Nordwinds


gut

Karoline heiratet den verarmten, über seine Verhältnisse lebenden Graf Moritz von Blankenburg-Marwitz. Sie glaubt sich am Ziel ihres Lebenstraums. Schnell merkt sie aber, dass weder ihre Schwiegereltern noch Moritz Interesse an ihr haben. Das gilt nur ihrer Mitgift, die schnell verbraucht ist.
Dann ist da noch Liv, älteste Tochter einer armen norwegischen Familie. Auch bei ihr geht es um Geld – um fehlendes Geld. Sie muss die Familie unterstützen indem sie sich als Dienstmädchen bei einer Lehrersfamilie für einen Hungerlohn verdingt. Bei aller Armut hat sie sich aber die Liebe zu anderen Menschen bewahrt und versucht mit ihren bescheidenden Mitteln Ungerechtigkeit und fehlende Liebe, die sie im Hause ihres Dienstherrn antrifft, zu mildern.
.Beide Hauptfiguren können unterschiedlicher nicht sein.
Karoline, die ihr Lebensziel in einer Ehe mit Kindern sieht. Die sich gerne putzt. Und Liv, die bereits im Kindesalter ihre Mutter bei der Ernährung der Familie unterstützen muss. Liv, die eigene Bedürfnisse stets zurücksteckt. Aber im Laufe der Geschichte wachsen die Persönlichkeiten beider Frauen, sie treffen eigene Entscheidungen. Stehen schlussendlich voll im Leben.
Diese Entwicklung wird im Bauch sehr anschaulich, nachvollziehbar und unterhaltsam geschildert. Leider empfand ich insbesondere in der ersten Hälfte des Buches die Beschreibungen zur Gegend, zur politischen Lage in Norwegen als zu ausschweifend und langatmig. Bei mir ging das zu Lasten der Spannung. Außerdem war das Schicksal des kleinen Elias, wenn auch nicht bis in Detail, so aber doch im Groben vorhersehbar. Schade.
Von mir gibt’s daher nur 3 Lese-Sterne

Bewertung vom 05.04.2018
Gallert, Peter;Reiter, Jörg

Tiefer denn die Hölle / Martin Bauer Bd.2


sehr gut

Im toten Stollen wird bei Wartungsarbeiten der Wasseranlage eine Leiche gefunden. Der katholische Pfarrer Vaals wird zur seelsorgerischen Unterstützung der Einsatzkräfte angefordert. Aber als Rüdiger Vaals das Opfer sieht, bricht er zusammen. Dabei haben die Autoren sehr geschickt umschrieben, was denn nun an dem Opfer so abschreckend war. Da konnte ich bei mir die Spannung beim Lesen richtig knistern hören.
Die vielen Schnittstellen am gesamten Körper waren aber nicht die Todesursache. Die ist Herzversagen. Die Schnitte wurden dem Opfer erst nach dem Tod zugefügt und anschließend wurde die Leiche komplett mit Honig übergossen. Da Vaals nun ausfällt, wird der evangelische Polizeiseelsorger Martin Bauer angefordert. Genau wie ihm vorherigen Fall kann er es nicht lassen eigene Ermittlungen anzustellen. Auch diesmal hat er wieder die richtige Spürnase und trägt massiv zur Aufklärung des Falles bei. Wenn beide es auch nie zugeben würden, so sind er und die Chefin der Mordkommission schon ein recht gutes Team.
Mir hat Bauer, seine Neugier, seine Intuition und sein Einfühlvermögen wieder recht gut gefallen. Allerdings mache ich diesmal einige Abstriche. Denn dass er seine kurz vor dem Entbindungstermin stehende Frau immer wieder versetzt und vertröstet, hat schon meinen Unwillen geschürt.
Was ich sehr gelungen fand, waren die Schilderungen zu den klaustrophobischen Beklemmungen, die einige Ermittler dort an den Tatorten unter Tage erlitten. Das konnte ich voll nachempfinden.
Nachdenklich hat mich dagegen das von der Kirche propagierte, vor Dritten geschützte Beichtgeheimnis gemacht, was als Kirchengesetz gilt. Kann es recht sein, dadurch sogar Mörder frei rumlaufen zu lassen? Ich sehe das etwas anders. Insgesamt betrachtet habe ich mich mit diesem Krimi wieder wunderbar unterhalten gefühlt. Von mir gibt’s daher 4 Lese-Sterne.