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Rebecca1120
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Oranienburg
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bin eine absolute Leseratte; besonders gerne lese ich Krimis, Thriller und historische Romane

Bewertungen

Insgesamt 1011 Bewertungen
Bewertung vom 18.10.2018
Gruber, Andreas

Rachewinter / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.3


ausgezeichnet

In Wien wird der brutale Mord von Handwerkern beobachtet und per Handy gefilmt. Wenige Tage später spricht bei der Rechtsanwältin, Evelyn Meyers ein verzweifelter junger Mann vor. Er behauptet man will ihm diesen Mord in die Schuhe schieben. Er möchte, dass sie seine Verteidigung übernimmt. Engagiert nimmt Evelyn diesen Auftrag an. Sie ahnt nicht, wie weitgreifend und gefährlich ihre Recherchen für sie und ihren Assistenten Florian werden...
Das Buch hat Suchtpotential. Hat man erst einmal angefangen zu lesen, kann man es nicht mehr aus der Hand legen. Die Hauptfiguren im Buch (wer die Teile davor bereits gelesen hat, trifft alte Bekannte wieder) sind sehr unterschiedlich in ihrer Art. Deshalb aber nicht weniger glaubhaft und liebenswert. Da ist die Rechtsanwältin Evelyn Meyers, energie- wie einfallsreich und beharrlich stellt sie sich den Aufgaben und geht dabei nicht immer legale Wege. Ganz anders dagegen Walter Pulaski, der Leipziger Kriminalhauptkommissar. Der ist gesundheitlich stark angeschlagen, was ihn aber nicht daran hindert bei seinen Alleingängen seine Gesundheit weiter zu gefährden. Auch er ist beharrlich, einfallsreich in seinen Ermittlungsmethoden, bleibt aber immer mehr der Außenseiter. Die beiden haben mir bereits in Rachesommer und Racheherbst als Romanfiguren gefallen. Es hat mich beeindruckt mit welchem Spürsinn und mit welcher Beharrlichkeit Evelyn und Flo an die Recherchen herangegangen sind und Zusammenhänge erkannt haben. Oftmals kommen sie erst auf Umwegen der Wahrheit ein Stück näher. Das fand ich beeindruckend. So etwas muss man sich als Autor erst einmal alles ausdenken und dann auch noch in Worte fassen können.
Geschickt finde ich es auch, wie der Autor immer wieder den Ortswechsel zwischen Wien und Leipzig vornimmt. Da wird dann im spannendsten Moment das Kapitel und damit der Ort gewechselt. Das hält die Spannung auf hohem Niveau, man muss einfach weiterlesen. Noch besser gefallen hat mir, wenn Personen aus ihrer Perspektive das Geschehen völlig anders als es dem bisherigen Kenntnisstand des Lesers entspricht, schildert, wie der tatsächliche Ablauf war. Das hat mich erst einmal verwirrt, bis ich dann gemerkt habe, dass diese Schilderungen, genau wie Zeugenaussagen mit Vorsicht zu genießen sind und nicht immer der Wahrheit entsprechen. Tolle Idee!
Ich fand diesen Thriller sehr gut und kann ihn uneingeschränkt allen Thriller-Fans weiterempfehlen. Von mir gibt's 5 Lese-Sterne.

Bewertung vom 15.10.2018
Hess, Annette

Deutsches Haus


ausgezeichnet

"Deutsches Haus" heißt das Speiselokal das Eva Bruhns Eltern, Edith und Ludwig betreiben. Die gesamte Familie, auch die beiden bereits erwachsenen Töchter, wohnen mit den Eltern im gleichen Haus. Während die Eltern die Gaststätte betreiben, verdient Eva ihren Lebensunterhalt als Dolmetscherin für Polnisch und ihre Schwester als Säuglingskrankenschwester. Eines Tages wird Eva zur Übersetzung einer Zeugenaussage ins Gerichtsgebäude gerufen und damit beginnt für sie der bisher schwerste Auftrag ihres Lebens...
Eva kam mir anfangs noch sehr naiv und altbacken vor. War sie doch bei der ersten Zeugenaussage kaum in der Lage die Worte des Zeugen korrekt ins Deutsche zu übersetzen. Aber je länger sie sich dieser Aufgabe stellt, umso mehr ist sie ihr gerecht geworden. Auch wenn sie damit manchmal bis an ihre Grenzen geht. Die innere Zerrissenheit von Eva hat die Autorin sehr gut in Worte gefasst. Es gibt Stellen im Buch, die mich stark beeindruckt haben. Z.B. im Zusammenhang mit der Schilderung der Verzweiflung, der Mutlosigkeit der KZ-Häftlinge, die eigentlich bereits mit dem Leben abgeschlossen haben. Das hat mich stark berührt.
Dabei setzt sich das Buch nicht nur mit den Gräueltaten der Nazi-Diktatur auseinander. Nein, es spiegelt auch die menschliche Schwäche der Verdrängung wunderbar wider. Der Buchtitel ist doppeldeutig und somit sehr treffend gewählt
Amüsiert habe ich mich über die im Buch erscheinenden Familiennamen, die zum Teil schon sehr kurios klangen.
Das Buch empfand ich als rundum gelungen, unterhaltsam und nachdenklich stimmend. Es wird der damaligen Zeit gerecht. Auch die Rechtlosigkeit von Ehefrauen ist darin wiederzufinden. Von mir gibt's wohlverdiente 5 Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung.

Bewertung vom 12.10.2018
Pötzsch, Oliver

Der Spielmann / Die Geschichte des Johann Georg Faustus Bd.1


ausgezeichnet

1486 Johann Georg wächst im Kraichgau auf. Seine Mutter nennt ihn immer Faustus - der Glückliche. Als sie dann aber an Schwindsucht früh stirbt, bleiben Johann nur noch sein kleiner Bruder und Margarethe, seine Freundin von klein auf. Das Leben in den Weinbergen ist hart und eintönig. Um so mehr freuen sich die Leute über die Abwechslung durch Spielleute, die mit ihren Gaukler- und Zauberkunststücken, der Musik und dem bunten Treiben etwas Abwechslung und Lebensfreude in den Alltag bringen. Für Johann bestimmt die Begegnung mit den Spielleuten sein weiteres Schicksal....
Johann ist im meinen Augen ein Getriebener. Denn getrieben wird er von seinem Wissensdurst, seiner Liebe zu Margarethe. Sein oft ihn beherrschender unbändigen Zorn steht ihm da oft im Wege. Das alles wird sein weiteres Schicksal bestimmen.
Ja und dieses Schicksal wird vom Autor einfach wunderbar in Worte gefasst und zu einer spannenden, abwechslungsreichen Geschichte verwoben. Mir hat gefallen, wie uns noch heute bekannte Städte in der Handlung unter den damaligen zum Teil katastrophalen Lebensbedingungen beschrieben werden. Gleiches gilt auch für die Einbindung der historisch belegten Wissenschaftler und Philosophen. Schon erstaunlich, was alles zu den damaligen Studiengängen für Wissensgebiete belegt werden mussten. Die Handlung selbst ist spannend. Es ist nicht vorhersehbar welche Schicksalsschläge das Leben des Dr. Faustus noch nehmen wird. Ich denke, man merkt, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat und so kann ich es allen Liebhabern dieses Genres guten Gewissens weiterempfehlen. Von mir gibt's 5 Lese-Sterne.

Bewertung vom 08.10.2018
Diamond, Katerina

Er weiß, wer du wirklich bist - The Secret (eBook, ePUB)


sehr gut

Bridget Reid, Polizistin, arbeitet als verdeckte Ermittlerin in der Tarnung einer Prostituierten. Sie muss mit ansehen wie zwei ihrer Mitbewohnerinnen und ein Freier brutal ermordet werden. Sie kann zwar fliehen, kommt aber nicht weit….
DS Imogen hat sich nachdem sie ihre körperlichen wie zum Teil auch die seelischen Verletzungen aus ihrem letzten Fall überwunden hat, nach Exeter versetzen lassen. Da sich Zusammenhänge zwischen dem alten Fall in Plymouth und dem neuen Fall abzeichnen, sind sowohl ihr alter Chef als auch ihr damaliger Partner Sam nach Exeter gekommen. Sie traut ihrem alten Partner Sam nicht mehr. Aber hat er sie wirklich vor 2 Jahren in Plymouth verraten? Dieser Frage muss sie sich während der aktuellen Ermittlungen immer wieder stellen. Als Leser fühlt man sich bei dieser Frage auch eher als Rater. Schon spannend beschrieben.
Das Buch teilt sich in drei Zeitzonen auf. Ein Junge erzählt aus seiner Kindheit und Jugend. Diese Beschreibungen sind einfach abartig und krank. Der Leser erfährt nicht wer er ist. Dann spielt immer wieder der Fall vor 2 Jahren bei dem Imogen so schwer verletzt wurde eine Rolle. Und schließlich wird zu den aktuellen Mordermittlungen berichtet. Zum Glück hat die Autorin jeweils in der Kapitelüberschrift den Leser informiert, wovon gerade die Rede ist. Trotz allem sind mir die Wechsel der „Zeitzonen“ schwergefallen. Mehrmals musste ich zurückblättern um die Reaktionen der handelnden Personen zu verstehen und richtig einzuordnen. Einfach so schnell durchlesen, geht bei diesem Buch nicht. Da muss man sich schon Zeit nehmen. Aber diese Zeit ist schlussendlich sehr gut in eine spannendes Lesevergnügen investiert. Sehr gut gefallen hat mir, dass hier die Ermittler nicht immer Dienst nach Vorschrift machen und auch mal dem Herz-/Bauchgefühl folgen. Das macht sie liebenswert. Von mir gibt’s von mir 4 Lesesterne.

Bewertung vom 03.10.2018
Mon, Mika D.

Narbensohn


gut

Helena Weiß will ein Buch schreiben über Menschen, die bisher nicht von Leben verwöhnt wurden. Sie will ihnen eine Stimme geben und beweisen, dass auch böse Menschen einen guten Kern haben. So lernt sie bei ihrer Recherche Liam Winterfeldt bei einem Gefängnisinterview kennen….
Das Cover dieses Buchs finde ich äußerst gelungen- Es hat mich näher hinschauen lassen und als dann auch noch die Leseprobe bei mir positiv aufgenommen wurde, habe ich das Buch gelesen. Ich muss aber sagen, dass ich mir etwas mehr davon versprochen habe. Mir kam Helena allein bei ihren Besuchen im Gefängnis sehr, sehr naiv vor. Das beabsichtigte Interview hat in meinen Augen nicht sie mit Liam, sondern er mit ihr geführt. Sicher sie ist erst 20 Jahre und hat so ihre noch kindlichen Gefühle und Phantasien. Die Beschreibungen der Gefängnisbesuche haben mich zum Schmunzeln gebracht. Helenas Naivität kam wunderbar zum Ausdruck. Das fand ich richtig erfrischend. Aber später, als die Achterbahn von Helenas Gefühlen >gemeinsam mit Liam im Ferienhaus< beschrieben wurden, fand ich ihre Aktionen und Reaktionen dann irgendwann nicht mehr nachvollziehbar und es hat mich nur noch erstaunt, wie unlogisch sie reagiert. Irgendwann war mir das dann auch zu viel der Gefühlsbeschreibungen.
Besser als Figur fand ich dagegen Liam. Seine Gefühlschwankungen, seine bereits im Vorfeld gefassten Pläne, sein Widerstand gegenüber seinen neuen Gefühlen haben mich für ihn eingenommen. Das vom ihm erlebte Schicksal ist einfach nur als grausam zu bezeichnen. Kein Wunder, dass er so zerrissen ist und seine Seele einen Knacks erhalten hat.
Leider habe ich beim Lesen dieses Buchs, das ja als Thriller deklariert ist, keine richtige Spannung verspürt. Lag vielleicht auch daran, dass GUT und BÖSE schon gleich offengelegt wurden.
Insgesamt gibt’s von mir daher auch nur 3 Lese-Sterne.

Bewertung vom 01.10.2018
Fölck, Romy

Bluthaus / Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn Bd.2


ausgezeichnet

Noch immer ist Frida Paulsen sich nicht im Klaren darüber ob sie in den Polizeidienst zurückkehren will. Doch als Jo, ihre Internatsfreundin, sie aufsucht und anschließend spurlos verschwindet, muss Frida einfach auf eigene Faust ermitteln. Ihr einziger Anhaltspunkt ist ein altes Foto….
Auch dieses Buch um Frida Paulsen hat mich wieder unwahrscheinlich spannend und kurzweilig unterhalten. Frida, die sich durch Beharrlichkeit und Mut auszeichnet und dabei aber auch so viel Herzenswärme ausstrahlt, muss man einfach mögen. Auch wenn Jo Arndt eher introvertiert ist, so finde ich sie als Romanfigur doch interessant. Ich habe ihre Stärke bewundert.
Geschickt wechselt sich im Buch Gegenwart mit der Zeit vor 20 Jahren ab. Das hat mir gefallen, da dadurch der Leser Stück für Stück in die Hintergründe des Mordes eingeweiht wird. Da die Geschichte unerwartete Hintergründe und Motive aufzeigt, ist sie spannungsgeladen bis zum Schluss. Realistisch wird das Buch, da auch Alltagsprobleme geschickt mit einfließen und die Figuren wie auch die Geschichte insgesamt realistisch und glaubhaft erscheinen lassen.
In meinen Augen - ein wunderbar spannender Krimi, der ein spannendes, kurzweiliges Lesevergnügen garantiert. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung.

Bewertung vom 23.09.2018
Marten, Paul

Die Toten vom Dartmoor / Craig McPherson Bd.2


gut

Während der Verlegung eines Sarges im Dartmoor werden durch Zufall zwei Kinderskelette unter dem Sarg entdeckt. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um die Schwestern Sophie und Charlotte, die seit 20 Jahren als vermisst gelten, handelt. Craig McPerson, Leiter der Mordkommission, nimmt gemeinsam mit seinem Team die Ermittlungen in dem Cold Case wieder auf…
Doch hierin liegt auch die Krux: Craig bildet mit seinen beiden Kollegen Tyler Leighton und Heather Moorcraft keineswegs ein gutes Team. In meinen Augen war Craig ein Einzelkämpfer mit extrem starken psychischen Problemen. Dienstvorschriften – ja die gibt es – sie gelten aber nicht für ihn. Da ist er das genaue Gegenteil von Tyler. Krisen sind dadurch vorprogrammiert, machen die Handlung aber abwechslungsreich. Ich muss sagen, mir war Craig nicht sehr sympathisch. Die Handlung selbst fand ist gut konstruiert, denn im Laufe der Ermittlungen wurden aus einem Fall gleich vier. Trotz der vielen Fälle, des vielen Schweigens und nur kryptischer Andeutungen kam bei mir irgendwie kaum Spannung beim Lesen auf. Ich kann nicht einmal festmachen woran es lag, denn als Leser wird man durch die tageweise Schilderung der Ermittlungsarbeit direkt mit einbezogen. Aber vielleicht lag es auch einfach nur an der unsympathischen Art der Hauptfigur. Insgesamt gesehen ist dies ein unterhaltsamer Krimi dessen Spannung aber noch ausbaufähig ist. Von mir gibt’s 3 Lese-Sterne.

Bewertung vom 23.09.2018
Carver, Tania

Er will dein Herz / Marina Esposito Bd.7


ausgezeichnet

DI Phil Brennan ermittelt in einem grausamen Mordfall, dem schon bald ein zweiter folgt. Die Aufklärung fordert seine volle Konzentration und Kompetenz. Aber gerade jetzt steht es mit seiner Ehe mit Maria Esposito nicht gerade zum Besten, was sich auch auf seine Ermittlerqualitäten auswirkt.
Mit diesem Thriller ist Tania Carver ein wunderbar spannendes Buch gelungen. Selten habe ich beim Lesen so eine detaillierte, nachvollziehbare Begründung für abartige, einem kranken Hirn entstammende Beweggründe in einem Krimi gefunden. Die dann auch noch spannend von Anfang bis Ende it. Vermutungen, was den Täter betrifft, hatte ich viele, aber die Auflösung gab’s erst am Schluss – so ist Spannung garantiert. Die Hauptfiguren >Phil Brennan und Marina Esposito< sind mir sehr sympathisch gewesen. Phil, der wenn er ein Ziel hat, dies beharrlich verfolgt und der auch bereit ist für seine Frau und den Erhalt seiner Familie über seinen Schatten zu springen, dafür zu kämpfen, ist in meinen Augen einfach liebenswert. Die Probleme der beiden, eigentlich ja ihre Ängste, sind nachvollziehbar in die Handlung eingebettet, so dass ich mit Phil gelitten habe.
Dieses Buch kann ich allen Thriller-Liebhabern uneingeschränkt empfehlen, da dieses Buch wunderbar spannende Lesestunden garantiert. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

Bewertung vom 07.09.2018
Rees, Tracy

Die Sonnenschwestern


sehr gut

Nora, mit 40 Jahren unverheiratet und kinderlos, fühlt sich ausgebrannt. Ihre beste Freundin ist ihre Mutter, mit der sie über alles reden kann und die auch ihr alles anvertraut. – Glaubt Nora jedenfalls.
Doch in den letzten Monaten ist ihre Mutter zurückhaltender ihr gegenüber, geht sogar für Monate zu einer Freundin nach Italien. Nora nimmt dies zum Anlass selbst ihrem (Alb)Traum nachzugehen. In Tag- und Nachtträumen sieht sie immer einen Sonnenstrand. Sie kündigt ihren stressigen Job in London, vermietet ihre Wohnung und sucht in Wales nach ihren Wurzeln und entdeckt dabei nicht nur sich neu, sondern auch eine ganz andere Seite ihrer Mutter.
Dieser Frauenroman ist sehr gefühlvoll geschrieben. Die Autorin versteht es die Atmosphäre der Seelandschaft, aber auch die Gefühle der handelnden Personen dem Leser eindrucksvoll und nachvollziehbar zu vermitteln. Dabei erzählt sie kapitelweise immer in der Gegenwart in Abwechslung mit der Vergangenheit – einmal aus Noras heutiger Perspektive und dann aus der Jugendzeit ihrer Mutter. Ich muss sagen, am Anfang hat mich dieser Zeitschritt (mehr als 50 Jahre) etwas verwirrt und ich habe mich schwer getan Noras innere Zweifel und ihre Zerrissenheit nachzuvollziehen. Aber nachdem ich mich darauf eingelassen habe und irgendwann auch den Zusammenhang zwischen Nora, Jasmin und Chloe erkannt habe, fand ich dieses gefühlvolle Buch sehr unterhaltsam. Die Figur des jugendlichen Leonard Jones (genannt Llew) fand ich sehr gelungen. So eine treue, vom Leben sicher nicht verwöhnte und dennoch stets positiv denkende Seele. Den hätte ich auch gern als Jugendfreund gehabt. Die Verwicklungen, die Fehler im Verhalten, die Unsicherheiten des eigenen Weges, all das findet hier in diesem Buch nach 50 Jahren endlich seine glückliche Auflösung und ist in meinen Augen ein sehr gelungenes Werk. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.
Von mir gibt’s daher 4 Lese-Sterne.

Bewertung vom 03.09.2018
Knox, Joseph

Dreckiger Schnee / Aidan Waits ermittelt Bd.1


gut

Detective Aidan Waits ist im Privaten wie im Beruf ein Einzelkämpfer. Bei seinem Chef in Ungnade gefallen, muss er nächtlichen Telefondienst verrichten. Doch dann soll er sich under cover in die örtliche Drogenszene Manchesters einschleichen, deren Vertrauen gewinnen, um schlussendlich so den korrupten Polizisten zu entlarven. Denn immer wieder werden die Drogenbosse und Hehler vor geplanten Razzien gewarnt, verschwinden Beweise oder werden manipuliert. Aidan denkt: alles ist besser als der langweilige Telefondienst und nimmt den Auftrag an. Nicht ahnend, auf was er sich da einlässt…
Anfangs habe ich mich schwergetan die vielen handelnden Personen einzuordnen. Dabei ging es mir sicher so wie Aidan Waits – auch er wusste fast bis zum Schluss nicht wer gut, wer böse ist und wem man trauen kann. Diese Unsicherheit zog sich durch das ganze Buch. Der Sumpf der Drogenszene, seine Überschneidungen mit Prostitution, Korruption und das damit einhergehende Elend sind vom Autor in diesem Buch sehr atmosphärisch und anschaulich geschildert. Mit der Hauptfigur Aidan Waits konnte ich mich nicht so richtig anfreunden. Er kam mir wie der ewige Verlierer vor. Sowohl am Anfang als auch am Ende des Buches findet er sich in der Gosse wieder. Auch wenn er während seiner geheimen Recherchen mich des Öfteren durch brillante Schlussfolgerungen überrascht hat, konnte dies meinen Gesamteindruck von ihm nicht wesentlich aufwerten.
Insgesamt hat mir dieser Thriller, der viel auch von den weiblichen Nebenrollen lebt und von diversen Verwicklungen getragen wird, gut gefallen. Allerdings ist bei mir nie richtig Spannung aufgekommen. Es gibt von mir daher 3 Lese-Sterne.