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Jasika

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Insgesamt 754 Bewertungen
Bewertung vom 17.05.2025
Lynn, Nora

Rebellin der Hohen Schule


gut

Mit viel Flair und einem ungewöhnlichen Schauplatz lockt Rebellin der Hohen Schule in das Wien des späten 19. Jahrhunderts. Im Zentrum steht Margarete, die als Frau in einer von Männern dominierten Welt bestehen will – ihr Ziel: Bereiterin an der Spanischen Hofreitschule zu werden. An ihrer Seite (oder besser: gegen sie) steht August, ein arroganter, attraktiver Gegenspieler, der schnell zum klassischen Enemies-to-Lovers-Kandidaten avanciert.


Zu Beginn entfaltet der Roman eine eindrucksvolle Kulisse: Reitkunst, höfische Intrigen und der Glanz der kaiserlichen Metropole verschmelzen zu einem fesselnden Setting. Margarete wirkt zunächst mutig, leidenschaftlich und glaubwürdig rebellisch. Die wechselnden Perspektiven – neben ihr auch August und Wenzel – bereichern die Handlung und sorgen für emotionale Tiefe. Die Chemie zwischen den Figuren ist spürbar, die Spannung in ihrer Dynamik überzeugend aufgebaut.


Doch nach rund zwei Dritteln bricht die Erzählung merklich ein. Figuren, die zuvor differenziert gezeichnet waren, handeln plötzlich irrational und unlogisch. Margaretes Charakter verliert an Kontur, August wird zum Abziehbild eines typischen "Love Interests", und die vorher aufgebaute Tiefe zerfällt in klischeehafte Entwicklungen. Die Dialoge kippen ins Plakative, und Wendungen wirken überzogen und unausgereift.


Gerade weil der Einstieg so gelungen ist, schmerzt der abrupte Qualitätsverlust umso mehr. Die letzte Phase des Romans wirkt gehetzt, unausgewogen und lässt kaum Raum für eine glaubwürdige Auflösung. Man merkt, dass hier mehr möglich gewesen wäre – und dass die Idee hinter der Geschichte deutlich mehr verdient hätte.


Fazit:

Ein Roman mit großartigem Setting, mutiger Heldin und starkem Beginn – der jedoch leider an der eigenen Ambition scheitert. Wer über die Schwächen der zweiten Hälfte hinwegsehen kann, wird dennoch gut unterhalten. Allen anderen bleibt der bittere Nachgeschmack einer Geschichte, die vielversprechend startete, aber ihr Ziel verfehlte.

Bewertung vom 17.05.2025
Johannson, Lena

Coco und die Revolution der Mode


sehr gut

Lena Johannson gelingt mit ihrem Roman ein einfühlsames Porträt einer Frau, die gegen viele Widerstände ihren eigenen Weg geht – und dabei die Modewelt für immer verändert. Im Mittelpunkt steht nicht die Ikone Coco Chanel, wie sie später berühmt wurde, sondern die junge Gabrielle, deren unerschütterlicher Wille und klare Vision bereits früh sichtbar werden.

Gabrielles Kindheit ist geprägt von Entbehrungen, doch sie lässt sich nicht unterkriegen. Schritt für Schritt tastet sie sich an ihren Traum heran, probiert sich aus, fällt zurück, steht wieder auf. Erst durch die Begegnung mit Boy Capel – einem Mann, der sie erkennt und fördert – bekommt ihr Weg Richtung und Tempo. Ihre zarte Liebesgeschichte verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe, ohne je kitschig zu wirken.

Besonders überzeugend ist, wie greifbar Lena Johannson die Figur Chanel zeichnet: als stolze, kluge, manchmal auch verletzliche Frau, die sich vom engen Korsett der gesellschaftlichen Erwartungen befreit – und genau darin ihren unverwechselbaren Stil findet. Der Ton des Romans ist angenehm flüssig, historisch gut eingebettet und atmosphärisch dicht.

Ein fesselnder Roman über Mut, Liebe und Selbstverwirklichung, der Einblicke in die Anfänge eines Weltimperiums gibt – und die Geschichte einer Frau erzählt, deren Name bis heute für Eleganz steht.

Fazit: Inspirierend und stilsicher erzählt – eine klare Empfehlung für alle, die sich für starke Frauenfiguren und Modegeschichte interessieren.
4 von 5 Sternen.

Bewertung vom 17.05.2025
Groß, Gabriela

Das Lied der Biene


gut

Marga ist seit Jahren die stille, verlässliche Kraft im Haushalt des erfolgreichen Hoteliers Paul Alprecht. Doch nach einem aufwühlenden Streit mit ihrer Tochter, die ihr vor Augen führt, wie wenig sie ihr eigenes Leben lebt, und angesichts der bevorstehenden Hochzeit ihres Arbeitgebers, beschließt Marga, zu kündigen. Dazu kommt es jedoch nicht – denn Pauls Verlobte Sibylle stirbt völlig unerwartet an einem allergischen Schock nach einem Bienenstich. Inmitten dieser Erschütterung schreibt Marga eine anonyme, tröstende E-Mail. Dass daraus ein persönlicher Austausch entsteht, der beide verändert, hätte sie selbst am wenigsten erwartet.

Gabriela Groß erzählt eine Geschichte, in der viel mitschwingt: Verlust, zweite Chancen, familiäre Spannungen und die leise Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben. Dabei stehen weniger spektakuläre Wendungen als vielmehr die inneren Prozesse der Figuren im Vordergrund – allen voran Margas langsames Erwachen aus einem Leben, das sie sich lange selbst verwehrt hat. Unterstützt wird sie dabei von zwei Freundinnen, die sie mit sanfter Hartnäckigkeit ermutigen, sich selbst ernst zu nehmen.

Die Autorin verwebt zahlreiche Themen: Trauer, überfordernde Mutterrollen, Beziehungskonflikte, Angst vor Veränderung – das Spektrum ist breit. Und obwohl die Fülle an Motiven gelegentlich an der Grenze zur Überladung kratzt, gelingt es Groß, ihren Figuren Tiefe und Glaubwürdigkeit zu verleihen. Besonders Margas Wandlung wird feinfühlig und nachvollziehbar gezeichnet. Auch Paul, der mehr ist als der typische Unternehmer, gewinnt durch seine Verletzlichkeit an Profil.

Die Dialoge sind einfühlsam, stellenweise poetisch, und oft finden sich kleine Lebensweisheiten zwischen den Zeilen, die zum Innehalten einladen. Allerdings geraten einige Entwicklungen etwas holprig, und gegen Ende wirkt die Handlung gehetzt – als würde die Geschichte schneller vorangetrieben, als ihr guttut.

Fazit:
Ein warmherziger Roman mit lebensnahen Figuren, leisen Tönen und einer ermutigenden Botschaft. Die Geschichte zeigt, dass es nie zu spät ist, für sich selbst einzustehen. Einige dramaturgische Schwächen trüben das Lesevergnügen, doch insgesamt bleibt ein positives Gefühl zurück – wie ein spätsommerliches Summen in der Luft.

Bewertung vom 17.05.2025
Kloss, Victor

Die Hüter der verborgenen Königreiche / Royal Institute of Magic Bd.1 (MP3-Download)


sehr gut

Ben hat es nicht leicht: Seit dem rätselhaften Verschwinden seiner Eltern schlägt er sich allein durchs Leben – irgendwo zwischen Schulbesuch, Freunden und dem Versuch, nicht völlig den Halt zu verlieren. Doch dann taucht eine rätselhafte Nachricht auf, die sein Leben schlagartig verändert. Sie führt ihn in eine verborgene magische Welt – eine Welt voller fliegender Greife, sprechender Trolle und schimmernder Magieperlen. Am Royal Institute of Magic scheint plötzlich alles möglich. Und doch lauert hinter der Fassade der Zauberwelt eine dunkle Bedrohung: Der König der Dunkelelfen verfolgt einen gefährlichen Plan, der nicht nur Ben, sondern das Gleichgewicht der magischen Königreiche ins Wanken bringen könnte.



Der erste Band dieser neuen Fantasyreihe entführt seine Hörer in ein originelles, gut durchdachtes Universum. Besonders gelungen ist die Idee, Magie an Perlen zu binden, die nur mit Geschick und Übung kontrolliert werden können. Auch die Einbindung der Queen als historische Gründungsfigur des magischen Instituts in London verleiht der Geschichte einen reizvollen britischen Anstrich.

Der Aufbau der Handlung verläuft zunächst etwas sprunghaft: Ein Prolog in der Vergangenheit legt den Grundstein für die Welt, bleibt jedoch in vielen Punkten vage. Erst nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen. Während Ben seine Reise antritt, wird auch die Entwicklung der magischen Ordnung über die Jahre hinweg angedeutet – ein gelungener Ansatz, der allerdings gelegentlich zu Unklarheiten führt.



Ben ist eine sympathische Hauptfigur, deren Geschichte berührt, auch wenn sein Handeln manchmal etwas impulsiv wirkt. Unterstützt wird er von seinem loyalen Freund Charlie und der klugen Halbelfe Natalie, die beide interessante Gegenpole bilden und der Handlung zusätzliche Dynamik verleihen.



Obwohl der Schreibstil an einigen Stellen noch etwas holprig wirkt, entwickelt sich eine spannende Erzählung, die gegen Ende deutlich an Fahrt aufnimmt. Der finale Konflikt bleibt offen – ein klassischer Cliffhanger, der Lust auf mehr macht. Viele Fragen bleiben unbeantwortet, was die Vorfreude auf den zweiten Band weckt.



Nico-Alexander Ludwig verleiht der Geschichte mit seinem lebendigen Vortrag genau die richtige Atmosphäre. Mit viel Gespür für Tonlage und Rhythmus haucht er den Charakteren Leben ein und macht die Welt des Royal Institute of Magic auch für jüngere Hörer greifbar.



Fazit:


Ein vielversprechender Auftakt mit eigenständigem Magiekonzept und spannenden Figuren. Zwar ist die Erzählweise stellenweise noch etwas unrund, doch der Reiz der magischen Welt und die geheimnisvolle Suche nach Bens Eltern sorgen für genug Spannung, um dranzubleiben. Eine Empfehlung für fantasiebegeisterte Kinder ab 10 Jahren – und alle, die Lust auf ein neues magisches Abenteuer haben.

Bewertung vom 17.05.2025
Janz, Tanja

Nordseefunkeln


gut

Lucia, erfolgreiche Moderatorin aus Berlin, wird durch einen Schwächeanfall jäh aus ihrem hektischen Alltag gerissen. Eine Auszeit muss her – und über ein Wohnungstauschportal landet sie im nordfriesischen St. Peter-Ording. Während sie sich auf Ruhe und Meerblick freut, kämpft ihre Tauschpartnerin Felke in Berlin mit eigenen Dämonen. Was folgt, ist ein vierwöchiger Neuanfang auf Zeit, bei dem nicht nur Hündin Tiffi und Oma Truels für Wirbel sorgen, sondern auch der charmante Nachbar Wilko samt ungewöhnlichem Haustier-Duo: zwei rotbunten Husumer Schweinen.

Tanja Janz verpackt Lucias Reise in einen angenehm lesbaren Wohlfühlroman. Die Beschreibungen der Nordseeküste sind lebendig und vermitteln Urlaubsstimmung, die Atmosphäre ist herzlich und heimelig. Auch die Idee des Wohnungstauschs bringt frischen Wind in die Handlung.

Allerdings bleibt die Geschichte über weite Strecken zu glatt. Konflikte werden rasch abgehandelt, Ecken und Kanten fehlen – vieles wirkt allzu vorhersehbar. Gerade Figuren wie Oma Truels oder Wilko hätten mehr Tiefe verdient. Auch Lucias Entwicklung verläuft geradlinig und ohne größere Stolpersteine.

Fazit:

"Nordseefunkeln" bietet eine nette Auszeit für zwischendurch – leicht, warmherzig und mit einer Prise Romantik. Wer einfach abtauchen will, wird gut unterhalten. Wer jedoch nach emotionaler Tiefe oder überraschenden Wendungen sucht, dürfte enttäuscht sein.

Bewertung vom 16.05.2025
Groß, Maria

Natürlich Maria


gut

Inhalt:

Maria Groß, Spitzenköchin und Gastgeberin der „Bachstelze“ in Erfurt, möchte mit ihrem Buch zeigen, wie mit „weicher Schlichtheit“ und wenig Aufwand gutes Essen gelingt. Das Buch ist in vier Rubriken gegliedert:

Die Welt ist bunt – Und diese Vorspeisen sind es auch!,
Koch dich glücklich – Unkomplizierte Wohlfühlrezepte,
Das Leben ist süß – Glücksmomente zum Teilen und
Marias Basics – Grundrezepte und Vorratshaltung.

Die Rezepte sind einfach gehalten, meist mit regionalen und saisonalen Zutaten. Neben gelungenen Ideen wie einem Wassermelonensalat mit grünem Spargel und Feta stehen sehr schlichte Klassiker wie Milchreis oder Eierkuchen mit Apfelmus. Wer auf regionale Spezialitäten aus Thüringen hofft, wird nur selten fündig – schade, denn hier hätte das Buch ein starkes Profil entwickeln können.


Sprache:

Der Ton ist warm, persönlich und direkt. Maria Groß schreibt in einer lebensnahen Sprache, die den Leser zum Nachkochen einlädt. Kleine Gedankenimpulse zum Glück und zur Freude an den kleinen Dingen durchziehen das Buch und sorgen für eine angenehme Stimmung. Die Texte wirken authentisch – das passt zum Anliegen der Autorin, Lebensfreude und Genuss miteinander zu verbinden.

Persönlicher Bezug:

Meine Erwartungen waren hoch – vielleicht zu hoch. Leider hat mich das Buch inhaltlich nicht überzeugt. Für seine Dicke enthält es zu wenig Rezepte, und viele Seiten bleiben halb leer. Die Auswahl ist meist schlicht, doch mir fehlt dabei der Reiz. Bis auf wenige Ausnahmen habe ich kein Gericht entdeckt, das ich unbedingt selbst ausprobieren möchte. Milchreis oder Eierkuchen mit Apfelmus etwa sind Klassiker, die man in jedem Grundkochbuch findet – wer braucht dafür heute noch ein Rezept?
Auch der Butterzopf mit Manitoba-Mehl zeigt eine gewisse Diskrepanz zwischen Anspruch und Alltagstauglichkeit – denn dieses Mehl habe ich in keinem Supermarkt gefunden.

Am meisten angesprochen hat mich die Rubrik "Marias Basics". Die einfachen Brotrezepte, Buttervariationen und Marmeladenideen sind praktikabel und charmant. Hier blitzt auf, was ich mir vom gesamten Buch gewünscht hätte: eine klare Handschrift, unkomplizierte Küche mit dem gewissen Etwas. Leider fehlt vielen der übrigen Rezepte genau das – sie bleiben zu schlicht, ohne durch besondere Akzente zu glänzen.

Fazit:

Ein schön gestaltetes, liebevoll geschriebenes Buch mit guter Botschaft. Doch inhaltlich bleibt es hinter den Erwartungen zurück. Wer einfache Alltagsküche mit Herz sucht, wird fündig. Wer kulinarische Inspiration, regionale Handschrift oder kreative Impulse erwartet, dürfte enttäuscht werden.

Bewertung vom 15.05.2025
Goldfarb, Tobias

Spekulatius macht Ferien / Spekulatius, der Weihnachtsdrache Bd.5


ausgezeichnet

Der kleine Weihnachtsdrache ist zurück – und diesmal zieht es ihn mitten in den Sommer! An der Seite seiner Freunde Mats und Matilda erlebt Spekulatius einen ganz besonderen Campingurlaub am Meer. Schon bald sorgt nicht nur die Entdeckung seiner neuen Lieblingsspeise – Eis! – für Begeisterung, sondern auch ein kleiner Delfin, der dringend Hilfe braucht. Gemeinsam mit seinen Freunden stellt sich Specki mutig der Aufgabe, den Meeresbewohner vor Beachmaster Bill und dessen Bande zu retten.

Die Geschichte sprüht nur so vor guter Laune, Leichtigkeit und Sommerfreude. Mit viel Witz, Sprachspielereien und einem Herz für kleine wie große Abenteuer gelingt Tobias Goldfarb ein Vorlesebuch, das Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen Spaß macht. Die lebhaften Illustrationen untermalen die fröhliche Stimmung perfekt und machen das Buch zu einem echten Sommer-Highlight im Kinderzimmer.

Besonders schön ist, wie vertraut einem die Figuren inzwischen geworden sind: Mats und Matilda wirken erneut sympathisch und tatendurstig, während Spekulatius mit seiner unverwechselbaren Art für viele Lacher sorgt.

Ob am Strand, im Zelt oder auf dem heimischen Sofa – Spekulatius macht Ferien ist ein warmherziges, turbulentes Ferienabenteuer, das Lust auf Sonne, Eis und Meer macht.


Fazit:

Ein sommerliches Vorlesevergnügen voller Witz, Herz und Abenteuerlust – Spekulatius sorgt auch fernab von Weihnachten für strahlende Gesichter.

Bewertung vom 15.05.2025
Harlow, Clare

Magic of Moon and Sea. Die Diebin der vielen Gesichter


sehr gut

In "Magic of Moon and Sea" entführt Clare Harlow ihre Leser in die düstere Hafenstadt Shelwich – einen Ort, in dem Magie mit den Gezeiten kommt und geht. Schon diese Idee ist außergewöhnlich und verleiht der Geschichte einen ganz eigenen Reiz. Das Wasserthema zieht sich stimmig durch den gesamten Roman, die Atmosphäre ist dicht, geheimnisvoll und mitunter angenehm schaurig. Besonders die detaillierten Beschreibungen der Gassen, Gebäude und Höhlen lassen ein lebendiges Bild vor dem inneren Auge entstehen.

Im Zentrum steht Ista Flit, ein Mädchen mit der Gabe, ihr Aussehen zu verändern – eine sogenannte Gesichtwandlerin. Doch sie nutzt ihre Fähigkeit nicht aus Leichtsinn oder Abenteuerlust, sondern weil sie ihren verschollenen Vater sucht. Ista ist mutig, schlau und schlagfertig. Mit ihrer Cleverness gelingt es ihr, andere zu täuschen und schwierige Situationen zu meistern. Die enge Bindung zu ihrem Vater verleiht ihr zusätzliche Stärke, und für ihre Freunde geht sie ohne Zögern durchs Feuer.

An ihrer Seite stehen der kluge, magielose Nat und die furchtlose Ruby – gemeinsam bilden sie ein wunderbar ergänzendes Trio. Die Figuren sind durchweg facettenreich gestaltet, auch die Gegenspieler wirken bedrohlich und tragen viel zur Spannung bei. Immer wieder sorgen überraschende Wendungen dafür, dass die Geschichte an Tempo gewinnt – Langeweile kommt hier keine auf.

Clare Harlows Stil ist flüssig, kindgerecht und dabei keineswegs banal. Für Leserinnen und Leser ab etwa zehn Jahren ist das Buch gut geeignet – spannend, fantasievoll und mit einem klaren Erzählfaden.

Fazit:

Ein starker Auftakt mit origineller Magie, einer mutigen Heldin und atmosphärischer Tiefe. Wer gern in fantastische Welten abtaucht, sollte sich Magic of Moon and Sea nicht entgehen lassen. Die Fortsetzung darf gern kommen!

Bewertung vom 15.05.2025
Weger, Nina Rosa

Spurlos verschwunden! / Die wilden Robbins Bd.2


sehr gut

Rieke und ihre Bande geraten in große Aufregung: Erst beschuldigen die „Ritter auf Rädern“ sie, deren Sprungrampe sabotiert zu haben – dann verschwindet auch noch Riekes Hund Murkel spurlos. Die Suche nach ihm führt zu vielen Verdächtigen, doch klare Hinweise fehlen. Spannung ist garantiert, denn die Robins müssen einige riskante Entscheidungen treffen. Gut, dass Brettis Bedenken und Riekes Zweifel für ein reflektiertes Gegengewicht sorgen.
Besonders gefallen hat mir das Zusammenspiel der vier Kinder, die trotz ihrer Unterschiede ein starkes Team sind. Auch Riekes liebevoller Umgang mit ihrer kleinen Schwester Minna überzeugt. Die Illustrationen sind detailreich, die Sprache altersgerecht und lebendig – schwierige Begriffe werden verständlich erklärt.


Fazit:

Ein spannendes Abenteuer mit Herz, Witz und einer starken Botschaft über Freundschaft und Zusammenhalt.
4 von 5 Sternen

Bewertung vom 15.05.2025
Schier, Petra

Pfotenglück und Sommerwellen / Lichterhaven Bd.8


gut

Inhalt:

Isalie Hansen lebt ihren Traum: Als erfolgreiche Influencerin und Marketingexpertin berät sie Unternehmen, gibt Tipps auf Social Media – und erreicht damit ein riesiges Publikum. Doch der nächste Auftrag bringt sie ausgerechnet aufs Land: Ein Bauernhof an der Nordseeküste braucht dringend neue Impulse. Für Isalie völliges Neuland. Max, der geschiedene Hofbesitzer und alleinerziehende Vater zweier Kinder, hält von der Idee, sich von einer großstädtischen Social-Media-Frau helfen zu lassen, herzlich wenig. Zwischen Vorurteilen, beruflichen Herausforderungen und einem traurigen Neufundländer entwickelt sich eine leise Annäherung – auf beruflicher wie privater Ebene.

Sprache und Stil:

Petra Schier bleibt ihrem bewährten Stil treu: angenehm flüssig, mit lebendigen Perspektivwechseln. Neben Isalie und Max kommt auch Hund Samson zu Wort – eine emotionale Erzählstimme, die berührt, ohne ins Sentimentale zu kippen. Besonders für Tierfreunde ist das ein charmantes Extra. Das Küstenflair und der familiäre Rahmen erzeugen eine stimmige Atmosphäre, in der man sich schnell zu Hause fühlt.

Stärken und Schwächen:

Ein großer Pluspunkt ist die glaubwürdige Darstellung von Max’ familiärem Rückhalt. Seine Eltern springen ein, wo sie können – ein wertvoller Realismus, der in Liebesromanen selten so selbstverständlich gezeigt wird.

Weniger überzeugend gelingt die berufliche Komponente: Isalies Strategien greifen sehr schnell, und dass Max sich so rasch von Skepsis zu Kooperation wandelt, wirkt etwas glatt. Auch die Liebesgeschichte verläuft ohne größere Spannungsbögen oder unerwartete Wendungen – gefällig, aber vorhersehbar.

Fazit:

Ein herzerwärmender Sommerroman mit vertrauter Wohlfühlformel und einem Hauch Nordseewind. "Pfotenglück und Sommerwellen" liefert solide Unterhaltung für Fans der Reihe, bleibt jedoch emotional etwas blasser als frühere Bände.
Drei von fünf Sternen.