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flowers.books

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Insgesamt 155 Bewertungen
Bewertung vom 20.03.2020
Flattery, Nicole

Zeig ihnen, wie man Spaß hat


gut

Meine Meinung und Inhalt

"Es gab so viele Bezeichnungen für das, was ich getan hatte, dass ich kaum wusste, wo ich anfangen sollte. Kein Mensch in diesem Hinterzimmer war auf meine Peinlichkeiten vorbereitet. Ich gab mir Mühe, in jeden Satz möglichst viel Schande zu packen, um keine Zeit zu verschwenden." (ZITAT)

Acht Erzählungen über acht Frauen, die ein und dieselbe Person zu unterschiedlichen Zeiten ihres Lebens sein könnten: Die Studentin, die in „Abtreibung. Eine Liebesgeschichte“ mit ihrem Professor schläft, könnte die Collegeabgängerin sein, die in „Zeig ihnen, wie man Spaß hat“ in ihrer irischen Heimatstadt einen Tankstellenjob annimmt, oder die Lehrerin, die in „Noch nicht das Ende“ ihre Freizeit mit Blind Dates verbringt. Eine dieser Frauen wird irgendwann stundenlang unbeweglich auf dem Badezimmerboden liegen. Für eine andere ist sogar das Anziehen zu einer Quelle der Verwirrung geworden.

Dieses spezielle Buch hat mich an vielen Stellen, meistens gleich schon zu Beginn der neuen Story, ratlos gemacht. Der Schreibstil ist gut aber gleichzeitig auch sehr diffus.

Auch als ich mit dem Buch fertig war, war ich unschlüssig, wie ich es beurteilen konnte. Meiner Meinung nach ist es sehr grotesk, radikal und zugleich überraschend gut und neuartig. Man muss sich als Leser sehr auf die einzelnen Frauen einlassen. Flatterys Kurzgeschichten spielen mit dem Absurden und driften manchmal ins Surreale. Viele haben mich nachdenklich zurückgelassen, einige habe ich nochmals gelesen.

"Ich gewann Einblicke in meine persönliche Gewohnheiten, ohne die ich noch jahrzehntelang fröhlich weitergelebt hätte. Dieses innerliche Aufdröseln vollzog sich nicht sonderlich schnell. Selbst die Katastrophe meines eigenen Lebens bekam ich noch eindrucksvoll langsam hin." (ZITAT)

Das extravagante Cover ist definitv sehr passend gewählt.

Nicole Flattery, geboren 1990, lebt in Galway. Sie erhielt den White Review Short Story Prize 2017. Zeig ihnen, wie man Spaß hat ist ihr erstes Buch.

Bewertung vom 13.03.2020
Weßling, Kathrin

Nix passiert (eBook, ePUB)


sehr gut

Meine Meinung und Inhalt

"Dann habe ich versucht, zu weinen, aber das ging einfach nicht, egal, wie fest ich gepresst habe, egal, wie oft ich geblinzelt habe, da kam einfach keine einzige Träne und dabei löst Heulen doch die Anspannung, glaube ich, und dann würde sich meine Brust ... So fühlt sich das an, ich laufe mit Jennys Arm in der Brust durch Berlin und keiner sieht's außer ich." (ZITAT)

Kathrin Weßling beschreibt meiner Meinung nach Dinge, die mir aus der Seele sprechen. Dinge, die viele schon genau so gefühlt haben. Sie schreibt flüssig, ehrlich, humorvoll und sehr direkt, sodass ich schon nach kurzer Zeit Fan von ihrem Schreibstil geworden bin. Das Buch ist geprägt mit sehr vielen tollen Sätzen, die ich mir alle sofort markieren musste.

"Ich meine, zwischen den Daily Tasks wie Selbsthass, Panikattacken und das Smartphone checken hab ich noch einen Time-Slot frei für irre Hoffnung auf Dinge, die niemals passieren werden. Keine Ahnung, wann ich endlich ein Gefühlsburnout habe und mein Gehirn keinen Bock mehr auf diese Qual hat, aber erfahrungsgemäß kommt irgendwann immer der Tag, an dem man begreift, dass kein Gedanke Liebeskummer heilt. Weil ein gebrochenes Herz keine komplizierte Aufgabe ist, die man lösen kann, denkt man nur lange und ehrgeizig genug darüber nach. Kein einzelner Gedanke wird es je sein, der heilt. Es gibt keine richtige Lösung, weil Liebeskummer ein Problem ist, das sich selber löst, eine Gleichung, die man einfach in Ruhe lässt und eines Tages schaut man wieder hin und sieht, dass die Aufgabe verschwunden ist und das Ergebnis ist man selber, so einfach ist das, so banal, so schwer zu ertragen, dass man da wirklich nicht viel machen kann." (ZITAT)

Weßling beschreibt Gefühle sehr authentisch, denn so kann man sich als Leser wirklich gut in den Protagonisten Alex hineinversetzen und auch in eine Panikattacken, die ihn seit seinem 15. Geburtstag begleiten. Nach der Schule ist er nach Berlin gezogen – wegen der Angst.

"Aber Angst nimmt keine Rücksicht. Die kommt, wann sie will. Und sie geht erst wieder weg, wenn Alex sich ihr stellt." (ZITAT)

Bei der Wahl des Covers bin ich ziemlich unschlüssig, ob es mir gefällt. Vielleicht soll es das Gedankenchaos von Alexander gemischt mit den Problemen in Braus im Elternhaus widerspiegeln. Alex muss sich nach der Trennung fragen, warum er in Braus die Sicherheit sucht, die ihm Berlin nicht bietet, während er die Kleinstadtbewohner mit Verachtung straft.


Hier auch ein toller Artikel / Interview zu dem Buch:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/kathrin-wessling-und-ihr-buch-nix-passiert-der-roman-fuer.1270.de.html?dram:article_id=469766

Bewertung vom 09.03.2020
Bayard, Inès

Scham


sehr gut

Meine Meinung und Inhalt

"Maries Fäuste dagegen lagen auf dem Tisch. Ein einziger tragischer Vorfall in ihrem Leben hatte zu dieser Tat geführt. Nun sah sie endlich friedlich aus. Ihre Gesichtszüge waren entspannt, ihr Körper frei von jedem sinnlosen Schmerz. " (ZITAT)

Schon nach den ersten Seiten hat mich das Buch emotional mitgerissen. Der Prolog (auch wenn er nicht als solcher betitelt wurde) beginnt mit dem Ende der Geschichte. Ich habe mich sofort gefragt - was passiert hier. Wie konnte das alles soweit kommen. Der letzte Ausweg? Und ab diesem Zeitpunkt hatte mich die Autorin Bayard in ihre Geschichte gefangen.

"Bevor weitere Enthüllungen die ersten Urteile nach sich ziehen, halten wir einen Moment inne und lassen die Gestalt der toten Frau auf uns wirken, die im Kreis ihrer Lieben als Einzige noch aufrecht am Tisch sitzt." (ZITAT)

In "Scham" geht es um die junge Marie. Ihr Leben scheint perfekt. Ihr Mann ist Anwalt und beide haben beschlossen, ein Kind zu bekommen. Da passiert das Unfassbare. Marie wird von ihrem Chef auf dem Heimweg brutal vergewaltigt. Und er setzt sie so unter Druck, dass sie niemandem, nicht einmal ihrem Mann, davon erzählt.

Als Leser muss man mit ansehen, wie der Protagonistin der Moment, in welchem sie noch Hilfe suchen könnte, entgleitet, und wie sie vom Opfer zur Täterin wird.

Die Vergewaltigungsszene ist schockierend und radikal geschildert, sodass spätestens hier klar wird, dass "Scham" keine locker leichte Lektüre ist.

Man selbst fühlt sich verzweifelt, kann von der Autorin geschilderte Gedankengänge von Marie nachvollziehen und erwartet selbst von ihrem Mann, dass er was merkt. Man spürt den wachsenden Hass von Marie und die schiere Ausweglosigkeit.

"Er verschließt die Augen vor den Tatsachen, liebt seine Frau von ganzem Herzen, ahnt nichts von ihrer Verzweiflung." (ZITAT)

Das Cover ist meiner Ansicht nach sehr gut gewählt und gefällt mir gut.

Absolute Leseempfehlung!

Inès Bayard, geboren 1992 in Toulouse, lebt derzeit in Berlin. Scham ist ihr erster Roman und stand in Frankreich auf der Longlist für den Prix Goncourt 2018.

Bewertung vom 04.03.2020
Zantingh, Peter

Nach Mattias


sehr gut

Meine Meinung und Inhalt

"Trauer ist wie ein Schatten. Der richtet sich nach dem Stand der Sonne, fällt morgens anders als abends. Der lehnt dunkel und geduldig an der Wand, streckt sich in voller Länge über den Asphalt aus oder zeichnet hinter deinem
Rücken die Silhouette einer graziös drohenden Schlange auf den zu lange nicht gemähten Rasen." (ZITAT)

In "Nach Mattias" geht es um einen jungen Mann in den Dreißigern, der von einem Tag auf den anderen nicht mehr da ist.
De Autor Peter Zantingh schildert aber eigentlich die Geschichte von acht anderen Menschen, deren Leben wegen Mattias' Tod eine andere Richtung einschlagen.
Manche von ihnen standen Mattias sehr nah, z.B. Amber, seine Freundin, andere kannten ihn kaum.

Jeder hat seine eigene Geschichte und seinen eigenen Bezug zu Mattias.
Und so nach und nach erhält man als Leser Einblicke ins das Leben von Mattias, wer er war und was mit ihmn passiert ist.

Es stehen zwar Tod und Verlust in diesem Buch im Mittepunkt, dennoch hat er etwas Hoffnungsvolles, denn dieses Buch handelt auch von dem Mut, den es braucht, positiv zu bleiben.

Das Cover von "Nach Mattias" gefällt mir aufgrund seiner Schlichtheit recht gut.

Der Schreibstil des Autors ist sehr ruhig, klar und angenehm zu lesen. Durch den kapitelweisen Wechsel der Perspektive der Charaktere ist das Buch äußerst abwechslungsreich.


Ein Buch, in dem alle Aspekte und Konsequenzen behandelt weren, die das plötzliche Verschwinden eines Menschen auf das Leben derjenigen, die zurückbleiben, haben kann.
Absolute Leseempfehlung aufgrund der tollen Umsetzung !

Bewertung vom 30.12.2019
Salmen, Patrick

Ekstase - ist doch auch mal ganz schön


sehr gut

Eine Taxifahrt in Wuppertal, der Fahrer betrachtet mich seit Längerem skeptisch durch den Rückspiegel.
Ich:" Darf ich fragen, warum Sie mich so anstarren?
Fahrer: "Ist doch egal."
Ich: "Sagen Sie schon."
Fahrer: "Na gut. Sie sind wunderschön.
Ich: "Oh, danke."
Fahrer: "War ein Scherz. Bitte legen Sie den Döner weg."


Nachdem ich bereits seine Bücher

Ich habe eine Axt
Die Letzten werden die Ersten sein. Es sei denn, sie sind zu langsam.
Genauer betrachtet sind Menschen auch nur Leute
Treffen sich zwei Träume. Beide platzen.

verschlungen und den Slam-Poeten bereits zweimal live gesehen hatte, musste ich nun auch sein neustes Werk lesen. Hier geht es von bitterböse bis herrlich selbstironisch.

Auch diesmal konnte er mich mit seinen unterhaltsamen Kurzgeschichten, absurden Dialogen und spitzfindigen Beobachtungen begeistern. Nicht nur Achtsamkeit, Hygge, Digital Detox und Influencer bekommen so ihr Fett weg, dem Leser wird auch mit wertvollen Life Coachings geholfen. Und ganz nebenbei nimmt Salmen auch noch das Autoren- und Eltern-Dasein unter die Lupe. Das Eltern-Dasein vielleicht mehr als in seinen anderen Büchern.

Patrick Salmen ist Lyrik- und Prosaautor, Slam-Poet und Kabarettist. 2010 wurde er deutschsprachiger Meister im Poetry Slam. Im Folgejahr gelang es ihm, den Vizemeistertitel einzuheimsen. Wenn er mal nicht in ganz Deutschland auf Tour ist, lebt und arbeitet er in Dortmund. Ob mit seinen Soloprogrammen oder auf Lesebühnen unterwegs, er begeistert ein stetig wachsendes Publikum.


Menschen sind seltsam. Menschen sagen Dinge wie: "Also, wir haben schon seit Jahren keinen Fernseher mehr." Und dann schauen sie auf dem Laptop Netflix. Sie schauen Tausende Serien, bingwatchen bis zum frühen Morgen und sagen Dinge wie: "Dogs of Berlin" hat mich aus narrativen Gesichtspunkten wirklich sehr angesprochen. Brilliantes Casting, unerwartete Wendungen, feiner Klimax.

Bewertung vom 02.12.2019
Fitzek, Sebastian

Das Geschenk


ausgezeichnet

Meine Meinung und Inhalt

"Milan wunderte sich. All die Jahre, die verlorenen Monate und Wochen, in denen er darum gekämpft hatte, dass ihm niemand die Maske herunterriss, hatte er einen ständigen Begleiter gehabt. Unsichtbar für andere wie ein Tinnitus. Eine schief klingende Stimmgabel im Ohr, die nicht aufhören wollte zu schwingen, immun gegen jeden Trick, den er anwandte, um sie zum Verstummen zu bringen." (ZITAT)

In „Das Geschenk“ geht um den Protagonisten Milan Berg.

Dieser wird von Zeus, dem „Gefängnisgott“ in der JVA Tegel dazu genötigt, seine Geschichte zu erzählen.

"So weit, seine letzte Chance wahrzunehmen, indem er Zeus alles erzählte. Die ebenso unglaubliche wie grauenhafte Geschichte, die ihn einmal quer durch die Hölle bis hierher ins Gefängnis geführt hatte. Und um Zeit zu schinden, um wenigstens noch einige Stunden am Leben zu bleiben, begann er von Anfang an." (ZITAT)

Seine Geschichte beginnt damit, dass er eines Tages an einer Ampel steht, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen, welches völlig verzweifelt einen Zettel gegen die Autoscheibe presst.

Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Für Milan ist sein Analphabetismus (bezeichnet man kulturell, bildungs- oder psychisch bedingte individuelle Defizite im Lesen oder Schreiben bis hin zu völligem Unvermögen in diesen Disziplinen) sehr belastend, sodass es nur wenige Menschen gibt, die darüber Bescheid wissen.

Milan spürt jedoch schnell, dass das Mädchen in Gefahr sein muss. Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiterzuleben – und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden.

Ein fesselnder Psychothriller, geprägt von unerwarteten Wendungen, mit dem mich Sebastian Fitzek auch dieses Mal völlig begeistern konnte.

Daher absolute Leseempfehlung meinerseits und ein tolles Geschenk zu Weihnachten, nicht zuletzt wegen der schönen Limitierte Sonderausgabe, welche mein Regal schmückt.

Sebastian Fitzek, geboren 1971 in Berlin, ist ein deutscher Schriftsteller. Er studierte Jura, promovierte im Urheberrecht und arbeitete schließlich als Chefredakteur und Programmdirektor für verschiedene Radiostationen in Deutschland. Seit 2006 schreibt Fitzek Psychothriller, die allesamt zum Bestseller wurden. Sein Debüt "Die Therapie", eroberte innerhalb kürzester Zeit die Taschenbuch-Bestsellerliste und wurde als bestes Krimi-Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Viele seiner Werke wurden erfolgreich verfilmt, unter anderem Die Therapie, Das Joshua-Profil, Amokspiel, Passagier 23 und Das Kind. 2017 wurde der Autor mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Außerdem trägt er den Titel Autor des meistverkauften Buchs in Deutschland (AchtNacht). Der Autor lebt heute mit seiner Frau Sandra und den zwei Kindern in Berlin.

Bewertung vom 27.11.2019
Schröder, Johannes

World of Lehrkraft


ausgezeichnet

Meine Meinung und Inhalt

„Ich bin Lehrer. Nein, es ist noch schlimmer: Ich bin Deutschlehrer. Ich führe ein Leben am Korrekturrand der Gesellschaft. Durch meine Adern fließt rote Tinte. Ich wurde mit Buchstabensuppe gestillt.Manche sagen, ich sei das Ergebnis einer beruflichen Fehlentscheidung. Aus meiner Sicht handelt es sich eher um eine ganze Verkettung von Fehlentscheidungen. Aber jetzt ist es, wie es ist. Ich bin Beamter mit Frustrationshintergrund.“ (ZITAT)

Herr Schröder schreibt wie kein anderer humorvoll und komisch über den Schulalltag. Ich selbst durfte bei einem Live-Auftritt seinen unglaublich schlagfertigen und trockenen Humor genießen.

Geboren 1974 in Berlin, unterrichtete Johannes Schröder zwölf Jahre lang im baden-württembergischen Offenburg. Bis 2014. Dann verbrachte er ein Jahr in Kanada, mit dem Ziel vor Augen, ein Comedyprojekt umzusetzen. In „World of Lehrkraft – ein Trauma geht in Erfüllung" spricht der Schröder über das Leben am Korrekturrand der Gesellschaft, über intellektuell barrierefreien Unterricht und die Schulhof-Lebenserwartung der Pubertiere.

"Wir benutzen pro Tag 160 Metaphern, sie sind sehr präsent. Die Metapher ist kein Stilmittel, sondern eine Art zu denken. Wenn ich also sage „Unsere Liebe war ein Strohfeuer", dann ist das eine lupenreine Metapher. Sie vergleicht aber zwei total unterschiedliche Bereiche miteinander. In diesem Fall vergleiche ich eine Emotion, die Liebe, mit einem landwirtschaftlichen Kollateralschaden, dem Strohfeuer. Oder wenn ich sage „Du bist meine Sonne" – dann wissen alle, was gemeint ist: Du bist hell, du bist warm, du strahlst, du bist der Mittelpunkt meines Universums. Niemand würde auf die Idee kommen: Du bist rund und krebserregend." (ZITAT)

FAZIT

"World of Lehrkraft" konnte bei mir nicht nur wegen des tollen Covers und dem einprägsamen Titel punkten, sondern hat mir auch ein großes Lesevergnügen bereiten können.

Auf amüsante und pointierte Weise zeigt Schröder ein Bild der derzeitigen Schullandschaft und konnte mich so oft zum Lachen bringen. Sicherlich werden sich hier viele Lehrer und auch Schüler wiederfinden. Mit viel Wortwitz und Charme schildet Herr Schröder seine Erfahrungen an vorderster Front des Klassenzimmers.

Absolute Leseempfehlung meinerseits für diesen Stimmungsaufheller!

Bewertung vom 25.11.2019
Hannes, Julian

Der Mensch ist böse


sehr gut

Meine Meinung und Inhalt


"Der Killer mit den meisten bestätigten Opfern ist Dr. Harold Shipman, ein englischer Hausarzt, der viele seiner Patienten durch Heroininjektionen tötete. 218 Tote gehen mindestens auf sein Konto, es können jedoch auch weit über 400 gewesen sein." (ZITAT)

Mord, Totschlag, Diebstahl, Entführung und Einbruch. Jeden Tag passieren überall auf der Welt die schlimmsten Verbrechen. In unserer Fantasie finden diese Taten immer an dunklen, einsamen Orten statt und der Täter ist ein geheimnisvoller Unbekannter. Die Realität sieht völlig anders aus. Nicht umsonst ermittelt die Polizei immer zuerst im Umfeld des Opfers. Die Täter sind oft der eigene Partner, der Nachbar oder der beste Freund.

"Schaut man auf die Statistiken, wurden in Deutschland in den letzten Jahren konstant über 90 Prozent aller Morde aufgeklärt. Das heißt aber auch, dass es jene weniger als zehn Prozent an Fällen gibt, die ungeklärt bleiben – und jedes Prozent davon ist bei solch schwerwiegenden Delikten eines zu viel." (ZITAT)

In seinen Geschichten zeigt Julian Hannes alias Jarow die schlimmsten menschlichen Abgründe. Hannes schildert über Psychopathen, Serienmörder, die Fälle über Maddie McCann und Rebecca R., ein Horrorhotel, Alcatraz Fluchtversuch, Spürhunde, Cyberkriminalität, Stalking und Selbstjustiz.

Seine Themen sind brisant, interessant, spannend und aufschlussreich.

Er selbst stellt ein eigenes Fazit dar, was ich als Leser als sehr positiv empfinde. Das Cover hätte ich etwas schlichter gewählt und gefällt mir weniger gut.

Als Leser entdeckt man oft Fälle, von denen man schon mehrmals gehört bzw. gelesen hatte. Die Gestaltung der einzelnen Abschnitte finde ich sehr übersichtlich, ebenso die Interviews mit dem Criminal Profiler Mark T. Hofmann, der erklärt, wie es passieren kann, das eigentlich ganz normale Menschen zu solch schlimmen Verbrechen fähig sind.

Klare Leseempfehlung meinerseits!

Julian Hannes gehört mit über 1,9 Mio YouTube Abonnenten zu den angesagten YouTubern in Deutschland. Bekannt wurde er durch seine Formate „Kranke Welt“ und „X-Faktor“, in denen er seien Leidenschaft für ungeklärte Mysterien und wahre Verbrechen zum Ausdruck bringt. In seinen Videos berichtet er unter anderem über kontroverse und schlimme Dinge, die in der Welt geschehen und fasziniert seine Community mit gruseligen Horrorgeschichten und unlösbaren Rätseln.

Bewertung vom 06.11.2019
Sarenbrant, Sofie

Hinter deinem Rücken


gut

Jede Frau träumt davon, sich hier frisieren zu lassen – bei Stefano de Luca, im angesagtesten Salon Stockholms.

Als die wunderschöne Angelina Silver dort zu arbeiten beginnt, scheinen die Geschäfte noch besser zu laufen.

Nur Jenny, bisher der Star des Salons, beäugt missgünstig die Künste ihrer neuen Kollegin, die aus ihrer Herkunft ein Geheimnis macht.

Dann wird der erste Kunde ermordet – und das ist erst der Anfang.

„In einem Salon voller Spiegel kann niemand etwas verbergen.“ (ZITAT)

Bei manchen Szenen haben mir persönlich einige Anhaltspunkte gefehlt, damit man als Leser sofort gut und flüssig folgen konnte.

Die gespannte Atmosphäre im Salon konnte man sich dafür als Leser sehr gut vorstellen, denn diese war durchaus realistisch und ich fühlte mich beim Lesen in Mitten des Gezeters und in der Geheimniskrämerei. Die Story wurde aus wechselnden Perspektiven erzählt, was ich sehr positiv und auflockernd fand.

Cover, Titel und Klappentext wecken sofort das Intresse eines jeden Thriller-Liebhabers und gefallen mir sehr gut!

Ein Thriller mit einem ungewöhnlichen Schauplatz und einer guten Idee, jedoch bleibt die Spannung etwas auf der Strecke!

Bewertung vom 04.11.2019
Delacourt, Grégoire

Die Frau, die nicht alterte


sehr gut

Meine Meinung und Inhalt

"Mit zehn Jahren sah ich haargenau aus wie eine Zehnjährige. Ich träumte von einem Pony wie Jane Banks aus Mary Poppins - den Film hatten wir alle zusammen im Cinema Le Royal geschaut." (ZITAT)


Nachdem mich sein Buch "Das Leuchten in mir" absolut in den Bann gezogen hatte, musste ich sein neustes Werk "Die Frau, die nicht alterte" unbedingt lesen.

Darin geht es um die Protagonistin Martine (später Betty), welche ein glückliches Leben mit Ende zwanzig führt. Sie hat studiert, mit André den Richtigen gefunden, ihn geheiratet und einen Sohn zur Welt gebracht. Die Zukunft ist für sie ein großes Versprechen. Doch als sie mit dreißig plötzlich aufhört zu altern, gerät alles ins Wanken. Dazu muss sie noch ein Leben ohne Mutter führen, denn ihre Maman ist sehr bald gestorben.

"Ich vermisste Mamam. Ihre Arme, ihr Atem hatte mich verwaist zurückgelassen, mir fehlte jede ihrer Poren, jedes Haar, jede Silbe, die sie mir nicht hatte schenken können. Genau wie Papa lief ich nur noch auf einem Bein." (ZITAT)


Für jede Frau klingt das zuerst sehr verlockend, wer wünscht sich dieses Phänomen schließlich nicht. Doch anfängliche Euphorie wird schnell gedämpft und alles ist nicht so einfach wie es scheint. Die offensichtiche Altersdistanz wird - zumindest optisch - immer größer, sowohl zu ihrem Mann als auch bald zum Sohn.

"Ich wusste um das Chaos, das sich anbahnte. Ich wusste um die Freude und die Fassungslosigkeit. Ich wusste um den Segen und den Fluch." (ZITAT)


Grégoire Delacourt hat einen absolut großartigen Schreibstil. Bei seinen Texten muss man einige Male innehalten und diese wirken lassen.

Die Covergestaltung gefällt mir sehr gut und passt perfekt zu seinen bisher erschienenen Büchern.


Der französische Autor Grégoire Delacourt wurde am 26. Juli 1960 in Valenciennes geboren. Nach einer Ausbildung in der Jesuitenschule La Providence studierte er Rechtswissenschaften in Grenoble. Seit 2004 führt er mit seiner Frau Dana Philp eine eigene Werbeagentur. In Frankreich etablierte sich Delacourt bereits 2011 mit seinem Roman "L’Écrivain de la famille" als Schriftsteller und erhielt zahlreiche Literaturpreise. Mit seinem zweiten Roman "Alle meine Wünsche" gelang ihm auch der Durchbruch in Deutschland und 26 anderen Ländern. Delacourt lebt mit seiner Familie in Paris.