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Insgesamt 1450 Bewertungen
Bewertung vom 12.10.2025
Lewis, Caryl

Wilder Honig


weniger gut

überhaupt nicht mein Buch

Ich hab mich hier vom Klappentext ein bisschen täuschen lassen, denn ich habe eine völlig andere Geschichte erwartet. Passiert mir inzwischen selten, dass ich bei der Buchwahl dermaßen daneben liege, aber dieses Buch hat mir einfach gar nicht gefallen.

Thematisch fand ichs ehrlich gesagt schwierig, vieles kam mir wenig authentisch und irgendwie aus der Luft gegriffen vor. Entscheidungen und Verhaltensweisen der Figuren waren für mich wenig nachvollziehbar und generell habe ich es so empfunden, als ob es eigentlich kaum tatsächliche Handlung gab

Zentrales Element im Buch sind die Briefe des Verstorbenen. Ich seh, wo man damit hinwollte, aber stilistisch war das tatsächlich überhaupt nicht mein Fall. Ich habe es nicht als poetisch sondern eher als schwülstig empfunden und hab mich gefühlt stellvertretend für Hannah darüber aufgeregt.

Ja, man lernt so einiges über Bienen, aber die eigene Beziehung und das Leben damit zu vergleichen verschönte hier für mich eine Situation, die ich als sehr grenzwertig empfunden habe. Ich sage nicht, dass man Johns Sicht nicht vielleicht sogar nachvollziehen kann, aber rein inhaltlich und auch wie es hier übermittelt wird, das hat hauptsächlich meine Wut befeuert.

Positiv möchte ich den ruhigen, fast schon stoischen Erzählstil der „normalen“ Handlung hervorheben. Das hat sich toll lesen lassen, auch wenn ich es inhaltlich sehr unbefriedigend empfunden habe. Ich bin definitiv nicht die Zielgruppe

Bewertung vom 12.10.2025
Henn, Carsten Sebastian

Sonnenaufgang Nr. 5


ausgezeichnet

Eine Frage der Perspektive

Carsten Henn versteht es einfach, Geschichten zu erzählen, die ins Herz treffen, die beklemmen, einem das Herz schwer werden lassen, bei denen lachen und weinen nah beieinander liegen. Die Geschichte einer gealterten Diva, von der Gnadenlosigkeit des Showbusiness und dem Danach.

Ich fand die Erzählweise zwar etwas eigentümlich: alles dreht sich um die ehemalige Ikone Stella Dor, aber die, die ihr Leben berühren bekommen ebenfalls kleine, persönliche Episoden und Anekdoten, sodass es gar nicht unbedingt eine Geschichte über Stella, sondern über Lebenswege, Beziehungen und Schicksale ist.

Und während Gegenwart und Vergangenheit zwischen den Geschichten und Erinnerungen verschmelzen, findet eine Bewegung statt. Der Autor gibt seinen Figuren Ecke und Kanten, kleine Eigenheiten, die aufreiben und liebswürdig sind

Das Buch ist voller Schlüsselmomente im Leben der Figuren. Augenblicke, die verfliegen, aber so viel bedeuten, dass wir uns an ihnen festhalten.

Ich habe dieses Buch wieder sehr genossen und kann es nur wärmstens empfehlen

Bewertung vom 12.10.2025
Woods, E. V.

Girls of Dark Divine - Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.


sehr gut

Ein düsteres Märchen

Ich fand die Buchbeschreibung super interessant und hatte richtig Lust auf dieses Buch, das wie eine dunklere Version eines Märchens anmutet. Ballett trifft auf einen unheilvollen Fluch und eine mutige Protagonistin will sich nicht länger ihrem Schicksal fügen.

Das Theatersetting und die Aufmachung rund um die Marionettes fand ich tatsächlich super gut angelegt. Es gibt dem ganzen eine anmutige aber auch geheimnisvolle Stimmung. Das Schicksal der Mädchen offenbart sich erst im Verlauf der Geschichte in vollem Ausmaß, auch wenn direkt der Einstieg schon super spektakulär und düster ist.

Die Geschichte hat einen durchaus unheimlichen und bedrohlichen Touch und hat was von einen Teufelspakt, was viel zum märchenhaften Charakter der Erzählung beiträgt.

Neben den Fanatsy-Elementen stehen vor allem die Freundschaften zwischen den Mädchen und die ätherische Liebesgeschichte im Fokus. Das Buch biete von allem etwas und überzeugt durch den betörenden, aber unheilvollen Vibe.

Toll geschrieben und stimmungsvoll geplottet. Mir gefällts

Bewertung vom 12.10.2025
Erdmann, Kaleb

Die Ausweichschule


gut

wie füllt man die Leere?

Ich fand das Thema brisant und interessant zugleich. Und die voyeuristische Perspektive fand ich aus True Crime Wicht eigentlich auch ganz spannend. Ich habe hier aber tatsächlich mit der Aufbereitung und dem Erzählstil gehadert.

Die Erzählung wirkt sprunghaft, unfokussiert und gleichzeitig effektheischerisch. Der Protagonist gibt ja selbst immer wieder zu seine Erinnerungen gezielt verfälscht zu haben, unsicher zu sein, was er wirklich sah und erlebt hat. Und diese Unschärfe bestimmt gefühlt auch den Text. Und zwischen dem was zählt und bewegt immer wieder Nichtigkeiten.

Ich hatte wirklich eine harte Zeit mit diesem Buch und bin mir auch jetzt am Ende unschlüssig, ob ich wirklich Zugang zum Text gefunden habe. Was mir aber gut gefallen hat, das waren die vielen verschiedenen Blickwinkel, die auf die Tat selbst und den Täter geworfen wurden.

Hätte für meinen Geschmack noch pointierter und dichter erzählt werden können, mich haben die Unterbrechungen und unzusammenhängenden Alltagsbanalitäten immer etwas aus dem Tunnel rausgerissen.

Bewertung vom 12.10.2025
Follett, Ken

Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit


sehr gut

Es wird wieder gebaut

… wenn auch dieses Mal deutlich weniger. ich bin ja großer Fan der historischen Romane von Ken Follett und Stonehenge fand ich in diesem Zusammenhang einen coolen und interessanten Aufhänger. bIn aber ehrlich, hätte mir niemand gesagt, dass es in diesem Buch um die berühmte Steinformation geht, es wär mir nicht aufgefallen. Ja, es dient als Schauplatz des Buches, rückt aber selbst derart in den Hintergrund, dass es fast schon kaum eine Rolle spielt.

Ich Vergleich zu anderen Romanen des Autors hatte dieses Buch für mich ein paar Längen. Und obwohl die Handlung rund um Seft vielversprechend begann, dauert es wahnsinnig lange bis Entdeckergeist und Schöpferische Tätigkeiten, die ich bei Ken Follett immer begeistert verfolge und die für mich zentrales Element seiner Bücher sind, überhaupt begannen und selbst dann nur so als Nebenrauschen. Das Handwerk steht dieses Mal deutlich weniger im Vordergrund, als man es gewohnt ist.

Die Handlung wird wieder hauptsächlich durch die Figuren getrieben und beschäftigt sich viel mit den Dynamiken zwischen und innerhalb der drei wichtigsten Völker, die das Land rund um Stonehenge bewohnen. Das ewige hin und her zwischen den Bauern und den Hirten und die Waldbewohner, die wie ein Kollateralschaden zwischen die Fronten geraten, die Zwistigkeiten und Konflikte waren irgendwann ganz schön ermüdend und anstrengend zu verfolgen. Hier gab es gefühlt auch einiges an Wiederholungen innerhalb der Verhaltensmuster und Probleme, sodass man das ganze kompakter hätte fassen können.

Den Schreibstil fand ich gewohnt flüssig und rund, wieder sehr bildhaft und die Figuren durchaus nahbar und sympathisch. Es ist nicht mein liebstes Buch von Ken Follett, aber auch bei weitem nicht das schlechteste. Für mich solides Mittelfeld und trotz der Länge im Mittelteil durchaus wieder unterhaltsam und lesenswert

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.10.2025
Haller, Elias

Todesstimme


sehr gut

Perfider Podcast

Den ersten Teil der Tara-Kronberg-Reihe habe ich mit gemischten Gefühlen verfolgt und auch wenn ich den Fall selbst dieses Mal total grandios fand, habe ich immer noch zwiespältige Empfindungen den Figuren selbst gegenüber. Trotzdem war dieser zweite Band für mich deutlich stärker als der erste und macht Lust auf mehr von dieser unglaublich coolen Kriminalhauptkommissarin.

Der Podcast war ja mal ein absoluter Stimmungsmacher: gefährlich, düster, tödlich. Die abgedruckten Interviews waren super unheimlich, haben aber maßgeblich zur Atmosphäre beigetragen. Auch die Ermittlungen in diesem Fall und wo sie Tara hinführen, waren einfach stark und spannend zu verfolgen. Das Thema ist creepy und super gruslig, aber genau dadurch so unfassbar fesselnd.

Alles rund im Taras Einheit selbst fand ich wieder ein bisschen anstrengend. Das Palaver um Gabriels Außendienstfähigkeit und seine Affäre mit Kim werden irgendwie ermüdend, das dürfte für mein Empfinden gerne gestrichen werden. Stattdessen tut sich mit diesem Band aber eine neue, deutlich interessantere Baustelle auf: der Inhalt von Gabriels geschlossener Schreibtischschublade. Das bietet auf jeden Fall Potential für eine spannende Entwicklung.

Mit Tara bin ich in diesem Band endlich richtig warm geworden. Es nervt mich tierisch, welche Steine ihr in den Weg gelegt werden, aber mein Gott, ist die cool und tough. Hab nen leichten Girl Crush und wäre gerne wie sie.

Ich hab auf jeden Fall Bock auf einen weiteren Fall, dieser hier ging runter wie Öl. Gerne mehr davon aus den den düsteren Abgründen der menschlichen Seele.

Bewertung vom 12.10.2025
Huxley-Jones, Lizzie

Ein Weihnachtswunder für uns


sehr gut

Gegensätze ziehen sich an

Ich liebe die queeren, weihnachtlichen Romcoms von Lizzie Huxley-Jones sehr. Sie sind ein cosy Safe Space der weihnachtlichen Nächstenliebe, Toleranz und Herzlichkeit. Und wenn dieses Buch nicht Hallmark-Smalltown-Romance schreit, dann weiß ichs auch nicht. Auf jeden Fall perfekt geeignet um in Festtagsstimmung zu kommen.

Das Buch gibt die absoluten „Liebe braucht keine Ferien“ Vibes und ist genau das richtige für die kalte Jahreszeit, weil es so viel Wärme ausstrahlt. Ein bisschen traurig war ich, dass es kein echtes Wiedersehen mit den bekannten und geliebten Figuren des letzten Buches gab. Sie tauchen zwar am Rande auf, aber das Buch kreist völlig um Christopher. Der auch ein absoluter Schatz ist und da beschauliche, waliser Örtchen in dem er lebt ist einfach ganz zauberhaft. Es gibt ein paar absolut hinreißende Nebencharaktere, aber ganz ehrlich, die Autorin könnte Nash und Christopher auch einfach in einen Raum sperren und es wäre witzig, charmant und herzerwärmend.

Das Buch liest sich einfach super schön, ist ein bisschen chaotisch, voller weihnachtlichem Trubel und bezaubernden Momenten zum Schmunzeln, Schmachten und Augenverdrehen. Einfach eine super schöne Mischung, die den Fokus darauf legt, was an Weihnachten wirklich zählt. Ist es ein bisschen kitschig und klischeehaft? Absolut. Lieb ichs genau deswegen, weil ich genau weiß, was ich bekomme? Jap, ganz genau.

Ich hoffe die Autorin hört niemals auf derartige Bücher zu schreiben, die einem das Herz leicht werden lassen.

Bewertung vom 12.10.2025
Neol, Jonathan

Jenseits der Pforte


sehr gut

Für einen groben Abriss ganz cool

Ich finde das Thema Freimaurer und generell Geheimbünde ja super spannend, bin aber bisher nicht dazu gekommen mich vertiefend mit dem Thema auseinanderzusetzen. Warum also nicht mit dieser Graphic Novel starten, in der Typ ebenfalls unvorbereitet in das Thema geworfen wird. Witzig Idee und entsprechend simple Aufarbeitung.

Vom Zeichenstil her nicht so 100% mein Fall. Teilweise grobschlächtig und als es um die Geschichte und Bezüge zur Freimauerei geht auch teilweise eher abstrakt. Das wirkt in sich total passend, ist aber einfach nicht so ganz die Ästhetik, die mich anspricht.

Die Bilder sprechen aber teilweise wirklich gut für sich, sodass trotz wenig Text viel Eindruck vermittelt wird. Das Buch enthält wirklich nur einen groben Abriss der Thematik, überfordert den Leser dadurch aber auch nicht. Wer vertiefen will, findet hier Ansatzpunkte.

Ich fands kurzweilig und nett anzuschauen, bin mir aber nicht ganz sicher, wer genau die Zielgruppe ist.

Bewertung vom 05.10.2025
Popp, Isabelle

Sweeter Than Pumpkin Spice


gut

Fands amüsant, aber auch irgendwie cringe

Der Herbst ist einfach die ideale Jahreszeit für solche Cosy Reads, wobei ich hier klar sagen möchte, dass das für mich zu viel Spice war, um noch als cosy durchzugehen. Ich hätte das nicht gebraucht und hatte das tatsächlich auch nicht erwartet. Also wer süße Feelgood-Romance sucht, ist hier vielleicht eher falsch.

Was mir hier besonders gut gefallen hat war, dass wir hier Grumpy vs. Sunshine mal mit vertauschten Rollen bekommen. Sonst ist der Mann doch immer der unnahbare, mysteriöse Typ, der zu selten lächelt. Aber dieses Buch beweist, auch Frauen können und dürfen grumpy sein. Das war ja mal herrlich erfrischend und ich finde Sadie einfach so cool. Und dieses Tech-Milliardär spielt Bauer/Cowboy ist zwar irgendwie sehr random, hat mir eigentlich auch ganz gut gefallen. Ist irgendwie cringe den beiden bei ihrer Annäherung zuzusehen, aber auch irgendwie süß. Ganz seltsamer Vibe, der aber insgesamt innerhalb dieser Storyline funktioniert.

Ich liebe Sadies direkte Art, das Fluchen und dass sie generell kein Blatt vor den Mund nimmt. Und ich liebe diesen Gegensatz zu Joshs eher unbeholfener Art. Dieser Welpe/Katze-Vergleich, der im Buch gezogen wird, spiegelt einfach perfekt den Vibe der Geschichte wieder. Gefällt mir richtig gut, dass Sadie die Kontrolle hat, den erfahrenen Part übernimmt, das gibt es im Romance-Bereich ja irgendwie eher selten.

Die Rahmenhandlung rund um den Kürbiswettbewerb und die Familienverhältnisse der beiden Protagonisten fand ich als Bühne für die Lovestory eigentlich völlig ausreichend, man sollte hier einfach nicht zu viel erwarten. Die Story ist schon eher flach und oberflächlich gehalten. Ein bisschen gestört hat mich vielleicht, wie oft Sadies Äußeres eben doch Thema ist, es wurde schon ziemlich auf ihrer "Andersartigkeit" herumgeritten, was für mich immer so ein bisschen ein kleiner Stimmungskiller war. Warum kann sie nicht einfach ne coole Badass-Queen sein, ohne dass ihre Tattoos oder ihr üppiger Hintern Thema sind?! Auch der Spitzname von ihrem Vater war in meinen Augen mehr als grenzwertig, wird aber auch null thematisiert.

Hab minimal was anderes erwartet, hat mir aber mit kleinen Abstrichen unerwartet gut gefallen.

Bewertung vom 05.10.2025
Wood, Bill

Let's Split Up - Ein verfluchtes Haus. Vier Freunde. Eine verhängnisvolle Entscheidung.


sehr gut

Nicht so krass wie erwartet

Bei dem Titel und der Aufmachung erwartet man doch irgendwie einen Teenie-Slasher im Buchformat. Für mein Empfinden war dieses Buch aber überhaupt nicht so. Eher eine etwas blutigere Detektiv-/Krimigeschichte.

Was aber zum Slasher-Thema passt ist, dass hier schon ein bisschen mit gängigen Klischees gespielt wird: der Sportler, der Schlaue, die Empathische und die mysteriöse neue Schülerin. Titel ist hier so ein bisschen Programm und wie zu erwarten passiert immer dann etwas, wenn die Gruppe sich in irgendeiner Form aufteilt.

Das Setting rund um das verlassene Haus mit der tödlichen Historie und auch die Legende vom Ghul fand ich ziemlich cool und stimmungsvoll. Unf auch der Auftakt ins Buch war wirklich packend. Danach flaute es aber irgendwie so ein bisschen ab, was ich schade fand.
Dass eine Gruppe Schüler hier einen Mord aufklärt, finde ich mal wieder sehr unrealistisch, aber geschenkt.

Das Buch ist kurzweilig, aber überhaupt nicht gruslig, ein bisschen blutig, aber nicht klassisch brutal, wie man vllt erwarten könnte. Der Fall ist eigentlich ganz interessant, gab mir aber aufgrund des dadurch immer abflauenden Spannungsbogen zu viel drumherum und zu wenig Interaktion im Haus selbst.

Kann man gut weglesen.