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SaintGermain
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Insgesamt 977 Bewertungen
Bewertung vom 08.10.2016
Groen, Hendrik

Eierlikörtage / Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen Bd.1


ausgezeichnet

Zum Cover: Die schlichtheit des Covers hat mich angesprochen. Durch die Skizzierung des alten Mannes ist es schon besonders. Und das Wort "geheim" tut das seinige im Titel.

Zum Buch: Nicht nur der Titel sagt, dass dies ein Tagebuch ist, sondern das Buch selbst ist es auch. Am 1. Jänner beginnt Hendrik Groen ein Tagebuch zu führen, dass ihn ein Jahr begleiten soll. Er hat sogar schon mit seinem Freund beschlossen, falls er innerhalb dieses Jahres sterben sollte, aus diesem Tagebuch vorgelesen werden sollte. Hendrik war immer ein "Ja-Sager" und angepasst. Das will er jetzt aber nicht mehr immer sein, er will leben. Denn tot wird er noch lange genug sein. Hendrik wohnt in einem Seniorenheim und er hat nun in seinen täglichen Usus eingeplant dieses Tagebuch zu führen. Er beschreibt den Alltag, die Schwestern, die weniger geliebte Heimleiterin, seine Beschwerden, seine Gedanken, das Weltgeschehen und seinen Blickwinkel dazu. Seine Worte und Gedanken laden oftmals zum schmunzeln ein, haben aber auch ihre emotionale und auch traurige Seite. Ein paar Mitpensionäre und er gründen sogar einen Club: Alt aber noch nicht tot.

Sicherlich wiederholt sich so einiges immer wieder. In diesem Buch stört das aber überhaupt nicht. Ich bin gefesselt von der Geschichte. Hendrik ist ein sympathischer älterer Herr der noch so einiges zu erzählen hat. Es ist auch drinnen, dazwischen mal was anderes zu lesen und dieses Buch auch so zu lesen wie es geschrieben wurde, nämlich als Tagebuch.

Fazit: Ein herzerwärmendes humorvolles Buch über das altern. Sehr empfehlenswert.

Bewertung vom 06.10.2016
Loibelsberger, Gerhard

Killer-Tschick


sehr gut

Zum Cover: Die Schauspielerin der Serie ist abgebildet im halben Gesicht. Da kommt gleich die Verbindung auf. Das Schriftbild ist ansprechend.

Zur Story: Es gibt einige Personen und Gruppierungen, wo man schon aufpassen muss, dass man nichts durcheinander bringt. Alles ist irgendwie miteinander verwoben, so dass die Spannung immer aufrecht erhalten wird. Die Action kommt auf keinen Fall zu kurz. Man hat so ein wenig das Gefühl, dass in Wien keine echten Wiener mehr zu Hause sind was ja auch stimmt. Auch das Thema mit den Zigaretten, Schmuggel, Gewalt sind sehr aktuell.

Der Schreibstil ist anfangs gewöhnungsbedürftig, da vieles im Wiener Dialekt geschrieben wurde - also sehr plastisch - was für mich als Österreicherin kein Problem darstellte. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es sehr mühsam für nicht Ösis sein kann, das Buch zu lesen. Wer davor aber nicht zurückscheut, kriegt einen Handlungsreichen spannender Krimi geliefert.

Bewertung vom 04.10.2016
Brussig, Thomas;Wehner, Katja

Die Weihnachtsgans Hermine


sehr gut

Das ganze Buch ist aus sehr hochwertigem Material gebunden und ist sehr stabil. Das Cover ist sehr gut gemacht, v.a. im Verbund mit dem grünen Leinenrücken - und ist im gleichen Stil wie die Neuveröffentlichung des "Originals" (Die Weihnachtsgans Auguste), die ebenfalls beim Aufbau-Verlag erschienen ist und einen roten Leinenrücken besitzt.

Wie schon das "Original" ist auf der linken Seite der Text, auf der rechten Seite die Illustrationen, die sehr gut gemacht sind, mir aber bei "Auguste" noch etwas besser gefallen. Sie sind dennoch sehr gut, kindgerecht und absolut passend zur Geschichte.

Das Buch selbst verlegt die Geschichte der Weihnachtsgans in die Gegenwart, ist daher auch um einiges moderner. So kommen hier Handys, soziale Medien und ähnliches vor. Auch die Namen und der Rest der Geschichte wirkt sehr modern.

Die Handlung wurde aber nicht nur einfach in die Gegenwart verlegt und moderner geschrieben, sondern auch die Handlung selbst wurde adaptiert, was leider nicht immer zum Vorteil war (Stichwort Daunen vs. Füße).

Nichtsdestotrotz ist auch diese Neuinterpretation gut gemacht und lädt Kinder und Erwachsene zum Schmunzeln und Nachdenken ein.

Bewertung vom 04.10.2016
Wolf, Friedrich

Die Weihnachtsgans Auguste


ausgezeichnet

Zum Cover: Ein so hochwertiges Cover habe ich bei einem Kinderbuch kaum noch gesehen. Natürlich schlägt sich das im Kaufpreis nieder. Der Einband ist dick kartoniert und am Rand in Leinen gebunden. Die Illustrationen wurden zwar neu gestaltet, fügen sich aber ob der Technik der Gestaltung in das Bild einer alten Kindergeschichte wunderbar ein.

Zur Geschichte: Dies ist eine alte Kindergeschichte, wenn mich nicht alles täuscht aus den 50er Jahren. Trotzdem hat sie an Zeitgemäßheit nicht viel verloren. Es wird nicht beschönigt, dass die Gans eigentlich auf den Festtagstisch kommen sollte, und dass Vater nicht begeistert ist, als das Tier die Kinderherzen eroberte und diese darum baten, die Gans zu verschonen. Natürlich hat die Geschichte ein Happy End. Aber der Weg dorthin ist schon ein wenig steinig.

Man merkt das Alter der Geschichte an der Sprache. Diese wirkt natürlich etwas altertümlich und für heutige Ohren sonderbar. Es macht aber auch den Charme der Geschichte aus. Ich habe auch "Die Weihnachtsgans Hermine" gelesen - eine Neufassung dieser Geschichte in moderner Sprache und modernersiertem Handlungsstrang. Trotzdem bin ich der Meinung, dass diese Fassung hier die bessere, ehrlichere ist.

Fazit: Ein wunderschönes hochwertiges zeitloses Kinderbuch.

Bewertung vom 01.10.2016
Berg, Ellen

Blonder wird's nicht


ausgezeichnet

Die alleinerziehende Maja hat mehr Sorgen als genug: Ihr Bio-Friseursalon mit seinen betreuungsintensiven Kunden fordert ihren vollen Einsatz, Sohn Willi steckt mitten in der Pubertät, und ihr Freund Robin kommt und geht, wie es gefällt. Dann drückt ihr Tante Ruth Olga aufs Auge, ein superblondes Vollweib, das gleich einen wichtigen Kunden verunstaltet. Als Willi noch das Kiffen für sich entdeckt, muss Maja mit Kamm, Schere und starken Nerven um ihr Glück und ihre Existenz kämpfen.

Zum Cover: Unverkennbar ein Buch von Ellen Berg. Die Personen am Cover sind zwar verrückt genug für dieses Buch, passen aber auf keinerlei Beschreibung der Charaktäre in diesem. Das macht aber gar nichts - denn auf den Inhalt kommt es an. Und ein Augenfang ist es allemal.

Zur Story: Maja hat es nicht einfach. Auch die Vorstellung von rosa Kaninchen lässt ihre Emotionen kaum mehr erkalten. In ihrem Leben geht es gerade drunter und drüber. Zuerst die Probleme mit dem Sohn, dann auch noch Olga als neue Praktikantin die ihr von ihrer Lieblingstante aufgebrummt wird. Dann geht ihr auch noch ein gewisser Graf Alexander - ein Snob - auf die Nerven. Ihr Freund, der eigentlich eh nicht für sie da war, verlässt sie. In ihrem Frisörladen, wo sich alle Treffen und das ihr zweites Zu Hause ist, geht es auch drunter und drüber. Doch wie heisst es so schön.

"Der Glatzkopf der die Glatze föhnt, hat mit dem Schicksal sich versöhnt."

Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt beim lesen dieses Buches. Ellen Berg hat einen lockeren ausgereiften Schreibstil bei dem man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Diese Geschichte ist diesmal aber nicht nur witzig und spritzig sondern hat auch spannende Elemente. Natürlich darf man diese nicht mit einem Krimi vergleichen, denn da würde die Story auffliegen. Aber das macht hier gar nichts.

Fazit: Ein Buch, dass ich gerne weiterempfehle für Menschen, die gleichermaßen ihre Lachmuskeln trainieren wollen, ihre Schlagfertigkeiten stärken und Spannung erleben wollen. Daumen hoch.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.09.2016
Sigurdardóttir, Yrsa

DNA / Kommissar Huldar Bd.1


ausgezeichnet

Das Cover ist sehr auffallend, sticht sofort ins Auge und lädt zum Kauf des Buches ein. Nicht nur die Optik, sondern auch das 3D-Gefühl des Klebebands sind einfach top.

Ich habe bereits zuvor ein Buch dieser isländischen Autorin gelesen ("Geisterfjord"), das mich aber nicht 100&ig überzeugen konnte, das es mehr Mystery als Thriller oder Krimi war.

Ganz anders ist dieses Buch. Es handelt sich um einen klassischen Thriller, der es an nichts vermissen lässt.

Zu Beginn dachte ich noch, dass der Prolog zu viel verrät, aber dem war ganz und gar nicht so.

Die Spannung begann mit der ersten Seite und endete erst mit der letzten; der Spannungsbogen war grandios.

Das einzige was mich etwas störte, war die immerkehrende Wiederholung der Geschichte von Huldar mit Karlotta, aber auch diese Kleinigkeit tat dem Lesegenuss absolut keine Abbruch.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut, die Protagonisten sehr gut gezeichnet. Mir gefiel der Schreibstil dieses Buches besser als der von "Geisterfjord"; man sieht klar, dass sich die Autorin weiterentwickelt.

Auch die Hauptprotagonisten/ - ermittler Huldar und Freyja wirken sehr sympathisch und ich bin gespannt wie es mit ihnen weitergeht.

Natürlich waren die isländischen Namen etwas schwer zu lesen, aber das ist bei skandinavischen Büchern (besonders isländischen) eben so.

Ganz kleiner Kritikpunkt: DNA heißt das Buch im Original, DNA kommt auch einige Male im Text vor. Ich weiß nicht wie es im isländischen heißt, aber auf deutsch heißt es DNS (Desoxyribonukleinsäure) - das A kommt vom Englischen (Acid statt Säure); dieser Fehler wird aber immer wieder gemacht.

Fazit: Ein Muss für jeden Thriller-Fan. Ich bin gespannt auf den 2. Teil um Huldar und Freyja.