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Lesemone

Bewertungen

Insgesamt 1705 Bewertungen
Bewertung vom 06.11.2020
Michaud, Martin

Aus dem Schatten des Vergessens / Victor Lessard Bd.1


gut

Mir hat das Buch nicht sonderlich gut gefallen, da ich es sehr langweilig und langatmig erzählt fand. Das Grundgerüst war ganz gut. Die Ausgangslage mit den scheinbar nicht zusammenhängenden Todesfällen war gut gewählt und hat Neugier geweckt. Doch der Autor verliert sich sehr im Privatleben der Ermittler. Obwohl ich es eigentlich mag, wenn man auch etwas aus dem Privatleben mitbekommt, hat es mich hier nicht angesprochen. Ich habe leider überhaupt keinen Zugang zu den Protagonisten bekommen und fand die Ermittler unsympathisch. Gut gefallen hat mir die strukturierte Aufteilung des Buches mit den nicht allzu langen einzelnen Kapiteln. Auch die Sprache fand ich ganz angenehm zu lesen. Die Zeitsprünge waren gut erkennbar, so dass man immer wusste, wo man sich gerade befindet. Generell waren es mir aber zuviele Personen und zuviele einzelne Handlungsstränge. Ich glaube nicht, dass ich die Reihe weiterverfolgen werde!

Bewertung vom 04.11.2020
Bagus, Clara Maria

Die Farbe von Glück (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Mich hat das Buch von der ersten Seite an sehr ergriffen, was mich bis zum Ende nicht mehr los gelassen hat. Es stecken so viele Lebensweisheiten und wunderbare Ratschläge fürs tägliche Leben in diesem Buch, dass man sich sehr viele merken oder notieren kann. Anschaulich werden diese Weisheiten in eine Geschichte verpackt, deren Ausgangspunkt eine Entscheidung eines einzelnen Menschen war und die aber langfristige Folgen für drei Familien nach sich zog. Stück für Stück beschreibt die Autorin die einzelnen Folgen, die teils emotional, teils sehr tragisch endeten. Mir hat sehr gut gefallen, dass keine expliziten Orte genannt wurden, sondern nur Kontinente, auf denen die Handlung stattfand. So kann sich jeder irgendwie in der Geschichte wiederfinden. Es zeigt, wie wichtig verzeihen ist, wie wichtig Gespräche sind und wenn man etwas falsch entschieden hat, stark und demütig genug zu sein, um es wieder gerade zu biegen. Das Buch ist emotional sehr bewegend für mich gewesen und hat mich sehr berührt, auch wenn ich die esoterischen Ansätze nicht so für mich verbuchen kann.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.11.2020
Woolf, Julia

Marigolds Töchter (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die Autorin hat mich von Beginn an abgeholt. Man findet sich mitten in einer netten Familie wieder, die in mehreren Generationen unter einem Dach wohnt. Marigold ist als Mama die Managerin der Familie, hält alles am laufen und plötzlich wird ihr Leben über den Haufen geworfen. Das Thema Demenz wird sehr behutsam eingeführt und ich fand es sehr begeisternd, wie die Familie und auch das ganze Dorf sich Marigold angenommen hat. Der Verlauf der Krankheit war sehr realistisch dargestellt. Die anfänglichen Zweifel der Familie weichen den immer mehr sich häufenden Vergesslichkeiten Marigolds. Anschaulich werden die Momente des Vergessens mit Nebel verglichen, der sich anfangs öfter lichtet und dann aber kaum noch weg geht. Sehr einfühlsam gehen die Töchter mit der Situation um. Oma Nan hat mich irgendwie an die Golden Girls erinnert. Mir hat auch sehr gut gefallen, dass die Geschichte am Ende in geraffter Form noch einige Jahre weiter erzählt wude und man sich so ein Bild über den Verlauf und die Zukunft von Marigold und ihrer Demenz machen konnte. Eine sehr berührende und emotionale Familiengeschichte!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 03.11.2020
Stern, Anne

Scheunenkinder / Fräulein Gold Bd.2


ausgezeichnet

Hulda Gold ist als Hebamme bei vielen Berliner Frauen gefragt. Sie macht keinen Unterschied zwischen Arm und Reich. Im Scheunenviertel prallen viele unterschiedliche Nationalitäten aufeinander. Als sie einer jungen Frau bei der Geburt hilft und zwei Tage später nach ihr sehen will, ist ihr neugeborenes Kind verschwunden und anscheinend der Familie egal. Doch Hulda möchte wissen, was da los ist und fängt mit ihrem Freund Karl North an zu recherchieren, denn der ist gerade an einem Kinderhandelfall dran, wo es Zusammenhänge geben könnte. Die Autorin hat wieder das Flair Berlins in den 20er Jahren sehr gut eingefangen. Freud und Leid liegen eng beieinander und die Menschen stöhnen unter der Inflation. Gerade das Scheunenviertel mit seinen verwinkelten Gassen und vielen Bewohnern sticht da heraus. Dort geht es heiß her, denn an allen Ecken und Enden schwelt der Judenhass und es wird Stimmung gemacht . Mir war nicht bewusst, dass dies schon so früh begann. Man konnte sich alles sehr bildlich vorstellen, da die Autorin es versteht, mit ihrer bildhaften Beschreibung den Leser zu fesseln. Hulda ist ein starker Charakter, der sehr kämpferisch durchs Leben geht. Privat ist sie noch unschlüssig, ob Karl zu ihr passt und das macht sie als Person sehr menschlich. Ich bin sehr gespannt, wie sie sich im nächsten Band im Krankenhaus anstellen wird. Ob das gut geht?

Bewertung vom 02.11.2020
Raabe, Marc

Die Hornisse / Tom Babylon Bd.3


ausgezeichnet

Das Familienglück von Tom Babylon wird jäh gestört, als bei einer Mordermittlung seine Familie hineingezogen wird. Tom und Sita arbeiten wieder hervorragend zusammen und jeder kann sich auf den anderen verlassen. Die Story ist von Anfang bis Ende spannend und erst ganz am Ende kommt die Auflösung. Durch die zwei Handlungsstränge wird die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart Stück für Stück hergestellt. Mir hat gut gefallen, dass die Vergangenheit 30 Jahre zurück, kurz vor dem Mauerfall angesiedelt ist. Die damalige Situation bietet natürlich genug Stoff für eine spannende Fluchtermittlung. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn durch die angenehm kurzen Kapitel kam ein toller Lesesog auf. Immer wieder taucht seine Schwester Viola in seinen Gedanken auf und am Ende stellt sich dann die Frage nach dem Verbleib des Mädchens. Für mich war dieses Buch bisher das beste der Babylon-Reihe, weil er wirklich sehr persönlich für Tom war.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.10.2020
Schorlau, Wolfgang

Kreuzberg Blues / Georg Dengler Bd.10


ausgezeichnet

Wolfgang Schorlau hat ein sehr interessantes und aktuelles Thema aufgegriffen, denn überall ist von der Erhöhung der Mietpreise zu hören und zu lesen. Das Thema an sich ist eigentlich sehr trocken, doch es wurde in diesem Buch zu einem spannenden Fall verarbeitet. Der Handlungsort Berlin ist perfekt gewählt, denn von nirgendwo hört man so viel Knappheit und Kampf um Wohnraum. Die Spannung wird dadurch erzeugt, dass innerhalb der einzelnen Kapitel verschiedene Handlungsstränge verfolgt werden, die immer wieder aufgegriffen werden. Die Schauplätze wechseln durch die Ermittlungen ständig und das ergibt eine gute Dynamik. Man merkt, dass der Autor gründlich recherchiert hat und ich fand es auch authentisch, dass die Pandemie aufgegriffen wurde, denn die Handlung im Buch findet genau in dieser Zeit auch statt. Gegen Ende hin spitzt sich die Lage sehr zu und endet großartig aufgelöst. Mir hat die Sprache im Buch besonders gut gefallen. Sie ist sorgfältig gewählt, passt perfekt zur beschriebenen Situation und auch die Charaktere sind greifbar dargestellt. Mir war bisher nicht bewusst, was so alles im Immobilienmarkt vor sich geht und welche Abgründe sich da auftun. Daher fand ich das Thema sehr interessant und spannend ausgeführt, mit vielen Hintergrundinformationen am Ende.

Bewertung vom 30.10.2020
Peters, Julie

Ein Winter im Alten Land (eBook, ePUB)


sehr gut

Im Mittelpunkt steht in diesem Band Ärztin Bea, die sich von ihrem Mann getrennt hat und während der Behandlung einer älteren Patientin im Krankenhaus, deren Neffen Tom kennenlernt. Er soll die Imkerei seiner Tante übernehmen, wirkt dabei aber etwas plan- und hilflos. Bea erhält das Tagebuch der alten Dame, wo sie vom Leben als Imkerin schreibt und möchte Tom gerne helfen. Das Buch ist in einen Vergangenheits- und einen Gegenwartsstrang aufgeteilt. In der Vergangenheit sind Tagebucheinträge über das tägliche Leben und den Sorgen eines Imkers beschrieben, bei denen man sehr viel Wissen über die Bienen vermittelt bekommt. In der Gegenwart geht es um die Beziehung zwischen Tom und Bea, die sich sehr langsam entwickelt. Beide sind irgendwie noch nicht so ganz bereit aufeinander und daher bleibt ihr Verhältnis lange distanziert. Ich fand die Geschichte ganz nett, da es auch ein Wiedersehen mit Alix, Beas Schwester aus dem Vorgängerband, gibt. Mir waren die beiden Protagonisten leider nicht so ganz sympathisch. Mir hat aber gut gefallen, wie sich die beiden dann angenähert haben und aufeinander zugingen. Spannend war es, etwas über das Leben eines Bienenvolkes zu erfahren und auch Details, auf was ein Imker alles achten muss. Insgesamt hat mir die winterliche Geschichte gut gefallen.

Bewertung vom 27.10.2020
Böhm, Nicole

One Last Song / One-Last-Serie Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die Autorin lässt im Wechsel ihre Protagonisten Riley und Julian erzählen. Ich fand den Beginn von Rileys Reise sehr glaubhaft dargestellt. Sie ist als Protagonistin sehr jung und unbedarft und denkt sich bei vielem nichts Böses. Im Gegensatz zu Julian, der zwar nicht sonderlich viel älter ist als sie, aber schon so seine Erfahrungen im Showbusiness gemacht hat. Die Liebesgeschichte der zwei fand ich wunderschön erzählt. Die Autorin versteht es, viele Dinge langsam anzugehen und ihre Charaktere nicht durch die Geschichte hetzen zu lassen. Sie versteht es, wie man Gefühle transportiert. Das Buch ist sehr abwechslungsreich, denn ständig geschieht auch was. Glaubhaft dargestellt wurden auch die Schattenseiten des Ruhms einer Musikband. Man spürt den Druck der auf so einer Band lastet, wenn ein neues Lied geschrieben werden soll, den Druck ständig im Rampenlicht zu stehen, von Reportern verfolgt und dass mit diesem Druck nicht jeder so gut umgehen kann. Riley zeigt, wie hart man in einer Stadt wie New York kämpfen muss, wenn man seinen Traum leben will. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, denn sie ist fesselnd, glaubhaft und sehr harmonisch dargestellt. Die nächsten Bände der Reihe habe ich mir schon vorgemerkt.

Bewertung vom 27.10.2020
Tremayne, S. K.

Die Stimme


sehr gut

Zu Beginn wird die Szenerie gut beschrieben, so dass man einen guten Einblick in die Situation der Protagonistin Jo bekommt. Erst glaubt sie an Zufall, dann kommen immer mehr Situationen, die kein Zufall mehr sein können und keiner glaubt ihr. Die allmähliche Verzweiflung war nachvollziehbar. Ich habe ihr auch die Überlegungen abgenommen, wie ihr Vater an Schizophrenie zu erkrankt zu sein. Stück für Stück nimmt die Geschichte eine spannende Fahrt auf, um dann in einem gut gemachten Showdown zu enden. Ich fand das letzte Drittel des Buches am spannendsten, denn da fing die Aufklärung des Phänomens an. Vorher werden etwas weniger spannend die Vorfälle erzählt, immer aus der Sicht von Jo, die teilweise etwas blöd rüber kommt. Streckenweise war es mir zuviel Gejammer auf hohem Niveau. Das hat aber das Ende wieder wett gemacht. Die Geschichte ist durchaus glaubhaft dargestellt und zeigt eine Möglichkeit des Missbrauchs von Smart Home Geräten auf. Mich hat das Buch gut unterhalten.

Bewertung vom 24.10.2020
Blazon, Nina

Das Wörterbuch des Windes


sehr gut

Protagonistin Swea befindet sich auf einem Selbstfindungstrip auf Island. Nachdem sie ihren Mann einfach ohne alles stehen gelassen hat und mit dem Mietwagen das Weite sucht, findet sie Unterschlupf bei Einar und Jon. Allmählich wird ihr klar, dass sie ihr ganzes Leben immer nur das gemacht hat, was andere von ihr erwartet haben oder von ihr wollten. Dem will sie ein Ende setzen und ganz neu anfangen - sie bleibt auf Island. Die Autorin beschreibt die isländische Landschaft und Kultur sehr anschaulich. Mir haben die Beschreibungen der Einwohner und ihre Herzlichkeit gut gefallen. Das wirkt sehr einladend, mal eine Reise dorthin zu wagen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Swea erzählt und zwischendurch erzählt dann auch Einar. Jedoch fand ich den Beginn etwas sehr zäh und generell tat ich mit mit dem Lesen etwas schwer. Aber die Protagonistin entwickelt sich im Verlauf und auch wenn das Ende vorhersehbar war, hat mir der lange Weg dorthin gefallen. Ich hätte mir ein paar Zeitangaben gewünscht, denn oftmals wusste ich nicht, wieviel Zeit nun zwischen der Trennung und dem Neuanfang vergangen war. Aber alles in allem ein sehr interessanter, zu Herzen gehender Roman über eine mutige Frau, die einen Neuanfang wagt.