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seschat
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Bewertungen

Insgesamt 938 Bewertungen
Bewertung vom 09.07.2015
Patterson, James;Raymond, Emily

Heart. Beat. Love.


ausgezeichnet

Cover
Das Cover spricht vor allem Jugendliche an. Die kleinen quadratischen Fotos erregen auf den ersten Blick die Aufmerksamkeit des Lesers, sie versprühen Lebensmut und Energie. Mir gefällt's unheimlich gut.

Inhalt
Die 16-jährige Streberin Alexandra Moore, genannt Axi, beschließt eines Tages kurz vor ihrem Schulabschluss mit ihrem besten Freund, dem 17-jährigen Schulabbrecher Robinson, einen Trip quer durch die USA zu machen. Endlich einmal unvernünftig sein und auf alle Konventionen pfeifen. Für Axi beginnt die spannendste Reise ihres Lebens. Letzteres war seit dem Weggang ihrer Mutter nicht sonderlich aufregend, eher tragisch, denn ihr Vater hat angefangen zu trinken. Doch alle Bedenken über Bord werfend bricht sie mit einer geklauten Harley auf. Sie übernachten unter freiem Himmel und schwimmen in Privatpools in Hollywood - und immer wieder fragt sich Axi, wann aus ihrer Freundschaft endlich mehr wird. Doch eines Morgens holt sie das Schicksal ein und es wird ihnen klar, dass sie sich vom ersten Augenblick geliebt haben und jeden einzelnen Moment des Glücks, der ihnen bleibt, auskosten wollen …

Meinung
Eine scheinbar locker-leichte Coming of Age-Story, die passend in jugendlicher Sprache abgefasst wurde. Die einzelnen, gut voneinander getrennten Kapitel werden durch Fotos charmant aufgelockert. Hier bekommt der Leser auch etwas fürs Auge. Zudem gefällt es mir, dass einzelne Kurznachrichten bzw. Gedanken abgedruckt wurden. Insgesamt wirkt alles sehr modern.

Die Protagonistin Axi ist mir auf Anhieb sympathisch gewesen, vor allem durch ihre unbedingte Abenteuerlust und ihre immense Klugheit. Sie ist die Erzählerin dieser herrlich stereotypen Story in Bonnie & Clyde Manier. Hier agieren Axi und Robinson als lebenshungrige, allen gesetzlichen Regeln missachtende Charaktere. Aus dem einstigen BM, dem braven Mädchen, wie Robinson sie scherzhaft nennt, wird ein Risiko bereiter Teenager. Spielerisch fährt sie mit geklauten Autos durch Amerika und lebt ihre Träume aus. Nicht jede Episode ihres Roadtrips wirkt realistisch, aber das muss sie auch nicht, denn der Autor will Lebensfreude vermitteln und die Leser dazu ermuntern, den Moment zu leben. Diese Botschaft hat mich vor dem Hintergrund von Robinsons und Axis schwerer Kindheit sehr beeindruckt. Beide haben sich während einer Krebstherapie kennen gelernt und überlebt. Schlimm nur, wenn die heimtückische Krankheit im unpassendsten Moment zurückkommt. Aber mehr will ich gar nicht über den emotional aufwühlenden Plot verraten...

Die Freundschaft zwischen Axi und Robinson ist etwas Besonders. Sie können miteinander lachen und traurig sein. Und ihre Dialoge sind oft sehr amüsant, weil die altkluge Axi natürlich immer Recht haben möchte und sie von Robinson ein ums andere Mal damit aufs Korn genommen wird. Diese Kappeleien machen das Lesen zum Fest.

Der Roadtrip führt die Charaktere von der amerikanischen West- zur Ostküste. Auch wenn nicht jede der Stationen ausführlich beschrieben wird, sondern mehr angerissen, so überwiegt doch die mitreißende Entdecker- und Abenteuerlust von Axi und Robinson. Mich haben vor allem die Stopps in den kalifornischen Redwoods und in Hollywood angesprochen. Ein weiteres Plus stellt in diesem Zusammenhang die zweimal abgedruckte Karte mit der gesamten Reiseroute dar - so kann der Leser jederzeit die Fahrt mitverfolgen.

Fazit
Ein ungemein lesenswerter Jugendroman mit der positiven Grundaussage: "Lebe dein Leben, denn es ist ein zerbrechliches Gut".
Ich vergebe dafür 5 wohlverdiente Sterne.

Bewertung vom 08.07.2015
Simon, Natalie

Das Lied des blauen Mondes


ausgezeichnet

"Das Lied des blauen Mondes" ist ein Frauen- bzw. Liebesroman, der mich seit langer Zeit mal wieder restlos überzeugt hat. Er hat das gewisse Etwas, was es braucht, um mein Romantikerherz höher schlagen zu lassen, nämlich ordentlich Tiefgang, viel Gefühl und eine Menge Drama.

INHALT
Juliette, 39 und Restauratorin, will in Paris alte Möbel wieder aufrüsten und hat nach der Enttäuschung mit Xavier der Liebe abgeschworen.
Manon, Juliettes Tante, Ex-Chansonnière und das schwarze Schaf der Familie, reist wegen einer Testamentseröffnung ihrer ehemaligen großen Liebe Jean-Claude, ein erfolgreicher Pianist, nach Paris. Weil Manon keine Bekannte in Paris hat und nicht allein den schweren Gang bewältigen will, wendet sie sich an Juliette.
Infolge lernen sich die Frauen besser kennen und werden zu besten Freundinnen.
Während Manon ihrer Nichte immer wieder von Jean-Claude und der gemeinsamen glücklichen Vergangenheit erzählt, erkennt Juliette, dass man vor der Liebe des Lebens keine Angst haben und diese festhalten sollte.

MEINUNG
Hinter dem Künstlernamen Natalie Simon verbirgt sich das Autorenduo Tania Schlie und Katrin Traoré. Beide Frauen haben ein Auslandsjahr in der Stadt der Liebe verbracht, was man diesem zauberhaft geschriebenen Werk sofort anmerkt. Die treffenden, liebevollen Beschreibungen der Stadt und ihrer Bewohner geben dem Leser das Gefühl, sich mitten in der französischen Metropole zu befinden. Zudem verleihen die an passender Stelle eingestreuten französischen Wörter bzw. Sätze dem Roman die nötige Authentizität und natürlich viel französisches Flair. Ich war von Anfang an vom Plot und der wunderbar melodischen, charmanten Sprache angetan. Es ist dieser blumig-französische Plauderton, der das Lesen zum Erlebnis macht. Auch an der typisch französischen Gefühlsdramatik mit all ihren Facetten wurde keinesfalls gespart. Im Gegenteil, sowohl Manons als auch Juliettes Geschichte rührt an und stiehlt sich mitten ins Leserherz.
Beide Frauen erzählen bzw. durchleben die große Liebe sehr intensiv und helfen einander in Herzensdingen, was mir sehr gefallen hat. Besonders die hierbei von den Autorinnen gewählte Zweiteilung der Handlung empfand ich als sehr gelungen. Einmal berichtet Manon aus ihrem Leben und der Zeit mit Jean-Claude, ein andermal wird man Zeuge von Juliettes jetzigen Leben und ihrer Annäherung an den sympathischen Gérard. Ebenso wie beim Plot wurde auch bei den Charakteren mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Nicht nur die Protagonistinnen Juliette und Manon, sondern auch die Nebencharaktere Gérard, Guy und Chafik wachsen einem durch ihre besondere Art ans Herz.

Noch ein Wort zum Titel. Er bezieht sich auf ein Lied, dass Jean-Claude einst seiner Geliebten Manon geschrieben hat und das niemanden kalt lässt. „Das Lied des blauen Mondes“ ist nicht der einzige Chanson in diesem ungemein liedreichen Roman; am Buchende gibt’s sogar eine kleine Chansonsammlung. Auf diese Weise habe ich mehr über französische Chansons und die Leidenschaft zur Musik lernen können, danke dafür!

Insgesamt ist „Das Lied des blauen Mondes“ ein wunderbar herzergreifender Roman, dem ich gern mehr als 5 Sterne gegeben hätte, weil mich vor allem das Ende zu Tränen gerührt hat.

Hier mein Lieblingszitat aus Jean-Claudes Liebesbrief (S. 306):
„Manchmal übermannt mich die Verzweiflung, wenn ich daran denke, wie kurz unsere gemeinsame Zeit war und wie viele Jahre wir getrennt voneinander sein mussten. Aber dass wir dieses kurze Glück hatten, macht mich froh und lässt mich denken, dass mein Leben nicht umsonst war.“

FAZIT
Ein Buch wie ein perfekt komponierter Chanson – stimmig bis zum letzten Wort! Eine zauberhafte, nicht immer leichte Geschichte für den Sommer!

Bewertung vom 06.07.2015
Profijt, Jutta

Allein kann ja jeder / Villa Zucker Bd.1


weniger gut

Ich habe mich sehr gefreut, den Roman "Allein kann ja jeder" von Jutta Profijt lesen zu dürfen, weil mich die Leseprobe einfach angesprochen hatte und ich das liebevoll gestaltete Cover sehr mochte.

INHALT
Sechs ganz unterschiedliche Menschen wohnen gezwungenermaßen unter einem Dach. Rosa (71 Jahre), Kim (13 Jahre), Ellen (46 Jahre), Hans, Konrad (56 Jahre), (72 Jahre) und Mardi (14 Jahre) besetzen die sog. Villa Zucker in Düsseldorf, weil sie alle dem Immobilienhändler Weiterscheid auf dem Leim gegangen sind. Geld und Bleibe sind pfutsch und so gründet man eine Zwangs-WG. Doch nicht nur das tägliche Zusammenleben mit fremden Mitbewohnern, sondern vor allem der Mord an Rosas Lebensgefährten Robert macht einen normalen Alltag mehr als unmöglich.

MEINUNG
Jutta Profijts Roman nimmt sich einem aktuellen Thema, nämlich wohnen in einem Mehrgenerationenhaus, an, was ich als sehr interessant empfunden habe. Allerdings hätten einzelne Charaktere, wie z. B. Mardi und Hans Seefeld, besser ausgearbeitet werden können. Nicht jeden der Protagonisten lernt man hinreichend kennen, so dass auch nach dem Schluss des Plots offene Fragen bleiben. Hier hätte man zugunsten der Figurenentwicklung getrost auf den Alibikrimi rund um die Ermordung des Ex-Kriminalers Robert verzichten können. Irgendwie hat der Mord so gar nicht ins Buch gepasst und wurde in einigen Kapiteln auch mehr als stiefmütterlich behandelt. Auch die Ausschnitte aus Ellens Heftchenroman hätte es nicht gebraucht. Nicht immer gelingt ein Genremix.

Die Schilderung der kleinen und großen Krisen im Mehrfamilienhaus hat mir schon eher zugesagt. Besonders die Hippie-Oma Rosa verleiht der manchmal recht drögen bzw. vorhersehbaren Handlung Esprit und Pfiff. Die Ex-Schauspielerin ist ein eigenwilliger, mutiger Geist und damit so ganz anders als ihre konservative Tochter Ellen, die Heftchenromane schreibt und nur ungern mit ihrer Tochter Kim in die Chaos-WG ihrer Mutter einzieht. Ellen ist geschieden und wird ihrem Ex-Mann aus dem Familienhaus getrieben. Die Liebesbeziehung zum jüngeren Polizisten Patrick Mittmann verläuft mir etwas zu schnell bzw. wird sehr flach beschrieben. Kim ist ein typischer Teenager. Sie hört gern laute Musik, schämt sich für ihre Mutter und hasst Physik. Dumm nur, wenn der eigene, immer diszipliniert auftretende Physiklehrer mit ins Haus zieht. Hans Seefeld ist ein ehemaliger Bundeswehr-Major und immer korrekt, aber leider wortkarg und wenig sozial. Für Kim ist er damit ein Psycho. Doch sein Verhalten hat sich erst mit dem Tod seiner geliebten Frau verändert. Konrad ist ein Unternehmer gewesen, der sein an den Betrüger Weiterscheid verlorenes Geld unbedingt wieder haben möchte und sehr gern und gut kocht. Mardi ist der bekannte Unbekannte der WG. Der Franzose, afrikanischer Herkunft, lebt illegal im Hauskeller und wird von Kim durchgefüttert. Über ihn erfährt man im Laufe des Plots am wenigsten, was sehr schade ist. Insgesamt war ich von der Handlung und dem niedrigen Spannungsbogen des 336 Seiten starken Buchs etwas enttäuscht, ich hatte mir vor der Lektüre einfach mehr versprochen. An einigen Stellen zog sich die Handlung sehr dahin und ich musste mich zwingen, mein Buch nicht wegzulegen.

Die Sprache ist simpel, teilweise witzig, aber auch austauschbar. Alles in Allem passt sie zum Romaninhalt, konnte mich aber leider nicht mitreißen.

FAZIT
Ein Roman, der mit vielen vielversprechenden Ideen gestartet ist, diese aber leider nicht stringent zu Ende führt. Hier ist einiges an Potenzial auf der Strecke geblieben und die Krimikomponente hätte m. E. nicht sein müssen. Nette Unterhaltung, aber auch nicht mehr.

Bewertung vom 03.07.2015
Berest, Anne; De Maigret, Caroline; Diwan, Audrey; Mas, Sophie

How To Be Parisian wherever you are


gut

INHALT
Wie wird man zu einer wahren Pariserin? Dieses Buch gibt Antworten und stellt klar, die echte Pariserin ist chaotisch, sprunghaft, immer natürlich gestylt, selbstironisch und trägt gern Schwarz.
Sie vereint verschiedene Charakterzüge in einer Person und genießt einfach das Leben. Hm, will man selbst so sein? So ein wenig auf Speed - nein, eigentlich ist das nicht mein Fall, aber darüber lesen kann man ja mal, oder?

MEINUNG
Die im Buch mehrfach vorhandenen Fotos mit rauchenden jungen Frauen sprechen mich nicht an, wenngleich das Rauchen natürlich zum Pariser Chic gehört.
Das Tolle an diesem Buch sind die auf den Punkt gebrachten, optisch sehr ansprechend gestalteten Unterkapitel, die zum Lesen einladen. Der Wechsel innerhalb der Textgestaltung (Absätze, Listen, Fließtext) hat mir besonders gut gefallen, weil er die Lektüre angenehm frisch und abwechslungsreich macht.
Mit "How To Be Parisian Wherever You Are" kann man formidabel in die französische Lebenswelt eintauchen. Die vier Autorinnen, alles waschechte Pariserinnen, wissen wovon sie sprechen und geben sich gern französischen Stereotypen wie Croissant, L'amour und La mode hin. Schnell wird klar, dieses Buch will unterhalten und zwar auf kurzweilige Art und Weise, indem alle Sachverhalte mit einem Augenzwinkern betrachtet werden. Vieles ist dem frankophilen Europäer bereits bekannt. Überrascht haben mich allerdings die Tatsachen, dass Glücksspiel in Frankreich illegal ist und die berühmtesten Pariserinnen eigentlich aus dem Ausland stammen, so z.B. Romy Schneider, Josephine Baker oder Marie Antoinette. Ein paar nette Kochrezepte bzw. Insider-Adressen für Touristinnen komplettieren dieses, etwas konzeptlos wirkende Buch. Alles in Allem versprühen mir die 268 Seiten zu viel Kurzweil und warten mit zu wenig Inhalt/Tiefgang auf.
Ein Lieblingsmotto habe ich dann doch noch auf Seite 87 entdeckt: "Pfeif auf die neuesten Trends - der Trend bist du."

FAZIT
Ganz nettes Gimmick, muss aber nicht unbedingt sein.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.06.2015
Sgonina, Kerstin

Mojito-Nächte


sehr gut

INHALT
Emmi, Anfang 30, wohnt in Berlin-Mitte und jobbt in einer Kantine. Der Mann an ihrer Seite - Ryan Gosling - ist ein reines Fantasieobjekt. Änderung tut Not. Aber wie? Zufällig wird sie Redaktionsassistentin bei einem Ökomagazin und verliebt sich dazu noch in den attraktiven Chef. Sind damit Emmis Sorgen vom Tisch oder fangen sie gerade erst an? Wollte sie nicht immer Köchin werden?

MEINUNG
Die Autorin Kerstin Sgonina hat mit " Mojito Nächte" einen sehr unterhaltsamen, wenn auch etwas vorhersehbaren Roman geschrieben, der besonders die weibliche Leserschaft ansprechen wird. Was zum Einen an der weiblichen Protagonistin Emmi, einer Sinnsuchenden, liegen mag und zum Anderen an ihrer Kochleidenschaft und den damit verbundenen, aufgeführten Gerichten. Gern hätte ich am Ende des Buches noch eine Rezeptliste vorgefunden :-)

Emmi ist eine leidenschaftliche und talentierte Köchin, die sich ihres Könnens nur leider nicht so bewusst ist. Schön, dass sie im Laufe der Handlung in diesem Punkt dazulernt. Nur mit den Männern ist es alles andere als einfach. Besonders hat mich ihre Fantasiebeziehung zu Ryan Gosling gestört, mit dem sie nicht nur kommuniziert. Nee, das war mir einfach für eine Frau Anfang 30 zu flach und zu sehr teeniemäßig. Nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte aufgrund des humorvollen, lockeren Schreibstils und der verqueren Charaktere sehr zugesagt. Vor allem Emmi und den liebenswerten Vollidioten Sean mochte ich - ihre Dialoge waren der beste Teil der Geschichte.

FAZIT
Ein luftig-leichter, kulinarisch verführerischer Sommerroman ;-)

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.06.2015
Kepnes, Caroline

YOU - Du wirst mich lieben / Joe Goldberg Bd.1


schlecht

INHALT
Der Thriller "YOU. Du wirst mich lieben" hat mich aufgrund der brisanten Thematik angesprochen. Es geht um den krankhaften Stalker Joe, einen jungen Buchhändler, der sein Opfer, die
Studentin Guinevere Beck, genannt Beck, keinen Moment aus den Augen lässt. Er ist von der jungen Frau regelrecht besessen. Infolge hackt er ihren Facebook- und Twitter-Account und durchsucht ihre Wohnung. Als er ihr schließlich "zufällig" das Leben rettet, kann Beck gar nicht anders, als sich in den etwas seltsamen, aber doch irgendwie süßen Typen zu verlieben, der so gut zu ihr zu passen scheint. Doch diese Liebe ist nicht normal, was Beck erst sehr spät herausfindet. Denn Joe ist ein Verrückter, der auch vor Mord im Namen der Liebe nicht zurückschreckt.

MEINUNG
Die Autorin Caroline Kepnes hat einen durchaus spannenden, weil psychisch verstörenden Thriller geschrieben. Die Radikalität, mit der Joe seine Ziele verfolgt, ist beängstigend. Durch seine Methoden - Internet- und Telefonüberwachung - passt das Sujet perfekt in die Jetztzeit und wirkt damit täuschend realistisch. Ich möchte persönlich nie solch einen geistig gestörten Mann begegnen. Was mir allerdings mehr als einmal die Lust an der Lektüre der Geschichte genommen hat, ist der vulgäre bis obszöne Schreibstil. Oft musste ich das Buch angewidert zurücklegen und mich danach regelrecht dazu zwingen, es weiter zu lesen. Mehr Crime (hier: Stalking) und Handlung hätten der allzu sexlastigen Geschichte gut getan. Dementsprechend konnte ich mich nicht für einen der beiden Protagonisten erwärmen. Am Ende war ich froh, das Buch endlich weglegen zu dürfen. Stephen Kings Begeisterung für Kepnes chaotisch konstruierten Plot teile ich absolut nicht.

FAZIT
Keine Weiterempfehlung. Es gibt eindeutig bessere Bücher zum Thema Stalking als dieses.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.