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smartie11
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Insgesamt 935 Bewertungen
Bewertung vom 28.05.2015
Schröder, Patricia

Tilla, Zwieback und der verrückte Eisenbahnwaggon / Tilla und Zwieback Bd.1


ausgezeichnet

Eine kunterbunte Abenteuer-Lügengeschichte mit viel Spaß und Spannung

Zum Inhalt:
Tilla reicht´s! Ständig streiten sich ihre Eltern, meistens über die skurrilen Erfindungen ihres Vaters, von denen ihre Mutter vehement behauptet, dass sie eh nie richtig funktionieren würden. Kurzerhand zieht Tilla zusammen mit ihrer zahmen Riesen-Fledermaus Zwieback in ihrem Wohn-Waggon los, um erst wiederzukommen, wenn sich ihre Eltern wieder vertragen. Und so stolpert Tilla gleich in ein richtiges Abenteuer…

Unsere Meinung:
Erfolgs-Autorin Patricia Schröder (u.a. „Erst ich ein Stück, dann du“-Reihe; „Die Meeres-Saga“; „Blind Walk“) hat mit dem quirligen Wuschel-Rotschpf Tilla einen neuen kleinen Star der Kinderbuchwelt geschaffen. Mutig, selbstbewusst, stark und niemals um eine kreative Idee verlegen erinnert Tilla ein Bisschen an eine moderne Pippi Langstrumpf. Das habe ich aber in keiner Weise als „Abklatsch“ empfunden, eher als ganz eigenständige, liebevolle Hommage an die große Pippi.

Aber auch die andern Figuren sind Patricia Schröder sehr gut gelungen, sei es nun Tillas schusselig-genialer Papa Anton, das Geschwisterpaar Merle und Felix (die auch ein Bisschen an Tommi und Annika erinnern) oder die zwielichtige Kordelia Kesselkorb. Ganz zu schweigen vom Motze-Opa Puruffke und der Gartenzwerg-Fetischistin Wimmers. Schräge Typen gibt es also genug!

Aber auch die Geschichte, die die Autorin schon in der „Warnung“ vorweg sehr unterhaltsam und kindgerecht als „Lügengeschichte“ outet, ist wunderbar gelungen und bietet viel Potenzial für weitere Bände rund um Tillas Abenteuer. Verpackt in eine Geschichte, die gleichsam humorvoll, überraschend und durchaus auch spannend ist, kommen so ganz unaufdringlich nebenbei auch Themen wie Familie, Freundschaft, Mut, Zusammenhalt und Vertrauen vor. Das hat mir wirklich gut gefallen, und wir sind beim Vorlesen mehr als einmal auf diese Themen zu sprechen gekommen. Genau so muss ein gutes Kinderbuch sein!

Neben dem kindgerechten und sehr gut passenden Sprachstil und den wirklich schönen Illustrationen von Edda Skibbe möchte ich gerne noch die unglaubliche Kreativität und Ideenvielfalt Patricia Schröders erwähnen: Das Buch sprüht regelrecht vor witzigen und ausgefallenen Erfindungen und Wörtern. Da gibt es Quatsch-Drops, Fliegenpupspunkte, ein „Bärenpopo-Geheimfach“, Wutbomben und, und, und. Da kommt man manchmal aus dem Staunen gar nicht wieder raus. Das ist genau das, was Kindern gefällt!

FAZIT:
Ein quietsch-knallbuntes, spannendes Leseabenteuer, das vor lauter witzigen und ausgefallenen Ideen und Erfindungen nur so sprüht! Uns (Papa & Sohn, 7) hat es super-gut gefallen!

Bewertung vom 27.05.2015
Bertram, Rüdiger

Der erste Schultag / Mo und die Krümel Bd.1


ausgezeichnet

Zum Inhalt:
Für Mo, eigentlich Moritz, beginnt nun der Ernst des Lebens. Zusammen mit seinen besten Freunden Anton, Esra, Kim und Erik kommt er in die Schule. Doch so ernst ist das Schulleben eigentlich gar nicht und ihre Klassenlehrerin Frau Grimm müsste viel eher Frau Nett heißen. Zusammen bringen die Krümel aus der Hamster-Klasse ordentlich Schwung in den Schulalltag!

Unsere Meinung:
Das Thema „Einschulung“ ist ein Thema, das wohl jedes Kind zwischen ca. 5 und 7 bewegt und auch wir haben dieses Thema letztes Jahr mit allem Drum und Dran durchexerziert. „Mo und die Krümel – Der erste Schultag“ ist meiner Meinung nach ein ganz tolles Buch, um sich zusammen mit seinem eigenen (Vorschul-)Kind diesem Thema ganz humorvoll und unterhaltsam zu nähern. Angefangen beim Schnuppertag, über den Tag der Einschulung bis zu den ersten Wochen erlebt der Leser diese spannende und aufregende Zeit zusammen mit Mo und seinen Freunden. Eines wird dabei schnell klar: Schule ist viel mehr als Stillsitzen und Büffeln, Schule kann auch richtig Spaß machen!

Überhaupt wird das Thema Spaß und Humor in diesem Buch ganz groß geschrieben, zumeist durch die typischen Eigenschaften der Kinder, die den meisten Erwachsenen leider irgendwann verloren gegangen sind: Unverkrampfte und ehrliche Direktheit, Unvoreingenommenheit, sprudelnde Kreativität und fast schon unstillbare Neugier. Hierdurch kommt es in „Mo“ immer wieder zu wunderbar lustigen Situationen, die uns beim Lesen an vielen Stellen haben schmunzeln oder auch lauthals lachen lassen.

Sehr gut gefallen hat mir auch der Umgang mit Themen wie „Behinderung“ (gerade in Zeiten der Inklusion) oder auch „Migrationshintergrund“ (wie wir Erwachsenen es so „schön“ nennen). Anton sitzt beispielsweise im Rollstuhl und das ist für alle Krümel – und für Anton selbst auch - sowas von natürlich, hat seine Nachteile (Anton kommt nicht an die Klingel) aber genauso auch seine Vorteile (Anton muss im Bus nicht zahlen und hat seinen Sitzplatz immer dabei). Anton ist eben Anton, und zwar genauso wie er ist. „Und das ist gut so“, wie mal jemand in etwas anderem Zusammenhang so schön gesagt hat…

Natürlich gibt es im Buch auch einige Klischees, z.B. die russische, gebrochen Deutsch sprechende Schulärztin oder auch die vietnamesische, sehr strebsame Kim, deren Eltern einen Asia-Imbiss betreiben. Dies habe ich aber überhaupt nicht als störend empfunden. Denn auch hier transportiert das Buch eine wirklich wichtige Botschaft: jeder ist halt so wie er ist und alles hat seine Vor- und Nachteile!

Den Eltern wird an einigen Stellen humorvoll, aber merklich der Spiegel vorgehalten, so dass man sich in einigen Situationen durchaus widererkennen kann. Auch der Sprachstil passt perfekt zum Thema und zum Alter der Krümel. Der „Kinder-Originalton“ ist wirklich wunderbar gelungen und echt herzerfrischend!

FAZIT:
„Mo und die Krümel“ sind eine echt quirlige, bunt zusammengewürfelte und echt liebenswerte Rasselbande, die uns während des Lesens viel Spaß und Unterhaltung beschert hat.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.05.2015
Blackhurst, Jenny

Die stille Kammer


sehr gut

Ein absolut fesselndes Verwirr-Spiel

„Die stille Kammer“ (Original: „How I lost you“) ist der Debut-Roman der 29jährigen Engländerin Jenny Blackhurst. Auf rd. 440 Seiten entspinnt die Autorin eine Geschichte, die mit einer für die meisten Menschen unglaublichen Tat beginnt: Einer Mutter, die ihren eigenen, wenige Wochen alten Sohn umgebracht haben soll. Die eigentliche Handlung setzt dann vier Jahre später ein, als Susan längst aus der Psychiatrie entlassen ist und sich unter einem neuen Namen ein neues Leben aufgebaut hat, nachdem sie sämtliche Kontakte und Verbindungen zu ihrem alten Leben gekappt hat. Noch immer leidet Susan sehr unter ihrer damaligen Tat. Doch nach und nach verstärken sich bei ihr die Zweifel, häufen sich die Fragen, was damals wirklich genau passiert ist.
Von diesem Punkt aus nimmt die Autorin den Leser mit auf eine sehr spannende Reise, in deren Verlauf immer mehr Fragen und Ungereimtheiten auftauchen und der Leser genauso ahnungslos ist wie die Protagonistin Susan selbst. Dabei wird Schritt für Schritt klar, dass der Auslöser für die Tragödie in der Vergangenheit zu suchen ist, vielleicht sogar sehr viel weiter in der Vergangenheit. Susan zweifelt dabei nicht nur an neuen und alten Bekannten und Freunden, sondern sehr oft auch an sich selbst. Genau so ist es auch mir beim Lesen ergangen. Dabei dreht sich der Strudel der Ereignisse im Fortgang der Geschichte immer schneller, so dass es mir schwergefallen ist, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Diese stetig zunehmende Spannung, die ständige Ungewissheit über die wahren Beweggründe der handelnden Personen und nicht zuletzt das große Fragezeichen, wie das alles zusammenpassen soll, machen für mich einen besonderen Reiz dieses Thrillers aus. Bis erst ca. 50 Seiten vor dem Ende hatte ich große Sorgen, dass es der Autorin nicht gelingen würde, eine wirklich schlüssige, befriedigende und einfach „runde“ Auflösung ihrer Story zu präsentieren. Doch soviel sei hier verraten: Sie hat es geschafft!
Eine weitere große Stärke dieses Thrillers liegt für mich in den Charakteren, die Jenny Blackhurst sehr detailreich und realitätsnah entworfen hat. Denn bei fast keinem Charakter ist man sich während des Lesens sicher, auf welcher Seite er steht, welche Motive ihn antreiben. Dies habe ich in dieser Intensität und Vielzahl wirklich selten gelesen und es ist schon erstaunlich, wie Blackhurst dies in ihrem Debutroman so gut gelingen konnte.
Dennoch hat dieser Thriller für mich persönlich ein kleines Manko, das für mich letztlich zum Abzug eines Sternes geführt hat. Dies kann ich leider nicht begründen, ohne ein kleines Bisschen zu spoilern. Wer also auch kleine Spoiler nicht mag, sollte jetzt NICHT weiterlesen, sondern gleich zum Fazit übergehen!
******SPOILER ANFANG******
Ich liebe es an Thrillern, wenn am Ende eine mich völlig überraschende Auflösung präsentiert wird, bei der es mir „wie Schuppen von den Augen fällt“ und ich mich frage, warum ich denn nicht auf diese Lösung gekommen bin. Das gehört für mich für einen „5 Sterne Thriller“ einfach dazu. Dies ist der Autorin leider nicht gelungen. Auch wenn die Auflösung im großen Ganzen nachvollziehbar und durchaus überraschend war, bin ich doch der Meinung, dass ich gar keine Chance hatte, der Auflösung wirklich nahe zu kommen. Das ist schade und begründet für mich den Abzug des einen Sterns.
******SPOILER ENDE******

FAZIT:
Ein bemerkenswertes Debut und sehr spannendes Verwirrspiel um eine absolut tragische Vergangenheit. Ein Thriller, den man nur schwer wieder aus der Hand legen kann!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.05.2015
Tahir, Sabaa

Die Herrschaft der Masken / Elias & Laia Bd.1


ausgezeichnet

Ein fesselndes Debut, das große Lust auf mehr macht!

Zum Inhalt:
Das Kundigenmädchen Laia und der Elite-Krieger Elias leben in zwei ganz unterschiedlichen Welten, und doch kreuzen sich ihre Schicksale innerhalb der unbezwingbaren Mauern der Akademie Schwarzkliff, an der die besten und skrupellosesten Krieger des ganzen Imperiums unter menschenverachtenden Bedingungen ausgebildet werden. Beide hadern mit ihrem Schicksal und ihren Gefühlen, und für beide steht alsbald ihr Leben auf dem Spiel…

Meine Meinung:
Obgleich dieser Roman Elemente aus verschiedenen Genres in sich vereint, würde ich ihn letztendlich als Mix aus Fantasy und Jugendbuch bezeichnen. „Elias & Laia – Die Herrschaft der Masken“ hatte mich bereits nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen. Die Geschichte beginnt vom Start weg sehr spannend und temporeich, hält sich nicht mit großem „Vorgeplänkel“ auf.

Die Geschichte wird in stetem Wechsel aus der Perspektive von Laia und Elias erzählt, wodurch sich das Lesen seht abwechslungsreich gestaltet und sich immer wieder einige, teilweise sehr spannende kleine Cliff-Hanger ergeben. Je weiter ich beim Lesen im Buch vorangeschritten bin, desto dringender wollte ich wissen, wie die Geschichte ausgeht. Die Story hatte eine regelrechte Sogwirkung auf mich entfaltet. Das Finale schließlich war äußerst spannend, mit viel Action und durchaus auch Überraschungen. Hier kann ich mir sehr gut eine Fortsetzung vorstellen, auf die ich mich schon jetzt freue!

Die Story an sich hat mich insgesamt ein wenig an die „Panem-Trilogie“ erinnert, auch wenn Sabaa Tahir eine durchaus ganz eigene Idee in ihrem Roman verarbeitet. Die Welt, die sie erschaffen hat, ist faszinierend und glaubwürdig. Die Idee mit den Prüfungen und insbesondere die Prüfungen selbst waren sehr kreativ und wirklich erschreckend.

Auch der Schreibstil der Autorin passt sehr gut zum Setting der Geschichte, liest sich wunderbar flüssig und ist an vielen Stellen schon sehr poetisch (z.B. S. 79: „Denn die Auguren träumen die Zukunft; alles, was geschehen kann. Alles, was möglich ist. Und Du bist eingewoben in jeden Traum. Ein Silberfaden in einem Teppich der Nacht.“). Dies hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen und verleiht der fremdländischen, phantastischen Welt des Imperiums einen sehr authentischen Charakter.

Zum absolut runden Gesamtpaket gesellen sich – last but not least - noch die für meinen Geschmack sehr gut gelungenen Charaktere hinzu. Allen voran natürlich die beiden Hauptcharaktere Laia und Elias, die, nicht nur durch ihre jeweilige Vergangenheit, die sie bereits in jungen Jahren mit sich bringen und die sie stark geprägt haben, sehr individuell und detailreich gelungen sind. Direkt vom Start weg habe ich mit beiden mitgefiebert und mitgefühlt. Aber auch die weiteren Charaktere sind Sabaa Tahir sehr gut gelungen, allen voran Elias beste Freundin Helena und die unerbittliche Kommandantin von Schwarzkliff.

FAZIT:
„Elias & Laia“ ist ein sehr beeindruckendes Debut und ein nahezu perfektes Gesamtpaket aus einer faszinierenden Story-Idee, einer sehr packenden Umsetzung und tollen Charakteren. Eine absolute Leseempfehlung, nicht nur aber insbesondere auch für Fans von Büchern á la „Panem“.

Bewertung vom 08.05.2015
Pembroke, Greg

99 Gründe, warum mein Kind weint


sehr gut

Ein kleiner, humorvoller Stimmungsaufheller

Wer selber Kinder hat kennt ihn: Diesen unglaublichen Weltschmerz kleiner Kinder, begleitet von literweise Tränen und einem Geschrei, dass selbst Eric Adams von Manowar (ja genau, die lauteste Band der Welt!) übertönen würde. Und man selbst sagt zu sich: ruhig bleiben! Ruhig bleiben! RUHIG BLEIBEN! Und man zählt sicherheitshalber mal schnell bis einemillionenvierhundertsiebenundachzigtausendfünfhundertundelf um noch das letzte bisschen Ruhe zu bewahren. Und warum das alles: Weil die Bärchenwurst alle ist…
In „99 Gründe, warum mein Kind weint“ präsentiert der Autor Greg Pembroke auf rd. 120 Seiten eine wunderbare, kleine Sammlung von Bildern der weinenden kleinen Lieblinge mit den passenden Sprüchen dazu, wie beispielsweise „Wir haben ihr verboten, Abfall aus dem Mülleimer zu essen“ oder auch „Er darf nicht in die Spülmaschine klettern“.
Die Bilder sind in acht Kapitel zusammengefasst („Wie alles begann“, „Feinschmecker“, „Große Erwartungen“, „Draußen“, „Geschwisterglück“, „It´s my party, and I cry if I want to“, “Konversation” und “Das Ende eines perfekten Tages”), die alle mit einer kurzen, humorvollen Einleitung versehen sind (Zitat: „Kleinkinder wissen, dass zur Essenszeit eine Brokkoli-Schlacht stattfindet, bei der nur die Stärksten, Klügsten und Schnellsten eine Chance haben, zu überleben.“).
Am Ende dieses kleinen Buches finden sich dann noch sechs Seiten mit leeren „Bilderrahmen“ für eigene Fotos und passende Sprüche dazu. Eine schöne Idee, um dieses Buch noch zu personalisieren. Bilder und Erinnerungen dazu haben wohl alle Eltern zur
genüge…
FAZIT:
Beim Lesen des Buches musste ich stellenweise wirklich herzhaft lachen und ja, manche Situationen kamen mir sehr bekannt vor! Das Buch eignet sich prima als kleiner Stimmungsaufheller für zwischendurch.

Bewertung vom 08.05.2015
Louth, Nick

Die Suche


ausgezeichnet

Spannend, brisant und top-aktuell – ein waschechter Page-Turner

Zum Inhalt:
Eigentlich wollte Max Carver, Künstler und Ex-Mitglied der US-Küstenwache, seine Kunstwerke in Amsterdam ausstellen und seiner Freundin, der Malaria-Forscherin Erica Stroud-Jones einen Hochzeitsantrag machen. Doch dann verschwindet Erica mitten in der Nacht spurlos, ihr Laptop wird von einer Frau am helllichten Tage geklaut und eine mysteriöse Malaria-Infektion breitet sich in Amsterdam aus. Auf seiner Suche nach Erica gerät Max zwischen alle Fronten...

Meine Meinung:
Dieser Thriller hat mich bereits nach den ersten paar Seiten vollständig in seinen Bann gezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Dabei ist es mir jedes Mal schwer gefallen, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Ich bin mir sicher, dass ich dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen hätte, wenn ich genügend Lesezeit dafür zur Verfügung gehabt hätte!
Die Story, die Nick Louth entwickelt hat, besticht durch einen anhaltend hohen Spannungs-Level, einige unvorhergesehene Wendungen sowie durch eine große Portion Action und Tempo. Eine perfekte Thriller-Mischung also. Hinzu kommt eine sehr interessante wie gleichfalls beängstigend realistische Grundidee: Krankheiten gezielt einzusetzen. Für seine Erzählung setzt der Autor sehr geschickt auf zwei Haupt-Handlungsstränge, einen im Amsterdam der Gegenwart und einen im zentralafrikanischen Busch, Anfang der 1990´er Jahre (sehr gelungen als Auszüge aus Ericas Tagebuch dargestelllt). Beide Handlungsstränge haben dabei ihre eigene Dramatik, ihre eigene Spannung. Geschickt wechselt die Story zwischen diesen Strängen kontinuierlich hin- und her, sodass Abwechslung und Tempo stets auf hohem Niveau gehalten werden.
Wer jetzt denkt, dass „Die Suche“ einfach „nur“ sehr gute Unterhaltung wäre, der irrt! Auch wenn diese natürlich primär im Fokus steht, so finden sich bei Nick Louth durchaus sehr kritische Untertöne, die die schockierenden und unmenschlichen Zustände, die leider noch heute in einigen Regionen Zentralafrikas herrschen, anprangern. Aber auch der westlichen, in weiten Teilen rein profitgesteuerten Pharmaindustrie wird der Spiegel vorgehalten. Dieses Buch hat mich beim Lesen mehr als einmal zum Nachdenken angeregt.
Mit Max Carver hat der Autor einen Protagonisten entworfen, der dem Leser nicht unbedingt sympathisch sein muss, der aber sehr gut zur Story passt uns insgesamt glaubhaft und authentisch „rüber kommt“. Auch die Figur der schillernden Lisbeth ist für meinen Geschmack sehr faszinierend gelungen. Arrondiert werden die Protagonisten von mehreren Nebencharakteren, die oftmals sehr speziell gezeichnet sind, manchmal schon an der Grenze zum Klischeehaften (oder ein Stückchen darüber hinaus), was mich persönlich aber nicht weiter gestört hat. Sehr gelungen fand ich hingegen die „Charakterentwicklung“, die der Autor rund einem halben Dutzend seiner Charaktere beschert hat. Hier darf man sich auf die ein oder andere handfeste Überraschung gefasst machen!

FAZIT:
Wahnsinnig spannend bis zum Schluss: Ein echter Page-Turner mit einer beängstigenden Grundidee und gesellschaftskritischen Untertönen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.04.2015
Walder, Vanessa

Das wilde Määäh und die Monster-Mission / Das wilde Mäh Bd.2


ausgezeichnet

Zum Inhalt:
Merkwürdige und angsteinflößende Geräusche schrecken die Waldbewohner auf. Riesige Monster haben angefangen, die Bäume zu fressen. Nun ist guter Rat teuer, und der entzweit die Waldbewohner. Ham ist wild entschlossen, die Monster zu stoppen. Doch dafür braucht er Unterstützung und Hilfe. Da erreicht ihn eine kryptische Nachricht seines Freundes Quentin…

Meine Meinung:
„Das wilde Määäh und die Monster-Mission“ ist der zweite Teil rund um den – mittlerweile nicht mehr ganz so kleinen – Ham, den mutigen Wolf im schwarzen Schafsspelz. Wie schon im ersten Teil schickt die erfolgreiche Kinderbuchautorin Vanessa Walder (u.a. „Der Elfenkönig“, „Marla“,…) ihren knuddeligen Helden auf eine spannende und nicht ganz ungefährliche Reise. Gut, dass Ham dabei tatkräftige Unterstützung erhält. So entspinnt sich ein richtig aufregendes Abenteuer mit vielen Überraschungen, Wendungen und neuen Charakteren, so dass die Spannung wirklich bis zur letzten Seite garantiert ist, die mit einer verblüffenden aber sehr glaubhaften Lösung daherkommt. Das hat Vanessa Walder wirklich äußerst geschickt gemacht!
Wie auch schon im ersten Band, sind insbesondere die liebevoll und sehr individuell entwickelten Charaktere der Tiere eine ganz, ganz große Stärke dieses zauberhaften Kinderbuches. Während sich die schon aus Teil eins bekannten Charaktere passend weiterentwickeln, sind auch die neuen Charaktere ganz eigenständige Persönlichkeiten. Insbesondere Sir Lancelot und „die Stanleys“ fand ich dabei teilweise zum Brüllen komisch. Vanessa Walder schafft es wirklich stets, jedem ihrer Charaktere etwas ganz Unverwechselbares zu verleihen. So ist es auch kein Wunder, dass einem viele Tiere während des Lesens richtig gehend ans Herz wachsen.
„Das wilde Määäh“ punktet aber nicht „nur“ mit einer tollen Story und wunderbaren Charakteren, auch wenn das allein schon eine 100%ige Kaufempfehlung rechtfertigen würde. Hinzu kommt noch ein sehr passender, geschickt verpackter Tiefgang. So lässt sich in dieser Parabel noch viel über die Themen Freundschaft, Familie, Mut, Vertrauen, Zuverlässigkeit, Zusammenhalt und auch Selbstvertrauen lernen. Selbst „große“ Themen wie „Führung“ und „Gruppendynamik“ finden sich im „Wilden Määäh“ wieder, und das in ganz kindgerechter Form. Es ist wirklich erstaunlich, wie selbstverständlich und leicht Vanessa Walder all diese Themen so ganz nebenbei beim Lesen vermittelt. So eignet sich dieses Buch auch sehr gut zum Vorlesen oder gemeinsamen Lesen mit Kindern, um so ganz selbstverständlich über diese Themen ins Gespräch zukommen.
Wie auch schon im ersten Teil ist der Erzählstil wunderbar leicht, sehr flüssig zu lesen und kindgerecht humorvoll, auch wenn Stanleys „dreckige Witze“ eher an größere Leser gerichtet sind (keine Angst, diese Witze sind ganz wortwörtlich „dreckig“!). Selbst bedrohlichere oder leicht unheimliche Szenen (die für die Spannung nun mal unerlässlich sind) verleiht Vanessa Walder durch mal poetische, mal philosophische Bilder und Gleichnisse eine unaufgeregte und beruhigende Grundstimmung.
Last but not least möchte ich gerne noch die wunderbaren schwarz-weiß-Illustrationen von Zapf loben. Sie fangen die Stimmung der Geschichte stets prima ein und passen für mich sehr gut zu den Charakteren der Tiere. Besser könnten Text und Illustrationen nicht zusammenpassen.

FAZIT:
Eine sehr, sehr gelungene Fortsetzung, bei der wirklich alles stimmt: Tolle Unterhaltung mit Spannung und Humor sowie Tiefgang durch Themen wie Freundschaft, Mut und Zusammenhalt. Mit diesem Buch kann man gar nichts falsch machen! Ich freu´ misch schon jetzt auf Band drei!

Bewertung vom 20.04.2015
Winter, Mia

Janusmond


gut

Ein Roman, der gemischte Gefühle hinterlässt

Zum Inhalt:
Leon Bernberg taucht in der (fiktiven) französischen Stadt Louisson auf, um seine vor zehn Jahren dort verschwundenen Zwillingsschwester offiziell für tot erklären zu lassen. Doch Polizist Christian Mirambeau will es nicht einfach so hinnehmen, dass anscheinend niemand jemals ernsthaft nach Lune Bernberg gesucht hat. So beginnt er, ihre Spur aufzunehmen und ahnt dabei nicht im Geringsten, was er damit auslösen wird.

Meine Meinung:
Mia Winter ist das Pseudonym von Stefanie Koch, die bereits mehrere Krimis („Kommissar Lavalle“) veröffentlicht hat. „Janusmod“ wird offiziell unter dem Genre „Roman“ vermarktet, obgleich dieses Buch durchaus auch Elemente aus den Genres Krimi / Thriller / Spanungsliteratur aufweist.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir ungewöhnlich schwer gefallen, die rd. ersten 100 Seiten habe ich als sehr zäh zu lesen empfunden. Obgleich mich das Grundmotiv laut Kurzbeschreibung sehr gereizt hat und auch der Schreibstil der Autorin sehr bildhaft und abwechslungsreich, ja teilweise schon wunderbar lyrisch ist, kamen im ersten Drittel des Buches bei mir weder eine wirkliche Spannung noch eine Neugier darauf auf, wie es weitergeht. Die Suche nach einem „Phantom“ plätscherte eher so dahin und ich musste mich streckenweise zum Weiterlesen motivieren. Erschwerend hinzu kommt noch, dass ich in „Janusmond“ keinen (Haupt-)Charakter gefunden habe, der mir wirklich sympathisch gewesen wäre, geschweige denn, mit dem ich mich hätte identifizieren können.
Erst ab ca. Beginn des zweiten Drittels, kurz bevor ich das Buch beinahe aufgegeben hätte, hat Autorin Mia Winter es doch noch geschafft, mich neugierig auf den Fortgang ihrer Geschichte zu machen. Zwar habe ich bis zum Ende keinen wirklichen Zugang zu einem der Hauptcharaktere gefunden, dafür gestaltete sich die Charakterentwicklung durchaus spannend. Auch die Atmosphäre wurde im weiteren Verlauf der Geschichte immer dichter. Teilweise habe ich die Atmosphäre schon fast als surreal empfunden. Dies hat die Autorin für mich wirklich gut und glaubhaft transportiert.
Auch die Story an sich ist für mein Empfinden nach dem ersten Drittel deutlich spannender geworden. Mehrere unvorhergesehene Wendungen, ein zunehmend „ungutes Bauchgefühl“ sowie auch ein „passiges“ und am Schluss nachvollziehbares Finale haben mich letztendlich doch noch von der Geschichte überzeugt.

FAZIT:
Eine Story, die sich nicht so einfach einem Genre zuordnen lässt und bei der ich rd. ein Drittel gebraucht habe, um wirklich hineinzufinden. Am Ende hat sie mich aber doch noch gepackt, so dass ich gerne 3,0 (= gut) Sterne vergebe.

Bewertung vom 20.04.2015
Dickreiter, Lisa-Marie;Oelsner, Winfried

Die Geister-Oma / Max und die Wilde Sieben Bd.2


ausgezeichnet

Der zweite, spannende und unterhaltsame Fall für die Wilde 7

Zum Inhalt:
Aufregung im Altenheim auf Burg Geroldseck: Vera glaubt, vom Geist einer verstorbenen Nachbarin verfolgt zu werden. Kurzerhand nimmt die Wilde 7, die zusammen wohl älteste Detektiv-Bande der Welt, die Ermittlungen auf. Aber wie ermittelt man bei einem Geist?

Meine Meinung:
„Die Geister-Oma“ ist nach „Das schwarze Ass“ der zweite Fall für Max und die Wilde 7 (Vera, Horst und Kilian) auf Burg Geroldseck. Wieder ist viel detektivischer Spürsinn gefordert, um den Fall zu lösen. Diese klassische Detektivgeschichte ist den beiden Autoren, wie schon im ersten Band, wieder sehr gut gelungen, so dass ich die ganze Zeit mit der Wilden 7 mitgeraten habe, ohne letztendlich auf alle Hintergründe der am Ende „passigen“ Auflösung zu kommen. Gut gemacht!
Zum Fall der „Geister-Oma“ gibt es diesmal sogar noch einen zweiten Handlungsstrang rund um das Thema Schule und Fußball dazu, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Hierdurch ist das Buch noch einmal abwechslungsreicher geworden, so dass zwischen den einzelnen „Detektiv-Abschnitten“ auch mal Zeit zum Durchatmen war.
Die Charaktere sind größtenteils alte Bekannte aus Buch eins und haben nichts an ihrer Originalität und Liebenswürdigkeit eingebüßt – im Gegenteil! Selbst die etwas - sagen wir mal – spröde Oberschwester Cordula wird plötzlich ganz schön cool!
Wie bereits im ersten Teil zeigen die Autoren auch hier wieder eindrucks- und liebevoll, dass auch Rentner noch lange nicht zum „alten Eisen“ gehören müssen und dass man viel von ihnen lernen kann, grade in Sachen Lebenserfahrung. Und auch, dass so mancher Rentner viel cooler sein kann als manch Jugendlicher sowie dass eine Niederlage auch mal ein kleiner Sieg sein kann wird hier unterhaltsam vermittelt. Dies alles haben die beiden Autoren absolut unaufdringlich aber dafür umso nachhaltiger in ihre spannende und sehr unterhaltsame Story verpackt.
Der Sprachstil passt sehr gut zur Zielgruppe und zur Story. Natürlich darf da auch mal ein Bisschen geflucht werden (grade beim Fußball!). So liest sich die Geschichte authentisch und locker flockig ohne dabei eintönig zu wirken.

FAZIT:
Mal wieder spannend, unterhaltsam und witzig. Die Wilde 7 ist einfach cool! Solche Omas und Opas hätte wohl jedes Kind gerne!