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Eva Fl.
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Franken

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Insgesamt 1143 Bewertungen
Bewertung vom 25.02.2019
Riepertinger, Alfred

Mein Leben mit den Toten


ausgezeichnet

Beeindruckend!

Das Leben endet tödlich. Manchmal kommt jedoch der Tod sehr plötzlich und sehr grausam, so dass diese Toten dann bei Alfred Riepertinger "landen", denn er sorgt dafür, dass Tote wieder "normal" aussehen, die Angehörigen würdig Abschied nehmen können. Gerade bei Unfallopfern oder Suiziden ist dies für die Angehörigen sehr wichtig - und leider sehen die Verstorbenen nach einem Unfall doch eher entstellt aus, darum kümmert sich Alfred Riepertinger um eine gute "Wiederherstellung". Er sargt die Toten auch mit ein und obduziert sie vorher auch, so dass er hier eine gewisse Forschungsarbeite leistet.

Ich möchte gleich zu Anfang mal den Unterschied erklären:

Rechtsmedizin = hier werden Tote untersucht, bei denen von Anfang an klar steht, dass sie einen unnatürlichen Tod gestorben sind

Pathologie = hier werden Tote, die eines natürlichen Todes gestorben sind, obduziert wenn es die Angehörigen wünschen (so kann man u.a. sehen, welche Auswirkungen eine Krankheit hatte etc.), generell befasst man sich in der Pathologie auch mit krankhaftem Gewebe (Histologie), so werden hier auch Gewebeproben (bei Geschwüren/Krebs) untersucht.

Allein ein Vorwort von Mark Benecke zu lesen hat mich dermaßen beflügelt, dass mir in der Bücherei gleich klar war: Mitnehmen, lesen! Sonntag nachmittag, schön auf dem Sofa eingekuschelt habe ich angefangen - und das Buch hat mich nur so in seinen Bann gezogen. Ich wollte einfach nur lesen, lesen, lesen.

Der Autor schildert seine Fälle, die er so abgewickelt hat, sehr anschaulich, das mag nicht für jeden angenehm sein bzw. sollte man vielleicht nicht unbedingt während des Essens lesen. (Wobei: Essen und Lesen zusammen halte ich bei einem Buch für schwierig...). Jedoch erhält man so einen wirklich guten Einblick und kann sich manches bildlich vorstellen - wenngleich ich selbst bisher weder Gehirnmaße noch Kopfhaut gesehen habe, noch bei einer Obduktion dabei war. (Wenngleich es mich seeeehr reizen würde.)

Die geschilderten Fälle handeln von Suiziden, von Unfallopfern bis hin zu Toten des Königshauses Liechtenstein. So war unter anderen Rudolf Moshammer "zu Gast" bei Alfred Riepertinger, Roy Black war bei ihm seine sonnengebräunteste Leiche die er je hatte, die Mädchen von Krailling (Doppelmord von Krailling) wurden von Riepertinger ansehlich gemacht.

Gerade bei solchen Todesfällen muss selbst er sich - verständlicherweise! - zusammen reißen, die Faust darf nur in der Tasche geballt sein... Verständnis für eine solche Tat kann da wohl keiner äußern. Jedoch kann man auch nicht in die Menschen hinein schauen, so galt es im Fall eines 15jährigen, der sich im Keller die Schrotflinte in den Mund schob und abdrückte, das Gesicht wieder herzurichten. Man kann die einzelnen Menschen nicht immer verstehen, warum sie sterben (möchten).

Alfred Riepertinger schildert alles sehr eindrucksvoll und den Tod als einen natürlichen Gang des Lebens, Tote sähen friedlich aus, wären "eigentlich wie immer", könnten sich eben nur nicht mehr äußern. All das lässt einen das Ganze dann etwas entspannter hinnehmen können, wobei ich selbst bisher auch keinen Toten aus meinem Verwandten-/Bekanntenkreis gesehen habe.

Das Buch hat mich regelrecht gefesselt, ich konnte es fast nicht aus der Hand legen, wobei ich es partout nicht vor dem Schlafen gehen direkt gelesen habe, solch ein Buch darf bei mir nicht mit ins Schlafzimmer "wandern". Träumen möchte ich dann doch lieber von anderen Dingen. ;)
Die Erzählweise im Buch hat mir sehr gut gefallen, es kommen zwar fachliche Begriffe vor, diese werden jedoch gut und sachlich erklärt, notfalls kann man ja manches auch immer noch einmal nachschlagen.

Wer sich generell für das Thema "Tod" interessiert, sich schon mal mit der Pathologie befasst hat bzw. Interesse hat, es zu tun, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen. Von mir gibts hier 5 von 5 Sternen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.02.2019
Sandberg, Ellen

Der Verrat


ausgezeichnet

Dunkle Wolken über dem Weingut Graven.

Nane wird nach zwanzig Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen und tut sich schwer im normalen Leben anzukommen. Zumal da immer noch diese Schuld auf ihr lastet, mit ihr die Erinnerungen an eine Nacht, die ihr Leben für immer verändert hat. Ihre Schwester Pia hingegen hat es gut getroffen, sie hat den Winzer Thomas geheiratet, eine Tochter mit ihm und ist als Restauratorin tätig. Doch dann tritt ihre Schwester Nane wieder in ihr Leben… und sinnt auf Rache – oder sucht sie doch Vergebung?

Lange habe ich keinen Krimi mehr gelesen, eigentlich schade, aber es hat sich einfach nicht ergeben. Nun hat mich die Geschichte von Ellen Sandberg sehr angesprochen und ich habe direkt drauf los gelesen – und hatte das Buch so schnell gelesen wie lange keines mehr.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut, es ist gut und verständlich geschrieben, angenehme Kost, inhaltlich sicher keine locker-leichte Lektüre, aber wirklich gut zu Verstehen. Es kommen keine großartigen Fremdwörter oder Fachbegriffe vor, wenn dann doch etwas zu erläutern ist, dann wird dies im Buch direkt getan. (vor allem hinsichtlich des Weinbaus) Auch der Erzählstil hat mir sehr zugesagt, denn die Zeit wechselt von Kapitel zu Kapitel – so ist man quasi in der Jetzt-Zeit und abwechselnd in der Zeit von vor zwanzig Jahren, als das Verbrechen geschah. Das hat es nochmal spannender und auch interessanter gemacht. Weil man so ja quasi Puzzlestückchen geliefert bekommt, die man selbst schon versucht zusammen zu setzen.

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, es handelt sich hier um einen echt spannenden und packenden Krimi, den man quasi nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Handlung ist wirklich durchdacht, das hat mir unheimlich zugesagt, denn man rätselt ja selbst immer mit. Einzig ein kleines Detail hat für mich nicht so ganz gepasst, aber das ist eben Ansichtssache. Für mich war das ein sehr lesenswerter und unterhaltsamer Krimi, abwechslungsreich und sehr spannend bis zum Schluß. Entsprechend kann ich ihn nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen.

Bewertung vom 22.02.2019
Goldstein, Debra;Yalof Schwartz, Suze

Be mindful - Einfach mal abschalten


weniger gut

Der Weg zur ersten Meditation ist wohl ein langer.

Be mindful soll als Anleitung dienen, um dem meist stressigen Alltag zu entfliehen. Ein bewusstes Abschalten und somit radikal Entschleunigen – mithilfe von Meditation. Es benötigt dafür auch definitiv kein stundenlanges Sitzen auf dem Meditationskissen sondern geht mit ein bißchen Übung problemlos mit ein paar Minuten täglich durchzuführen – so dass man ein spürbar ausgeglichenerer Mensch wird.

Auf diese Art Hörbuch war ich definitiv gespannt, zum Einen inhaltlich und zum Anderen hinsichtlich der Umsetzung. Die Autorin des hier vertonten Buches, Suze Yalof Schwartz, ist die Begründerin und Geschäftsführerin des renommierten Meditationsstudios UNPLUG in Los Angeles. Sie schildert im Buch ihre eigenen Erfahrungen und die ihrer Kunden und gibt zahlreiche Tipps und Tricks, wie es gut funktionieren kann.

Was mich hier recht schnell genervt hat war die Art und Weise wie dies erzählt wird, also inhaltlich. Ich habe hier immer wieder den Eindruck, dass man merkt, wenn etwas aus dem Amerikanischen kommt – dann sind das einfach andere Lebenssituationen als im europäischen Raum, manches einfach ein bißchen überdreht – so empfinde ich das zumindest. Entsprechend hat mir das schon mal den ersten Genuss der CDs vermiest – leider. Was mich auch sehr überrascht hat war die Art, wie Esther Schweins dieses Hörbuch spricht. Es kam mir teilweise ein bißchen undeutlich und sehr leise vor – und ich bin niemand, der die Stereoanlage unheimlich laut aufdrehen muss. Hier musste ich die Lautstärke deutlich erhöhen, damit man es gut hören konnte.

Hier hatte ich mir einfach ein bißchen mehr erhofft, zumal ich Esther Schweins bislang als tolle Frau geschätzt habe. Scheinbar ist sie für mich hier als Sprecherin einfach nicht so angenehm, wie ich das vielleicht bei einer anderen Sprecherin empfunden hätte.

Leider braucht dieses „Hörbuch“ auch recht lange, bis es entsprechend in die Pötte kommt, bis man also zur eigentlichen Meditation kommt. Sicher braucht es einige Punkte, über die man sich vorab klar sein sollte, aber dass sich das so hin zieht und man entsprechend erst ab der zweiten CD mittig mal endlich annähernd zur Meditation kommt, hat mich enttäuscht.

Die einzelnen Meditationen, die dann auf der dritten CD aufgeführt sind, habe ich als recht angenehm empfunden, hier gibt es verschiedene angeleitete Meditationen – beispielsweise die Genuss-Meditation, in der man den Geschmack einer Rosine zu schätzen lernt, die Starbucks-Meditation (für die Zeit, in der man dort ansteht) oder auch die Meditation für einen guten Schlaf. Hier hat man dann endlich die Umsetzung der Meditationen, und das immerhin eine gesamte CD lang.

Alles in allem habe ich mir hier einfach mehr erhofft bzw. das auch ohne viel Vorgeplänkel. Ich habe es als langwierig empfunden, bis man endlich mal mit der Meditation loslegt, hier hätte man einfach schneller zur Sache kommen können bzw. einen Hinweis hinterlassen können, dass man vielleicht gleich mit der dritten CD startet und dort eine kurze Einführung erhält. Leider war ich auch mit Esther Schweins als Sprecherin nicht so glücklich, sie hat zwar eine angenehme Stimme, aber auf mich wirkte sie teilweise ein wenig undeutlich und eine Spur zu leise. (klar, kann man ändern). Leider kann ich so nur 2 von 5 Sternen geben und kann für mich hier keine Empfehlung aussprechen.

Bewertung vom 20.02.2019
Moers, Walter

Weihnachten auf der Lindwurmfeste


ausgezeichnet

Von der doppelten Granitglocke bei der Freilichtmusiktheaterinszenierung.

Dieses Buch umfasst einen Brief von Hildegund von Mythenmetz an den Buchhaimer Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer, in dem sich Hildegund über ein zamonisches Fest auslässt, nämlich das Hamoulimepp. Dieser Brief vom zamonischen Großschriftsteller Hildegund von Mythenmetz sichtete Walter Moers, als der diesen Briefwechsel sichtete und stellte dabei fest, dass die Lindwürmer hier ein Fest begehen, das ähnlich unserem Weihnachtsfest ist und abläuft.

Bislang habe ich ja noch kein Buch von Walter Moers gelesen, lediglich die verfilmten Geschichten vom Käpt’n Blaubär sind mir natürlich ein Begriff. Umso gespannter war ich auf dieses Buch, das schon optisch wunderbar daher kommt – es wirkt unheimlich wertig und ist optisch wirklich schön gemacht. Auch unter dem Schutzumschlag geht es bunt bebildert weiter, ein praktisches Lesebändchen dient als Lesezeichen.

Vielleicht sollte man sich gleich vorm Lesen bewusst sein, dass dies absolut kein alltägliches Buch ist. (Wobei, was ist schon alltäglich?) Es ist eine geniale und sehr phantasievolle Erzählung über Zamonien und den dortigen Brauch des Hamoulimepp. Diesen Brauch schildert Hildegund von Mythenmetz in sämtlichen Facetten und Farben, was auch dank den vorn im Buch vorgestellten vorkommenden Protagonisten sowie den hinten im Buch angebrachten taxonomischen Tafeln zusätzlich anzusehen ist. Hier findet man die beschriebenen Dinge (von der Inkarnation von Hamoulimepp über die Felsengeiereier bis hin zu den Musikinstrumenten der Lindwürmer) in gezeichneter Form vor – so wunderbar, dass man sich daran fast nicht satt sehen kann. Die Illustrationen von Lydia Rode finde ich sehr gelungen. Es macht einfach Spaß, diese anzusehen und hier soviel zu entdecken, was das geschriebene Wort zusätzlich beschreibt. Ich habe mich dabei sehr amüsiert.

Die Geschichte rund um diesen Weihnachts-ähnlichen Brauch hat mir sehr gut gefallen, ist sie doch sehr gut überlegt und ausgeführt. Es ist interessant, welche Parallele es hier gibt. Natürlich ist es hier vom Schreibstil keine einfache Literatur, sondern wirklich durchdacht, aber sie ist gut verständlich, finde ich. Für mich war das lesenswerte Unterhaltung, die ich sehr genossen habe. Inhaltlich gut verständlich, da ja alles genau erklärt wird.

Ich kann dieses tolle Buch wirklich nur empfehlen, es hat unheimlich Spaß gemacht die Geschichte zu lesen und die Bilder anzusehen, wirklich eine phantasievolle, amüsante und unterhaltsame Erzählung. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen dafür.

Bewertung vom 11.02.2019
Peters, Tanja

Mutmuskeltraining


ausgezeichnet

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende. (Demokrit)

Mutiger werden geht nicht? Aber sicher doch! Denn den Mutmuskel kann man trainieren, was Tanja Peters mit diesem hilfreichen Buch und Ratgeber gleichzeitig beweist. So erhält man viele tolle motivierende Tipps und Tricks und lernt anhand von Übungen und Beispielen, wie man es schafft, mutiger zu werden bzw. sein.

Mutiger zu sein hat mich wirklich interessiert und angesprochen, von daher war ich auf die inhaltliche Umsetzung des Buches echt gespannt. Das ansprechende Cover hat mir gut gefallen, ebenso wie die inhaltliche Gestaltung – kommt man in ein neues Kapitel, so erkennt man das an der knallig pinken Seite – und der Kapitelvorschau auf der Rückseite davon. Fräulein Mut führt einen wunderbar durchs Buch – die verschiedenen Abbildungen, die der Autorin doch recht ähnlich sehen – sind immer wieder im Buch zu finden – in unterschiedlichen, aber im Gesamten doch sehr positiven und optimistischen Posen.

Inhaltlich hat mir die Gliederung des Buches gut gefallen, es ist ein Buch, das durchaus nachdenklich macht – aber eigentlich eher im positiven Sinne. Überlegen, was man doch schon alles wie geschafft hat – und dass man mit dem entsprechenden Mut doch noch viel mehr schaffen kann. Von der Sprache ist das Buch gut verständlich, ich hatte hier keinerlei Probleme. Auch gab es nicht wirklich großartige Fremdwörter oder Fachbegriffe – wenngleich diese sowieso immer wieder erläutert werden.

Mir hat das Buch gut gefallen, die Ansätze der Autorin finde ich sehr gut, ziemlich gelungen, ebenso die Übungen, die sie aufführt. Passend zu diesem Buch gibt es wohl noch ein weiteres Arbeitsbuch, dieses kenne ich jedoch nicht und habe ich auch nicht verwendet. Sehr gelungen finde ich auch die verschiedenen Interviews zum Thema Mut, sowie die Mut-Zitate, hier kann man sich auch ein selbst eines herauspicken, das einem gut gefällt. Auch gibt es Inspirationen hinten im Buch, hier findet man entsprechende weitere Ansprechpartnerin neben der Autorin, die in gewissen Situationen auch sicher Rat geben können. Alles in allem finde ich die Idee öfter mutig zu sein auch wirklich gut – ich habe das Buch so empfunden, dass es sich an alle richtet, die einfach öfter mutiger sein möchten. (Einfach mal den Mut haben, zu etwas „Nein“ zu sagen, den Mut etwas Neues auszuprobieren, etc. -> das trifft meiner Ansicht nach auf viel mehr Menschen zu, als man vielleicht denkt.)

Auch fand ich es sehr gut, dass im Buch das Mutmuskeltraining sehr gut erklärt wird, hier auch sehr viel positive Worte hineinfließen, alles voller Optimismus ist, nicht aber so übertrieben wird hinsichtlich der Motivation. Tanja Peters spricht an, was man wie schaffen kann, ist aber keine, die dafür ein ständiges Mantra einbringt – und genau das finde ich gelungen, dass es nicht so wiederholend ist.

Für mich ist das Mutmuskeltraining-Buch wirklich ein toller, hilfreicher Ratgeber gewesen, ein Buch, das den Stein durchaus ins Rollen gebracht hat. Man sollte einfach viel öfter mutiger sein. Wie genau das alles funktioniert erläutert die Autorin wunderbar verständlich im Buch, das ich nur empfehlen kann. Von mir gibt’s 5 von 5 Sternen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.02.2019
Pinnow, Judith

Versprich mir, dass es großartig wird


ausgezeichnet

You! Grow up!

Mit der Schauspielschule in New York sind die Freundinnen Franzi und Lena gemeinsam gestartet, beide hatten sich eifrig erträumt, welche Rollen sie wohl so spielen werden. Nun kommt es, dass Lena nach dreizehn Jahren bei Franzi anfragt, um für ein Interview die Stimme der lieben Freundin zu bekommen, damit sie erzählt, wie so ihre Erfahrungen mit Lena sind. Dabei kommt es, dass sich die beiden fragen, was wohl wie anders hätte laufen können und sich gemeinsam an die Zeit in New York erinnern…

Die Geschichte des Hörbuchs hat mir gut gefallen, mich direkt angesprochen, umso gespannter war ich auf die Umsetzung. Von Judith Pinnow hatte ich bisher „Die Prophezeiung der Giraffe“ gelesen, was mir sehr gut gefallen hat. Dieses Hörbuch hat sie nun auch selbst vorgelesen.

Zu Beginn habe ich mir ein bißchen schwergetan in die Geschichte hineinzukommen, der wirkliche Hintergrund, also das, auf was die Geschichte als Aussage hin aus ist, war mir nicht so ganz klar. Mit der Zeit bin ich dann aber mit der Geschichte warm geworden – und war sehr gespannt, wie sich hier was entwickelt. Inhaltlich ist das Hörbuch gut verständlich, hier hatte ich keinerlei Schwierigkeiten.

Judith Pinnow als Sprecherin dafür hat mir unheimlich gut gefallen. Ihre Stimme ist so angenehm, die Betonung wirklich gekonnt, für mich ist das sehr gelungen. Man merkt auch, wie sie sich beim Lesen mit der Geschichte identifiziert, Herzblut hineinsteckt und sie nicht nur so dahin vorliest. Das fand ich echt toll!

Auch die Geschichte war für mich inhaltlich sehr interessant und unterhaltsam. Da gab es sehr lustige Situationen und Schilderungen, durchaus aber auch emotionale Momente. Generell war es eine Geschichte, bei der man immer mal wieder selbst über sein Leben nachdenkt, ins Grübeln kommt. Was mir auch gut gefallen hat, war die Abwechslung, so wird einerseits eine Szene aus der Jetzt-Zeit, dann wieder eine aus der Schauspielschulen-Zeit vor dreizehn Jahren in New York erzählt. Hier muss man dann quasi immer ein bißchen mitdenken, mir hat diese Art der Erzählung aber sehr gut gefallen.

Bei den Schilderungen der Schauspielschule hatte ich für mich den Eindruck, dass man ein bißchen Lebensgeschichte von Judith Pinnow selbst mit erzählt bekommt, sie war ja wohl auch dort auf der Schauspielschule, hat manches dort vielleicht ja auch so erlebt.

Alles in allem hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen, eine tolle Geschichte, wunderbar gelesen von der Autorin selbst. Sehr unterhaltsam, lustig, emotional und auch mal nachdenklich-machend. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine absolute Empfehlung.

Bewertung vom 03.02.2019
Kolb, Suza

Ein Esel unterm Weihnachtsbaum / Der Esel Pferdinand Bd.5


ausgezeichnet

Pferdinand: Der kleine mutige Esel, der gerne ein Pferd wäre.

Pferdinand, der kleine Esel, lebt bei Oma und Opa Hoppe und ist öfter auf dem Klausenhof zu Gast. Wenn seine Freundin Emmi zu Besuch kommt, träumt er, er wäre ein Pferd und übt mit ihr reiten. Kurz vor Weihnachten passieren in der Gegend und auf dem Klausenhof merkwürdige Dinge die Pferdinand gerne mit seinen Freunden aufklären möchte.

Die Geschichte vom Esel Pferdinand zog schon vor einiger Zeit bei uns ein, allerdings hat es ein wenig gebraucht mit dem Lesen. (Lesemotivation, Zeit, etc.) Nun haben wir das Buch ausgelesen (passend zum Ende der Weihnachtszeit) und können mal berichten.

Durch das wirklich ansprechende Cover und die tollen Illustrationen (von Carola Sieverding) im Buch ist es wirklich schön gemacht – und natürlich ist die Geschichte auch sehr unterhaltsam. Sie ist für Kinder sehr verständlich und gut zu lesen geschrieben, inhaltlich wie von der Sprache her. Lediglich die Kapitel sind eher lang, so dass man manchmal auch einfach selbst unterbrechen muss, was aber ja kein Problem ist.

Der Schreibstil hat uns sehr gut gefallen, eben weil es verständlich ist und weil er so putzig ist. (Pferdinand natürlich auch) So ist die Geschichte sehr positiv geschrieben, wenn beispielsweise der große Weihnachtsbaum umfällt, dann geht es nicht um die Scherben, sondern direkt um das Aufhängen neuer Kugeln. Man macht da also kein Drama draus. Das war für uns sehr schön zu lesen. Durch die tollen Bilder immer wieder hat man auch eine gute Vorstellung, wie der kleine Esel Pferdinand und seine Freunde aussehen, wobei man ganz vorne im Buch auch eine Vorstellung der einzelnen Protagonisten findet.

Alles in allem war die Weihnachtsgeschichte rund um den Esel Pferdinand, der gerne eben ein Pferd sein möchte, sehr lesenswert, lustig und unterhaltsam. Für sehr motivierte junge Leser ist es sicher alleine zu lesen, wir haben es als abwechselndes Selbst-Lese- und Vorlese-Buch genutzt. (geeignet ist es wohl für Leser ab 7 Jahren) Von uns gibt es entsprechend 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.