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kleinbrina
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Köln

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Insgesamt 1369 Bewertungen
Bewertung vom 17.07.2012
Berger, Tamina

Wenn Küsse töten können


sehr gut

Im Juni 2012 sind vier neue Mini-Thriller aus dem Arena Verlag erschienen. Da ich die Thriller des Verlags sehr gerne mag, war es für mich klar, dass ich auch diese Bücher unbedingt lesen möchte. Den Anfang macht "Wenn Küsse töten können" von Tamina Berger.

Die Geschichte an sich ist nicht schlecht und konnte mich recht schnell für sich gewinnen, allerdings hat die Geschichte auch einen großen Fehler und das sind die Charaktere. Ich will nicht unbedingt sagen, dass sie komplett schlecht sind, allerdings gibt es hier und da Momente, bei denen ich nur noch den Kopf schütteln konnte. Vor allem Corinna ist mir mehrfach negativ aufgefallen.

Sie versucht immer relativ erwachsen rüber zu kommen, dabei wird sie gerade einmal 15 Jahre alt. Sie ist unfassbar naiv und beweist das auf nahezu jeder Seite, was dazu geführt hat, dass ich mich absolut nicht mit ihr identifizieren konnte. Sie würde quasi für die Band ihres Freundes sterben. Sie drängt sich den Leuten auf, sieht es als selbstverständlich an, überall dabei zu sein und wenn sie dann mal nicht dabei sein darf, reagiert sie sehr beleidigt und glaubt, sie müsste sich die Freundschaft und das Beieinandersein erkaufen, indem sie einfach ihr Sparbuch plündert. Das mag bei einigen Menschen sicherlich Realität sein, für mich war es eindeutig zu viel des Guten.

Der Schreibstil weiß dagegen zu überzeugen. Tamina Berger schreibt flüssig und leicht. Die 108 Seiten sind sehr schnell ausgelesen gewesen, was ich ein wenig schande fand, aber dies ist leider der Nachteil an Kurzgeschichten.
Allerdings hat es auch lange gedauert, bis überhaupt Spannung aufkam, was daran liegt, dass die Geschichte kein typischer Thriller ist. Die Thrillerelemente kommen relativ spät (in der Mitte der Geschichte) erst vor, sodass der Spannungsbogen leider nicht so war, wie ich es mir im Vorfeld gewünscht habe. Wenn man dieses Buch jedoch als normales Jugendbuch ansieht, weiß es durchaus zu gefallen.

Überzeugen konnte mich das Ende. Zwar habe ich mit diesem beinahe schon gerechnet, aber dennoch hat mir die Umsetzung richtig gut gefallen und es wurde noch einmal richtig spannend. Als einzigen Kritikpunkt hätte ich dabei lediglich, dass die Charaktere dabei viel zu emotionslos agiert haben, aber wer weiß, wie man selbst reagieren würde, wenn man in so einer Situation stecken sollte.

Die Covergestaltung gefällt mir sehr gut, allerdings passt es nicht wirklich zum Thema. Da jedoch eine Gitarre oder ein Schlagzeug ebenfalls ziemlich durchschnittlich gewesen wären, kann ich mit diesem Cover gut leben und schaue es gerne an. Die Kurzbeschreibung ist gelungen und enthält das Wesentliche, ohne dabei zu viel zu verraten.

Insgesamt hat mir "Wenn Küsse töten können" gut gefallen. Eingefleischte Thriller Fans wären enttäuscht, allerdings werden Jugendbuchliebhaber ihre wahre Freude an diesem Buch haben. Empfehlenswert!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.07.2012
Roth, Veronica

Die Bestimmung / Die Bestimmung Trilogie Bd.1


gut

"Die Bestimmung" wurde schon lange vor Veröffentlichung gehypt. Warum dies so ist, wollte ich unbedingt herausfinden, da ich es mir absolut nicht erklären konnte. Auch heute, nach dem Lesen, kann ich es mir immer noch nicht so ganz erklären. Zwar ist die Geschichte recht solide, aber weit davon entfernt, bei mir lange im Gedächtnis zu bleiben, was aber hauptsächlich daran liegt, weil Dystopien nicht unbedingt zu meinen Lieblingsgenres gehören.

"Die Bestimmung" ist der Auftakt einer Trilogie. Der Schreibstil weiß durchaus zu gefallen. Die Geschichte liest sich flüssig und leicht, allerdings auch sehr brutal, was nicht unbedingt zu einem Jugendbuch passt. Es geht äußerst blutig zu, die Dialoge werden ruppiger und die Charaktere, allen voran Beatrice, werden unberechenbarer und gewaltbereiter. Von daher würde ich das Buch trotz seiner jungen Protagonisten eher nicht zum Jugendbuch-Genre zählen, bzw. die Altersangabe deutlich anheben. Umgebungen und Umstände werden sorgfältig erklärt, sodass für mich zunächst kaum Fragen vorhanden waren.

Etwas enttäuscht war ich von den Protagonistin, die mich nicht wirklich umhauen konnten. Zwar sind sie stellenweise interessant und zum Teil auch sympathisch, allerdings reicht mir das nicht, um mich ihnen nah zu fühlen und mit ihnen mitzufiebern. Dadurch war ich nie mittendrin im Geschehen, sondern vielmehr eine stumme Zuschauerin, die die Handlung von weiter weg aus beobachtet. Besonders Beatrice war ein Problem für mich. Zwar ist sie relativ sympathisch, allerdings konnte ich sie nie ganz einordnen, was vor allem daran liegt, weil sie sich selbst nicht einordnen kann und nicht weiß, was sie will. Streckenweise kann dies ganz spannend sein, allerdings wurde mir ihre Unentschlossenheit zu sehr in die Länge gezogen, sodass mir am Ende beinahe egal war, was mit ihr geschieht. Dazu erinnert mich Beatrice und ihre Situation zu sehr an "Die Tribute von Panem". Beide Mädchen sind eher unscheinbar, verwandeln sich aber später in entschlossene junge Frauen, die zur Not auch über Leichen gehen würden. Wirklich beeindruckt hat mich diese Entwicklung nicht.

Die Idee mit den fünf Fraktionen ist durchaus eine nette Idee, allerdings werden diese so dermaßen wirr beschrieben, dass ich oftmals meine Schwierigkeiten hatte, dem Buch zu folgen. Vollkommen unklar war für mich, wieso man nicht zwei oder mehr Eigenschaften haben durfte, sondern nur eine. Das macht für mich nicht wirklich einen Sinn, da Menschen einfach viel mehr als nur eine Eigenschaft besitzen. Dies machte das Ganze etwas unrealistisch für mich. Aber ich bin guter Dinge, dass man dabei in den Folgebänden noch einiges erfahren wird, denn bislang wirkt die Idee zwar noch nicht ausgereift, aber das kann sich ja noch ändern.

Selbstverständlich darf auch in diesem Buch eine Liebesgeschichte nicht fehlen. Ob diese hier allerdings nötig ist, sei mal dahin gestellt. Immerhin wird sie nicht zu kitschig beschrieben, sodass sie mich letztlich nicht gestört hat, aber auch nicht mitgerissen.

Das Cover ist hübsch anzusehen und besticht mit tollen Blautönen und dem brennenden Symbol, welche mir sehr gefallen. Die Kurzbeschreibung ist ebenfalls gelungen und liest sich toll, vielleicht sogar zu toll, da die Erwartung an das Buch dadurch gewachsen ist und nicht erfüllt werden konnte.

Insgesamt ist "Die Bestimmung" ein Buch, das ganz okay ist, aber niemals zu meinen Lieblingen gehören wird. Gäbe es weniger farblose Charaktere und wäre die Handlung etwas weniger vorhersehbar gewesen, hätte die Geschichte durchaus zu einem Knaller werden können. So leider nicht. Allerdings bin ich versucht, auch die Nachfolger zu lesen, da es mich schon interessieren würde, ob sich die Charaktere doch noch weiterentwickeln. Empfehlenswert für Leser, die bevorzugt Dystopien lesen.

3 von 8 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.07.2012
Weston, Gabriel

Wir Halbgötter


gut

Als ich mit diesem Buch vom Rowohlt Verlag überrascht wurde, wusste ich zunächst nicht so richtig, ob ich mich auf dieses Buch einlassen kann, da die Kurzbeschreibung recht trocken klang. Dennoch wollte ich dem Buch eine Chance geben und wurde nicht enttäuscht. Zwar bin ich auch nicht übermäßig begeistert, allerdings hat mir "Wir Halbgötter" einen interessanten Einblick in den Alltag von Chirurgen gegeben, der mich nicht kalt gelassen hat.

Gabriel Weston schreibt sehr eindrucksvoll über ihre Arbeit, ihre Meinung zum Tod, über Verluste während und nach einer Operation und wie sie mit ihren Erlebnissen umgeht. Besonders gut gefällt mir, dass sie ihre Arbeit in der Ich-Perspektive erzählt. Dadurch ist man als Leser mitten im Geschehen und bekommt reichlich Informationen über den Alltag einer Chirurgin.

Auch wenn die Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt wird, wird "Wir Halbgötter" dennoch nicht allzu emotional geschrieben. Zwar gibt die Autorin zu, dass ihr die Arbeit nicht immer leicht fällt und auch oftmals viele Emotionen eine Rolle spielen, aber dennoch wirkt sie sehr professionell und vermittelt dem Leser das Gefühl, dass man bei ihr gut aufgehoben wäre.

Negativ zu bewerten ist allerdings, dass hier viel zu viele medizinische Begriffe verwendet wurden. Menschen, die bereits selbst eine medizinische Ausbildung haben, konnten der Autorin mit Sicherheit folgen, ich hatte dagegen meine Probleme und musste so manchen medizinischen Begriff googlen. Ein Vorteil wäre gewesen, wenn man ein Glossar mit den Begriffen angelegt hätte oder die medizinischen Ausdrücke allgemein ein wenig erklärt hätte. Durch das fehlende Wissen und die kaum vorhandenen Erklärungen liest sich das Buch leider recht holprig.

Das Cover wirkt durch seine dunklen Blautöne und dem weißen Kittel mit den Handschuhen sehr steril, was relativ gut zu dem Inhalt des Buches passt. Die Kurzbeschreibung ist dagegen so eine Sache: Auf der einen Seite mag ich sie, andererseits finde ich sie schon da bereits etwas zu lang, da relativ viel verraten ist und recht trocken.

Insgesamt ist "Wir Halbgötter: Bekenntnisse einer Chirurgin" ein interessantes, aber auch leider ein recht trockenes Buch. Hätte man ein Glossar angelegt oder wäre man auf medizinische Begriffe mehr eingegangen, wäre das Buch mit Sicherheit ein sehr interessantes Werk geworden. Durch das Benutzen von Google und weiteren Hilfsmittel ging allerdings oftmals der Lesespaß verloren. Von daher würde ich das Buch nur empfehlen, wenn man bereits einen Hintergrund im medizinischen Bereich hat.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.07.2012
Ashton, Brodi

Die Sehnsucht / Ewiglich Trilogie Bd.1


weniger gut

Von "Ewiglich die Sehnsucht" habe ich bereits eine Menge gehört, was mich dazu animiert hat, dieses Buch zu lesen. Das Buch hatte ich zwar recht schnell durch, allerdings habe ich am Ende das Buch etwas enttäuscht zugeklappt. Grund dafür ist stellenweise der Schreibstil und die zu vorhersehbare Handlung.

Der Schreibstil war am Anfang ein großes Problem Problem für mich. Bereits die ersten zwei Kapitel haben mir Schwierigkeiten bereitet, da sehr vieles verwirrend beschrieben ist und ich kam nicht wirklich rein in die Geschichte. Erst nach knapp 200 Seiten ging es besser, allerdings hat dies nach meinem Geschmack viel zu lange gedauert. Die Geschichte wird aus zwei Zeiten erzählt. Einmal aus der Zeit, bevor Nikki im Ewigseits war, zum anderen aus der Zeit, in der Nikki wieder in der Gegenwart ist und wieder zur Schule geht und ihr Leben lebt, bevor sie dieses wieder aufgeben muss. Vollkommen absurd bei der Gegenwart ist die Tatsache, wie Nikki hingestellt. Jeder erklärt ihr Verschwinden mit Drogenproblemen und selbst ihre Familie hinterfragen ihr Wegbleiben nicht. Das kam mir doch sehr unrealistisch vor und viel zu einfach.

Nikki selbst ist nicht unbedingt die sympathischste Protagonistin. Zwar scheint sie ein recht nettes und unauffälliges Mädchen zu sein, allerdings ist sie auch sehr antriebslos. Obwohl sie nur noch sechs Monate Zeit hat, bis sie ins Ewigseits zurück muss, nutzt sie diese nicht wirklich. In der Schule verhält sie sich still, trifft sich kaum mit Menschen und lebt mehr oder weniger orientierungslos in den Tag hinein. Ich hatte von Anfang nicht das Gefühl, dass sie ihre zweite Chance in der normalen Welt wirklich nutzen wollte, ganz im Gegenteil, denn im Grunde genommen macht sie nichts anderes wie im Ewigseits. Sehr enttäuschend für die Handlung, da habe ich mir mehr erhofft.

Ähnlich ging es mir mit Jack, bei dem ich bis heute nicht weiß, was ich wirklich von ihm halten soll. Meiner Meinung nach ist er ein Blender, der sich besser darstellt, als er eigentlich ist. Genau wie Nikki ist er relativ antriebslos und blieb bis zum Schluss blass. Anstatt um Nikki zu kämpfen oder nur ansatzweise wirklichen Ehrgeiz zu zeigen, jammert er lieber fröhlich vor sich hin und bemitleidet sich selbst.

Die Stimmung im Buch ist stellenweise sehr düster und geheimnisvoll - so geheimnisvoll, dass ich auch nach über 300 Seiten nicht wusste, wie die Charaktere und das Ewigseits eigentlich ticken. Über das Ewigseits erhält man nur sehr wenige Informationen und es bleibt viel der eigenen Phantasie überlassen. Ich kann nur hoffen, dass es im zweiten Band etwas mehr Informationen zu dem Ort geben wird, denn dazu sind noch einige Fragen offen. Die Handlung ist dazu stellenweise sehr vorhersehbar, sodass von Spannung und Mitfiebern hier nicht wirklich zu sprechen ist. Die Geschichte stolpert vor sich hin und blieb bei mir nicht im Gedächtnis und oftmals musste ich mich geradezu zwingen, das Buch wieder aufzuschlagen. Sehr schade, so sollte es nicht sein.

Wirklich hübsch ist die Covergestaltung. Die beiden Schriftarten passen gut zueinander und auch farblich ist das Cover ein Hingucker. Mit der Kurzbeschreibung habe ich allerdings so meine Probleme, denn sie verspricht mehr, als eigentlich hinter dem Buch steckt. Zwar trifft der Inhalt zu, allerdings habe ich durch die Beschreibung dann doch etwas mehr erwartet, was leider nicht erfüllt wurde.

Insgesamt ist "Ewiglich die Sehnsucht" ein nettes Buch für zwischendurch, aber keine Geschichte, die bei mir ewig im Gedächtnis bleiben wird. Man kann nur hoffen, dass sich die Handlung und die Charaktere steigern werden. Mal schauen, ob ich die Folgebände lesen werde.

4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 06.07.2012
Ahern, Cecelia

Solange du mich siehst


gut

Nachdem ich von "Ein Moment fürs Leben" sehr enttäuscht war, war ich bei "Solange du mich siehst" zunächst recht skeptisch. Da Cecelia Ahern allerdings zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört, musste ich gar nicht lange darüber nachdenken und habe diesem Buch eine Chance gegeben.

Leider ist auch dieses Buch, das zwei Kurzgeschichten enthält, nur mittelmäßig. Langsam stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob Cecelia Ahern die Ideen ausgehen oder sie keinen Spaß mehr am Schreiben hat. Der Charme, die Leichtigkeit, die wunderbaren Charaktere - leider alles nicht mehr das, was es mal war. Zwar merkt man bei den beiden Geschichten, dass Cecelia Ahern mal etwas ganz anderes ausprobieren wollte, indem sie Fantasyelemente einbringt, aber leider passt das so gar nicht zu ihr, bzw. empfinde ich dies als sehr gewöhnungsbedürftig.

Beide Geschichten sind zwar flüssig und nett zu lesen, aber sie plätschern lediglich vor sich hin und bleiben nicht lange im Gedächtnis. Gleiches gilt auch für die Charaktere, die mich nicht so ganz überzeugen konnten. Zwar sind diese meistens sympathisch, allerdings konnte ich mich mit keinem davon identifizieren. Ihnen fehlte zum Teil die nötige Tiefe und ihr Schicksal hat mich nur recht wenig berührt.

In der ersten Geschichte geht es um eine Erfindung, die geliebt und gehasst zugleich wird. Mit dieser kann man Erinnerungen hervorheben und verändern. Zwar hilft der Erfinder damit einigen Menschen, allerdings muss der Erfinder der Maschine ebenfalls mit schmerzhaften Erinnerungen kämpfen.
Die zweite Geschichte ist etwas mystischer und düsterer, allerdings auch sehr vorhersehbar und der gewünschte Effekt, den Leser zum Nachdenken anzuregen, hat bei mir leider nicht gezündet. Mit beiden Enden kann ich jedoch leben, was mich ein wenig mit dem Buch versöhnt hat.

So gern ich Cecelia Ahern habe, aber das war nix - zumindest für ihr großes Talent. Sehr, sehr schade. Ich vermisse Bücher wie "P.S. Ich liebe Dich", "Zeit deines Lebens" und "Für immer vielleicht". Allerdings gehört sie weiterhin zu den ganz großen Autorinnen, die ich nicht missen mag.

Das Cover ist schlicht, aber hübsch. Es passt sich den restlichen Ahern Büchern an, ist dieses Mal allerdings nicht in himmelblau, sondern in lila gehalten, was aber dennoch schön anzusehen ist. Die Kurzbeschreibung zu den beiden Geschichten ist gelungen, allerdings muss dazu gesagt werden, dass außer dem, was in der Kurzbeschreibung geschrieben steht, kaum geschieht.

Leider konnte mich auch dieses Buch von Cecelia Ahern nicht überzeugen. Ich kann nur hoffen, dass sich die sympathische Irin bald wieder fängt und ein Buch schreibt, das an ihre früheren Zeiten anknüpft. Im Herbst erscheint ihr neues Buch "Hundert Namen" - hoffentlich wird dies besser. Eine Chance bekommt es auf jeden Fall!

7 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.07.2012
Mai, Manfred

Die geheimnisvolle Tür


sehr gut

Eine magische Welt, die durch den Fahrstuhl erreicht wird, ein Kind, das die Welt retten soll, sprechende Tiere, ein Kampf zwischen hell und dunkel....
Als ich dies gelesen habe, musste ich direkt an "Die Chroniken von Narnia" denken und war dementsprechend skeptisch. Je mehr ich mich jedoch auf "Die geheimnisvolle Tür" eingelassen habe, je mehr konnte ich mich mit der Geschichte anfreunden.

Mit seinen 144 Seiten ist die Geschichte relativ kurz und schnell gelesen. Dies liegt aber auch am Schreibstil, der sich wunderbar lesen lässt. Manfred Mai schafft es, dem Leser alles sehr bildlich zu beschreiben, indem er besonders auf die Tiere und die Länder eingegangen ist. Manche Szenen wurden dazu auch von Ute Martens gezeichnet, die hilfreich und schön anzusehen sind. Besonders gelungen sind ihr dabei die Löwen, die eine gewisse Ruhe und Eleganz ausstrahlen.

Die Geschichte liest sich spannend und flüssig. Zwar konnte man sich die meisten Geschehnisse bereits im Vorfeld denken, trotzdem hat der Autor die Handlung stellenweise so verstrickt erzählt, dass dennoch eine gewisse Spannung aufgebaut wurde. Auch die Charaktere sind Manfred Mai gelungen.
Alexander ist ein eher verschüchterter Junge, der Problemen aus dem Weg geht. So meidet er z.B. in seinem Haus den Aufzug, weil er Angst hat, dort jemanden zu begegnen oder abzustürzen und geht lieber neun Stockwerke täglich rauf und runter. Als er das Lichtvolk entdeckt, wird er jedoch mutiger und entschlossener. Er möchte der Herrscherin des Lichts helfen, ihr Volk zu retten und den Herrscher der Dunkelheit von seinem Plan, dieses zu zerstören, abzubringen. Hilfe bekommt er dabei von einer Eule, einem Affen, zwei Löwen und später auch von seiner Freundin Lisa, die er zu sich in die Unterwelt holt.
Die Tiere sind allesamt friedlich und verstehen sich mit den Zwergen und der Herrscherin des Lichts. Alle Bewohner des Landes sind frei. Sie werden liebevoll beschrieben und jedes Tier hat so seine Macken. Der Affe ist leicht hyperaktiv, blind und hat ein ausgezeichnetes Gehör, die Eule ist dagegen recht ernst und distanziert.
Sehr interessant fand ich den Herrscher der Dunkelheit und seine Beweggründe, wieso sein Land kein Licht zulässt. Grund ist seine Familiengeschichte, die alles andere als glücklich ist. Sein Volk soll die gleiche Dunkelheit spüren, die auch er in seinem Herzen trägt.

Das Ende ist sehr vorhersehbar und lief mir ein wenig zu harmonisch ab, allerdings ist dies vollkommen okay, wenn man im Auge behält, für welche Zielgruppe (7-11 Jahre) dieses Buch geschrieben wurde. Ansonsten ist die Geschichte ein rundum gelungenes Kinderbuch, dass mit Sicherheit seine Fans finden wird.

Das Cover gefällt mir sehr gut, allerdings hat dieses auch einen kleinen Schönheitsfehler: Alexander sieht laut Cover das Lichtvolk direkt vom Aufzug aus, was aber nicht der Fall ist, da ihn zunächst nur tiefe Dunkelheit erwartet. Ein anderes Motiv hätte ich daher passender gefunden. Dennoch sehr schön und kindgerecht.

Insgesamt ist "Die geheimnisvolle Tür" ein Buch, das man sehr gut zwischendurch lesen kann. Wer sich auf Kinderbücher einlassen kann, wird in eine magische Welt entführt, die alles um sich herum vergessen lässt. Mit Sicherheit werde ich noch weitere Bücher von Manfred Mai lesen.

Bewertung vom 29.06.2012
Clarke, Cat

vergissdeinnicht


ausgezeichnet

Als ich dieses Buch in den Händen hielt, dachte ich zunächst, dass es mich von der Aufmachung und der Kurzbeschreibung zu sehr an "Raum" erinnern könnte. Nachdem ich jedoch etwas mehr in die Geschichte hinein gelesen habe, hat sich meine Skepsis sehr schnell in Luft aufgelöst, denn bis auf den Raum selbst hat die Geschichte nicht viel mit "Raum" gemeinsam.

Cat Clarke hat einen wunderbaren Debütroman geschrieben, der mich von der ersten Seite an schockiert, berührt und zum Nachdenken angeregt hat. Dazu ist die Geschichte noch wahnsinnig spannend, sodass es mir schwer fiel, dass Buch auch nur für kurze Zeit aus den Händen zu legen.

Die Geschichte beginnt relativ ruhig. Grace erklärt, wo sie sich befindet und schildert sehr ausführlich und authentisch ihre Gedanken und Ängste. Der Raum ist komplett weiß und engt sie ein, obwohl kaum etwas in dem Raum vorhanden ist. Lediglich einen Tisch, Papier und Stifte findet sie vor. Diese benutzt sie, um über ihre Vergangenheit nachzudenken und schreibt ihre Geschichte nieder.

Der Schreibstil ist absolut wundervoll. Die Handlung wird eindringlich, spannend, schonungslos und dennoch gefühlvoll beschrieben. Oftmals wirkt die Sprache auch sehr salopp und ordinär, was ich jedoch nicht weiter schlimm fand, da dies sehr gut zu den Charakteren, besonders zu Grace, passt. Bei Grace als Protagonistin wurde sich besonders viel Mühe gegeben. Am Anfang konnte ich noch nicht so viel mit ihr anfangen, da sie mir recht oberflächlich, abgeklärt und unsympathisch erschien. Aber je mehr sie über sich und das Leben nachdenkt, desto mehr versteht man, wieso sie so ist wie sie ist. Ihre Gedanken sind authentisch, nachvollziehbar und haben mir stellenweise sogar eine Gänsehaut beschert. Sie hat eine schwere Zeit hinter sich, die ihr beinahe das Leben gekostet hat, weil sie das Leben lange Zeit nicht geschätzt hat und leichtsinnig damit umgegangen ist. Ihre Mutter und ihre Freunde sind hilflos und können sich stellenweise selbst nicht helfen, da jede Person ihre eigenen Probleme hat. Grace kommt kaum zur Ruhe und lebt zum Teil orientierungslos in den Tag hinein.

Allerdings gibt es auch zwei kleine Kritikpunkte:
Obwohl das Buch stellenweise sehr spannend ist, ist es doch leider auch mindestens genauso vorhersehbar. Zwar gab es hier und da ein paar Antworten, die ich eher weniger erwartet hätte, aber insgesamt waren am Ende bei der Auflösung kaum Schockmomente vorhanden, was ich doch ein wenig schade finde.
Der zweite Kritikpunkt ist die Kurzbeschreibung. Zwar liest diese sich sehr gut und macht Lust auf mehr, aber sie führt auch in die Irre, denn ich habe dadurch einen Jugendthriller erwartet, der jedoch mehr ein Drama ist und kaum Thrillerelemente aufweist. Ich fand es nicht schlimm, dass es kein Thriller war, dennoch denke ich, dass viele Leser unter Umständen etwas anderes erwartet haben.

Das Cover ist sehr schlicht und wirkt schon beinahe grell, da das Weiß doch recht ausgeprägt ist. Allerdings lebt das Cover von seinen Details, die man nicht unbedingt auf den ersten Blick sieht. Ganz blass kann man Zeilen im Hintergrund erkennen, auf denen der Buchtitel noch einmal deutlich hervorgehoben wird. Eine schöne Idee, die sehr gut zum Thema passt.

Insgesamt ist "vergissdeinnicht" ein Buch, das man in der Tat nicht so schnell wieder vergessen kann. Eine wunderbare Protagonistin und eine großartige Handlung machen das Buch zu einem Jahreshighlight, das ich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gelesen habe. Hoffentlich wird es noch viele weitere Bücher von der Autorin geben. Absolut empfehlenswert!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.06.2012
David, Serena

Meerestochter


weniger gut

Meerjungfrauen sind spätestens seit "Arielle die Meerjungfrau" enorm beliebt bei mir. Von daher war für mich schnell klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Die Kurzbeschreibung klang sehr vielversprechend und ich habe mich auf ein paar magische Lesestunden gefreut - leider wurde ich enttäuscht.

Serena David ist keine Unbekannte. Zwar ist dies unter diesem Namen ihr Debütroman, allerdings schreibt sie unter einem anderen Namen bereits seit längerem sehr erfolgreich historische Romane. Leider merkt man dies dem Buch auch an, denn für ein Jugendbuch ist es stellenweise recht holprig.

Der Schreibstil wirkt stellenweise altmodisch und erinnert an die Gebrüder Grimm und Hans Christian Andersen. Dies mag zwar auf den ersten Blick nicht schlecht sein, allerdings hat es mich bei einem recht modernen Jugendbuch sehr gestört. Die Geschichte liest sich holprig und beginnt sehr schleppend. Zwar sind hier sehr viele Ideen vorhanden und man hat versucht, diese glaubwürdig und passend einzufügen, allerdings ist dies eher schlecht als recht gelungen. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Ondra und Adrian. Sichtwechsel sind eigentlich immer gut, allerdings sollten diese auch so gekennzeichnet werden, dies habe ich in "Meerestochter" leider vermisst. Die Dialoge wirken stellenweise sehr gekünstelt und auch die Beschreibung von Charakteren und Orten hat mir nur mäßig gefallen.

Ondra ist ein Meermädchen, welches zunächst sehr sympathisch war. Sie verliebt sich unsterblich in Adrian, der allerdings ein Mensch ist. Für ihn möchte sie alles aufgeben und wünscht sich nichts sehnlicher, als selbst ein Mensch zu sein. Sie ist sehr selbstlos, stellenweise extrem oberflächlich und nimmt für die Liebe so einiges in Kauf. Das Ganze hat mich schon sehr an "Arielle die Meerjungfrau" erinnert und dieser Eindruck blieb bis zum Schluss. Zwar gibt es hier eine Änderung, indem man Adrian beschuldigt, ein Mörder zu sein, aber dennoch erinnert alles zu sehr an den wunderbaren Disney Klassiker.
Adrian ist als Charakter allerdings auch nicht unbedingt besser, denn auch er wirkt stellenweise sehr oberflächlich und farblos.

Problematisch ist auch, dass die beiden Charakter nicht wirklich miteinander harmonieren. Zwar versucht die Autorin Adrian und Ondra einigermaßen glaubwürdig zusammenzuführen, allerdings habe ich dies den Charakteren nicht abgekauft, weil kaum bis gar keine Romantik aufkommt und man mehr von Schwärmerei als echter Liebe sprechen kann. Sehr schade, denn aus den beiden Protagonisten hätte man einiges machen können. So entpuppt sich ihr Aufeinandertreffen als kleine Schwärmerei, die schnell wieder in Vergessenheit gerät.

Auch die Krimielemente wollten bei mir nicht so ganz zünden. Der Mordfall und die Tatsache, dass man Adrian verdächtigt haben mich in keinster Weise berührt, was wohl hauptsächlich an der fehlenden Spannung lag. Es liest sich alles schnell runter, aber einen Gänsehautmoment hatte ich nicht.

Das Cover ist leider auch nicht das Gelbe vom Ei. Zwar ist das Mädchen auf dem Cover relativ passend, aber dafür leider sehr durchschnittlich und alles andere als neu, da Frauen- bzw. Mädchengesichter aktuell auf jedem 2.-3. Cover erscheinen. Hätte sich das Cover etwas mehr von der Masse abgehoben, wäre es eventuell ein Hingucker geworden, aber so wirkt das Mädchen auf dem Cover zu blass und der Gesichtsausdruck lässt zu wünschen übrig. Die Kurzbeschreibung liest sich dagegen richtig gut und hat mir auf Anhieb gefallen.

Insgesamt konnte mich "Meerestochter" nicht so überzeugen, wie ich es im Vorfeld erhofft habe. Zu farblose Charaktere und eine Handlung, die man bereits aus anderen Geschichten kennt, haben das Buch deutlich geschwächt, sodass es mir schwer fällt, bei diesem Buch eine Empfehlung auszusprechen. Wirklich empfehlenswert ist dieses Buch höchstens für Leser, die alles über Meerjungfrauen verschlingen und auch gerne mal ein schwächeres Buch in Kauf nehmen.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.06.2012
Stiefvater, Maggie

Ballade - Der Tanz der Feen / Deirdre & Luke Bd.2


gut

"Ballade - Der Tanz der Feen" musste fast ein Jahr lang darauf warten, von mir gelesen zu werden. Meiner Meinung nach eine viel zu lange Zeit, denn der erste Band "Lamento" hat mir richtig gut gefallen. Allerdings war ich mir damals nicht so sicher, ob dieses Buch tatsächlich eine Fortsetzung braucht und somit blieb ich lange skeptisch. Leider hat mich mein Gefühl nicht getäuscht, denn die Geschichte war bei weitem nicht so gut wie der erste Band, der mir wahnsinnig gut gefallen hat.

Dabei hat Maggie Stiefvater eigentlich alles, was eine gute Autorin braucht: Einen flotten, flüssigen Schreibstil, Talent, viele Ideen und eine treue Leserschaft. Doch leider konnte sie mich mit diesem Buch nicht so begeistern, wie ich es erhofft habe. Zwar ist der Schreibstil wieder einmal hervorragend, dafür wurde aber bei den Charakteren deutlich gespart, denn diese haben mir zum Großteil überhaupt nicht zugesagt.

James war im ersten Band mein Lieblingscharakter und ich habe mich gefreut, als ich erfahren habe, dass sich "Ballade" mehr mit ihm befasst, doch leider kam er mir in diesem Buch viel zu verändert vor. Im ersten Band war er immer recht cool, ehrlich, offen und liebenswert, nun kam er mir allerdings wahnsinnig arrogant und viel zu ehrgeizig rüber, was so gar nicht zu ihm passt. Im Gegenteil, es wirkt alles andere als authentisch. Vielmehr hatte ich im Laufe der Geschichte das Gefühl, dass ihm die Autorin ein gewissen Image aufzwingen will, um jemanden zu haben, der nicht unbedingt Everybody's Darling ist.
Bei Nuala ging es mir dagegen etwas anders. Obwohl sie kein Mensch ist, kam sie zum Teil doch sehr menschlich und natürlich rüber. Ihr Verhältnis zu James hat mich stellenweise berührt und nachdenklich gestimmt, da sie selbst sehr zwiespältig ist.
Deirdre rückt in diesem Band in den Hintergrund. Zwar geht sie mit James auf die gleiche Schule, aber sie begegnen sich immer weniger, da James immer noch nicht überwunden hat, dass sie seine Liebe nicht erwidert und ihn lediglich als besten Freund ansieht.

Wie auch im ersten Band stehen die Musik und Liebe im Vordergrund. James liebt die Musik und ist der beste Dudelsackspieler in seinem Bundesstaat, dennoch ist er stellenweise relativ wenig von seinem Können überzeugt und seine Nervosität steht ihm im Weg. Die Liebe ist in diesem Buch so eine Sache. Zwar wird diese im Laufe der Geschichte immer spürbarer, aber wirklich glaubwürdig ist sie meiner Meinung nach nicht, da zu wenig Gefühl und zu viele Zweifel vorhanden sind. Allerdings schreibt Maggie Stiefvater stellenweise wieder sehr poetisch, was sehr gut zu ihr passt. Ebenfalls gefallen hat mir, dass sie wieder einmal irische Sagen und Märchen mit in die Geschichte eingebaut hat und man sehr viel über die Feen erfährt, die nicht immer die freundlichen Wesen sind, die man vielleicht erwartet.

Die Covergestaltung ist schlicht, aber wunderschön. Das erste deutsche Cover von "Ballade" enthielt ein Frauengesicht, welches mittlerweile auf jedem 2.-3. Cover in ähnlicher Form abgebildet ist. Umso schöner, dass der PAN Verlag das Cover verändert hat. Zwar ist dieses durch das viele Weiß recht schlicht und wirkt leicht steril, aber es ist durchaus passend und ansprechend.

Insgesamt hat mich "Ballade - Der Tanz der Feen" enttäuscht. Ich habe aufgrund des ersten Bandes sehr viel mehr erwartet, was leider nicht erfüllt werden konnte. Hätte Maggie Stiefvater James nicht so dermaßen verändert, hätte ich an der Geschichte durchaus Gefallen gefunden, so wurde es leider nur ein 0815-Jugendbuch, das schnell wieder in Vergessenheit gerät.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.